- Die Raupen erreichen eine Körperlänge von ca. 25 Millimetern und besitzen einen rot gefärbten Kopf sowie zahlreiche kurze, schwarze Dornen.
- Nach der dritten Häutung wechselt die Grundfarbe der Raupen zu schwarz, wobei silbriggraue Flecken zwischen den Segmenten entstehen und die Köpfe dunkelrot werden.3
- Nach der Überwinterung vereinzeln sich die Raupen rasch und durchlaufen als 5. Larvenstadium ihre letzte Wachstumsphase vor der Verpuppung im April oder Mai.
- Die Verpuppung erfolgt in einem lockeren Gespinst nahe dem Boden als braungraue Stürzpuppe, die mehrere stumpf abgerundete orange Dornen aufweist.
- Der haploide Chromosomensatz von Melitaea cinxia beträgt 1n = 31, wobei das Z-Chromosom als Nummer 31 gezählt wird.
- Das in silico zusammengesetzte Genom der Art hat eine Größe von 484 Mb und umfasst 92 bis 94 % von 14.810 geschätzten single-copy-Genen (Projektnummer PRJNA607899).
- Als weiteres Nahrungsspektrum der Raupen ist neben Wegericharten und Ehrenpreis auch die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) belegt.3
Wegerich-Scheckenfalter Melitaea cinxia
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Nymphalidae
- Gattung
- Melitaea
Überblick
Einleitung
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Die Art besiedelt offene und trockene Lebensräume in Europa, Nordwestafrika sowie Teilen Asiens und wird in vielen Regionen als stark gefährdet eingestuft.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Wegerich-Scheckenfalter Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) erreicht eine Flügelspannweite von 33 bis 40 Millimetern. Die Falter besitzen gelbbraune bis orangebraune Flügeloberseiten, die von einem charakteristischen schwarzen Gittermuster durchzogen sind. Der Außenrand der Flügel ist auffällig weiß gefärbt. Nahe dem Hinterrand der Hinterflügel befinden sich vier bis fünf orangefarbene Felder, die jeweils einen schwarzen Kern aufweisen. Auf der Unterseite zeigen sich die Hinterflügel weiß mit zwei breiten, orangen Querbinden, welche schwarz eingerahmt sind. In den dazwischenliegenden weißen Bereichen finden sich zusätzlich zahlreiche schwarze Flecken. Die Raupen des Wegerich-Scheckenfalters werden etwa 25 Millimeter lang. Sie sind fast vollständig schwarz gefärbt, weisen zahlreiche kurze, schwarze Dornen sowie wenige weiße, in Querreihen angeordnete Punkte auf und besitzen einen rot gefärbten Kopf. Nach der Überwinterung und weiteren Häutungen zeigen sich zwischen den Segmenten silbriggraue Flecken, während der Kopf dunkelrot gefärbt ist. Die Eier werden von den Weibchen in mehrschichtigen Häufchen auf der Unterseite der Futterpflanzen abgelegt. Die Verpuppung erfolgt im April oder Mai in Form von braungrauen Stürzpuppen nahe dem Boden, die von einem lockeren Gespinst umgeben sind und mehrere stumpf abgerundete orange Dornen aufweisen.1
Porträt
Beschreibung
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) ist ein wärmeliebender Schmetterling aus der Familie der Edelfalter, dessen deutscher Name auf die bevorzugten Futterpflanzen der Raupen verweist. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre am Boden sitzende, sonnenexponierte Lebensweise in offenen und trockenen Habitaten wie Magerwiesen und Trockenrasen auf. Historisch gehörte diese Art zu den häufigsten Scheckenfaltern in Europa, gilt jedoch aufgrund von Habitatverlusten mittlerweile vielerorts als stark gefährdet. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 33 bis 40 Millimetern und zeigen auf der gelbbraunen bis orangebraunen Flügeloberseite ein charakteristisches schwarzes Gittermuster. Ein weiteres Kennzeichen der Oberseite ist der weiße Außenrand sowie die vier bis fünf schwarz gekernten orangen Felder nahe dem Hinterrand der Hinterflügel. Auf der Unterseite der Hinterflügel prägen zwei breite, schwarz eingerahmte orange Querbinden und zahlreiche schwarze Flecken in den weißen Zwischenräumen das Erscheinungsbild. Genetisch zeichnet sich Melitaea cinxia durch einen haploiden Chromosomensatz von 1n = 31 aus, wobei das Z-Chromosom als Nummer 31 gezählt wird. Das in silico zusammengesetzte Genom umfasst eine Größe von 484 Mb und enthält 92 bis 94 Prozent von 14.810 geschätzten single-copy-Genen. Aufgrund dieser Datenlage dient der Tagfalter als etablierter Modellorganismus zur Erforschung von Entwicklungen in Metapopulationen. Die Entwicklung verläuft über eine Generation pro Jahr, in wärmeren südlichen Regionen treten hingegen oft zwei Generationen von Mai bis Juni sowie von August bis September auf. Die Eiablage erfolgt in mehrschichtigen Häufchen auf der Blattunterseite der Futterpflanzen. Nach dem Schlupf leben die Raupen zunächst gesellig in einem gemeinsamen Gespinst, in dem sie auch halbwüchsig überwintern. In den frühen Larvenstadien sind die Raupen braungrau mit hellbraunen Dornen und braunen Köpfen. Nach der dritten Häutung wechselt die Grundfarbe zu Schwarz, silbriggraue Flecken erscheinen zwischen den Segmenten, die Dornen werden schwarz und die Köpfe dunkelrot.1 Nach der Überwinterung vereinzeln sich die Raupen rasch und erreichen nach einer weiteren Häutung im fünften Larvenstadium ihre vollständige Länge von ca. 25 Millimetern. Die Verpuppung findet im April oder Mai in Bodennähe statt, umgeben von einem lockeren Gespinst. Die braungrauen Stürzpuppen weisen mehrere stumpf abgerundete, orange Dornen auf. Bezüglich der trophischen Ansprüche zeigt sich die Raupe polyphag und ernährt sich neben Spitzwegerich auch von Großem Ehrenpreis, Kleinem Habichtskraut und der Wiesen-Flockenblume. Die vertikale Verbreitung reicht in Europa bis in Höhen von 2000 Metern, während in Nordafrika Populationen bis in 2600 Metern Höhe dokumentiert sind.1
Systematik
Name & Einordnung
Der Wegerich-Scheckenfalter ist als Melitaea cinxia wissenschaftlich beschrieben und gehört innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Der Artname leitet sich von Cinxia ab, einem historischen Beinamen der Göttin Juno aus der griechischen Mythologie. Im deutschen Sprachraum ist die Art primär unter dem Trivialnamen Wegerich-Scheckenfalter bekannt.1 Belastbare Daten zu historischen Erstbeschreibern oder detaillierten Synonymen fehlen in den verfügbaren Primärquellen. Die Einordnung in das Genus Melitaea begründet die Zugehörigkeit zu den Scheckenfaltern. Weitere historische Gattungszuordnungen oder frühere Familienstrukturen sind in der aktuellen Datenlage nicht dokumentiert. Internationale Trivialnamen oder regionale deutsche Varianten werden in den zugrundeliegenden Quellen ebenfalls nicht aufgeführt. Aufgrund dieser begrenzten Datenbasis beschränkt sich die Nomenklatur hier auf die etablierte Kombination.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) fliegt in Mitteleuropa in einer Generation von Ende April bis Anfang August, während in wärmeren, südlichen Regionen eine bivoltine Lebensweise mit zwei Generationen von Mai bis Juni sowie von August bis September auftritt. Die wärmeliebenden Falter sind tagaktiv und verbringen viel Zeit damit, sich am Boden sitzend zu sonnen.1 Bezüglich ihrer Ernährung agieren die Adulten als Bestäuber.2 Die Weibchen legen ihre Eier in mehrschichtigen Häufchen auf der Unterseite der Futterpflanzen ab.1 Die Raupen des Wegerich-Scheckenfalters ernähren sich polyphag als Herbivoren vor allem von Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und anderen Wegericharten, nutzen aber auch Großen Ehrenpreis (Veronica