Lexikon-Eintrag

Schwarze Mörtelbiene Megachile parietina

Schwarze Mörtelbiene (Megachile parietina), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Megachilidae
Gattung
Megachile

Überblick

Einleitung

Die Schwarze Mörtelbiene (Megachile parietina) ist eine große, einzeln lebende Wildbiene, die ihre Nester aus Lehm und kleinen Steinchen an Felsen und Hauswänden baut. Sie ist vor allem im Mittelmeerraum verbreitet und nördlich der Alpen nur noch an wenigen Stellen zu finden. 12

Die Art gilt in Mitteleuropa als Seltenheit mit kleinen, räumlich getrennten Beständen und ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. 1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Megachile parietina 3
  • Früher: Chalicodoma parietina, Chalicodoma muraria 1
  • Familie: Megachilidae (Blattschneiderbienen) 3
  • Größe: Männchen 14–17 mm, Weibchen 16–18 mm 1
  • Nest: Lehm und Steinchen, meist 5–10 Zellen, selten bis 20 1
  • Flugzeit der Weibchen: Ende April bis Ende Juni 1
  • Entwicklung: eine Generation pro Jahr, in Mitteleuropa zwei Jahre Entwicklungszeit 1
  • Schutz: in Deutschland besonders geschützt (BArtSchV); IUCN 2014: Least Concern 12

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Art erreicht nach deutschsprachigen Angaben 14–18 mm, wobei die Männchen mit 14–17 mm etwas kleiner sind als die Weibchen mit 16–18 mm. 1

Wichtige Merkmale:

  • Weibchen: Körper schwarz und dicht schwarz behaart, die Mitte der Bauchbürste ist rötlich. Die Flügel sind bräunlich verdunkelt und schimmern im Licht teils bläulich. 1
  • Beim Pollensammeln ist die Bauchbürste mit gelbem Pollen besetzt. 1
  • Männchen: Brust und vordere Hinterleibssegmente sind braungelb behaart, nur der hintere Hinterleib ist schwarz behaart; die Flügel sind hell. 1
  • Das Männchen ähnelt der Schwarzbürstigen Blattschneiderbiene (Megachile nigriventris). 1

Verwandte Arten der Gattung mit abweichender Färbung sind Megachile sicula (rote Kopf- und Brustpartie) und Megachile pyrenaica (gelbbraune Partien, rote Tarsen). 1 Für eine sichere Bestimmung sind Fotos aus mehreren Blickwinkeln und Fundort-Angaben hilfreich.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Megachile parietina; sie wurde 1785 von Fourcroy als Apis parietina beschrieben, die Zuordnung der Erstbeschreibung zu Geoffroy wird in der Literatur unterschiedlich gehandhabt. 12 Früher wurde sie als Chalicodoma parietina oder Chalicodoma muraria geführt. 1 Das GBIF führt den Namen als akzeptiert in der Familie der Blattschneiderbienen (Megachilidae). 3

Die deutsche Bezeichnung „Schwarze Mörtelbiene“ bezieht sich auf die schwarze Färbung der Weibchen und das Nistmaterial aus Lehm. Die Gattung Megachile umfasst die Blattschneiderbienen; zur selben Familie zählt unter anderem die Wollbiene. Auch die Mauerbienen der Gattung Osmia, etwa die Rote Mauerbiene, gehören zu den Megachilidae. 3

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Jedes Weibchen baut sein eigenes Nest aus Lehm und Steinchen und heftet es an Felsen oder Hauswände. Ein Nest enthält meist 5–10 Zellen, selten bis zu 20. 1 Als Pollen- und Nektarquellen werden vor allem Schmetterlingsblütler wie Esparsette und Hornklee genutzt, außerdem Lippenblütler (zum Beispiel Wiesensalbei, Kriechender Günsel) und Natternkopf. 1

Pro Jahr entsteht eine Generation. Die Weibchen leben etwa 6–8 Wochen. In Mitteleuropa dauert die Entwicklung zwei Jahre: Die Tiere überwintern als erwachsene Biene im Kokon und schlüpfen im folgenden Frühjahr. 1

Als Brutparasiten werden die Rotbeinige Düsterbiene (Stelis nasuta), die 3–6 Eier in die Brutzellen legt und deren Larven die Mörtelbienenlarve töten, die Dunkle Zweizahnbiene (Dioxys tridentata) und Goldwespen wie Chrysura radians genannt; im Süden kommt die Rote Zweizahnbiene (Dioxys cincta) hinzu. 1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Schwarze Mörtelbiene ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet und kommt nördlich der Alpen kaum noch vor. 1 Englischsprachige Quellen nennen sie als in großen Teilen Mitteleuropas sowie in Teilen Osteuropas heimisch und dokumentieren sie auch auf den Maltesischen Inseln. 2

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es nach Wikipedia nur wenige kleine Populationen. In Baden-Württemberg sind drei Bestände (Hegau, oberes Neckartal, Nördlinger Ries) und ein weiterer im Bliesgau bekannt; in Österreich wurde die Art an den Wehrmauern des Mönchsbergs in Salzburg nachgewiesen. 1 Nistplätze sind Felsen und Hauswände. 1

In den iNaturalist-Daten des Profils liegen für Deutschland nur wenige, teils ältere Beobachtungen vor. In der OpenInsect-Community wurden bisher 3 Scans erfasst, der letzte am 19.06.2026 in Arnsberg.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Allemagne

    07.07.2024

  • Deutschland

    24.05.2019

  • Deutschland

    08.06.2018

  • Deutschland

    26.06.2008

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
3
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 19.06.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Weibchen fliegen nach deutschsprachigen Angaben von Ende April bis Ende Juni. 1 In dieser Zeit sind sie beim Nestbau und beim Pollen- und Nektarsammeln zu beobachten. Pro Jahr tritt eine Generation auf; die Tiere überwintern als erwachsene Biene im Kokon und erscheinen im folgenden Frühjahr. 1

Die vorhandenen OpenInsect- und iNaturalist-Meldungen reichen nicht für eigene Saisonaussagen.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Schwarze Mörtelbiene richtet keine bekannten Schäden an Gebäuden an; die Nester sind kleine Lehmkonstruktionen an der Außenseite von Mauern und Felsen. Angaben zu einem Stich sind in den ausgewerteten Quellen nicht enthalten. Bei starken Beschwerden nach einem Stich sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Als Blütenbesucherin trägt die Art zur Bestäubung bei. Der Rückgang der Art wird mit weniger Nahrungspflanzen in der intensiver genutzten Landschaft und dem Verlust von Natursteinmauern und offenen Felsen als Nistplätzen erklärt. 1

Schutz: Die Art ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. 1 Nach der IUCN wurde sie 2014 als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. 2 Als besonders geschützte Art sollten Nester nicht beschädigt werden. Hilfreich sind der Erhalt von Natursteinmauern und das Belassen blütenreicher Flächen mit Schmetterlingsblütlern.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Schwarze Mörtelbiene (Megachile parietina). de.wikipedia.org/wiki/Megachile_parietina (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Megachile parietina. en.wikipedia.org/wiki/Megachile_parietina (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Megachile parietina. gbif.org/species/1335942