Lexikon-Eintrag

Grünes Heupferd Tettigonia viridissima

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Heuschrecken (Orthoptera)
Familie
Tettigoniidae
Gattung
Tettigonia

Überblick

Einleitung

Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima) ist eine große, leuchtend grüne Laubheuschrecke (Tettigoniidae) und in Mitteleuropa weit verbreitet.123 Auffällig ist der laute, anhaltende Gesang der Männchen, der an warmen Sommerabenden bis in die Nacht zu hören ist.1 Die Tiere leben auf Wiesen, Brachen, an Wegrändern und in Gärten, sind überwiegend räuberisch.12 Verwandte Arten im Lexikon sind etwa Roesels Beißschrecke, die Gemeine Sichelschrecke, der Warzenbeißer und die Eichenschrecke.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Tettigonia viridissima (Linnaeus, 1758)12
  • Familie: Laubheuschrecken (Tettigoniidae)13
  • Körperlänge: Männchen etwa 28–36 mm, Weibchen etwa 32–42 mm12
  • Legeröhre: etwa 23–32 mm12
  • Eizahl: etwa 200–600 pro Weibchen1
  • Überwinterung: als Ei, Entwicklung 1,5 bis höchstens 5 Jahre1
  • Adultzeit: etwa Mitte Juli bis Oktober/Anfang November1
  • Nahrung: überwiegend räuberisch12

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Körperlänge ohne Flügel und Legestachel beträgt nach den Angaben bei Männchen etwa 28 bis 36 mm, bei Weibchen etwa 32 bis 42 mm.12 Weibchen tragen eine Legeröhre von etwa 23 bis 32 mm Länge, mit der das Tier insgesamt mehr als 70 mm erreichen kann.12 Die Färbung ist überwiegend grün.12 Die Fühler sind sehr lang und dünn und können bis zum Dreifachen der Körperlänge erreichen.2

Bei Weibchen reichen die Flügel über die Spitze der Legeröhre.1 Die Männchen erzeugen den Gesang mit den Vorderflügeln.1 Gegenüber der Zwitscherschrecke ist das Grüne Heupferd deutlich größer.1 Nach englischsprachiger Literatur bleiben die Flügel der Zwitscherschrecke etwa einen Zentimeter hinter der Legeröhre zurück.2 Das Östliche Heupferd unterscheidet sich nach englischsprachiger Literatur durch auffällige schwarze Dornen an den Hinterschenkeln.2

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Tettigonia viridissima (Linnaeus, 1758).12 Die Art gehört zur Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae) in der Ordnung der Heuschrecken im weiteren Sinn (Orthoptera).13 Englisch heißt die Art „great green bush-cricket“.2 Zur Gattung zählen weitere Arten wie die Zwitscherschrecke (Tettigonia cantans) und das Östliche Heupferd (Tettigonia caudata), die als ähnlich beschrieben werden.12 GBIF führt den Namen als akzeptiert.3

Videos

Aus der Community

Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community

2 Videos

Aus der Community

Kurze Videos

Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

5 Videos

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Larven wie erwachsene Tiere ernähren sich hauptsächlich räuberisch von Insekten und deren Larven, auch Fliegen und Raupen, gelegentlich von geschwächten Artgenossen; daneben werden weiche, krautige Pflanzen gefressen.12 Die Männchen singen mit einem lauten Schwirren aus jeweils zwei rasch aufeinanderfolgenden Impulsen. Der Gesang ist etwa 50 m, maximal rund 100 m weit zu hören; gesungen wird frühestens bei etwa 12 bis 16 °C, vom Nachmittag bis etwa 2 Uhr nachts.1

Die Weibchen legen nach den Angaben 200 bis 600 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen mit der Legeröhre in den Boden.1 Die Eier messen etwa 5,3 × 1,5 mm. Die Embryonalentwicklung dauert 1,5 bis höchstens 5 Jahre.1 Es folgen sieben Larvenstadien; die Legeröhre ist ab dem fünften, die Flügelanlage ab dem sechsten Stadium erkennbar.12 Die Art überwintert somit im Ei.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Art ist paläarktisch verbreitet, von Europa bis nach Ostasien, und kommt im gesamten Mittelmeerraum vor; die Nordgrenze verläuft im Süden Englands und durch Norwegen, Schweden und Finnland.12 Besiedelt werden Wiesen, Brachen, Weg- und Waldränder, Gärten und Siedlungen, sofern ausreichend hohe Vegetation vorhanden ist.12 Die Vegetation sollte nach der deutschsprachigen Darstellung mindestens 30 cm hoch sein.1 In den Alpen kommt das Grüne Heupferd vor allem unterhalb von 500 m vor, an günstigen Stellen bis etwa 1500 m.1

In der OpenInsect-Community wurden bisher 76 Scans erfasst, der letzte am 26.10.2026 in Bonn. Auf iNaturalist liegen laut den im Profil hinterlegten Daten für Deutschland innerhalb der letzten zwölf Monate über 2.000 Sichtungen vor.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    11.04.2026

  • Deutschland

    11.04.2026

  • München-Bogenhausen, Deutschland

    11.04.2026

  • Aalen, Albstift, 73431 Aalen, Deutschland

    11.04.2026

  • Deutschland

    11.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
76
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 26.10.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Larven schlüpfen etwa von Ende April bis Anfang Mai; ab Mitte Juli erscheinen Tiere im siebten Stadium und kurz darauf die ersten Erwachsenen.1 Die Adultzeit dauert etwa von Mitte Juli bis Ende Oktober oder Anfang November.1 Gesungen wird in den warmen Nächten dieser Zeit, die Aktivität hängt von der Umgebungstemperatur ab.1 Den Winter überdauern nur die Eier im Boden.1 Ein Scan der OpenInsect-Community vom 26.10.2026 zeigt, dass Tiere bis in den späten Herbst anzutreffen sind.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

In den ausgewerteten Quellen sind keine Schäden an Vorräten, Gebäuden oder Textilien beschrieben. Als Räuber frisst es Insekten und gehört zur Fauna von Wiesen und Gärten; der Pflanzenfraß ist nach den Quellen von untergeordneter Bedeutung.12 In Mitteleuropa gilt die Art als weit verbreitet und nicht gefährdet.1 Ein Eingreifen ist in der Regel nicht nötig. Tiere im Haus können mit Glas und Karton ins Freie gesetzt werden.

Beim Anfassen kann das Tier zubeißen; englischsprachige Quellen beschreiben den Biss als potenziell schmerzhaft, die Tiere gelten jedoch nicht als besonders aggressiv.2 Wer ein Heupferd festhält, muss also mit einem Biss rechnen; es genügt daher, die Tiere nicht mit der Hand zu greifen. Bei starken Beschwerden nach einem Biss ist ärztlicher Rat einzuholen.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia (deutsch): Grünes Heupferd. de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnes_Heupferd (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia (englisch): Tettigonia viridissima. en.wikipedia.org/wiki/Tettigonia_viridissima (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Tettigonia viridissima (Linnaeus, 1758). gbif.org/species/1692898 (abgerufen 30.10.2026)