- Die Cerci der Männchen sind s-förmig und an den Spitzen leicht nach außen gekrümmt.
- Die Weibchen besitzen einen im Vergleich zur Gemeinen Eichenschrecke gleichmäßig und stärker gebogenen Legesäbel.
- Aufgrund ihrer Heimlichkeit wurde die Art früher leicht übersehen und galt zunächst nur im Raum Freiburg im Breisgau als fest etabliert.
- In Deutschland stammen die nordöstlichsten Funde der Art bislang aus Berlin, wo sie seit 2007 bekannt ist.
- Bei der Baumpraferenz zur Eiablage werden Arten mit glatter Rinde wie Rot- und Hainbuchen sowie schnell abblätternde Platanen gemieden.
- Für die Eiablage werden bevorzugt Bäume mit rissiger Borke wie Winter- und Sommerlinden, Rosskastanien, Berg- und Spitzahorne sowie Stieleichen aufgesucht.
- Historische Nachweise des Neozoons im Freiburger Raum gelangen häufig nachts an den früheren gelben Telefonzellen der Deutschen Bundespost, da die Tiere von Lichtquellen angelockt werden.3
Südliche Eichenschrecke Meconema meridionale
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Heuschrecken (Orthoptera)
- Familie
- Tettigoniidae
- Gattung
- Meconema
Überblick
Einleitung
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) gehört zur Familie der Tettigoniidae innerhalb der Langfühlerschrecken. Ihr ursprünglicher Verbreitungsschwerpunkt liegt im Mittelmeerraum, von wo aus sie sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend nach Mitteleuropa ausbreitete. Im Gegensatz zur einheimischen Gemeinen Eichenschrecke besitzt sie lediglich stummelförmige Flügel und ist daher flugunfähig.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Südliche Eichenschrecke Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) ist eine blassgrün gefärbte Laubheuschrecke, die eine Körperlänge von 11 bis 13 mm bei Männchen und 11,5 bis 17 mm bei Weibchen erreicht. Beide Geschlechter besitzen im Gegensatz zur ähnlichen Gemeinen Eichenschrecke (Meconema thalassinum) nur stummelförmig ausgebildete Flügel, wodurch die Art flugunfähig ist. Die Fühler beider Arten sind extrem lang und erreichen etwa die vierfache Körperlänge. Ein charakteristisches Merkmal der Gattung Meconema ist das vollständige Fehlen von Stridulationsorganen. Die Cerci der Männchen sind s-förmig geschwungen und an den Spitzen leicht nach außen gekrümmt. Weibchen tragen einen im Vergleich zur Gemeinen Eichenschrecke gleichmäßig und stärker gebogenen Legesäbel. Aufgrund ihrer Färbung sind die Tiere auf der Baumrinde gut getarnt. Von verwechselbaren Arten lässt sich Meconema meridionale primär durch die kurzen Stummelflügel und die spezifische Form der Cerci beziehungsweise des Ovipositors unterscheiden. Belastbare morphologische Beschreibungen zu Larven, Eiern oder Puppen jenseits der adulten Merkmale liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.1
Porträt
Beschreibung
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) ist eine im Mittelmeerraum beheimatete Laubheuschrecke, die sich in den letzten Jahrzehnten ausgehend von Südeuropa stark nach Norden ausbreitet und inzwischen in vielen Regionen Mitteleuropas etabliert ist. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre blassgrüne Färbung auf, wobei Männchen eine Körperlänge von 11 bis 13 Millimeter und Weibchen von 11,5 bis 17 Millimeter erreichen. Ein auffälliges morphologisches Merkmal im Vergleich zu verwandten Arten ist die Reduktion der Flügel zu stummelförmigen Anhängen bei beiden Geschlechtern, wodurch die Art flugunfähig ist. Sowohl Männchen als auch Weibchen besitzen extrem lange Fühler, die etwa die vierfache Körperlänge erreichen. Eine anatomische Besonderheit im Vergleich zu anderen Vertretern der Überfamilie Tettigonioidea ist das vollständige Fehlen von Stridulationsorganen bei beiden Geschlechtern. Zur akustischen Kommunikation nutzen die Tiere stattdessen ein für den Menschen in der Regel unhörbares Trommeln mit den Hinterbeinen auf Blättern. Das artspezifische Erscheinungsbild lässt sich im Feld besonders anhand der Hinterleibsanhänge und des Ovipositors bestimmen. Die Männchen besitzen s-förmige Cerci, deren Spitzen leicht nach außen gekrümmt sind. Die Weibchen tragen einen im Vergleich zur Gemeinen Eichenschrecke gleichmäßig und stärker gebogenen Legesäbel. Belastbare morphologische Detailstudien zu den einzelnen Larvenstadien liegen in der Standardliteratur kaum vor, weshalb die Entwicklung primär über die Zunahme der Körpergröße und die Ausprägung der Flügelscheiden charakterisiert wird. Die Ernährung der carnivoren Art besteht ausschließlich aus Insekten, wobei vor allem Blattläuse und kleine Raupen erbeutet werden. In Mitteleuropa besiedelt Meconema meridionale bevorzugt kleinklimatisch geschützte Innenstadtbereiche und meidet großflächige Wälder weitgehend. Der Lebensraum beschränkt sich primär auf den Kronenbereich von Laubbäumen wie Linden, Rosskastanien und Ahorne sowie auf Hecken und Rankengewächse. Für die Eiablage suchen die Weibchen ab Spätsommer die rissige Borke von Laubbäumen auf, während glattrindige Bäume gemieden werden. Die nachtaktive Art wird häufig durch künstliche Lichtquellen angelockt, was historisch zu zahlreichen Erstnachweisen an beleuchteten Standorten führte.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Südliche Eichenschrecke trägt den wissenschaftlichen Namen Meconema meridionale. Als deutscher Trivialname hat sich Südliche Eichenschrecke etabliert.1 Historisch wurde die Art zeitweise unter dem Synonym M. brevipenne Yersin, 1860 geführt.1 Belastbare Daten zur vollständigen etymologischen Herleitung des Gattungs- und Artnamens fehlen im vorliegenden Textkorpus. Die Art gehört zur Gattung Meconema innerhalb der Familie der Tettigoniidae.1 Frühere oder abweichende familiäre Zuordnungen außerhalb der Langfühlerschrecken werden in den vorliegenden Quellen nicht genannt. Internationale Trivialnamen sind in den Daten nicht hinterlegt. Die taxonomische Einordnung beschränkt sich auf die gängigen Bezeichnungen im europäischen Raum. Weitere historische Erstbeschreibungen oder spezifische Autorenschaften über die genannten Synonyme hinaus sind in der Datenbasis nicht belegt.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) zeichnet sich durch eine rein karnivore Ernährungsweise aus, bei der sowohl Larven als auch Adulte ausschließlich zoophag leben und sich von Insekten wie Blattläusen oder kleinen Raupen ernähren. Beide Geschlechter besitzen stummelförmige Flügel und sind flugunfähig. Die Körperlänge der Männchen liegt bei 11 bis 13 mm, während die Weibchen eine Länge von 11,5 bis 17 mm erreichen. Im Gegensatz zu anderen Laubheuschrecken fehlen beiden Geschlechtern jegliche Stridulationsorgane. Statt akustischer Laute erfolgt die intraspezifische Kommunikation über ein für Menschen unhörbares Trommeln mit den Hinterbeinen auf Blättern. Die Fortpflanzung ist an spezifische Substrate gebunden, wobei die Eiablage von August bis Oktober in die rissige Borke von Laubbäumen erfolgt. Hierbei werden bevorzugt Linden, Rosskastanien, Ahorne und Stieleichen genutzt. Zur Ablage steigen die Weibchen in der Dunkelheit aus dem Kronenbereich in den unteren Stammabschnitt herab. Belastbare Daten zu den exakten Entwicklungsstadien, der larvalen Anzahl, spezifischen Temperaturabhängigkeiten der Embryogenese oder genauen Mortalitätsfaktoren fehlen in der Literatur weitgehend. Die Lebensdauer der Adulten ist als kurzlebig einzustufen, wobei Tiere bis in den November hinein nachgewiesen werden.1
