Lexikon-Eintrag

Suedamerikanische Minierfliege Liriomyza huidobrensis

Suedamerikanische Minierfliege (Liriomyza huidobrensis), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Agromyzidae
Gattung
Liriomyza
Art
Liriomyza huidobrensis

Wissenschaftlicher Name Liriomyza huidobrensis (Blanchard, 1926)

Überblick

Einleitung

Liriomyza huidobrensis ist eine in die Familie der Minierfliegen (Agromyzidae) eingeordnete Insektenart, deren Larven als polyphage Schädlinge an zahlreichen Kulturpflanzen auftreten. Die Art ist ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimatet, hat sich jedoch durch den internationalen Handel mit Pflanzenmaterial weltweit in vielen Regionen als invasive Art ausgebreitet. Da sie ein breites Spektrum an Gemüsekulturen und Zierpflanzen befällt und dort erhebliche Schäden verursacht, zählt sie zu den weltweit bedeutendsten Schadorganismen in ihrer Familie.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Larven durchlaufen vor der Verpuppung insgesamt drei Larvenstadien (Instars).
  • Die von den Larven erzeugten Minen zeigen gewundene Spuren nahe der Mittelrippe und den Blattadern, die durch weiße Bahnen mit feuchten, schwarzen Kotbereichen sowie getrockneten, braunen Stellen gekennzeichnet sind.
  • Nach Abschluss der Fressphase verlassen die Larven das Blatt und verpuppen sich im Laub oder im Boden 1, wobei die Puppen durch die sklerotisierten beziehungsweise chitinisierten Reste der letzten Larvenhaut geschützt werden.
  • Adulte Exemplare ernähren sich neben Pflanzensaft auch von Nektar.
  • Die Art ist kältetoleranter als der nahe Verwandte Liriomyza sativae und kann Temperaturen von bis zu -19 °C (−2,20 °F) überstehen.
  • Eine in Nordamerika bereits heimische Erbsen-Minierfliege stellt eine andere Art dar, nämlich Liriomyza langei.
  • Ein neuer Biotyp der Art wurde in Indonesien, Asien, der Mittelmeerregion sowie in Südamerika nacheghewiesen und hat sein Verbreitungsgebiet bis nach Südkalifornien ausgedehnt.
  • In Großbritannien wird die Art im Freiland nicht angetroffen, wurde jedoch gelegentlich in Gewächshäusern in England und Wales entdeckt und jeweils erfolgreich ausgerottet.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Adulte Individuen von Liriomyza huidobrensis sind winzige Fliegen mit einer Körperlänge von etwa 2 mm. Sie besitzen einen charakteristisch schwarz und gelb gefärbten Körper sowie durchsichtige, transluzente Flügel. Belastbare morphologische Details zum Kopf, den Augen, den Antennen oder den spezifischen Mundwerkzeugen fehlen in den vorliegenden Primärquellen weitgehend. Gleiches gilt für detaillierte Beschreibungen des Thorax, des Pronotums, der Skulpturierung und Behaarung sowie für spezifische Merkmale der Beine und des Abdomens inklusive Legebohrer und Cerci. Ein Sexualdimorphismus ist in den verfügbaren Daten für diese Art nicht näher belegt.1 Die Larven durchlaufen drei Larvalstadien und erzeugen beim Fressen charakteristische, gewundene Minen im Blattgewebe. Diese Minen verlaufen meist nahe der Mittelrippe und den Blattadern und zeichnen sich durch weiße Spuren mit feuchten, schwarzen sowie getrockneten, braunen Kotbereichen (Frass) aus. Ausgewachsene Larven verlassen das Blatt zur Verpuppung im Boden oder in der Laubstreu. Die Puppen sind durch die chitinisierten Überreste der letzten Larvenhaut geschützt. Weibliche Fliegen legen die Eier einzeln und rundlich in das Blattgewebe ab, wobei genauere morphologische Eimaße in der zitierten Literatur nicht spezifiziert sind.2 Aufgrund äußerlicher Ähnlichkeiten mit verwandten Minierfliegenarten ist eine Abgrenzung oft schwierig, doch Details zu trennenden Merkmalen gegenüber verwechselbaren Arten sind in der Datenbasis nicht detailliert ausgeführt.1

