Lexikon-Eintrag

Eichen-Rindeneule Dichonia aprilina

Eichen-Rindeneule (Dichonia aprilina), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Noctuidae
Gattung
Dichonia

Überblick

Einleitung

Die Grüne Eicheneule (Dichonia aprilina, Synonym: Griposia aprilina), auch Aprileule genannt, ist ein in Europa verbreiteter Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Die Art ist in trockenen Eichen- und Laubwäldern beheimatet, wo sich die Raupen im Frühjahr von den Blättern verschiedener Laubbäume wie Eichen ernähren. Überwinterungsstadium ist das Ei, welches einzeln an der Baumrinde abgelegt wird.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Aberration virgata zeichnet sich durch breite, zusammenfließende schwarze Verdunkelungen aus und wurde in Baden-Württemberg bislang nur einmal nachgewiesen.
  • Das rötlichbraune und niedrige Ei besitzt breite Längsrippen sowie große weiße und grüne Flecken, die von kleineren schwarzen Punkten ergänzt werden.
  • Die Raupen besitzen einen hellbraunen Kopf, der dunkler genetzt ist und zwei breite, schwarzbraune Bogenstriche aufweist.
  • Auf dem Rücken und an den Seiten der Raupen bilden dunkle Striche eine rautenförmige Zeichnung, die mit weißen Punkten besetzt ist.
  • Die schwarz- bis braungraue Larve verfügt über eine oft unterbrochene helle Rückenlinie, die an den Segmenten leicht verbreitert ist.
  • Die Nebenrückenlinien der Raupe sind breiter ausgebildet, jedoch noch stärker unterbrochen als die Rückenlinie.
  • In den höheren Lagen der Gebirge fehlt die Art gänzlich.
  • Im nördlichen Mittelmeergebiet sowie in Waldsteppen tritt die Grüne Eicheneule sehr häufig auf, während sie in ihrem nördlichen und nordwestlichen Areal oft nur lokal vorkommt.
  • Die ähnliche Art Griposia pinkeri kommt auf der Balkanhalbinsel und in Kleinasien sympatrisch vor.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Eichen-Rindeneule (Dichonia aprilina) ist ein mittelgroßer Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter mit einer Flügelspannweite von 45 bis 52 mm. Die Grundfärbung der Vorderflügel ist ein frisches Hellgrün, das bei gealterten Faltern rasch verblasst. Diese Vorderflügel zeigen scharf begrenzte weiße Querlinien sowie dicke schwarze Streifen, die durch einen Längsstreifen miteinander verbunden sind. Die Fühler und Beine präsentieren sich in einer blass weiß-grünen Färbung mit auffälligen schwarzen Ringen. Als charakteristisches Merkmal heben sich die Hinterflügel dunkel grau-braun ab, wobei sie im Zentrum etwas heller erscheinen und einen meist gut erkennbaren, diffusen diskalen Fleck sowie eine Querlinie aufweisen. Die Flügelzeichnung unterliegt einer starken Variabilität, wobei die seltene Aberration virgata durch breite, zusammenfließende schwarze Verdunkelungen gekennzeichnet ist. Das Ei der Art besitzt eine rötlichbraune, niedrige Form mit breiten Längsrippen und trägt große weiße und grüne sowie kleinere schwarze Flecken. Im Larvalstadium zeigt sich die Raupe in einer schwarz- bis braungraunen Färbung mit einer oft unterbrochenen, an den Segmenten leicht verbreiterten hellen Rückenlinie. Zusätzliche Nebenrückenlinien sind bei der Raupe breiter, aber noch stärker unterbrochen ausgeprägt. Entlang von Rücken und Flanken bilden dunkle Striche eine charakteristische rautenförmige Zeichnung, die mit weißen Punkten besetzt ist. Der hellbraune Kopf der Larve weist eine dunkle Netzzeichnung sowie zwei breite, schwarzbraune Bogenstriche auf. Bezüglich verwechselbarer Arten oder spezifischer Sexualdimorphismen liegen in den Standardquellen keine detaillierten, quantifizierbaren Beschreibungen vor.1

