Lexikon-Eintrag

Rote Samtmilbe Trombidium holosericeum

Rote Samtmilbe (Trombidium holosericeum), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung
Laufmilben (Trombidiformes)
Familie
Trombidiidae
Gattung
Trombidium

Überblick

Einleitung

Die Rote Samtmilbe (Trombidium holosericeum) ist eine auffallend leuchtend rote Milbe aus der Familie der Samtmilben (Trombidiidae).123 Mit einer Körperlänge von bis zu etwa 4 mm zählt sie zu den größten Milben der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel und ist deshalb auch mit bloßem Auge gut zu erkennen.12 Ihr dichtes, samtartiges Haarkleid gab ihr den Namen. Die erwachsenen Tiere laufen häufig sonnenbeschienen über den Boden oder über Mauern.1

Die Entwicklung der Art verläuft in mehreren Stadien mit unterschiedlicher Lebensweise: Die Larven leben parasitisch an anderen Gliederfüßern, die späteren Stadien jagen frei als Räuber.12 Als Teil der Spinnentiere ist die Art im Lexikon der Milben eingeordnet.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Trombidium holosericeum (Linnaeus, 1758), GBIF: akzeptiert23
  • Familie: Samtmilben (Trombidiidae), Ordnung Trombidiformes3
  • Körperlänge: bis etwa 4 mm12
  • Aussehen: weicher, scharlachroter, samtig behaarter Körper, Augen auf Stielen12
  • Larven: parasitisch an Insekten, Weberknechten und Spinnen12
  • Nymphen und Adulte: frei lebend, räuberisch (kleine Tiere, Insekteneier)12
  • Lebensraum: Waldränder, Trockenrasen, Mauern1
  • Verbreitung: Europa, Asien, Afrika2
  • OpenInsect-Scans bisher: 19 (zuletzt 18.10.2026)4

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Erwachsene Rote Samtmilben erreichen eine Körperlänge von bis zu etwa 4 mm.12 Der weiche Körper ist leuchtend scharlachrot gefärbt und von dichten feinen Haaren bedeckt, die ihm ein samtiges Aussehen verleihen.12 Auf dem Vorderkörper sitzen kleine Augen auf deutlich erkennbaren Stielen.12 Die Mundwerkzeuge bestehen aus scherenförmigen Cheliceren, und die Pedipalpen sind zu Tastorganen umgebildet.12

Die rote Farbe geht nach Angaben der englischsprachigen Literatur auf Carotinoide zurück und wird als Warnfärbung (Aposematismus) gedeutet, die Fressfeinde vor einer möglichen Giftigkeit warnen soll; die beteiligten Stoffe sind kaum bekannt und werden in der Körperhülle vermutet.2 Eine Giftwirkung auf Menschen ist damit nicht belegt. Die Larven erscheinen als rote Kügelchen und sitzen an ihren Wirten, wo sie wie sackartige Gebilde unter den Flügeln wirken können.12 Zur sicheren Bestimmung sollten Größe, Behaarung und die gestielten Augen beachtet werden; reine Farbmerkmale reichen wegen möglicher Verwechslungen mit anderen roten Milben nicht aus.2

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Trombidium holosericeum (Linnaeus, 1758).23 Carl von Linné beschrieb die Art unter dem Namen Acarus holosericeus, worauf der heutige Artname zurückgeht.2 Das Epitheton setzt sich aus altgriechischen Wörtern für „ganz“ und „seidig“ zusammen und nimmt Bezug auf die samtige Behaarung.2 Im Deutschen heißt die Art Rote Samtmilbe. Systematisch gehört sie zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida), zur Ordnung Trombidiformes und zur Familie Trombidiidae; GBIF führt den Namen als akzeptiert.23

Wegen ihrer roten Färbung wird die Art in der Praxis leicht mit anderen roten Milben verwechselt.2 Zur Abgrenzung von anderen roten Milben, etwa der Grasmilbe, sollten neben der Farbe weitere Merkmale wie Größe und Behaarung herangezogen werden.

