- Wissenschaftlicher Name: Pyrrhura molinae (Massena & Souance, 1854), GBIF-Status ACCEPTED.3
- Deutsche Namen: Grünwangen-Rotschwanzsittich, Molinasittich.1
- Größe: etwa 25 bis 26 cm, Gewicht ca. 62 bis 81 g.2
- Unterarten: sechs; beide Geschlechter gleich groß.12
- Verbreitung: Südamerika (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay).2
- Lebensraum: Wälder und baumbestandene Landschaften bis etwa 2.000 m.2
- Nahrung (Freiland): Früchte, Samen, Blüten.2
- Nistplatz: Baumhöhlen.2
- Gefährdung: IUCN Least Concern (BirdLife International 2018).2
- Lebensspanne: potenziell 25 bis 30 Jahre.12
Grünwangen-Rotschwanzsittich Pyrrhura molinae
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Chordatiere (Chordata)
- Klasse
- Vögel (Aves)
- Ordnung
- Psittaciformes
- Familie
- Psittacidae
- Gattung
- Pyrrhura
Überblick
Einleitung
Der Grünwangen-Rotschwanzsittich (Pyrrhura molinae), im deutschen Sprachraum auch Molinasittich genannt, ist ein kleiner, überwiegend grün gefiederter Papagei aus Südamerika.12 Die Art gehört zur Gattung der Rotschwanzsittiche (Pyrrhura) und lebt in Wäldern und baumbestandenen Landschaften im Süden des Kontinents.12 Die Art lebt gesellig und wird in vielen Ländern in menschlicher Obhut gehalten und gezüchtet.12 In freier Wildbahn wird der Bestand nach aktuellem Kenntnisstand nicht als bedroht eingestuft.12 Dieser Lexikoneintrag beschreibt Erscheinungsbild, Verbreitung, Lebensweise und die Rolle der Art als Heimvogel; er richtet sich an alle, die einen beobachteten oder entflogenen Sittich einordnen möchten.
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Grünwangen-Rotschwanzsittich Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Grünwangen-Rotschwanzsittich erreicht eine Körperlänge von etwa 25 bis 26 Zentimetern und wiegt nach Literaturangaben rund 62 bis 81 Gramm.2 Männchen und Weibchen sind gleich groß.2 Das Gefieder ist überwiegend grün. Stirn, Scheitel, Nacken und Hals sind bräunlich getönt, wobei die Federn an Hals und Oberbrust hell gesäumt sind und so ein schuppiges Muster ergeben.12 Die Handschwingen sind bläulich, der Schwanz erscheint rötlich bis rotbraun, und auf dem Bauch sitzt ein rötlicher Fleck.12 Typisch ist der nackte, hell cremeweiße Augenring bei brauner Iris; Schnabel und Füße sind grau.12 Jungvögel gleichen den Altvögeln, wirken im Gefieder aber weniger leuchtend.1
Die Unterarten unterscheiden sich in Details: hypoxantha ist blasser gefärbt und trägt einen kleineren Bauchfleck, australis wirkt olivgrüner mit größerem, leuchtenderem Bauchfleck, flavoptera zeigt gelbe und rote Federn am Flügelbug, und phoenicura sowie restricta sind mit etwa 24 cm etwas kleiner.1 In der Vogelhaltung sind außerdem Farbmutationen wie Zimt, Gelbseiten oder Türkis entstanden.2
Systematik
Namen & Einordnung (kurz)
Der wissenschaftliche Name lautet Pyrrhura molinae (Massena & Souance, 1854); die GBIF-Backbone-Taxonomie führt ihn als akzeptierte Art der Familie Papageien (Psittacidae) in der Ordnung Papageienvögel (Psittaciformes).3 Im Deutschen sind neben Grünwangen-Rotschwanzsittich auch die Bezeichnung Molinasittich gebräuchlich; im Englischen heißt die Art green-cheeked parakeet, in der Vogelhaltung meist green-cheeked conure.12 Es werden sechs Unterarten unterschieden: molinae, hypoxantha, flavoptera, australis, phoenicura und restricta.12 Die Unterart hypoxantha wurde früher unter dem Namen sordida geführt und zeitweise als eigene Art betrachtet; die Art wurde außerdem gelegentlich mit Pyrrhura frontalis (englisch maroon-bellied parakeet) zusammengefasst.2 Als nächste Verwandte gelten nach der Literatur Pyrrhura frontalis, Pyrrhura lepida und Pyrrhura perlata.2 Andere häufig gehaltene oder verwilderte Sittiche sind etwa der Halsbandsittich oder der Mönchsittich; sie unterscheiden sich in Größe und Gefiederfarbe deutlich von der hier beschriebenen Art.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Nahrung besteht in der Natur aus einem breiten Spektrum von Früchten, Samen und Blüten; gelegentlich werden auch Nektar und Blätter aufgenommen.2 Die Vögel nisten in Baumhöhlen.2 Aus der Haltung in menschlicher Obhut liegen genauere Angaben zur Brut vor: Das Gelege umfasst nach unterschiedlichen Quellen etwa drei bis sieben Eier, die ungefähr 22 bis 25 Tage bebrütet werden; an der Bebrütung sind beide Partner beteiligt.12 Die Jungvögel verlassen das Nest nach rund sieben Wochen und sind nach weiteren Wochen selbstständig.12 Außerhalb der Brutzeit leben die Tiere gesellig im Schwarm.1
