Lexikon-Eintrag

Rotbeiniger Kolbenkäfer Necrobia rufipes

Rotbeiniger Kolbenkäfer (Necrobia rufipes), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Käfer (Coleoptera)
Familie
Cleridae
Gattung
Necrobia

Überblick

Einleitung

Der Rotbeinige Kolbenbuntkäfer (Necrobia rufipes), auch als Koprakäfer oder Schinkenkäfer bekannt, ist ein kosmopolitischer Käfer aus der Familie der Buntkäfer (Cleridae). Die Art tritt weltweit als Vorratsschädling an tierischen und pflanzlichen Produkten wie Fleischwaren, Trockenfisch und Kopra auf, wobei sie sich sowohl räuberisch als auch als Aasfresser ernährt. Morphologisch ist sie durch ihre metallisch blaue bis grüne Oberseite sowie charakteristische blassgelbe bis rote Beine klar abgegrenzt, wenngleich Verwechslungsmöglichkeiten mit Vertretern der Gattung Korynetes bestehen.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Art wurde verschiedentlich in ägyptischen Mumien gefunden, weshalb es das Synonym Necrobia mumiarum (Hope, 1834) gibt.
  • Der Gattungsname Necrobia leitet sich von altgriechisch nekrós (tot) und bíos (Wohnort) ab und verweist auf das Vorkommen an tierischen Stoffen.
  • Einer historischen Anekdote nach verdankt der Entomologe Latreille sein Leben indirekt einem Verwandten der Gattung (Necrobia ruficollis), da ein Fund im Gefängnis von Bordeaux zu seiner Rettung vor der Deportation führte.
  • Die Form Necrobia pilifera (Reitter, 1894) wurde anhand von borstenförmig abstehenden Haaren beschrieben, bei denen es sich lediglich um Weibchen handelt.
  • Zu den zahlreichen historischen Synonymen der Art zählen unter anderem Necrobia aspera (Walker, 1858), Necrobia cupreonitens (Lauffer, 1905) und Necrobia amethystina (Stephens, 1832).
  • In Deutschland gilt der Rotbeinige Kolbenbuntkäfer als nicht gefährdet.3

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Rotbeinige Kolbenbuntkäfer (Necrobia rufipes) ist ein 4 bis 5 mm langer Käfer mit einer etwa dreimal so großen Länge im Verhältnis zur Breite, wobei Männchen durchschnittlich etwas kleiner als Weibchen sind. Die größte Körperbreite wird im letzten Viertel erreicht. Die Oberseite zeigt eine metallisch blaue bis blaugrüne oder grüne Grundfärbung, während die Unterseite blauschwarz gefärbt ist. Der Kopf ist zerstreut punktiert, dreieckig, nach unten gesenkt und leicht in den Halsschild zurückgezogen. Die vorgewölbten Augen flankieren diesen Bereich. Die elfgliedrigen Fühler besitzen eine rotbraune Basis, dunkeln nach außen hin ab und enden in einer dreigliedrigen, breiten, schwarzen Keule. Das Endglied der Kiefertaster sowie das Lippentaster-Endglied sind spindel- bis zylinderförmig und abgestutzt. Der Halsschild ist seitlich gleichmäßig konvex gekrümmt, breiter als lang und an Basis und Seiten gerandet. Die Punktierung des Halsschildes ist mäßig grob, zerstreut und an den Seiten dichter als auf der Scheibe. Die Flügeldecken sind gemeinsam breiter als der Halsschild, enden halbkreisförmig gerundet und weisen acht bis neun Punktreihen auf. Ein Sexualdimorphismus zeigt sich deutlich in der Behaarung der Flügeldecken: Männchen besitzen eine einfache Behaarung aus nach hinten geneigten dunklen Haarborsten, während Weibchen eine doppelte Behaarung aus aufgerichteten schwarzen Haarborsten und dichteren, nach hinten geneigten helleren Haaren aufweisen. Die Beine sind blassgelb bis rotbraun gefärbt und tragen fünfgliedrige Tarsen, die wegen eines kleinen vierten Gliedes an der Basis des Klauenglieds viergliedrig erscheinen. Eier sind bananenförmig, knapp 1 mm lang bei einem Durchmesser von etwa 0,25 mm, leicht gekrümmt, glatt, glänzend und etwas durchscheinend. Larven erreichen im letzten Stadium eine Länge von 10 mm, sind langgestreckt, weichhäutig mit Ausnahme von Kopf, Beinen sowie bestimmten sklerotisierten Platten und besitzen einen zangenförmigen, nach oben gebogenen paarigen Anhang (Urogomph) am Hinterleib. Zur Abgrenzung: Die Art unterscheidet sich von Necrobia ruficollis durch die roten Beine1 und lässt sich durch die Form der Tasterglieder von Arten der Gattung Korynetes abgrenzen.1

