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Wespen Vespidae

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Wespen (Vespidae), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Mittleres Risiko Allergen Invasive Art Physische Gefahr Nützling

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Vespidae

Überblick

Einleitung

Die Vespidae (im Deutschen als Faltenwespen bezeichnet) sind eine weltweit verbreitete Familie der Hautflügler (Hymenoptera), die rund 5.000 Arten in etwa 270 Gattungen umfasst.1 Ihren Trivialnamen verdanken sie der charakteristischen Eigenschaft, die Vorderflügel in Ruhelage meist längs zu falten.2 Während sie als Räuber von Insekten eine bedeutende ökologische Funktion in der natürlichen Schädlingskontrolle erfüllen, können einige soziale Arten im Obstbau oder der Imkerei selbst wirtschaftliche Schäden verursachen.31

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

Hier sind einige Fakten über die Vespidae (Faltenwespen):

  • Die Vespidae sind eine vielfältige Familie innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera).
  • Weltweit gibt es etwa 5.000 Arten in etwa 270 Gattungen und sechs Unterfamilien.
  • Zu den bekannten Gruppen innerhalb der Vespidae gehören Feldwespen, Hornissen, Papierwespen und Töpferwespen.
  • Viele Vespidae zeigen soziale Verhaltensweisen, die von solitär bis zu hochgradig eusozial reichen.
  • Vespidae sind überwiegend räuberisch und spielen eine wichtige ökologische Rolle bei der Kontrolle von Schädlingspopulationen.
  • Die Familie ist weltweit verbreitet, wobei die größte Vielfalt in tropischen Regionen zu finden ist.
  • Zu den sechs Hauptunterfamilien gehören Eumeninae, Euparagiinae, Masarinae, Polistinae, Stenogastrinae und Vespinae.
  • Die Eumeninae sind die größte Unterfamilie mit über 3.900 beschriebenen Arten, hauptsächlich solitäre Töpferwespen.
  • Polistinae (Papierwespen) und Vespinae (Gelbwesten und Hornissen) sind überwiegend sozial und bilden eusoziale Kolonien.
  • Die Masarinae sind einzigartig unter den Vespidae, da sie ihre Nester mit Nektar und Pollen versorgen.
  • Vespidae sind mittelgroße Insekten (typischerweise 9–25 mm lang) mit einer schlanken "Wespentaille".
  • Die Vorderflügel falten sich in Längsrichtung, wenn sie nicht gebraucht werden.
  • Soziale Arten bauen Nester aus zerkauten Holzfasern, die mit Speichel vermischt sind, wodurch haltbare papierartige Strukturen entstehen.
  • Erwachsene Vespidae sind aktive Räuber oder Aasfresser, die Insekten wie Raupen und Fliegen fangen, um ihre Larven zu füttern.
  • Sie tragen auch zur Bestäubung bei, wenn sie Blüten besuchen, um Nektar zu sammeln.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Vertreter der Vespidae sind mittelgroße Insekten mit einer Körperlänge von typischerweise 9 bis 25 mm, wobei die Spanne von etwa 5 mm bei kleinen Arten der Polistinae bis zu 35 mm bei großen Vespinae-Arten reicht.21 Ein zentrales Bestimmungsmerkmal sind die Vorderflügel, die in Ruhestellung charakteristisch längs gefaltet werden. Zudem bildet das Pronotum oft eine deutliche U-Form, die sich seitlich bis zu den Tegulae erstreckt. Der Körper weist die typische Hymenopteren-Gliederung auf und besitzt eine schlanke „Wespentaille“ (Petiolus), die das Abdomen flexibel mit dem Thorax verbindet. Am Kopf befinden sich große Komplexaugen sowie gekniete Antennen, die bei Weibchen aus 12 und bei Männchen aus 13 Segmenten bestehen. Viele Arten, insbesondere innerhalb der Unterfamilie Vespinae, zeichnen sich durch eine aposematische schwarz-gelbe Warnfärbung aus. Weibliche Tiere, sowohl Königinnen als auch Arbeiterinnen, verfügen über einen wehrhaften Stachel, der aus einem modifizierten Legebohrer (Ovipositor) entstanden ist. Bei eusozialen Arten ist ein Polymorphismus ausgeprägt, wobei Königinnen oft robuster und bei Vespinae bis zu doppelt so groß wie die Arbeiterinnen sind. Männchen hingegen sind meist kleiner, besitzen keinen Stachel und weisen oft breitere Köpfe sowie stärker gekrümmte Hinterleiber auf.2 Die Larven entwickeln sich in den Nestzellen und spinnen vor der Verpuppung einen seidigen Kokon, aus dem nach der Metamorphose das adulte Insekt schlüpft.1

