- Die mediane Linie auf den Vorderflügeln ist bei Hoplodrina octogenaria im Regelfall breit ausgebildet.
- Der englische Trivialname "the uncertain" leitet sich von der leichten Verwechslbarkeit mit Hoplodrina blanda und Hoplodrina ambigua her.
- Zu den historischen Synonymen der Art gehört unter anderem Caradrina sericea, die im Jahr 1867 von Speyer mit der Typuslokalität Amsterdam beschrieben wurde.
- Ein weiteres historisches Synonym ist Noctua sordida, publiziert von Haworth im Jahr 1809 mit der Angabe Großbritannien als Herkunftsort.
- Die Erstbeschreibung als Phalaena Noctua alsines durch Brahm im Jahr 1791 enthält keine explizite Nennung einer Typuslokalität.1
Gewöhnliche Staubeule Hoplodrina octogenaria
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Noctuidae
- Gattung
- Hoplodrina
Überblick
Einleitung
Die Gewöhnliche Staubeule (Hoplodrina octogenaria) ist ein Schmetterling aus der Familie der Eulen (Noctuidae) und in der paläarktischen Region verbreitet. Die Art ist morphologisch schwer von Hoplodrina blanda und Hoplodrina ambigua zu unterscheiden, weshalb eine sichere Bestimmung oft eine Genitaluntersuchung erfordert.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Gewöhnliche Staubeule Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Gewöhnliche Staubeule (Hoplodrina octogenaria) ist ein kleiner bis mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Noctuidae. Die Flügelspannweite der imaginalen Falter beträgt 28–34 mm, wobei die Länge der Vorderflügel 14–16 mm erreicht. Die Grundfärbung der Vorderflügel variiert zwischen sattem Braun und gelbbraun. Weibliche Exemplare zeigen dabei eine deutlich dunklere Färbung als Männchen. Ein charakteristisches Merkmal der Vorderflügelzeichnung sind die dunkler als die Grundfarbe gefärbten Nieren- und Ringmakeln, die jeweils weiß umrandet sind. Zusätzlich verläuft eine meist breite Mittellinie über die Vorderflügel, die ebenfalls dunkler als die Grundfärbung ausgeprägt ist. Aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten kann es zu Verwechslungen mit Hoplodrina blanda und Hoplodrina ambigua kommen. Eine sichere und fehlerfreie Artbestimmung erfordert deshalb zwingend die Genitaluntersuchung.1 Hinsichtlich der Präimaginalstadien ernähren sich die polyphagen Larven herbivor von verschiedenen Pflanzenarten wie Lamium, Primula, Stellaria und Rumex.12 Weitere spezifische morphologische Beschreibungen der Eier, Puppen oder des genauen Sexualdimorphismuses außerhalb der Flügelfärbung liegen aus den vorliegenden Daten nicht vor.
Porträt
Beschreibung
Hoplodrina octogenaria ist ein Vertreter der Familie Noctuidae innerhalb der Ordnung Lepidoptera, der erstmals 1781 von Goeze als Phalaena Noctua octogenaria mit der Typuslokalität Landshut in Bayern beschrieben wurde. Die Art ist in der paläarktischen Region weit verbreitet und besiedelt Areale von Europa über Sibirien und Zentralasien bis nach Nordkorea und Nordchina. Das natürliche Habitat umfasst vor allem Wälder, feuchte Wiesen und Grünländer, während Habitate wie Dünen, Heidegebiete oder urbane Räume nicht besiedelt werden. Als polyphager Herbivor ernährt sich die Larve von verschiedenen Pflanzenarten wie Lamium, Primula, Stellaria und Rumex. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Larvenstadium. Bezüglich des Voltinitätsstatus wird die Art als bivoltin geführt. Die Falter sind nachtaktiv und betätigen sich als Bestäuber. Die Vorderflügellänge beträgt 14–16 mm, woraus sich eine Flügelspannweite von 28–34 mm ergibt. Die Grundfarbe der Vorderflügel variiert von satter Braunfärbung bis zu gelbbraunen Tönen, wobei Weibchen tendenziell dunkler gefärbt sind. Die Reniform- und Orbicularflecke sind dunkler als die Grundfarbe und weiß umrandet, während eine breite Mittellinie ebenfalls dunkler als die Grundfarbe verläuft. Der Artname uncertain leitet sich von der taxonomischen Problematik ab, dass die Art äußerlich leicht mit Hoplodrina blanda und Hoplodrina ambigua verwechselt werden kann. Eine gesicherte Artbestimmung erfordert daher zwingend die Genitaldissektion. Historische Synonyme umfassen unter anderem Phalaena Noctua alsines Brahm, 1791, Noctua sordida Haworth, 1809 und Caradrina sericea Speyer, 1867. In Belgien und den Niederlanden fliegt die Generation von Ende Mai bis August. Belastbare morphologische Daten zu feineren anatomischen Anpassungen oder detaillierten Verhaltensweisen der Larvenstadien jenseits der genannten Futterpflanzen liegen in der aktuellen Datenlage nicht vor.