Lexikon-Eintrag

Mauerwespe Sceliphron

Mauerwespe (Sceliphron), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Sphecidae
Gattung
Sceliphron

Überblick

Einleitung

Die Mauerwespe (Gattung Sceliphron) umfasst große, schwarz-gelbe Grabwespen aus der Familie Sphecidae, die faustgroße Lehmnester an Mauern, Wänden und geschützten Nischen bauen 12. Weltweit sind knapp 40 Arten beschrieben, in Europa kommen sieben Arten vor 1. Die Weibchen versorgen ihre Brut mit Spinnen 12. Die Tiere sind einzeln lebend und nach englischsprachigen Angaben nicht aggressiv, solange sie nicht bedroht werden 2.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Gattung: Sceliphron Klug, 1801 (Typusart Sphex spirifex)
  • Familie: Grabwespen (Sphecidae)
  • Artenzahl: weltweit knapp 40, in Europa 7
  • Länge: 12–32 mm, schwarz und gelb, lang gestielter Hinterleib
  • Nester: faustgroße Lehmnester mit mehreren Zellen an Mauern und Gebäuden
  • Beute: Spinnen, bis zu 40 je Zelle
  • Verbreitung: alle Kontinente außer Antarktis
  • Bekannte Einwanderer: S. curvatum, S. caementarium

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Tiere sind 12 bis 32 Millimeter lang und haben große, schwarz und gelb gefärbte Körper. Der Hinterleib ist am Ansatz gestielt (Wespentaille) und hinten scharf abgesetzt eiförmig 1. Die Artbestimmung innerhalb der Gattung erfordert Fachliteratur, zum Beispiel einen Bestimmungsschlüssel für europäische und mediterrane Arten 1.

Die Nester sind faustgroß, bestehen aus feuchter Erde oder feuchtem Lehm und enthalten mehrere Zellen 1. Typisch sind Nester in geschützten Nischen an Pflanzen, Mauern, überhängenden Felsen und häufig an Gebäuden 1; sie liegen oft in beschatteten Nischen unmittelbar hinter Fenstern oder Lüftungsöffnungen 2.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Die Gattung Sceliphron wurde 1801 von Johann Christoph Friedrich Klug eingeführt; Typusart ist Sphex spirifex Linnaeus, 1758 1. In der GBIF-Taxonomie ist der Gattungsname als akzeptiert geführt 3. Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab 1. Englische Bezeichnungen sind „mud daubers“ oder „black-and-yellow mud dauber wasps“ 2. Es werden zwei Untergattungen unterschieden, Sceliphron (Nester mit mehreren Zellen unter einer zweiten Lehmschicht) und Hensenia (einzellige Nester ohne zweite Schicht) 2.

In Mitteleuropa nachgewiesen sind die Amerikanische Mauerwespe (Sceliphron caementarium), die Orientalische Mauerwespe (S. curvatum, auch Orientalische Mörtelwespe oder Asiatische Lehmtopfwespe genannt), der Mauerspinnentöter (S. destillatorium, auch Südliche Mauerwespe) und S. spirifex 1. Zur Orientalischen Mauerwespe gibt es ein eigenes Profil: Orientalische Mauerwespe.

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Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

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Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Anders als viele Grabwespen bauen die Weibchen ihre Nester nicht im Erdboden, sondern aus feuchtem Lehm an Pflanzen, Mauern, überhängenden Felsen und ähnlichen geschützten Stellen 1. Ein Weibchen kann an einem Tag eine Zelle fertigstellen, wofür es Dutzende Flüge mit Lehm benötigt; weitere Zellen werden nach und nach angefügt, sobald eine Zelle mit Beute versorgt ist 2. Für den Nestbau tragen die Weibchen feuchten Lehm herbei 12.

Die Brut wird mit Spinnen versorgt, zum Beispiel mit Krabbenspinnen, Radnetzspinnen und Springspinnen 2; die Beute wird nicht spezifisch ausgewählt, und je nach Größe können pro Zelle bis zu 40 Spinnen enthalten sein 1. Jede Zelle enthält ein Ei 2. Einige Arten legen im Lauf des Lebens im Mittel etwa 15 Eier 2. Nester werden von verschiedenen Parasiten befallen, etwa mehreren Arten von Goldwespen, die sich in das Nest schleichen, während die Besitzerin auf Beutezug ist 2.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Gattung ist auf allen Kontinenten außer der Antarktis vertreten 1. Viele Arten sind tropisch; zu den häufigeren Arten gemäßigter Zonen zählen S. caementarium und S. curvatum 2. Mehrere Arten wurden weltweit verschleppt: Weil die Wespen ihre Nester an Waren und Gebäuden anbringen, werden sie durch den Menschen in andere Erdteile verbreitet; so breitete sich die ursprünglich amerikanische S. caementarium im pazifischen und atlantischen Raum und im Mittelmeergebiet aus 1. Die Orientalische Mauerwespe wurde aus Indien und Nepal in Europa eingeschleppt und dort erstmals 1979 in der Steiermark beobachtet 1. Nach englischsprachigen Angaben ist sie in Teilen Europas invasiv und hat ihr Areal in den letzten Jahren rasch erweitert 2.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 11 Scans erfasst, der letzte am 02.09.2026.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Nordrhein-Westfalen, Deutschland

    09.04.2026

  • DE-BW-HB, DE-BW, Deutschland

    08.10.2025

  • Ortenaukreis, DE-BW, Deutschland

    28.09.2025

  • Stadtamhof, 93059 Regensburg, Deutschland

    20.09.2025

  • Breisach, Baden-Württemberg, Deutschland

    19.09.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
11
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 02.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Konkrete Monatsangaben zur Flugzeit sind für die Gattung insgesamt nicht belegt, da sie je nach Art und Klimazone stark abweichen dürften. Nestbau und Beuteeintrag finden während der Aktivitätsphase der Weibchen statt, in Mitteleuropa also in der wärmeren Jahreszeit. Die letzten Scans der OpenInsect-Community stammen aus dem Spätsommer.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Mauerwespen gelten als nicht aggressiv; wie andere einzeln lebende Wespen verteidigen sie sich nur, wenn sie bedroht werden 2. Zur Stichwirkung beim Menschen liegen in den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor. Wie bei allen Stechimmen gilt: Personen mit bekannter Insektengiftallergie sollten sich ärztlich beraten lassen, und bei starken Beschwerden nach einem Stich ist ärztlicher Rat einzuholen.

Die Wespen entnehmen ihrer Umgebung Spinnen als Beute; dabei wird nicht gezielt nach Art oder Größe ausgewählt 12. Die Lehmnester an Gebäuden können Fassaden oder Fensterrahmen verunreinigen. Wer Nester an einer bestimmten Stelle nicht wünscht, kann geschützte Nischen vor Beginn der Nestbausaison verschließen. Bei Fragen zu bestehenden Nestern können Fachberatungen oder die zuständige Naturschutzbehörde weiterhelfen.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Sceliphron. de.wikipedia.org/wiki/Sceliphron (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Sceliphron. en.wikipedia.org/wiki/Sceliphron (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Sceliphron Klug, 1801. gbif.org/species/7763463