Porträt

Beschreibung

Liriomyza huidobrensis ist als Südamerikanische Minierfliege eine weltweit bedeutende phytophage Art aus der Familie der Agromyzidae. Im natürlichen Lebensraum zeichnen sich die adulten Fliegen durch eine Körpergröße von etwa 2 mm sowie eine charakteristische Zeichnung aus Schwarz und Gelb in Kombination mit transluzenten Flügeln aus. Während die Imagines im Freiland und in Gewächshäusern durch ihre Mobilität auffallen, erfolgt die weltweite Ausbreitung primär passiv durch den Handel mit infiziertem Pflanzenmaterial, in dem Eier, Larven oder Puppen verborgen sind. Die Art zeigt eine extreme Polyphagie und befällt Gemüsekulturen sowie Zierpflanzen aus mindestens fünfzehn verschiedenen Pflanzenfamilien. Weibliche Fliegen nutzen Pflanzensäfte als Nahrungsquelle, wobei sie gezielt Blätter einritzen, während Männchen gelegentlich diese Wundstellen zur Nahrungsaufnahme aufsuchen. Die Eiablage erfolgt einzeln in das pflanzliche Gewebe, wobei ein Weibchen im Laufe ihres Lebens insgesamt 100 bis 120 Eier ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen nach zwei bis fünf Tagen die Larven, welche sich durch das Blattgewebe fressen und dabei typische, gewundene Minen hinterlassen. Diese Minen verlaufen meist nahe der Mittelrippe und sind durch weiße Spuren mit feuchten, schwarzen Kotstellen sowie getrockneten, braunen Bereichen gekennzeichnet. Im Laufe ihrer Entwicklung durchlaufen die Larven drei Larvalstadien, um sich schließlich aus dem Blatt herauszuarbeiten und im Boden oder der Streuschicht zu verpuppen. Die Puppen sind durch chitinisierte Überreste der letzten larvalen Haut geschützt, aus denen nach ein bis zwei Wochen die adulten Fliegen schlüpfen. Die Lebensdauer der Imagines beträgt unter normalen Bedingungen zwei bis vier Wochen. Bezüglich ihrer Kältetoleranz erweist sich Liriomyza huidobrensis als vergleichsweise robust und übersteht Temperaturen von bis zu −19 °C, wodurch sie im Vergleich zu verwandten Arten wie Liriomyza sativae anpassungsfähiger ist. In wärmeren Regionen findet die Reproduktion ganzjährig statt, wohingegen in extrem heißen Sommermonaten mancher Standorte eine sommerliche Inaktivität der adulten Tiere beobachtet wird. Der Befall führt bei jungen Pflanzen zu schweren Schäden bis hin zum Absterben, während bei älteren Pflanzen die Photosyntheseleistung und Wachstumsrate drastisch reduziert werden. Bereits wenige Minen an Blattgemüse wie Sellerie, Spinat oder Salat reichen aus, um die Ernte vollständig unverkäuflich zu machen. Zusätzlich mindern die Einstich- und Eiablagelöpse der Weibchen den ästhetischen Wert von Zierpflanzen und Schnittblumen.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Südamerikanische Minierfliege wird wissenschaftlich als Liriomyza huidobrensis (Blanchard, 1926) bezeichnet und gehört zur Familie der Minierfliegen (Agromyzidae) innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera).21 Die Typuslokalität der Art befindet sich in Argentinien (Buenos Aires). Zu den gebräuchlichen deutschen Trivialnamen zählen neben der Südamerikanischen Minierfliege auch Beugen-Minierfliege oder Erbsen-Minierfliege, wobei letzterer Name im Englischen als "pea leaf miner" geläufig ist. Im englischen Sprachraum wird sie zudem als "serpentine leaf miner" bezeichnet, allerdings kann dieser Begriff auch für verwandte Arten wie Liriomyza brassicae verwendet werden. Belastbare Daten zur genauen Etymologie des Gattungs- und Artnamens sowie zu historischen Synonymen oder früheren Kombinationen fehlen in den vorliegenden Primärquellen weitgehend. Die Art ist ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimatet, hat sich jedoch durch den internationalen Handel mit Pflanzenmaterial weltweit in zahlreiche Regionen ausgebreitet.2

