- Die Art steigt im Gebirge bis in Höhen von etwa 1200 Meter auf.
- Zu den besuchten Blütenpflanzen zählen neben Doldenblütlern auch Zypressen-Wolfsmilch, Giersch und Bärenklau.
- Die Flügel der Totenkopfschwebfliege weisen eine leichte braune Tönung auf.
- Die Beine sind gelb und schwarz gezeichnet, wobei die Tarsen überwiegend schwarz gefärbt sind.
- Die Überwinterung findet normalerweise als Ei statt, wobei auch gelegentlich Überwinterungsversuche von Altlarven bekannt sind, deren Erfolg jedoch ungesichert ist.
- Bezüglich des Voltinismus wird die Art als bivoltin eingestuft.1
Totenkopfschwebfliege Myathropa florea
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Zweiflügler (Diptera)
- Familie
- Syrphidae
- Gattung
- Myathropa
Überblick
Einleitung
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea), seltener auch Gemeine Dolden-Schwebfliege genannt, ist eine Art aus der Familie der Schwebfliegen (Syrphidae). Auf dem Mesonotum der 12 bis 14 Millimeter großen Fliegen findet sich eine gelb-schwarze Musterung, die Ähnlichkeit mit einem Totenkopf hat. Die Art ist in Europa, östlich bis nach Sibirien und Zentralasien sowie in Nordafrika verbreitet und zählt in Mitteleuropa zu den häufigsten Schwebfliegenarten.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Totenkopfschwebfliege Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) erreicht eine Körperlänge von 12 bis 14 Millimetern und besitzt eine charakteristische Grundfärbung. Ihr Gesicht weist eine auffällige schwarze Mittelstrieme auf, während die Fühler vollständig schwarz gefärbt sind. Bei den Weibchen ist die Stirn ebenfalls schwarz, wobei die Seiten auffällig gelb bestäubt sind. Das Mesonotum zeigt eine markante gelb-schwarze Musterung, die aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit einem Totenkopf anmutet und die Art dadurch unverwechselbar macht. Der Hinterleib ist grundsätzlich schwarz gefärbt und trägt an den Seiten der einzelnen Segmente große, gelbe Flecken. Die transparenten Flügel sind von einer leichten, bräunlichen Tönung gekennzeichnet. Hinsichtlich der Extremitäten sind die Beine gelb und schwarz gezeichnet, wobei die Tarsen überwiegend schwarz erscheinen. Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Puppen sowie spezifischen Sexualdimorphismen über die bereits genannten Merkmale hinaus fehlen in der aktuellen Datenlage. Aufgrund der einzigartigen Zeichnung auf dem Mesonotum ist eine Verwechslung mit anderen Schwebfliegenarten weitgehend ausgeschlossen.1
Porträt
Beschreibung
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) ist eine weit verbreitete Schwebfliegenart aus der Familie der Syrphidae, die durch ihre charakteristische Zeichnung und ökologische Anpassung an feuchte Habitate auffällt. Im natürlichen Lebensraum prägen die unruhigen, laut summenden Imagines das Bild blühender Sträucher und Waldränder, wo sie rasch von Blüte zu Blüte wechseln. Die optische Erkennung im Feld gelingt vor allem durch die namensgebende gelb-schwarze Musterung auf dem Mesonotum, welche an einen Totenkopf erinnert und die Art unverwechselbar macht. Anatomisch besitzen die Fliegen ein Gesicht mit einer schwarzen Mittelstrieme sowie leicht braun getönte Flügel. Hinsichtlich des Geschlechtsdimorphismus weisen die Weibchen eine schwarze Stirn mit gelb bestäubten Seiten auf, während die Männchen durch ihr langes, schnelles Verfolgen der Weibchen auffallen. Die Larvenentwicklung findet in schlammigem Wasser, Pfützen sowie in organisch stark belasteten Habitaten wie waldtypischen Dendrotelmen, Baumhöhlen oder Pflanzenausscheidungen statt. Als saprophage Detritivoren ernähren sie sich dort von zersetzendem Material, wobei sie sich an feuchte bis nasse Kleinbiotope binden. Die Überwinterung erfolgt nach Datenlage primär im Eistadium, wenngleich vereinzelt auch Versuche von Altlarven beobachtet wurden. Im Vergleich zu anderen Vertretern der Schwebfliegen zeigt Myathropa florea eine ausgeprägte Synanthropie und besiedelt neben Wäldern auch urbane Gärten. Die Art ist paläarktisch verbreitet und besiedelt neben Europa auch Sibirien, Zentralasien und Nordafrika. In Mitteleuropa tritt sie regelmäßig von April bis September auf, mit Aktivitätsmaxima im Mai und Juni. Belastbare Daten zur genauen Mortalitätsrate bei Überwinterungsversuchen von Altlarven fehlen bisher.