Videos

Aus der Community

Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community

2 Videos

Aus der Community

Kurze Videos

Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

5 Videos

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus der Roten Samtmilbe umfasst mehrere Stadien mit unterschiedlicher Lebensweise. Die Larven heften sich an Wirte, vor allem an Insekten wie Schmetterlinge, Heuschrecken oder Fliegen, aber auch an Weberknechte oder Spinnen.12 Sie saugen Körperflüssigkeit (Hämolymphe), ohne den Wirt nach den vorliegenden Angaben schwer zu schädigen.12 Danach entwickeln sich frei lebende Nymphen, die den erwachsenen Tieren in Gestalt und Verhalten ähneln.12

Die erwachsenen Milben laufen frei umher und ernähren sich räuberisch von kleinen Tieren und von Insekteneiern.12 Mit den scherenförmigen Cheliceren können sie kleine Beute greifen und zerkleinern.12 Genaue Angaben zu Entwicklungsdauer, Eizahl, Überwinterung oder Generationenfolge enthalten die verwendeten Quellen nicht; sie werden deshalb hier nicht genannt.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Rote Samtmilbe ist in Mitteleuropa weit verbreitet und häufig.1 Nach englischsprachigen Angaben kommt sie in Europa, Asien und Afrika vor.2 Als Lebensräume nennt die deutschsprachige Literatur Waldränder, Trockenrasen und Mauern; häufig sieht man die Tiere in der Sonne am Boden oder an Wänden.1 Die Nymphen leben ebenfalls frei und ähneln in ihrem Verhalten den erwachsenen Tieren, bodenlebende Tiere ernähren sich vorwiegend von Insekteneiern und anderen kleinen Bodentieren.12

Aus der OpenInsect-Community liegen zu dieser Art bisher 19 Scans vor, davon 9 über die Website und 10 über die App. Der letzte Scan stammt vom 18. Oktober 2026 aus Gruibingen.4

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Hannover, Lower Saxony, Deutschland

    29.04.2026

  • Deutschland

    24.04.2026

  • Schipkau, F.-Engels-Str., 01993 Schipkau, Deutschland

    21.04.2026

  • Im Reuter, Kreuzau, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    04.04.2026

  • Deutschland

    03.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
20
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 31.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Zeitliche Angaben zur Aktivität der Roten Samtmilbe enthalten die herangezogenen Quellen nicht.12 Beobachtungen sind laut Literatur vor allem bei Sonnenschein zu erwarten, wenn die Tiere über Boden und Mauern laufen.1

Die OpenInsect-Community hat bisher 19 Scans innerhalb der letzten zwölf Monate erfasst, der jüngste vom 18. Oktober 2026.4 Diese Meldungen zeigen, dass die Art auch im Herbst noch beobachtet wird. Belastbare Aussagen über Häufigkeitsmaxima im Jahresverlauf lassen sich aus den vorliegenden Daten jedoch nicht ableiten.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Rote Samtmilbe tritt als natürlicher Bestandteil der Bodenfauna auf. Als erwachsenes Tier ernährt sie sich von Insekteneiern und kleinen Bodentieren, ihre Larven entziehen Wirtstieren Körperflüssigkeit, ohne diese nach den vorliegenden Angaben schwer zu schädigen.12 Eine Rolle als Vorrats- oder Hausschädling wird in den verwendeten Quellen nicht beschrieben, ebenso wenig Schäden an Pflanzen oder Gebäuden. Angaben zu Stichen, Bissen oder gesundheitlichen Auswirkungen beim Menschen enthalten die Quellen nicht. Wer nach einem Kontakt Hautreaktionen bemerkt und unsicher ist, sollte bei starken Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Eine Vorbeugung ist nicht erforderlich. Funde lassen sich über Merkmale wie Größe, samtige Behaarung und gestielte Augen einordnen; für unsichere Funde steht die Bestimmungsfunktion der OpenInsect-Community zur Verfügung.4

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Rote Samtmilbe. de.wikipedia.org/wiki/Rote_Samtmilbe (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Trombidium holosericeum. en.wikipedia.org/wiki/Trombidium_holosericeum (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Trombidium holosericeum (Linnaeus, 1758). gbif.org/species/4540860
  4. OpenInsect-Community, Scan-Statistik zum Profil (Stand 30.10.2026)