teucrium), Kleines Habichtskraut (Hieracium pilosella) und die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) als Nahrungssubstrat.12 Nach dem Schlupf leben die Raupen zunächst gesellig in einem gemeinsamen Gespinst. Die Individualentwicklung umfasst mehrere Stadien, wobei die Raupen anfangs braungrau mit hellbraunen Dornen und braunen Köpfen sind. Nach der dritten Häutung wechselt die Grundfarbe zu schwarz, zwischen den Segmenten erscheinen silbriggraue Flecken, die Dornen werden schwarz und die Köpfe dunkelrot. Die Raupen überwintern halbwüchsig und gesellig in ihrem Gespinst.1 Nach der Überwinterung vereinzeln sich die Raupen rasch und durchlaufen eine weitere Häutung zum fünften Larvenstadium, nach dem sie bald ausgewachsen sind und eine Körperlänge von ca. 25 Millimetern erreichen. Die Verpuppung findet im April oder Mai in Bodennähe statt, wobei die braungrauen Stürzpuppen, die mehrere stumpf abgerundete orange Dornen aufweisen, von einem lockeren Gespinst umgeben sind.1 Belastbare quantitative Daten zu exakten Temperatur-Optima, spezifischen Mortalitätsfaktoren, Parasitoiden oder der genauen physiologischen Kältetoleranz fehlen in der gegenwärtigen Datenlage für diese Art.
Lebensweise
Verhalten
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) zeigt ein ausgeprägt wärmeliebendes Verhalten und verbringt aktive Zeit bevorzugt mit dem Sonnen am Boden. Die Falter sind tagaktiv und fliegen in Mitteleuropa in einer Generation von Ende April bis August, während in wärmeren südlichen Regionen zwei Generationen von Mai bis Juni sowie von August bis September auftreten. Die Eiablage erfolgt in mehrschichtigen Häufchen an der Unterseite der Futterpflanzen. Nach dem Schlupf leben die Raupen zunächst gesellig in einem gemeinsamen Gespinst, in dem sie auch halbwüchsig überwintern. Nach der Überwinterung im Frühjahr vereinzeln sich die Larven rasch. Die Verpuppung findet im April oder Mai in der Nähe des Bodens in einem lockeren Gespinst statt.1
Lebensweise
Ökologie
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) besiedelt als thermophile und subnemorale Art offene, trockene Lebensräume wie Trockenrasen, Magerwiesen, Ödland sowie Waldränder im Tiefland bis hin zu Bergregionen. Die ökologische Nische der Art ist eng an oligotrophe Grasländer gebunden, wobei die Falter als tagaktive Tiere besonders wärmeliebend sind und sich gerne am Boden sonnen.12 Als herbivore Nahrungsgeneralisten sind die Raupen auf bestimmte Wirtspflanzen angewiesen, wozu primär der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) sowie andere Wegericharten, der Große Ehrenpreis (Veronica teucrium), das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella) und die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) zählen. Die Eiablage erfolgt in mehrschichtigen Häufchen auf der Unterseite dieser Futterpflanzen. Nach dem Schlupf leben die Raupen zunächst gesellig in einem gemeinsamen Gespinst, in dem sie auch halbwüchsig überwintern. Nach der Überwinterung vereinzeln sich die Larven rasch, bevor sie sich im April oder Mai nahe dem Boden verpuppen.1 Im adulten Stadium fungieren die Falter als Bestäuber.2 Aufgrund ihrer Habitatansprüche und der Gefährdung offener, trockener Kulturlandschaften gilt die Art heute in vielen Regionen als stark gefährdet.