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Die Bezeichnung Vespidae leitet sich vom lateinischen vespa ab und wurde als Familienname formal 1815 von William Elford Leach in der Brewster’s Edinburgh Encyclopaedia vorgeschlagen. Grundlage der Nomenklatur ist die Gattung Vespa, die Carl von Linné bereits 1758 in der zehnten Auflage der Systema Naturae beschrieb. Historisch wurden Gruppen wie die Lehmwespen (ehemals Eumenidae) und die Honigwespen (ehemals Masaridae) oft als eigenständige Familien abgegrenzt, gelten heute jedoch taxonomisch als Unterfamilien innerhalb der Vespidae.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Soziale Arten innerhalb der Unterfamilien Polistinae und Vespinae weisen eine eusoziale Organisation auf, die durch kooperative Brutpflege und eine Arbeitsteilung in reproduktive Königinnen und sterile Arbeiterinnen gekennzeichnet ist. Im Gegensatz dazu lebt die Mehrheit der Vespidae, wie etwa die Eumeninae, solitär ohne Kastenbildung. In gemäßigten Zonen folgt der Lebenszyklus meist einem einjährigen Rhythmus, bei dem befruchtete Königinnen solitär überwintern und im Frühjahr neue Kolonien gründen.1 Die Koloniegründung erfolgt entweder durch eine einzelne Königin (Haplometrose) oder, wie bei einigen Polistes-Arten, durch mehrere kooperierende Weibchen (Pleometrose).4 Die Entwicklungsdauer vom Ei bis zum adulten Insekt variiert temperaturabhängig und beträgt etwa 20 bis 40 Tage. Nach dem Schlüpfen werden die Larven über 10 bis 20 Tage progressiv gefüttert, bevor sie einen Seidenkokon spinnen und sich verpuppen. Das Puppenstadium dauert anschließend zwischen 8 und 18 Tagen. Gegen Ende des Zyklus schlüpfen die Geschlechtstiere, wobei die Männchen kurz nach der Paarung sterben und begattete Weibchen in die Diapause eintreten.1 Die Ernährung der Larven ist überwiegend karnivor und besteht aus erbeuteten Insekten wie Raupen oder Fliegen. Adulte Wespen ernähren sich hingegen primär von Kohlenhydraten wie Nektar, Pflanzensäften und Honigtau.4 Eine Ausnahme bildet die Unterfamilie Masarinae, die ihre Brut mit Nektar und Pollen statt mit tierischer Beute versorgt.2 Während soziale Arten ihre Nester aus einer papierartigen Mischung aus Holzfasern und Speichel fertigen, nutzen solitäre Arten häufig Schlamm als Baumaterial.5

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Familie Vespidae ist weltweit verbreitet und kommt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vor. Die größte Artenvielfalt findet sich in tropischen und subtropischen Zonen, während die Diversität in kühleren gemäßigten und polaren Regionen abnimmt. Während die Unterfamilie Vespinae (einschließlich Hornissen) vorwiegend im holarktischen Raum (Europa, Nordamerika, Asien) beheimatet ist, zeigen die Polistinae eine starke Verbreitung in den Tropen. Zu den typischen Lebensräumen zählen Wälder, Graslandschaften und Wiesen, wobei viele Arten auch anthropogene Umgebungen wie Obstgärten sowie städtische und vorstädtische Gebiete besiedeln. Die Wahl des Nistplatzes variiert stark: Polistinae bevorzugen oft oberirdische Standorte wie Äste oder Gebäudevorsprünge, wohingegen Vespinae häufig unterirdische Hohlräume oder Nagetierbauten nutzen. Die vertikale Verbreitung reicht vom Meeresspiegel bis in Höhen von über 3.000 Metern, beispielsweise im Himalaya.1 Durch menschlichen Transport haben sich invasive Arten wie Vespula vulgaris in Neuseeland oder Vespa velutina in Europa weit über ihre nativen Verbreitungsgebiete hinaus ausgebreitet.2 Aggregierte Daten bestätigen eine ausgeprägte Saisonalität in gemäßigten Breiten, mit einem Aktivitätsmaximum in den Sommermonaten Juli und August.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Ost, Frankfurt am Main, Hessen, Deutschland