Porträt

Beschreibung

Die Grüne Eicheneule (Dichonia aprilina), taxonomisch eingeordnet in die Familie der Eulenfalter (Noctuidae), verdankt ihr Artepitheton dem lateinischen Begriff für April, da das frisch geschlüpfte Imago farblich an das junge Laub dieses Monats erinnert. Im natürlichen Lebensraum zeigt die Art eine Anpassung an Baumbestände, wobei sie bevorzugt trockene Eichenwälder und laubgemischte Habitate vom Flachland bis in bergige Flusstäler besiedelt. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Europa hinweg bis nach Anatolien, in die Kaukasus-Region und das Elburs-Gebirge, wobei die Vorkommen in nördlichen Regionen oft lokal begrenzt sind. Die Falter sind univoltin und fliegen von Ende August bis Oktober vorwiegend nachtaktiv. Nach dem nächtlichen Schwärmen, bei dem sie zunächst Blüten und Köder besuchen, bevor sie künstliche Lichtquellen anfliegen, erfolgt die Eiablage einzeln an der Baumrinde. Diese Eier überwintern als Stadium, das durch eine rötlichbraune Färbung, niedrige Form und breite Längsrippen mit charakteristischen weißen, grünen und schwarzen Flecken gekennzeichnet ist. Im folgenden Frühjahr schlüpfen die schwarz- bis braungrauen Raupen, die sich von April bis Juni entwickeln. Larval ernährt sich die Art oligophag an Gehölzen wie Eichen, Eschen, Buchen, Linden, Pappeln und Obstbäumen. Tagsüber verbergen sich die Raupen in Rindenspalten, an starken Ästen oder Stammesbasen bis hinab zum Boden. Zur Verpuppung graben sie sich meist zwischen den Eichenwurzeln ein, wo sie einen kräftigen Kokon im Erdboden anlegen. Morphologisch zeichnet sich die Raupe durch eine oft unterbrochene, an den Segmenten leicht verbreiterten helle Rückenlinie sowie eine rautenförmige Zeichnung mit weißen Punkten an Rücken und Flanken aus. Der Kopf der Raupe ist hellbraun, dunkler genetzt und trägt zwei breite, schwarzbraune Bogenstriche. In Bezug auf die Verwandtschaftsverhältnisse kommt Griposia pinkeri in Kleinasien und auf der Balkanhalbinsel sympatrisch vor.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Eichen-Rindeneule (Dichonia aprilina), im deutschen Sprachraum auch als Grüne Eicheneule oder Aprileule bekannt, gehört zur Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Der gültige wissenschaftliche Artname wird oft synonym als Griposia aprilina geführt. Das Artepitheton leitet sich vom lateinischen Wort aprilis für April ab, da die frischen Falter in ihrer grünen Färbung an das junge Laub dieses Monats erinnern.1 Belastbare historische Daten zur exakten Erstbeschreibung durch Autor und Jahr fehlen in der aktuellen Datenbasis. Frühere oder alternative gattungsspezifische Zuordnungen spiegeln sich in der Synonymie zwischen den Gattungen Dichonia und Griposia wider. Weitere regionale Trivialnamen oder historische Kombinationen sind in der Primärliteratur nicht systematisch belegt. Die systematische Einordnung auf höherer Ebene als Schmetterling in die Ordnung der Lepidoptera ist etabliert.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Dichonia aprilina ist eine univoltine Schmetterlingsart, deren Falter von Ende August bis Oktober fliegen. Die nachtaktiven Adulten beginnen in der Abenddämmerung zu fliegen und besuchen zunächst Blüten sowie Köder, bevor sie später künstliche Lichtquellen aufsuchen. Nach der Paarung erfolgt die Eiablage, wobei die rötlichbraunen Eier einzeln an Baumrinde abgelegt werden. Das Ei stellt das überwinternde Stadium dar. Im folgenden Frühjahr schlüpfen die Raupen, deren Aktivitätsphase von April bis Juni andauert. Die oligophagen Larven ernähren sich hauptsächlich von Eichen (Quercus), nutzen jedoch sekundär auch andere Laubbäume wie Eschen, Buchen, Linden, Pappeln und Obstbäume als Nahrungssubstrat. Tagsüber verstecken sich die Raupen an stärkeren Ästen, in Rindenspalten oder am Stamm bis nahe zum Boden. Die Verpuppung findet nach Abschluss der Larvalentwicklung in einem kräftigen Kokon im Erdboden statt, meist im Bereich zwischen den Eichenwurzeln. Über die exakte Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien sowie physiologische Kältetoleranzmechanismen liegen in den verfügbaren Daten keine quantifizierten Angaben vor. Belastbare Messwerte zu spezifischen Parasitoiden, Mortalitätsfaktoren oder der exakten Fertilität fehlen in der aktuellen Literatur.1