Porträt

Beschreibung

Der Rotbeinige Kolbenkäfer (Necrobia rufipes) ist eine kosmopolitisch verbreitete Art aus der Familie der Buntkäfer, die sich durch ihre Anpassung an tierische und proteinreiche organische Substrate auszeichnet. Im natürlichen Lebensraum fällt die Imago durch ihre metallisch blaue bis grünliche Oberseite in Kombination mit blassgelben bis rotbraunen Beinen auf. Im Feld lässt sich die Art leicht durch diese kontrastierende Färbung an Kadavern oder in Lagerräumen ansprechen, während für eine exakte Bestimmung unter dem Mikroskop unter anderem die Form der Kiefertaster und die Bebarung herangezogen werden. Eine markante anatomische Besonderheit betrifft den Sexualdimorphismus der Flügeldeckenbehaarung, bei der Männchen einfache, nach hinten geneigte Haarborsten aufweisen, während Weibchen eine doppelte Behaarung aus aufgerichteten schwarzen Borsten und dichteren helleren Haaren zeigen. Diese speziellen Borsten unterstützen vermutlich die Partnerfindung und den Kopulationshalt. Die Larvenentwicklung durchläuft in der Regel drei bis fünf Stadien, wobei die Tiere im letzten Stadium eine Länge von bis zu 10 mm erreichen und als „paperworm“ in der Fleischindustrie bekannt sind. Anatomisch besitzen die Larven ein weichhäutiges Integument mit spezifisch sklerotisierten Bereichen am Kopf und den ersten Segmenten sowie ein charakteristisches, zangenförmiges Hinterleibsende mit Urogomphi. Männliche Imagines sind im Durchschnitt etwas kleiner als Weibchen und zeigen eine geringfügig kürzere Lebenserwartung. Als fakultative Aasfresser und Raubinöser Prädatoren ernähren sich sowohl Imagines als auch Larven von tierischen Rückständen sowie von Fliegendarven und Dermestiden. Historisch erlangte die Art durch Funde in ägyptischen Grabstätten, insbesondere im Grab von Ramses II., sowie durch die Rettung des Entomologen Latreille während der Französischen Revolution durch die Erstbeschreibung verwandter Formen historische Bekanntheit. Belastbare ökologische Daten zeigen, dass die Art optimale Entwicklungsbedingungen bei Temperaturen um 30 °C und moderater Luftfeuchtigkeit findet.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Rotbeinige Kolbenbuntkäfer wird wissenschaftlich als Necrobia rufipes bezeichnet und gehört zur Familie der Buntkäfer sowie zur Unterfamilie Korynetinae. Die Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1775 durch De Geer unter der ursprünglichen Kombination Clerus rufipes. Der Artname leitet sich von den lateinischen Wörtern „rūfus“ für „rot“ und „pēs“ für „Bein“ her und verweist damit direkt auf die auffällige Färbung der Extremitäten. Für die Gattung Necrobia, die im Jahr 1796 durch den französischen Entomologen Latreille von der Gattung Dermestes abgetrennt wurde, existieren unterschiedliche etymologische Ableitungen. Nach Schenkling leitet sich der Name von den altgriechischen Begriffen „nekrós“ für „tot“ und „bíos“ für „Wohnort“ ab, was die Lebensweise an tierischen Stoffen charakterisiert. Französische Quellen führen den Namen hingegen auf eine historische Begebenheit während der Französischen Revolution zurück, bei welcher der Fund des verwandten Dermestes ruficollis zur Begnadigung Latreilles beigetragen haben soll. Im Laufe der Forschungsgeschichte wurde die Art unter zahlreichen Synonymen geführt, zu denen unter anderem Necrobia aspera Walker, 1858, Necrobia cupreonitens Lauffer, 1905, Tenebrio dermestoides Piller & Mitterpacher, Corynetes flavipes Klug, 1842, Necrobia mumiarum Hope, 1834 sowie Necrobia pilifera Reitter, 1894 gehören. Letzteres Synonym basierte auf morphologischen Unterschieden der Weibchen mit borstenförmig abstehenden Haaren. Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen auch als Rotbeiniger Kolbenkäfer, Koprakäfer oder Schinkenkäfer bekannt. Internationale Trivialnamen spiegeln ebenfalls die wirtschaftliche Bedeutung wider, wie der englische Begriff „hambeetle“ für den Schinkenkäfer oder „copra beetle“ für den Koprakäfer.1