    18.01.2026

  • Kiel, Schleswig-Holstein, Deutschland

    18.01.2026

  • Karlsbad, Baden-Württemberg, Deutschland

    17.01.2026

  • Saale-Horizontale, Jena, Thüringen, Deutschland

    17.01.2026

  • Jena, Thüringen, Deutschland

    17.01.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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10
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Zuletzt am 30.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

In gemäßigten Klimazonen folgen soziale Vespidae einem jährlichen Zyklus, bei dem begattete Königinnen nach der Überwinterung im Frühjahr neue Kolonien gründen.1 Die Populationsdichte steigt im Jahresverlauf stetig an und erreicht ihren Höhepunkt, wenn die Arbeiterinnen schlüpfen und die Versorgung der Brut übernehmen.4 Aggregierte Daten zum Suchinteresse in Deutschland spiegeln diesen biologischen Verlauf wider und zeigen ein ausgeprägtes Maximum in den Monaten Juli und August. Während dieser Hochphase im Spätsommer verschiebt sich das Nahrungssucheverhalten der Arbeiterinnen zunehmend von der Proteinbeschaffung hin zu Kohlenhydraten für die eigene Energieversorgung. Im Gegensatz dazu fällt die Aktivität in den Wintermonaten Januar und Februar auf ein Minimum, da die alten Kolonien absterben und nur Jungköniginnen in Diapause überleben. In tropischen Regionen hingegen weisen viele Arten perennierende Kolonien auf, die ganzjährig ohne saisonale Ruhephase aktiv bleiben.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Vespidae nehmen eine ökologische Doppelrolle ein, da sie einerseits als bedeutende biologische Schädlingsbekämpfer fungieren, indem sie herbivore Insekten wie Raupen in landwirtschaftlichen Kulturen dezimieren. Experimentelle Studien belegen, dass Arten der Gattung Polistes die Larvendichte von Schädlingen wie Spodoptera frugiperda in Maisfeldern um bis zu 79 % reduzieren können.2 Ergänzend tragen viele Wespenarten als generalistische Blütenbesucher zur Bestäubung bei, auch wenn dies primär inzidentell bei der Suche nach Nektar erfolgt.6 Demgegenüber verursachen bestimmte Arten, insbesondere invasive Vertreter der Gattung Vespula, signifikante ökonomische Schäden im Obstbau, indem sie reifende Früchte wie Trauben anfreßen und Ernteverluste von 10 bis 25 % bewirken. In der Imkerei treten diese Wespen als Nahrungskonkurrenten und Räuber auf, die Honigtau verzehren oder Bienenstöcke direkt attackieren, was die Honigproduktion erheblich mindert. Die finanziellen Folgen sind gravierend; so belaufen sich die jährlichen Kosten durch die invasiven Arten Vespula germanica und Vespula vulgaris in Neuseeland auf rund 133 Millionen NZ-Dollar.1 Gesundheitlich ist das Gift der Vespidae relevant, da es bei etwa 3 % der Erwachsenen systemische allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie auslösen kann.6 Die Bekämpfung und Prävention konzentriert sich auf die Entfernung von Nestern sowie den Einsatz von Fallen, wobei die erfolgreiche Ausrottung der Nördlichen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) in den USA die Effektivität koordinierter Maßnahmen demonstriert.62 Im urbanen Umfeld werden Wespen zudem durch das Anfliegen anthropogener Nahrungsquellen wie zuckerhaltiger Getränke oder Fleischabfälle lästig, was Konflikte im Siedlungsbereich fördert.1