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Gewöhnliche Staubeule (Hoplodrina octogenaria) wurde im Jahr 1781 durch den Entomologen Johann August Ephraim Goeze unter der wissenschaftlichen Erstbeschreibung als Phalaena Noctua octogenaria publiziert. Die Typuslokalität der Art befindet sich in Deutschland, genauer in Bayern bei Landshut. Im Laufe der wissenschaftlichen Erforschung wurde die Art mehrfach beschrieben, wodurch eine Reihe von Synonymen und historischen Kombinationen existiert. Zu den bekannten heterotypischen Synonymen zählen unter anderem Phalaena Noctua alsines Brahm, 1791, Noctua sordida Haworth, 1809 sowie Caradrina sericea Speyer, 1867. Der Artname octogenaria leitet sich aus dem Lateinischen ab, während die gattungssystematische Einordnung heute zur Familie der Noctuidae (Eulenfalter) innerhalb der Gattung Hoplodrina erfolgt. Im englischen Sprachraum ist die Art unter dem Trivialnamen "the uncertain" bekannt, was auf die schwierige Abgrenzung und historische Verwechslungsgefahr mit artverwandten Vertretern wie Hoplodrina blanda und Hoplodrina ambigua verweist. Für eine verlässliche und artspezifische Determination ist daher häufig eine genitalmorphologische Untersuchung erforderlich.2
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Art Hoplodrina octogenaria absolviert in Mitteleuropa wie in Belgien und den Niederlanden eine Generation pro Jahr, wobei die Flugzeit der Imagines von Ende Mai bis August reicht.1 Die Falter zeigen eine nachtaktive Lebensweise und betätigen sich als Bestäuber.2 Die Vorderflügellänge der Adulten beträgt 14–16 mm, während die gesamte Flügelspannweite bei 28–34 mm liegt.1 Hinsichtlich der Entwicklung überwintert die Art ausschließlich im Larvalstadium.2 Die polyphagen Larven ernährten sich herbivor von verschiedenen Pflanzenarten, darunter Vertreter der Gattungen Lamium, Primula, Stellaria und Rumex.1 Belastbare Daten zu genauen Entwicklungsdauern, exakten Temperaturabhängigkeiten, Fertilitätsraten oder natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Datenlage. Auch Details zu physiologischen Besonderheiten wie einer spezifischen Kältetoleranz oder genauen Substrat- und Nährwertanforderungen sind bisher nicht systematisch untersucht. Das Habitat der Art umfasst primär Wälder, feuchte Wiesen sowie Offenlandbiotope wie Grasländer.2
Lebensweise
Verhalten
Die Gewöhnliche Staubeule (Hoplodrina octogenaria) zeigt eine streng nachtaktive Lebensweise. Als im Erwachsenenstadium als Pollinator agierender Schmetterling fliegt die Art in Mitteleuropa, wie beispielsweise in Belgien und den Niederlanden, in einer Generation von Ende Mai bis August. Die polyphagen Larven sind herbivor und ernähren sich von Pflanzen der Gattungen Lamium, Primula, Stellaria und Rumex. Bezüglich der Lebensraumpräferenzen besiedelt die Art bevorzugt Wälder, frische Marschländer sowie Grünlandbiotope. Über das weitere artspezifische Verhalten wie Abwehr, Kommunikation oder Orientierung liegen in den zugrundeliegenden Daten keine belastbaren Belege vor.1
Lebensweise
Ökologie