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) ist eine Art aus der Familie der Schwebfliegen (Syrphidae).1 Die Art wurde historisch ursprünglich von Scopoli im Jahr 1763 unter dem Namen Conops floreus beschrieben. Ein weiteres historisches Synonym stellt Musca atropos dar, beschrieben von Schrank im Jahr 1776 mit der Typlokalität Linz in Österreich.2 Der wissenschaftliche Artname leitet sich von Merkmalen ab, wobei Varianten wie Myathropa florea var. flavofemorata, Myathropa florea var. florea und Myathropa florea var. nigrotarsata in der Literatur diskutiert wurden.2 Im deutschen Sprachraum ist die Art neben dem Hauptnamen Totenkopfschwebfliege seltener auch als Gemeine Dolden-Schwebfliege bekannt. Diese Trivialnamen beziehen sich direkt auf die charakteristische gelb-schwarze Musterung des Mesonotums, die an einen Totenkopf erinnert.1 Belastbare Daten zur genauen etymologischen Herleitung des Gattungsnamens Myathropa fehlen in den vorliegenden Quellen. Die Art ist in der Paläarktis verbreitet und wird als weitverbreitet eingestuft.2 Weitere internationale Trivialnamen oder detaillierte regionale Sub-Varianten sind in der aktuellen Datenlage nicht systematisch belegt.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) durchläuft einen an aquatische und saprophage Substrate gebundenen Lebenszyklus. Die Imagines treten in Mitteleuropa von April bis September auf, wobei das Aktivitätsmaximum im Mai und Juni liegt. Adulte Männchen verfolgen Weibchen häufig über lange Strecken und zeigen ein lautes, unruhiges Flugverhalten. Die Ernährung der adulten Tiere erfolgt überwiegend als Blütenbesucher an verschiedenen Pflanzen wie Hartriegel, Holunder oder Doldenblütlern.1 Nach der Paarung suchen die Weibchen geeignete Substrate für die Eiablage auf. Die Larven ernähren sich saprophag von organisch stark belastetem Wasser, wie es in Baumhöhlen (Dendrotelmen), Pfützen oder zwischen Baumwurzeln vorkommt. Darüber hinaus besiedeln sie auch anthropogene Substrate wie Gülle, Jauche oder Silagesäfte. Die Überwinterung erfolgt bei Myathropa florea in der Regel im Eistadium. Zwar werden gelegentlich auch Versuche von Altlarven beobachtet zu überwintern, ein Erfolg ist für diese Stadien jedoch nicht belegt.1 Belastbare Daten zur genauen Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien sowie zu spezifischen Mortalitätsfaktoren fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend.
Lebensweise
Verhalten
Die Imagines von Myathropa florea zeigen ein auffällig rasches und unruhiges Flugverhalten, wobei sie meist in Höhen ab 2 m fliegen. An Orten mit größeren Blütenbeständen oder blühenden Sträuchern agieren die Fliegen hektisch und setzen sich nur kurz ab. Ihr lautes, summendes Fluggeräusch kann andere Insekten aufschrecken. Männliche Exemplare kreisen mit hoher Geschwindigkeit umher und erzeugen dabei ein gut hörbares Summen. Zudem verfolgen die Männchen Weibchen häufig über längere Strecken. Beide Geschlechter fliegen entlang von Bachrändern und lassen sich oft an Steinen am Wasser nieder, um zu trinken. Die Larven entwickeln sich saprophag in schlammigem Wasser, Pfützen sowie in organisch stark belasteten Habitaten wie wassergefüllten Baumhöhlen (Dendrotelmen), Baumstümpfen oder Gülle.1
Lebensweise
Ökologie
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) übernimmt als adultes Insekt die Rolle eines Bestäubers und besucht ein breites Spektrum an Blütenpflanzen, darunter Doldenblütler, Hartriegel und Holunder. Die Larven fungieren als Destruenten und ernähren sich saprophag in organisch stark belasteten Gewässern. Zu den typischen larvalen Habitaten zählen wassergefüllte Baumhöhlen, sogenannte Dendrotelmen, sowie anthropogen belastete Substrate wie Gülle, Jauche und Silagesäfte. Die Art gilt als antropotolerant bis antropofil und besiedelt neben Wäldern auch urbane Gärten und Halbtrockenrasen. Die Imagines treten überwiegend von April bis September auf, wobei das Flugmaximum in den Monaten Mai und Juni liegt. Männchen zeigen ein schnelles, lautes Flugverhalten und patrouillieren in Höhen ab zwei Metern. Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden oder natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Quellenlage weitgehend.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) ist in ihrer natürlichen Verbreitung paläarktisch beheimatet und erstreckt sich über Europa, östlich bis nach Sibirien und Zentralasien sowie nach Nordafrika. In Mitteleuropa ist die Art flächendeckend anzutreffen und gehört dort zu den häufigsten Schwebfliegenarten. Im Zuge anthropogener Verschleppung wurde die Art zudem nach Nordamerika expandiert, wo sie seit 2005 in Nord-Kalifornien nachgewiesen ist. Typische Habitate der Imagines umfassen primär waldartige Biotope sowie Gärten und halboffene Landschaften. Die larvalen Entwicklungsstadien sind an feuchte bis schlammige Habitate gebunden, wobei saprophage Larven in stark organisch belasteten Gewässern wie wasserführenden Baumhöhlen (Dendrotelmen), zwischen Baumwurzeln und in Faulschlamm vorkommen. Auch in anthropogen beeinflussten Umgebungen mit Gülle, Jauche oder Silagesaft findet eine Entwicklung statt. Vertikal besiedelt die Art das Bergland bis in Höhenlagen von etwa 1200 Metern. Neben waldprägenden Baumarten wie Edelkastanien dienen verschiedene Blühpflanzen als essentielle Nahrungsressourcen für die Imagines. Die Aktivität der erwachsenen Tiere erstreckt sich in Mitteleuropa im Regelfall von April bis September mit einem Populationsmaximum in den Monaten Mai und Juni.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivitätsperiode der Imagines von Myathropa florea erstreckt sich in Mitteleuropa im Regelfall von April bis September, wobei vereinzelt auch Flugzeiten von März bis November dokumentiert sind. Das Aktivitätsmaximum der erwachsenen Schwebfliegen konzentriert sich auf die Monate Mai und Juni.1 Ergänzende Beobachtungen und Trendanalysen zeigen zudem erhöhte Aufmerksamkeitspeaks im Jahresverlauf, die sich primär in den Monaten Mai und August widerspiegeln.3 Die Tiere treten als Blütenbesucher an verschiedenen Gehölzen und Kräutern auf, wo sie an Standorten mit reichen Nektarangeboten ein sehr unruhiges und rasches Flugverhalten zeigen. Männchen und Weibchen nutzen den Bereich entlang von Gewässerrändern und fliegen häufig in Höhen ab 2 Metern, wobei Männchen auf der Suche nach Weibchen mit hoher Geschwindigkeit und lautem Summen umherkreisen. Die Larven von Myathropa florea sind als Saprophagen an schlammiges Wasser sowie organisch stark belastete Habitate wie wassergefüllte Baumhöhlen oder Pfützen gebunden. Bezüglich des Voltinismus wird die Art in manchen Regionen als bivoltin geführt. Hinsichtlich der Überwinterung zeigt die Datenlage unterschiedliche Muster, da neben der regulären Überwinterung als Ei vereinzelt auch der Versuch von Altlarven beschrieben wird zu überwintern, wobei deren tatsächlicher Erfolg unklar bleibt.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Totenkopfschwebfliege (Myathropa florea) ist als Nützling und wichtiger Bestäuber einzustufen, da die imaginalen Fliegen zahlreiche Blütenpflanzen besuchen und Bestäubungsleistungen erbringen. Ein Schadpotenzial im landwirtschaftlichen oder medizinischen Bereich geht von der Art nicht aus, weshalb sie weder als Schädling noch als Lästling gilt. Die Larven ernähren sich saprophag und besiedeln organisch stark belastete Gewässer, wie etwa wassergefüllte Baumhöhlen, Dendrotelmen, Mist oder Gülle. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Myathropa florea nicht bekannt. Da weder Schäden an Kulturpflanzen noch Belästigungen durch die Tiere auftreten, sind spezifische Schadbilder, Früherkennungsmerkmale oder Monitoringsysteme für diese Art nicht etabliert. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich nicht erforderlich, und integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien oder rechtliche Regulierungen existieren für diesen harmlosen Vertreter der Schwebfliegen nicht. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Myathropa florea fehlen gänzlich, da die Art ausschließlich ökologische Funktionen erfüllt.
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Relevanz von Myathropa florea als Schädling oder Nützling in der Land-, Forst- oder Lagerwirtschaft fehlen in der aktuellen Fachliteratur gänzlich.
Nachweise