Lexikon-Eintrag

Schlehen-Federweißling Aleucis distinctata

Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Geometridae
Gattung
Aleucis

Überblick

Einleitung

Der Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata) ist ein Schmetterling aus der Familie der Spanner (Geometridae), der erstmals 1839 beschrieben wurde. Die Art ist von Europa bis in die Türkei, nach Aserbaidschan und Turkmenistan verbreitet. Die Larven ernähren sich oligophag von Schlehdorn (Prunus spinosa).1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Larve von Aleucis distinctata zeigt eine braun-graue Grundfärbung und weist auf den Segmenten 5 bis 8 eine dunkle, V-förmige Rückenmarkierung auf.
  • Die Segmente 1 und 2 der Raupe sind durch eine schwarze Querlinie gekennzeichnet.
  • Auf den Segmenten 8 und 9 besitzt die Larve weißliche Seitenflecken, während die Segmente 3 und 4 einen kurzen, schrägen schwarzen Seitenstrich aufweisen.
  • Die Segmente 6 bis 9 der Raupe sind zusätzlich mit schwarzen Seitenflecken versehen.
  • Die Art weist morphologische Ähnlichkeiten zu Theria rupicapraria auf, ist jedoch kleiner, besitzt einfache Antennen und zeigt weiße Rückenflecken am Abdomen.1
  • Bei der Form ab. contrastaria Fuchs ist der Mittelbereich der Flügel verdunkelt.
  • Die östliche Form orientalis Stgr., welche mittlerweile als eigenständige Art geführt wird, ist blasser und grauer gefärbt und kommt in Kleinasien, Palästina sowie in Mardin vor.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata) ist ein Vertreter der Familie Geometridae mit einer Flügelspannweite von 27–31 mm. Der Kopf der Imago ist dunkelbraun (fuscous) gefärbt. Die Vorderflügel zeigen eine dunkelbraune Grundfärbung, die mit dunkleren Einsprengseln versehen ist. Auf den Vorderflügeln verläuft die erste Linie kaum gekrümmt, während die zweite Linie subsinuiert, wellig und dunkelbraun ausgebildet ist. Ergänzt wird die Zeichnung der Vorderflügel durch einen dunkelbraunen Diskalfleck. Die Hinterflügel sind weißlich-braun gefärbt, wobei der Dorsalbereich dunkler besprenkelt ist und einen Diskalpunkt sowie eine wellige zweite Linie aufweist. Das Abdomen besitzt weiße Dorsalpunkte.1 Belastbare Daten zu Eiern, Puppen sowie spezifischen Geschlechtsunterschieden oder Bein- und Thoraxdetails jenseits der Grundfärbung fehlen in der aktuellen Datenlage. Die Larve ist braungrau gefärbt und zeigt eine charakteristische Zeichnung mit einer dunklen V-förmigen Rückenmarkierung auf den Segmenten 5–8. Die Segmente 1 und 2 tragen eine schwarze Querlinie, während auf den Segmenten 3 und 4 ein kurzer, schräger schwarzer Seitenstrich ausgebildet ist. Zudem besitzen die Segmente 8 und 9 weißliche Seitenflecken und die Segmente 6–9 tragen schwarze Seitenflecken. Als Nahrungspflanze der Raupen dient Prunus spinosa. Morphologisch ähnelt die Art stark Theria rupicapraria, ist jedoch kleiner, besitzt einfache Antennen und weist weiße Dorsalpunkte am Abdomen auf.1 In Mitteleuropa tritt zudem die lokale Form ab. contrastaria Fuchs auf, bei der das Medianfeld verdunkelt ist.1