Wissenschaft

Wissenschaftliche Forschung & Patente

5 Patente
  • MechanischUnbekanntTW-202112227-A

    Vorrichtung zur Verhinderung des Eindringens von Wespen

    Kinp Company Ltd. · 2019

    Relevanz 8/10

    Zusammenfassung

    Eine Schutzvorrichtung für Bienenstöcke, die das Eindringen von räuberischen Wespen (Vespidae) verhindert. Die Vorrichtung kombiniert eine mechanische Barriere mit einem Verdampfer für ein chemisches Repellent. Durch die spezielle Konstruktion wird der Eingangsbereich mit dem Abwehrstoff angereichert, während die Wespen daran gehindert werden, den Verdampfer zu zerstören. Dies schützt Honigbienen effektiv vor Angriffen durch Hornissen und Wespen.

  • ChemischUnbekanntEP-1997378-A3

    Wespenabwehrmittel

    Beiersdorf AG · 2008

    Relevanz 8/10

    Zusammenfassung

    Das Patent beschreibt eine Zubereitung zur Abwehr von Wespen, die auf speziellen Wirkstoffen wie 3-(N-n-Butyl-N-acetyl-amino)propionsäureethylester, Dihydronepetalacton oder Katzenminze-Extrakt basiert. Diese Stoffe wirken als Repellents, um Wespen fernzuhalten, ohne sie zu töten. Die Formulierung kann auch in Parfums oder kosmetischen Produkten verwendet werden. Es bietet eine chemische, aber nicht-tödliche Methode zum Schutz vor Wespenstichen.

  • VerhaltenErteiltUS-4851218-A

    Verfahren zur Bekämpfung von Insekten der Familie Vespidae mittels interspezifischer insektizider Köder

    Johnson & Son Inc. S C · 1986

    Relevanz 10/10

    Zusammenfassung

    Dieses Patent nutzt das Jagdverhalten von Wespen aus, indem es Kairomone (Botenstoffe) wie (Z)-9-Tricosen verwendet, die den Geruch von Beutetieren (Stubenfliegen) imitieren. Diese Lockstoffe werden in eine proteinhaltige Matrix mit einem verzögert wirkenden Gift eingearbeitet. Die Wespen tragen den vergifteten Köder in ihr Nest, was zur effektiven Zerstörung der gesamten Kolonie führt. Dies ist eine hochspezifische Methode zur Bestandskontrolle.

  • ChemischErteiltUS-3912810-A

    Lockstoffe für Kurzkopfwespen (Vespula spp.)

    US Agriculture · 1973

    Relevanz 8/10

    Zusammenfassung

    Das Patent beschreibt den Einsatz von organischen Estern mit 9 bis 12 Kohlenstoffatomen, insbesondere ungesättigte Verbindungen wie 2,4-Hexadienylbutyrat, als Attraktanzien. Diese Stoffe zeigten in Feldversuchen eine herausragende Anziehungskraft auf Wespen. Sie dienen als Basis für effektive Fallen oder Giftköder zur Bekämpfung von Gelbjacken (Yellow Jackets), wobei eine hohe Spezifität für den Schädling gewährleistet ist.

  • ChemischErteiltUS-3717706-A

    Lockstoffe für die Kurzkopfwespe (Vespula spp.)

    US Agriculture · 1970

    Relevanz 8/10

    Zusammenfassung

    Beschrieben wird die Synthese und Anwendung einer Reihe gesättigter Ester mit 9 bis 14 Kohlenstoffatomen als Lockmittel. Diese Stoffe wurden als potente und hochspezifische Attraktanzien für Wespen identifiziert. In Kombination mit Insektiziden oder Chemosterilantien bieten sie eine verbesserte Möglichkeit, Wespenpopulationen zu kontrollieren oder zu eliminieren.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. waspweb.org/Vespoidea/Vespidae/index.htm
  2. faculty.ucr.edu/~legneref/identify/vespid.htm
  3. phys.org/news/2019-11-wasps-effective-pest-agriculture.html
  4. extension.umd.edu/resource/social-wasps-yellowjackets-hornets-and-paper-wasps
  5. gilpin.extension.colostate.edu/wp-content/uploads/sites/29/2020/09/Vespidae-nests.pdf
  6. frontiersin.org/journals/ecology-and-evolution/articles/10.3389/fevo.2021.727124/full