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Aus der Community

Beobachtungen und Einreichungen unserer Nature-Community

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Kurze Videos

Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

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Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von Necrobia rufipes ist stark von Umweltfaktoren wie Temperatur und Nahrungsangebot abhängig, wobei die Eiablage bevorzugt in dunklen Spalten des Substrats erfolgt. Die bananenförmigen, etwa 1 mm langen und 0,25 mm dicken Eier werden in Gruppen abgelegt und kleben fest am Untergrund. Unter optimalen Bedingungen bei 30 °C und 80 % relativer Luftfeuchtigkeit legen Weibchen zwischen 72 und 107 Eier ab, wobei in Literatur auch deutlich höhere Werte unter optimalen Freilandbedingungen genannt werden. Nach etwa 4 Tagen ist die embryonalentwicklung abgeschlossen und die Larven schlüpfen. Die Larvenentwicklung umfasst je nach Quelle drei bis fünf Stadien, wobei das letzte Larvalstadium eine Länge von bis zu 10 mm erreicht. Vor der Verpuppung fertigen die Larven eine spezielle Puppenkammer an, indem sie Substratspalten mit einem schaumigen Sekret systematisch zumauern. Das Vorpuppen- und das Puppenstadium dauern bei günstigen Bedingungen jeweils etwa 6 bis 7 Tage, insgesamt beanspruchen sie durchschnittlich 13 Tage. Die Imagines schlüpfen nach der Metamorphose und verlassen die Puppenhülle nach etwa zwei Tagen. Die Generationsdauer variiert stark; in Zentraljapan bringt die Art beispielsweise zwei Generationen pro Jahr hervor, wobei die Überwinterung als Larve erfolgt. Adulte Weibchen leben im Labor zwischen 21 und 100 Tagen, während Männchen mit durchschnittlich 49,5 Tagen oft etwas kürzer leben. Sowohl Larven als auch Adulte ernähren sich omnivor als Aasfresser und Räuber, die unter anderem Fliegenmaden und andere Insektenlarven überwältigen. Das Nahrungsspektrum umfasst tierische und pflanzliche Fette, Trockenfisch, Schinken, Käse sowie Kopra, wobei die Anwesenheit tierischer Proteine die Entwicklung stark beschleunigt. Unter 22 °C kommt die Entwicklung zum Erliegen, während das Optimum für eine rasche Entwicklung bei 30 bis 34 °C liegt. Natürliche Mortalitätsfaktoren umfassen unter anderem den Kannibalismus an Eiern und Larven durch Artgenossen, Prädatoren wie bestimmte Milben sowie pathogene Bakterien und Pilze.1

Lebensweise

Verhalten

Necrobia rufipes zeigt ein flinkes Fortbewegungsverhalten und kann aktiv fliegen, um geeignete Fortpflanzungs- und Nahrungsorte aufzusuchen. Nach dem Flug landen die Tiere meist in der Nähe des Objekts und nähern sich diesem krabbelnd. Bei Berührung stellen sich die Imagines für kurze Zeit tot, während sie bei Festhalten einen kurzzeitig sehr unangenehmen Geruch verbreiten. Die Art ist scheu und bevorzugt dunkle Bereiche, kann jedoch im Labor durch Fütterung an das Licht gewöhnt werden. Die Eiablage erfolgt stets bei Dunkelheit in engen Spalten, die so schmal gewählt werden, dass die Männchen mit ihren Oberkiefern nicht vordringen können. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Larven aktiv in das Substrat ein oder verkriechen sich. Fliegenmaden werden überwältigt, indem sich die Käferlarve darin verbeißt und ausharrt, bis die Beute ermattet. Cannibalismus wurde sowohl bei Imagines gegenüber eigenen Eiern und Larven als auch durch das Benagen benachbarter Eier während des Schlüpfaktes beobachtet. Experimentelle Befunde legen zudem nahe, dass Männchen die Weibchen anhand der aufrechten schwarzen Haare auf den Flügeldecken erkennen, welche gleichzeitig den Halt bei der Kopulation erleichtern.1