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) ist in fast ganz Europa verbreitet, fehlt jedoch im äußersten Norden und in Teilen der Iberischen Halbinsel. Darüber hinaus erstreckt sich das natürliche Areal der Art über Teile von Nordwestafrika, die Türkei, Russland, den Norden Kasachstans bis in die Mongolei.1 In Europa besiedelt die Art verschiedene Regionen vom Flachland bis in subalpine Höhenstufen.12 Die Vertikalverbreitung reicht in Europa bis in Höhen von 2000 m, während in Nordafrika Vorkommen bis zu 2600 m belegt sind. In Deutschland konzentriert sich das verbliebene Vorkommen auf manche Mittelgebirge sowie wärmebegünstigte Standorte in den Alpen. Als wärmeliebende Art bevorzugt Melitaea cinxia offene und trockene Biotope. Zu den typischen natürlichen Lebensräumen zählen Trockenrasen, Magerwiesen, Ödland sowie sonnige Waldränder.1 Beobachtungsdaten bestätigen zudem das Vorkommen in oligotrophen Grasländern und subalpinen Weiden.2 Die Raupen sind auf geeignete Futterpflanzen wie den Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und andere Wegericharten angewiesen. Früher galt der Tagfalter als eine der häufigsten Scheckenfalterarten und war allgegenwärtig. Mittlerweile ist die Art jedoch stark rückläufig und wird in ihrem Bestand als stark gefährdet eingestuft.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) zeigt einen stark jahreszeitlich gebundenen Lebenszyklus, der eng mit den thermischen Bedingungen seines Habitats verknüpft ist. Die Falter sind tagaktiv und zeichnen sich durch ein ausgeprägtes wärmeliebendes Verhalten aus, bei dem sie sich häufig am Boden sitzend sonnen. In Mitteleuropa fliegt die Art in der Regel in einer Generation pro Jahr von Ende April bis Anfang August.1 Im Gegensatz dazu ist in südlichen, wärmeren Regionen eine bivoltine Entwicklung mit zwei Generationen von Mai bis Juni sowie von August bis September belegt.12 Nach der kopula- und Eiablagephase schlüpfen die Larven, welche gemeinschaftlich in einem Gespinst leben.1 Die Überwinterung erfolgt obligatorisch im halbwüchsigen Larvalstadium innerhalb dieses Gespinstes.12 Nach Beendigung der Diapause im Frühjahr vereinzeln sich die Raupen rasch und durchlaufen das letzte Larvenstadium, bevor sie sich im April oder Mai nahe der Bodenoberfläche verpuppen.1 Ergänzend zeigt das öffentliche Suchinteresse in den Wintermonaten, insbesondere im Februar, wiederkehrende Peaks, was auf eine erhöhte Wahrnehmung oder Dokumentation der Überwinterungsstadien zurückzuführen sein kann.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) ist weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern eine streng geschützte Tagfalterart aus der Familie der Edelfalter. Aufgrund seiner Gefährdung und Seltenheit besitzt die Art kein ökonomisches Schadpotenzial in der Land- oder Forstwirtschaft. Das Spektrum der Raupennahrung umfasst verschiedene Wegericharten (Plantago) sowie Arten wie den Großen Ehrenpreis (Veronica teucrium) und das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella), ohne dabei nennenswerte landwirtschaftliche Kulturen zu schädigen. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen im Sinne von Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Melitaea cinxia nicht bekannt. Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen im Sinne des Pflanzenschutzes entfallen folglich vollständig, da es sich um eine zu schützende Wildart handelt. Stattdessen liegt die ökologische Bedeutung der Art in ihrer Funktion als Modellorganismus für die ökologische Forschung von Metapopulationen. Monitoring-Maßnahmen beschränken sich auf wissenschaftliche Erfassungen der Habitatstrukturen in offenen und trockenen Gebieten wie Trockenrasen und Magerwiesen. Rechtlich unterliegt die Art aufgrund ihrer Einstufung als stark gefährdet in vielen Regionen strengen Naturschutzbestimmungen. Belastbare Daten zu spezifischen Bekämpfungsmaßnahmen existieren nicht, da ein Eingreifen dem Artenschutz widersprechen würde.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Wegerich-Scheckenfalter
- gbif.org/species/8168644
- Literaturzusammenfassung: Melitaea cinxia