Die Rufe im Flug sind hoch und kratzig, oft in schneller Folge („krree“), vom Sitzplatz aus melodischer und zweisilbig.2 Fliegende Schwärme rufen häufig gleichzeitig und wirken dann laut. Sitzende Vögel bleiben dagegen oft stumm.2 Als potenzielle Lebensspanne werden in der Literatur 25 bis 30 Jahre genannt; im Durchschnitt liegt das erreichte Alter in menschlicher Obhut jedoch eher bei etwa zehn Jahren, was auf ungeeignete Ernährung oder mangelnde Pflege zurückgeführt wird.12
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet liegt in Südamerika und umfasst Teile von Argentinien, Bolivien, Brasilien und Paraguay.2 Die Nominatform bewohnt das Hochland im Osten Boliviens; andere Unterarten besiedeln das östliche Bolivien, den Südwesten Brasiliens, den Norden Paraguays und den Nordwesten Argentiniens.12 Als Lebensraum dienen Tieflandwälder, vor allem laubwerfende Wälder, Sekundärwald und Galeriewälder im Bereich des Pantanal sowie feuchte subtropische Wälder, die nach Literaturangaben bis in etwa 2.000 Meter Höhe reichen.2 Die Vögel sind dort gebietsweise häufig und treten außerhalb der Brutzeit meist in kleinen Schwärmen von etwa 10 bis 20 Tieren auf, mitunter auch in größeren Gruppen.1
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Südamerika; Beobachtungen in Mitteleuropa dürften auf entflogene oder freigelassene Heimvögel zurückgehen. Auf der Plattform iNaturalist wurde für Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten eine Sichtung erfasst, für Österreich und die Schweiz keine.4 In der OpenInsect-Community wurden bisher 2 Scans erfasst, der letzte am 13.09.2026.4 Eine dauerhafte Ansiedlung in Mitteleuropa ist durch die ausgewerteten Quellen nicht belegt.
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Eine einheitliche Brutzeit ist für das gesamte Verbreitungsgebiet nicht beschrieben. Für Argentinien ist eine Brutzeit bekannt, die den Februar einschließt; für andere Regionen fehlen belastbare Angaben.2 Populationen in höheren Lagen ziehen im Winter in tiefere Lagen, es handelt sich also um eine Höhenwanderung und nicht um einen Zug über große Entfernungen.2 In menschlicher Obhut ist die Brutbereitschaft nicht an feste Monate gebunden und hängt von Haltung, Fütterung und Licht ab. Wichtig für die Haltung im Freien ist die Kälteempfindlichkeit: Temperaturen unter etwa 10 °C werden nach Angaben der Quelle schlecht vertragen, weshalb Außenvolieren ein beheizbares Schutzhaus benötigen.1 Über Nacht benötigen die Tiere nach den Haltungshinweisen einen Schlafkasten.1
Die Beobachtungshäufigkeit in Mitteleuropa ist sehr gering. Daten der OpenInsect-Community und von iNaturalist zeigen für die letzten zwölf Monate nur vereinzelte Einträge, sodass sich daraus kein saisonales Muster ableiten lässt.4
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Grünwangen-Rotschwanzsittich ist als Heimvogel bedeutsam und wird in vielen Ländern gehalten und gezüchtet.12 Als Schädling tritt er in Mitteleuropa nicht in Erscheinung; die Art hat hier keine wirtschaftliche Bedeutung als Schaden verursachende Wildvogelart. Für die Haltung nennt die Literatur mehrere Anforderungen: Die Tiere sollten nicht einzeln gehalten werden, da sie sehr gesellig sind, und sie benötigen viel Platz sowie täglich mehrere Stunden Freiflug, wenn sie im Käfig leben.1 Für Volieren wird eine Länge von mindestens drei Metern genannt.1 Zur Ernährung gehört nach den Haltungshinweisen ein hoher Anteil an Obst und Gemüse neben einer Körnermischung; zum Benagen sollten Äste angeboten werden.1
Nach englischsprachiger Quelle ist die Art in CITES Anhang II aufgeführt.2 Zu Haltung, Handel und möglichen Melde- oder Nachweispflichten sollte vor dem Erwerb die zuständige Naturschutzbehörde befragt werden, da sich die Rechtslage ändern kann. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Art nach einer Bewertung von BirdLife International (2018) als nicht gefährdet (Least Concern); die Populationsgröße ist unbekannt und wird als rückläufig vermutet, unmittelbare Bedrohungen wurden nicht identifiziert.2
Nachweise
Quellen & Referenzen
- Wikipedia: Molinasittich. de.wikipedia.org/wiki/Pyrrhura_molinae (abgerufen 30.10.2026)
- Wikipedia: Green-cheeked parakeet. en.wikipedia.org/wiki/Pyrrhura_molinae (abgerufen 30.10.2026)
- GBIF Backbone Taxonomy: Pyrrhura molinae (Massena & Souance, 1854). gbif.org/species/2479804
- OpenInsect-Community-Daten und iNaturalist-Sichtungen zu Pyrrhura molinae (Stand der Profildaten 30.10.2026)