Lebensweise

Ökologie

Necrobia rufipes besetzt als euryöker Omnivor und fakultativer Aasfresser eine ökologische Nische als Destruent und Prädator in warmen Klimaten, an Kadavern sowie in anthropogenen Lagerstätten. Im Nahrungsnetz agiert die Art sowohl als Räuber von Fliegenmaden und Dermestidenlarven als auch als Konsument tierischer und pflanzlicher Fette wie an Trockenfisch, Schinken oder Kopra. Natürliche Feinde umfassen insbesondere Milben, die Eier und junge Larven erbeuten, sowie Bakterien und Pilze als Pathogene. Konkurrenzbeziehungen bestehen insbesondere zu anderen Aasfressern wie Arten der Gattung Dermestes, wobei Necrobia rufipes simultan als deren Antagonist durch das Fressen von deren Larven auftritt. Zu den Habitatpräferenzen zählen primär trocken-warme Umgebungen, Gebäude, Lagerhäuser sowie Abfalldeponien in städtischen und ländlichen Räumen. Mikroklimatisch zeigt die Art optimale Entwicklungsbedingungen bei Temperaturen von 30-34 °C und einer moderaten Luftfeuchtigkeit, während Temperaturen unter 22 °C eine Entwicklung verhindern. Eine direkte Abhängigkeit von spezifischen lebenden Pflanzen besteht nicht, jedoch ist die Art eng an organische Substrate tierischen Ursprungs sowie ölhaltige pflanzliche Speicherprodukte gebunden. Auswirkungen auf Wirtspflanzen oder Bäume im Sinne eines Primärschädigers sind nicht bekannt, jedoch verursacht die Art erhebliche ökonomische Schäden durch den Befall und die Qualitätsminderung gelagerter Vorratsgüter.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Necrobia rufipes gilt heute als kosmopolitisch verbreitete Art, deren ursprüngliches natürliches Areal im pantropischen und subtropischen Raum liegt. Die Art hat sich weltweit etabliert und besiedelt vor allem wärmere Klimazonen. In Europa ist der Käfer flächendeckend nachgewiesen und kommt unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor.1 Historische Belege zeigen eine frühe Verschleppung nach Nordamerika, wo Vorkommen in Kanada bereits seit dem späten 19. Jahrhundert dokumentiert sind. Als typische Habitate im Freiland fungieren Arealen mit Kadavern sowie zersetzende organische Substrate. Aufgrund seiner synanthropen Lebensweise tritt Necrobia rufipes regelmäßig in geschlossenen Räumen auf. Zu den charakteristischen künstlichen Lebensräumen zählen Gebäude in Siedlungsbereichen, Lagerhäuser, Müllplätze, Silos sowie Museen. In diesen Habitattypen entwickelt sich die Art an tierischen und pflanzlichen Fetten wie Dörrfleisch, Speck, Trockenfisch oder Kopra. Belastbare Daten zur vertikalen Verbreitung und spezifischen Höhenstufen fehlen.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Dom/Stadtwerke, 86152 Augsburg, Deutschland