Lebensweise
Verhalten
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) ist aufgrund ihrer stummelförmig ausgebildeten Flügel bei beiden Geschlechtern flugunfähig. Die Fortbewegung erfolgt ansonsten im Kronenbereich von Gehölzen sowie laufend an Baumstämmen. Eine besondere Verhaltensanpassung zur Kommunikation ist das Fehlen klassischer Stridulationsorgane, stattdessen erzeugen die Tiere durch ein für Menschen unhörbares Trommeln mit den Hinterbeinen auf Blätter Lautäußerungen. Zur Orientierung und Aktivität trägt eine ausgeprägte positive Phototaxis bei, weshalb die Tiere nachts regelmäßig von künstlichen Lichtquellen angelockt werden. Das Beutefangverhalten ist carnivor ausgerichtet, wobei die Nahrung ausschließlich aus lebenden Insekten wie Blattläusen und kleinen Raupen besteht. Für die Fortpflanzung und Eiablage zeigen die Weibchen ein spezifisches vertikales Wanderungsverhalten, indem sie von August bis Oktober in der Dunkelheit aus der Baumkrone den Stamm herabsteigen. Die Eiablage erfolgt daraufhin in die rissige Borke von Laubbäumen wie Linden, Rosskastanien oder Ahornen. Bei der Suche nach geeigneten Ablageplätzen sowie bei nächtlichen Aktivitäten kommt es regelmäßig zu Interaktionen und gemeinsamem Auftreten mit anderen Laubheuschreckenarten wie der Gemeinen Eichenschrecke am selben Baumstamm.1
Lebensweise
Ökologie
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) nimmt als carnivorer Insektenfresser eine spezifische Rolle im Nahrungsnetz von Gehölzen ein, wobei ihre Nahrung ausschließlich aus kleinen Insekten wie Blattläusen und Raupen besteht. Ihr Lebensraum konzentriert sich primär auf den Kronenbereich von Laubbäumen sowie Hecken und Rankengewächsen. In Mitteleuropa zeigt die Art eine deutliche Präferenz für kleinklimatisch geschützte Innenstadtbereiche und besiedelt bevorzugt Gehölze in der Nähe von Bebauung oder großen asphaltierten Flächen, während große Parks mit Kaltluftseen sowie geschlossene Wälder weitgehend gemieden werden. Hinsichtlich der Substratabhängigkeit ist die Art bei der nächtlichen Eiablage von Laubbäumen mit rissiger Borke – insbesondere Winter- und Sommerlinden, Rosskastanien, Berg- und Spitzahorn sowie Stieleichen – abhängig, während glattrindige Bäume oder solche mit schnell abblätternder Rinde gemieden werden. Konkurrenzbeziehungen zeigen sich im Habitat, da sie sich oft denselben Baumstamm mit anderen Arten wie der Gemeinen Eichenschrecke oder der Punktierten Zartschrecke teilt. Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden und detaillierten natürlichen Feinden fehlen in den Quellen.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet im Mittelmeerraum und erstreckt sich ursprünglich über Südeuropa einschließlich Italiens, Spaniens, Südfrankreichs und Teilen des ehemaligen Jugoslawiens.12 Seit den 1960er Jahren hat die Art eine bemerkenswerte Arealexpansion nach Norden begonnen und schrittweise die nördlichen Alpen, Süddeutschland sowie Nordfrankreich besiedelt.2 Während sie bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich in Südeuropa vorkam, erreichte sie in den 1990er Jahren Mitteleuropa, die Benelux-Staaten und Ungarn.2 