Lebensweise

Verhalten

Die Falter von Dichonia aprilina zeigen eine nachtaktive Lebensweise und beginnen ihren Aktivitätsbeginn in der Abenddämmerung. Sie fliegen fast die gesamte Nacht hindurch. In der ersten Nachthälfte besuchen die Imagines bevorzugt Blüten sowie Köder. Erst zu einem späteren Zeitpunkt fliegen sie künstliche Lichtquellen und Lichtfallen an. Die Eiablage erfolgt einzeln an der Rinde von Wirtsbäumen. Die Raupen halten sich tagsüber versteckt in Rindenspalten, an stärkeren Ästen oder am Stamm bis fast zum Boden auf. Die Verpuppung findet überwiegend zwischen den Eichenwurzeln in einem kräftigen Kokon im Erdboden statt.1

Lebensweise

Ökologie

Dichonia aprilina besiedelt als oligophager Herbivor bevorzugt trockene Eichenwälder sowie mit Eichen gemischte Laubwälder vom Flachland bis in gebirgige Flusstäler und felsige Regionen. Die Art ist in diesen Waldbiotopen an das Vorkommen von Eichen (Quercus) gebunden, nutzt jedoch als Raupe fakultativ auch Eschen (Fraxinus), Buchen (Fagus), Linden (Tilia), Pappeln (Populus) und Obstbäume als Nahrungspflanzen. Während die nachtaktiven Falter als polyphage Bestäuber bei ihren nächtlichen bis in die Dämmerung reichenden Aktivitäten Blüten besuchen, fressen die Raupen von April bis Juni an den Wirtspflanzen. Tagsüber suchen die Larven Schutz in Rindenspalten, an stärkeren Ästen oder direkt am Stamm bis nahe zum Boden. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium als einzeln an der Rinde abgelegte Eier. Zur Verpuppung graben sich die Raupen meist im Erdboden ein und spinnen einen kräftigen Kokon zwischen den Eichenwurzeln.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Dichonia aprilina ist in Europa sowie angrenzenden Regionen Westasiens weit verbreitet.1 Das natürliche Areal erstreckt sich vom südlichsten Norwegen und St. Petersburg durch Nord- und Mitteleuropa bis nach Südfrankreich und Norditalien. Zudem besiedelt die Art Kastilien, Sardinien sowie Südostrussland von den Vorbergen des Ural bis zum Schwarzen Meer. Außerhalb Europas ist das Vorkommen aus West- und Zentralanatolien sowie der Kaukasus-Region belegt. Jüngere Nachweise erweitern die bekannte Verbreitung bis in das Elburs-Gebirge. In DACH und dem übrigen Mitteleuropa ist die Art flächendeckend anzutreffen, zeigt sich jedoch in den nordwestlichen Randgebieten oft nur lokal. Im nördlichen Mittelmeergebiet und in Waldsteppen tritt Dichonia aprilina hingegen sehr häufig auf. Die vertikale Verbreitung reicht vom Flachland und Hügelland über Flusstäler bis in felsige Bergwälder. In höheren alpinen Lagen der Gebirge fehlt die Art gänzlich. Als typische Habitate werden bevorzugt trockene Wälder besiedelt. Dabei bilden Eichenwälder sowie laubgemischte Bestände mit einem hohen Eichenanteil den Schwerpunkt.1 Die räumliche Bindung an den Lebensraum ergibt sich primär aus dem Vorkommen der Wirtspflanzen für die Raupenentwicklung. Eichen (Quercus) dienen als Hauptnahrung, wobei die Raupen ergänzend auch an Eschen, Buchen, Linden, Pappeln und Obstbäumen zu finden sind. Belastbare Daten zu historischen Arealverschiebungen oder Einschleppungen über das natürliche Areal hinaus liegen für Dichonia aprilina nicht vor.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Südstadt, Stadtbezirk Süd, Halle (Saale), Deutschland

