Speckkäfer bekämpfen: erst die Futterquelle finden, dann kontrollieren
Speckkäfer richten ihren Schaden als Larven an. Sie fressen an tierischen Stoffen und tauchen in Wohnungen auf, in denen es etwas zu fressen gibt. Ohne die Quelle zu finden, kehren die Tiere zurück, egal welches Mittel du einsetzt. Ein Überblick über das Vorgehen in der Wohnung steht im Ratgeber Speckkäfer in der Wohnung.
Ursachen: Wo die Larven Futter finden
Der Gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius) und verwandte Arten wie der Dornspeckkäfer brauchen Nahrung tierischer Herkunft. Typische Quellen sind:
- tote Tiere, etwa Mäuse oder Vögel in Zwischendecken und Schächten
- alte Vogel- und Wespennester am Dach oder Dachboden
- Vorräte wie Trockenfleisch, Wurst, Käse und Tierfutter
- Felle, Wolle, Federn und Haarreste unter Möbeln
Woher die Tiere ins Haus kommen, beschreibt der Beitrag Woher kommen Speckkäfer?. Wo sie sich verstecken, erklärt Speckkäfer-Nest.
Warum die Larven auch Holz und Dämmung beschädigen
Zur Verpuppung verlassen ausgewachsene Larven die Nahrungsquelle und suchen ein festes, aber nicht zu hartes Material. Dann bohren sie sich in Holz, Kork, Pressholz oder Dämmung ein, ohne daran zu fressen. Kleine Häufchen grober Späne unter den Einbohrstellen können deshalb einen Holzschädling vortäuschen, tatsächlich liegt die Ursache oft in einem alten Kadaver oder Nest in der Nähe. Die Entwicklung dauert bei Zimmerwärme von etwa 25 °C im Mittel rund sieben Wochen, in kühleren Räumen deutlich länger.
Befall erkennen und Art bestimmen
Die Larven sind länglich, behaart und braun, die Käfer groß, schwarz und mit heller Binde. Hinweise auf einen Befall sind Larven, Häutungsreste, Kot, kleine Bohrlöcher in Verpackungen und tote Käfer an Fenstern. Zur Bestimmung helfen die Beiträge Speckkäfer-Arten, Speckkäfer-Larve und Speckkäfer-Eier. Sind die Tiere sehr klein und rundlich mit Muster, handelt es sich meist um Teppichkäfer, mehr dazu auf unserer Seite Teppichkäfer bekämpfen.
Ein Sonderfall ist der Khaprakäfer (Trogoderma granarium). Er gilt als Quarantäneschädling, den du nicht selbst bekämpfst, sondern dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes meldest. In normal temperierten Wohnungen kann er sich kaum entwickeln.
Die richtige Reihenfolge
- Quelle suchen und entfernen: Befallenes mit Handschuhen in dichten Beuteln entsorgen, Ritzen, Fugen und Fußleisten absaugen und den Beutel unmittelbar danach in die Außentonne geben. Wirf auch alte Nester, Kadaverreste und verdorbene Vorräte weg.
- Textilien und Vorräte behandeln: Waschbares bei 60 °C waschen, Empfindliches luftdicht verpackt einfrieren. Lebensmittel und Tierfutter bewahrst du künftig in dicht schließenden Dosen auf.
- Falle zur Kontrolle: Die Pheromonfalle für Speckkäfer lockt männliche Käfer mit einem artspezifischen Pheromon an. Sie dient laut Produktdaten der Befallsüberwachung. Stelle mehrere Fallen in Bodennähe auf, um Laufwege und Hotspots zu erkennen. Sie ersetzt keine Quellensuche.
- Nützlinge gegen Eier und junge Larven: Die Lagerpiraten sind lebende Raubwanzen (Xylocoris flavipes). Sie jagen laut Produktdaten Eier und junge Larven von Speckkäfern, Teppichkäfern und anderen Vorratsschädlingen und brauchen Wärme ab etwa 20 °C. Plane ein Röhrchen je 15 m² und wiederhole den Einsatz nach einigen Wochen. Nicht mit Insektiziden kombinieren.
- Über Monate kontrollieren: Dornspeckkäfer können lange hungern, deshalb prüfst du die Fallen auch nach dem Ende der Maßnahmen weiter, besonders im Frühjahr.
Typische Fehler
- Nur Käfer fangen und die Quelle nicht suchen
- Falle und Nützlinge als alleinige Lösung sehen, ohne zu reinigen
- Nützlinge zusammen mit Insektiziden einsetzen
- Tierfutter oder Vorräte weiter offen lagern
Gefahr und Hautreaktionen
Speckkäfer beißen Menschen nicht. Mit Reizungen durch Larvenhaare rechnest du eher bei Kontakt mit stark befallenen Textilien. Mehr dazu in den Beiträgen Speckkäfer-Bisse und Sind Speckkäfer gefährlich?. Larven im Bett haben meist eine nahe Quelle, siehe Speckkäfer im Bett.
Vorbeugen
Verschließe Vorräte, entsorge Tierfutterreste, kontrolliere Dachboden, Zwischendecken und Nester am Haus und sauge unter Möbeln regelmäßig. Dichte Mäuse- und Vogeleinflüsse an Dach und Lüftungsöffnungen ab, damit sich dort keine Kadaver oder Nester als Futterquelle sammeln können. Bei Befall in Betrieben oder großen Lagern behandelst du alle Lagerflächen, stellst Fallen zum Monitoring auf und kontrollierst nach zwei bis drei Wochen erneut.
Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.