Porträt

Beschreibung

Der Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata) ist ein Schmetterling aus der Familie der Spanner (Geometridae), welcher erstmals im Jahr 1839 durch Gottlieb August Wilhelm Herrich-Schäffer wissenschaftlich beschrieben wurde. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von Europa über die Türkei und Aserbaidschan bis nach Turkmenistan. Im mitteleuropäischen Raum tritt die Art eher lokal auf. Das artspezifische Erscheinungsbild lässt sich anhand der Flügelspannweite von 27–31 mm charakterisieren. Der Kopf des Falters zeigt eine dunkelbraune bis graubraune (fuscous) Färbung. Die Vorderflügel sind ebenfalls fuscous gefärbt und weisen eine dunklere Sprenkelung auf. Dabei verläuft die erste Querlinie kaum gekrümmt, während die zweite subsinuiert, wellig und dunkel fuscous ausgeprägt ist. Ein dunkler fuscousfarbener Diskalfleck markiert den Vorderflügel zusätzlich. Im Gegensatz dazu präsentieren sich die Hinterflügel in einem weißlich-graubraunen Ton, wobei der Dorsalbereich dunkler gesprenkelt ist und einen Diskalpunkt sowie eine gewellte zweite Linie aufweist.1 Die Art bildet eine univoltine Generation aus, wobei die Überwinterung im Puppenstadium erfolgt.2 Larval ist Aleucis distinctata als herbivorer Oligophag auf die Ernährung an Schlehe (Prunus spinosa) spezialisiert.12 Das Larvenstadium zeichnet sich durch eine braun-graue Grundfärbung aus, wobei die Segmente 5 bis 8 eine dunkle, V-förmige Rückenmarkierung tragen. Auf den Segmenten 1 und 2 verläuft eine schwarze Querlinie, während die Segmente 8 und 9 weißliche Seitenflecken aufweisen. Die Segmente 3 und 4 zeigen einen kurzen, schrägen schwarzen Seitenstrich, und auf den Segmenten 6 bis 9 befinden sich schwarze Seitenflecken. Morphologisch besteht eine große Ähnlichkeit zu Theria rupicapraria, wobei Aleucis distinctata kleiner ist, einfach gebaute Antennen besitzt und weiße Rückenflecken am Abdomen aufweist.1 Die Form ab. contrastaria Fuchs zeigt eine abgedunkelte Medianregion.1 Die östliche Form orientalis Stgr. ist heller und grauer gefärbt und kommt in Kleinasien, Palästina sowie in Mardin vor.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Schmetterling Aleucis distinctata gehört zur Familie der Spanner (Geometridae). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1839 durch den Entomologen Gottlieb August Wilhelm Herrich-Schäffer. Im deutschsprachigen Raum wird die Art als Schlehen-Federweißling bezeichnet. Im englischen Sprachraum ist die Art unter den Trivialnamen sloe carpet oder Kent mocha bekannt. Belastbare Belege zu älteren Synonymen oder früheren Gattungszuordnungen fehlen in der aktuellen Datenlage. Die geografische Verbreitung erstreckt sich von Europa über die Türkei und Aserbaidschan bis nach Turkmenistan. Als östliche Form wurde historisch orientalis Staudinger beschrieben, welche mittlerweile als eigenständige Art geführt wird. Zudem existiert die lokale mitteleuropäische Form contrastaria Fuchs, bei der das Mittelfeld verdunkelt ist. Bisher fehlen in der Literatur weiterführende etymologische Belege zur Herkunft der Gattungs- und Artbezeichnung.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata) durchläuft als Vertreter der Spanner (Geometridae) einen kompletten Entwicklungszyklus, der an seine spezifischen Wirtspflanzen angepasst ist.1 Die Art ist univoltin und bildet demnach eine Generation pro Jahr aus.2 Belastbare Daten zur genauen Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien, zur Temperaturabhängigkeit sowie zu Fortpflanzungsraten und Fertilität fehlen in der aktuellen Datenlage. Adulte Falter fliegen nachtaktiv und weisen eine Flügelspannweite von 27–31 mm auf. Der Kopf der Imago ist fuscous gefärbt, die Vorderflügel zeigen eine fuscous Grundfärbung mit dunkleren Sprenkeln und einem dunklen Diskalfleck. Die Hinterflügel sind weißlich-fuscous gefärbt und weisen ebenfalls einen Diskalfleck sowie eine gewellte zweite Linie auf.1 Die Raupen ernähren sich oligophag als Herbivoren und sind strikt auf die Schlehe (Prunus spinosa) als Nahrungssubstrat spezialisiert.12 Morphologisch zeichnet sich die Larve durch eine braungraue Färbung aus, wobei die Segmente 5 bis 8 eine dunkle, V-förmige Rückenmarkierung tragen. Die Segmente 1 und 2 besitzen eine schwarze Querlinie, während auf den Segmenten 3 und 4 kurze, schräge schwarze Seitenstriche ausgebildet sind. An den Segmenten 6 bis 9 treten schwarze Seitenflecken auf, und die Segmente 8 und 9 sind zusätzlich durch weißliche Seitenflecken gekennzeichnet.1 Die Überwinterung erfolgtarttypisch im Puppenstadium.2 Zu Mortalitätsfaktoren, natürlichen Feinden, Parasitoiden oder spezifischen Symbiosen liegen bisher keine systematisch erhobenen und publizierten Daten vor.

Lebensweise

Verhalten

Das Verhalten von Aleucis distinctata ist durch eine nachtaktive Lebensweise geprägt. Die Art zeigt eine strikte nocturnal ausgerichtet Aktivität, während tagsüber meist Ruhephasen stattfinden. Als univoltine Art fliegt die Generation in einer festgelegten Jahresperiode. Die Larven ernähren sich oligophag von Schlehdorn (Prunus spinosa). Belastbare Daten zu weiterem artspezifischen Verhalten wie Territorialität, spezifischen Kommunikationsmechanismen oder detaillierten Abwehrreaktionen fehlen in der bisherigen Literatur.