    29.05.2026

  • Technologiepark, 69120 Heidelberg, Deutschland

    22.05.2026

  • Duingen

    17.04.2026

  • Baden-Württemberg, Deutschland

    02.04.2026

  • Hünxe, North Rhine-Westphalia, Deutschland

    29.03.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
4
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 08.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivitätsdauer und Generationenfolge von Necrobia rufipes sind stark temperaturabhängig, wobei sich die Art unter optimalen Bedingungen bei 30-34 °C am schnellsten entwickelt. In gemäßigten Regionen wie Zentraljapan bringt die Art jährlich zwei Generationen hervor. Dabei erscheinen die Imagines der ersten Generation im Mai und Juni, während die zweite Generation von September bis November aktiv ist. Die Überwinterung erfolgt bei dieser Art im Larvalstadium. Unter Laborbedingungen bei 30 °C und 80 % relativer Luftfeuchtigkeit schlüpfen die Eier nach etwa 4 Tagen, während die Larvalentwicklung 27 bis 37 Tage und das Puppendstadium durchschnittlich knapp zehn Tage beansprucht. Bei Temperaturen unter 22 °C kommt die Entwicklung vollständig zum Erliegen. Auch bei Temperaturen von über 40 °C findet kein weiterer Befall statt. Die Eiablage erfolgt artspezifisch überwiegend in der Dunkelheit in enge Spalten des Substrats. Ergänzende Analysen zum öffentlichen Suchinteresse zeigen wiederkehrende Aufmerksamkeitshöhepunkte in den Monaten November und Januar.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Rotbeinige Kolbenbuntkäfer (Necrobia rufipes) ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling, der primär an protein- und fettreichen Lebensmitteln wie getrocknetem oder geräuchertem Fisch, Fleischwaren und Kopra schädigend auftritt. Die Larven bohren sich tief in das Substrat ein, wodurch es zu Massenverlusten, Konsistenzveränderungen und Qualitätsminderungen durch Insektenreste und Larvenhäute kommt. Neben seiner Rolle als Materialschädling an tierischen und pflanzlichen Fetten tritt die Art auch in Museen an Sammlungsgegenständen auf. Da sich die Larven zudem räuberisch von Fliegenmaden und anderen Vorratsschädlingen wie Speckkäfern ernähren, wird das Schadpotenzial je nach Substratgrad unterschiedlich bewertet. Frühe Befallsanzeichen sind das Auftreten flinker, metallisch blau bis grün glänzender Käfer mit roten Beinen sowie feine Fraßspuren und Larven in Rissen des Lagerguts. Als präventive Maßnahme dient vor allem die Senkung der Luftfeuchtigkeit und eine ausreichende Trocknung des Lagerguts, da feuchte Bedingungen und Schimmelpilzbefall die Entwicklung begünstigen. Chemische oder biologische Spezialbekämpfungen sind in der Literatur primär für spezifische Lager- und Museumssituationen beschrieben, wobei physikalische Faktoren wie Temperaturen unter 22 °C eine Neubesiedlung stark einschränken. Belastbare Daten zu spezifischen Integrierten Schädlingsbekämpfungskonzepten (IPM) oder behördlichen Meldepflichten für Necrobia rufipes fehlen.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Necrobia rufipes tritt weltweit als bedeutender Vorratsschädling in der Lagerhaltung und nahrungsmittelverarbeitenden Industrie auf. Die Art befällt primär protein- und fetthaltige Produkte wie Fisch, Fleischwaren, Käse, Trockeneigelb, Knochenmehl sowie pflanzliche Speichergüter wie Kopra, Palmölkerne und Cashew-Nüsse. An getrocknetem Fisch und Schinken führen die Larven durch Bohrfraß zu Substanzverlusten, veränderten Konsistenzen sowie Qualitätsminderungen durch Insektenreste und Exuvien. Unter günstigen Bedingungen kann sich der Befall in gelagerten Gütern innerhalb eines Monats verfünfundzwanzigfachen. Neben Lebensmitteln schädigt der Käfer gelegentlich auch Getreide, Seidenspinnerkokons und Sammlungsgegenstände in Museen. In der Kopra-Verarbeitung zeigt sich ein indirekter Zusammenhang mit mangelnder Trocknung und dem Auftreten von Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus, die Schadinsekten anziehen. Da sich die Larven dort vorwiegend räuberisch von anderen Vorratsschädlingen ernähren, wird Necrobia rufipes in diesem Substrat teilweise auch als nützlicher Antagonist bewertet.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Rotbeiniger_Kolbenbuntk%C3%A4fer
  2. gbif.org/species/1161902
  3. Literaturzusammenfassung: Necrobia rufipes