Hoplodrina octogenaria besiedelt als polyphager Herbivor vor allem waldartige Habitate, Grasländer sowie feuchte Wiesen. Die Larven ernähren sich polyphag von verschiedenen Pflanzenarten wie Lamium, Primula, Stellaria und Rumex. Als Überwinterungsstadium fungiert die Larve. Adulte Falter zeigen eine nocturne Aktivität und übernehmen als Bestäuber eine Funktion im Ökosystem. Die Art tritt in Teilen ihres Verbreitungsgebiets bivoltin auf, wobei die Flugzeit in Westeuropa von Ende Mai bis August reicht. Aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten zu verwandten Arten wie Hoplodrina blanda und Hoplodrina ambigua überschneiden sich ökologische Nischen, was eine genaue Artabgrenzung oft nur durch Genitaluntersuchung ermöglicht.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Gewöhnliche Staubeule (Hoplodrina octogenaria) ist in ihrer natürlichen Verbreitung paläarktisch beziehbar und erstreckt sich über weite Teile Europas bis nach Zentralasien und Ostasien. Im globalen Maßstab umfasst das Areal Regionen in Russland, der Türkei, Transkaukasien, Sibirien, Usbekistan, Kirgisistan, dem Altai sowie dem Norden der Mongolei, Nordkoreas und Chinas. Innerhalb Europas ist die Art flächendeckend verbreitet, wobei die Typuslokalität des Neotypus in Deutschland (Bayern, Landshut) liegt. Historische Synonyme und Beschreibungen verzeichnen die Art zudem für Großbritannien und die Niederlande.1 Die vertikale Verbreitung sowie spezifische Höhenstufen sind in der aktuellen Datenlage für Hoplodrina octogenaria nicht systematisch quantifiziert. Als typische Habitate besiedelt die Art bevorzugt Waldstrukturen sowie angrenzende offene Biotope. Aggregierte Beobachtungsdaten belegen ein Vorkommen in Wäldern, feuchten Wiesen und Graslandschaften. Spezifische Habitate wie Dünen, Heiden, Salzwiesen oder urbane Kernbereiche werden von der Art hingegen nicht besiedelt.2 Die Larven sind polyphag veranlagt und nutzen krautige Pflanzen als Nahrungsquelle, darunter Vertreter der Gattungen Lamium, Primula, Stellaria und Rumex.1 Das Auftreten in Siedlungsbereichen oder Gebäuden wird in der Literatur nicht als artspezifisch beschrieben.2
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Imagines von Hoplodrina octogenaria fliegen in Mitteleuropa, wie am Beispiel von Belgien und den Niederlanden belegt ist, in einer Generation von Ende Mai bis August.1 In manchen Regionen und nach aggregierten Datenbanken zeigt sich zudem ein potenziell bivoltines beziehungsweise komplexeres Auftreten. Die Aktivität der adulten Falter ist streng nachtaktiv. Tagsüber ruhen die Tiere versteckt, während in den Nachtstunden der Flug sowie die Nahrungsaufnahme als Bestäuber stattfinden. Als Überwinterungsstadium fungiert die Larve.2 Diese polyphagen Raupen ernähren sich herbivor von verschiedenen Kräutern wie Lamium-, Primula-, Stellaria- und Rumex-Arten.12 Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland konzentriert sich vor allem auf die spätere Jahreszeit mit Peaks im September.1 Belastbare physikalische Messdaten zur exakten Temperaturabhängigkeit der Flugaktivität fehlen bislang in der wissenschaftlichen Literatur.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Hoplodrina octogenaria wird in der europäischen Fauna als phytophager Wiesenfalter und Waldbewohner eingeordnet, besitzt jedoch keine wirtschaftliche Relevanz als Agrarschädling. Larval ernährt sich die Art polyphag an verschiedenartigen krautigen Pflanzen wie Lamium-, Primula-, Stellaria- und Rumex-Arten. Da weder ein Vorkommen in urbanen Schadbereichen noch relevante Schäden an Nutzpflanzen dokumentiert sind, wird die Art weder als Schädling noch als Lästling geführt. Belastbare Daten zu spezifischen wirtschaftlichen Schadbildern oder Befallsanzeichen in land- oder forstwirtschaftlichen Kulturen fehlen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen durch Allergien oder als Vektoren sind für diese Art nicht bekannt. Präventions-, Monitoring- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich nicht etabliert, da keine Schadschwellen überschritten werden. Integrierte Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen oder spezifische rechtliche Regelungen wie Quarantänebestimmungen existieren für Hoplodrina octogenaria aufgrund der harmlosen ökologischen Einordnung ebenfalls nicht.1
Nachweise