In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verbreitungsgebiet weiter nach Norden bis nach Großbritannien und Norddeutschland sowie nach Osteuropa ausgedehnt.12 In Deutschland wurde die Art lange Zeit nur im Raum Freiburg/Breisgau als fest etabliert betrachtet. In den letzten Jahrzehnten wird sie jedoch zunehmend nördlicher beobachtet und ist inzwischen in großen Städten des Westens wie im Ruhrgebiet sowie im Rheintal zwischen Bonn und Köln flächendeckend verbreitet. Die nordöstlichsten Funde in Deutschland stammen aus Berlin, wo die Art seit 2007 nachgewiesen ist.1 Auch in Tschechien und weiteren osteuropäischen Regionen breitet sich die Art primär entlang urbaner Zentren und Verkehrswege aus.2 Als Lebensraum bevorzugt Meconema meridionale den Kronenbereich von Laubbäumen wie Linden, Rosskastanien und Ahornen sowie Hecken und Rankengewächse. Im Gegensatz zu verwandten Arten besiedelt sie in Mitteleuropa bevorzugt kleinklimatisch geschützte Innenstadtbereiche und meidet große Wälder oder Kaltluftseen weitgehend.1 Entsprechend konzentrieren sich die Vorkommen in Mitteleuropa stark auf urbane Habitate und niedrigere Höhenstufen.2
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivitätsphase der adulten Meconema meridionale konzentriert sich im Jahresverlauf vor allem auf den Spätsommer und Herbst. Die Weibchen sind insbesondere von August bis Oktober, ausnahmsweise sogar bis Anfang November, aktiv. In diesem Zeitraum findet die gezielte Eiablage statt. Für die nächtliche Eiablage steigen die Weibchen ab der Dämmerung aus den Baumkronen herab. Etwa ab einer Stunde nach Beginn der völligen Dunkelheit können die Tiere an Baumstämmen in Augenhöhe angetroffen werden. Ähnlich wie verwandte Arten wird die Südliche Eichenschrecke nachts aktiv von künstlichen Lichtquellen angelockt. Belastbare quantitative Daten zur genauen Temperaturabhängigkeit der Aktivität liegen aus den Quellen nicht vor.1 Das öffentliche Suchinteresse an der Art zeigt in den Wintermonaten Januar und Februar vereinzelte Peaks, während in den übrigen Monaten geringere Zugriffe registriert werden.3 Weitere Generationenfolgen oder Details zum Überwinterungsstadium sind in den Primärquellen nicht spezifisch belegt.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale) ist als reiner Carnivor, der sich ausschließlich von Insekten wie Blattläusen und kleinen Raupen ernährt, ein Nützling im urbanen Grün. Ein Schadpotenzial an Pflanzen existiert nicht, da weder Fraßschäden an Blättern noch andere Beeinträchtigungen der Wirtsbäume verursacht werden. Aufgrund ihrer Ernährungsweise und Lebensweise stellt die Art weder einen Schädling noch einen direkten Krankheitsüberträger dar, weshalb sie keinerlei medizinische oder gesundheitliche Relevanz besitzt. Gelegentlich wird die Art lediglich als Lästling wahrgenommen, wenn Tiere nachts durch künstliche Lichtquellen in Gebäude angelockt werden. Spezifische Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind daher nicht erforderlich. Der Nachweis der Tiere gelingt im Rahmen von Monitorings am effektivsten von August bis Oktober durch das Absuchen von Baumstämmen Laubbäumen in den Abendstunden, wenn die Weibchen zur Eiablage herabsteigen. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden oder rechtlichen Aspekten wie Meldepflichten fehlen, da es sich um eine ökologisch unbedenkliche Art handelt.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdliche_Eichenschrecke
- gbif.org/species/1690429
- Literaturzusammenfassung: Meconema meridionale