    10.10.2026

  • Deutschland

    09.10.2026

  • Lindhorst, Deutschland

    08.10.2026

  • Deutschland

    07.10.2026

  • Friedberg, Pasewalk, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland

    07.10.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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3
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 11.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Falter von Dichonia aprilina fliegen in einer Generation pro Jahr von Ende August bis Oktober. Ihre Aktivität beginnt in der Dämmerung und erstreckt sich fast über die gesamte Nacht. Während sie in den frühen Abendstunden zunächst Blüten und Köder aufsuchen, fliegen sie erst zu späterer Stunde künstliche Lichtquellen an. Nach der Paarung und Eiablage überwintert die Art im Stadium des Eies, welches einzeln an der Baumrinde abgelegt wird. Aus diesen Eiern schlüpfen im folgenden Frühjahr die Raupen. Diese sind von April bis Juni aktiv und verbringen den Tag versteckt in Rindenspalten, an stärkeren Ästen oder am Stamm bis nahe an den Boden. Zur Verpuppung graben sich die Raupen meist in den Erdboden ein, wo sie in einem kräftigen Kokon zwischen den Eichenwurzeln verpuppen.1 Das öffentliche Suchinteresse an der Art zeigt im Jahresverlauf einen Schwerpunkt im Juni, was mit der Präsenz der Raupenphase zusammenfällt.3

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Grüne Eicheneule (Dichonia aprilina) wird in der Forstwirtschaft primär als phytophager Waldbewohner eingeordnet, wobei sie im Gegensatz zu massenhaft auftretenden Schädlingen keine gravierenden ökonomischen Schäden verursacht. Das Schadpotenzial beschränkt sich auf den Blätterfraß der oligophagen Raupen, die von April bis Juni an verschiedenen Laubbaumarten wie Eichen (Quercus), Eschen (Fraxinus), Buchen (Fagus), Linden (Tilia), Pappeln (Populus) und Obstbäumen fressen. Typische Schadbilder äußern sich in Fraßschäden am Laub dieser Gehölze, jedoch fehlen Berichte über epidemische Massenvermehrungen oder wirtschaftliche Totalausfälle in Wäldern.1 Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz der Art für den Menschen ist in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert. Befallsanzeichen an Bäumen sind schwer spezifisch zuzuordnen, da die Raupen tagsüber versteckt in Rindenspalten, an stärkeren Ästen oder am Stamm bis nahe zum Boden sitzen. Spezifische Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen werden in der aktuellen Fachliteratur für Dichonia aprilina nicht beschrieben, da die Art in ihrem Verbreitungsgebiet meist nur lokal und unauffällig auftritt. Monitoring-Methoden umfassen den Nachweis der nachtaktiven Falter von Ende August bis Oktober an künstlichen Lichtquellen, Lichtfallen oder durch den Besuch von Ködern und Blüten. Belastbare Daten zu integrierten, biologischen, physikalischen oder chemischen Bekämpfungsstrategien fehlen für diese Art gänzlich. Ebenso sind keine rechtlichen Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten für diesen Schmetterling bekannt.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCne_Eicheneule
  2. gbif.org/species/1775152