Lebensweise

Ökologie

Der Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata) besetzt als herbivore Art eine spezifische ökologische Nische in bewaldeten und landwirtschaftlich geprägten Habitaten. Die Larven ernähren sich oligophag von Schlehen (Prunus spinosa), womit die Art in ihrer Entwicklung direkt an das Vorkommen dieser Wirtspflanze gebunden ist.12 Aufgrund dieser Spezialisierung sind die Populationen eng mit der Verbreitung ihres Wirtsgehölzes verknüpft.1 Hinsichtlich der vertikalen und horizontalen Habitatwahl zeigt die Art eine Prävalenz in Waldgebieten sowie in landwirtschaftlichen Strukturen. Die Puppe überwintert als Stadium im Boden oder an geschützten Stellen, wodurch der Lebenszyklus an die saisonalen Bedingungen der gemäßigten Klimazone angepasst ist.2 Über weitere trophische Interaktionen, Parasitoide oder spezifische Mikroklima-Anforderungen liegen in den aktuellen Datenquellen keine belastbaren Belege vor.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Schlehen-Federweißling (Aleucis distinctata) besitzt ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich von Europa über die Türkei bis nach Aserbaidschan und Turkmenistan erstreckt. Innerhalb dieses großen Areals gilt die Art in Mitteleuropa als lokal verbreitet. Die westliche und zentrale Verbreitung umfasst primär Regionen mit geeigneten klimatischen Bedingungen, während im Osten abweichende Formen wie orientalis auftreten.1 Das Vorkommen der Art ist eng an spezifische Habitate gebunden, wobei sie in Wäldern und angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen nachgewiesen ist. Spezifische Offenlandbiotope wie Dünen, Feuchtwiesen, Salzmarschen oder Heiden werden von der Art nicht besiedelt. Auch in urbanen Siedlungsbereichen fehlt ein flächendeckendes Vorkommen weitgehend.2 Die Habitatwahl der Raupen korreliert direkt mit dem Vorkommen der Hauptwirtspflanze, da sich die phytophagen Larven auf der Schlehe (Prunus spinosa) ernähren.12 Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung oder spezifischen Höhenstufen fehlen in der aktuellen Literatur. Ebenso liegen keine detaillierten historischen Belege für gezielte Einschleppungen außerhalb des natürlichen Areals vor.1 Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen das Überdauern der Puppenstadien in diesen Habitaten. Die Bindung an bewaldete Strukturen und Agrarlandschaften prägt das europäische Verbreitungsbild der Art.2

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    27.04.2026

  • Rheinhessisches Rheingebiet, Bingen am Rhein, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    21.04.2026

  • Rheinhessisches Rheingebiet, Bingen am Rhein, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    20.04.2026

  • Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, Germany

    18.04.2026

  • Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, Germany

    18.04.2026

Daten: iNaturalist

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Schmetterling Aleucis distinctata zeigt eine streng univoltine Generationenfolge im Jahresverlauf. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im Puppenstadium im Boden oder der Streuschicht. Adulte Falter und Larven treten in spezifischen, aufeinanderfolgenden Perioden auf, wobei die Larven sich auf Prunus spinosa spezialisiert haben. Bezüglich der Aktivitätsmuster zeigt sich eine nachtaktive Lebensweise der imaginalen Stadien.2 Öffentliche Suchanfragen zu der Art verzeichnen in den Spätsommermonaten, insbesondere im August, regelmäßige Peaks im Suchinteresse.1 Belastbare empirische Messwerte zu exakten Flugzeiten oder spezifischen Temperaturabhängigkeiten fehlen in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur weitgehend. Die Art ist in Mitteleuropa lokal verbreitet, wobei die Phänologie stark an das Vorkommen der Wirtspflanze gekoppelt ist.2

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Aleucis distinctata ist ein Schmetterling aus der Familie der Spanner und wird weder als wirtschaftlich bedeutender Schädling noch als medizinischer Lästling eingestuft. Das Schadpotenzial der Art ist gering, da die oligophagen Larven sich hauptsächlich von Schlehe (Prunus spinosa) ernähren.1 Ein spezifisches Schadbild an kultivierten Nutzpflanzen oder gravierende Entlaubungen im Forstbereich sind in der Fachliteratur nicht dokumentiert. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden in der Land- oder Forstwirtschaft fehlen, da die Art in Mitteleuropa eher lokal auftritt.1 Gesundheitliche Risiken für den Menschen, wie Allergien oder die Übertragung von Krankheitserregern, sind durch Aleucis distinctata nicht bekannt. Befallsanzeichen beschränken sich auf das Auftreten der braungemusterten Raupen an den Wirtspflanzen, insbesondere durch charakteristische Zeichnungen wie V-förmige Rückenmarkierungen auf den Segmenten 5 bis 8.1 Präventions- oder Überwachungsmaßnahmen wie spezielle Fallen oder Monitoring-Programme existieren für diese Art nicht, da sie keine wirtschaftliche Schadwirkung entfaltet. Auch spezifische biologische, physikalische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind weder erforderlich noch in der Literatur beschrieben. Integrierte Schädlingsbekämpfungsansätze (IPM) sind für Aleucis distinctata nicht relevant. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten bestehen für diesen Spanner ebenfalls nicht.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Aleucis distinctata fehlen in der aktuellen Literatur vollständig. Die Larven ernähren sich zwar von Prunus spinosa, jedoch sind weder nennenswerte Bestandsrückgänge in der Forstwirtschaft noch gravierende Ernteverluste in der Landwirtschaft dokumentiert. Eine wirtschaftliche Relevanz als Schädling oder Nützling ist für diese Art bisher nicht belegt.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Aleucis_distinctata
  2. gbif.org/species/4524403