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von Liriomyza huidobrensis ist durch eine hohe Fertilität geprägt, bei der weibliche Imagines insgesamt 100 bis 120 Eier einzeln in das Wirtspflanzengewebe ablegen. Eine einmalige Paarung reicht aus, um alle Eier des Weibchens zu befruchten. Die Eiablage erfolgt durch kreisrunde Einstiche in die Blätter, die gleichzeitig als Nahrungsquelle für die Weibchen dienen, welche Pflanzensaft aufnehmen. Männliche Fliegen sind nicht in der Lage, Blätter selbst zu durchstechen, und ernähren sich stattdessen gelegentlich an den von den Weibchen erzeugten Wunden. Die Imagines nehmen zudem Nektar auf. Nach der Ablage benötigen die Eier 2 bis 5 Tage bis zum Schlupf. Die Larven durchlaufen insgesamt drei Larvenstadien (Instars) und fressen sich durch das Blattgewebe, wobei sie gewundene, weiße Minen hinterlassen, die feuchte, schwarze Frassbereiche sowie getrocknete, braune Zonen aufweisen. Die Larvenentwicklung beansprucht bis zu 7 Tage. Wenn die Larven vollständig entwickelt sind, verlassen sie das Blatt und verpuppen sich im Blattstreu oder im Boden. Die Puppen sind durch die chitinisierten Überreste der letzten abgeworfenen Larvenhaut geschützt. Aus den Puppen schlüpfen die adulten Fliegen ein bis zwei Wochen später. Adulte Exemplare erreichen eine Lebensdauer von 2 bis 4 Wochen. In wärmeren Klimazonen findet die Fortpflanzung während eines Großteils des Jahres statt, während in Ländern wie Israel während der Sommerhitze keine Adulten zu beobachten sind. Physiologisch weist Liriomyza huidobrensis eine bemerkenswerte Kältetoleranz auf und kann Temperaturen von bis zu −19 °C (−2,20 °F) überstehen, womit sie widerstandsfähiger als verwandte Arten ist. Die Art ist extrem polyphag und nutzt Pflanzen aus mindestens fünfzehn Familien als Nahrungssubstrat.1 Belastbare Daten zu spezifischen Mortalitätsfaktoren oder Parasitoiden fehlen in den vorliegenden Quellen.

Lebensweise

Verhalten

Adulte Weibchen von Liriomyza huidobrensis zeigen ein spezifisches Bohrverhalten, bei dem sie Blätter mit kreisrundem Lochfraß versehen, um Pflanzensaft aufzunehmen und Eier einzeln in das Pflanzengewebe abzulegen. Männchen sind nicht in der Lage, eigenständig Löcher in Blätter zu stechen, sondern nutzen gelegentlich die von Weibchen erzeugten Einstiche zur Nahrungsaufnahme. Die Fortbewegung der imaginalen Fliegen erfolgt aktiv durch Fliegen, wobei sie sich über begrenzte Distanzen ausbreiten können. Larven zeigen ein charakteristisches Minierverhalten, indem sie sich durch das Blattgewebe fressen und dabei gewundene, weiße Minengänge mit feuchten, schwarzen Kotspuren hinterlassen. Nach Abschluss ihrer Entwicklung verlassen die Larven das Blatt, um sich im Boden oder in der Streuschicht zu verpuppen.1

Lebensweise

Ökologie

Liriomyza huidobrensis ist eine eurytope, hochgradig polyphage Art, deren ökologische Rolle primär als phytophager Schadorganismus in landwirtschaftlichen Ökosystemen definiert ist. Die Art befällt Pflanzen aus mindestens fünfzehn verschiedenen Familien, wobei keine spezifische Wirtspflanzenpräferenz erkennbar ist. Zu den bekannten Wirtspflanzen zählen Gemüsekulturen wie Erbsen, Bohnen, Salat, Sellerie, Spinat, Brokkoli, Zwiebeln sowie zahlreiche Zierpflanzen. Im Zuge ihrer trophischen Aktivität minieren die Larven in den Blättern und Stängeln, was bei jungen Pflanzen zum Absterben führen kann und bei älteren Pflanzen die Photosyntheseleistung mindert. Die adulte Liriomyza huidobrensis ernährt sich von Nektar und Pflanzensaft, wobei Weibchen die Blätter punktieren, um an den Saft zu gelangen, während Männchen diese Einstiche ebenfalls zur Nahrungsaufnahme nutzen. Die Art zeigt eine bemerkenswerte Kältetoleranz und kann Temperaturen von bis zu −19 °C (−2,20 °F) überstehen, wodurch sie sich auch in kühleren Regionen etablieren konnte. In wärmeren Klimazonen findet die Reproduktion fast ganzjährig statt, während extreme Hitzeperioden wie im Sommer in Israel zu einer Inaktivität der Ad adultes führen können. Als Habitate werden bevorzugt Ackerland, Marktgärten, Gärten und Gewächshäuser besiedelt.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Südamerikanische Minierfliege Liriomyza huidobrensis stammt ursprünglich aus Süd- und Zentralamerika, wo sie in tropischen und subtropischen Regionen beheimatet ist.12 Durch den internationalen Handel mit Zier- und Nutzpflanzen hat sich die Art global ausgebreitet und ist mittlerweile weltweit auf allen Kontinenten außer Australasien und der Antarktis nachgewiesen. In Europa wurde der erste Nachweis 1987 in einem Gewächshaus in den Niederlanden erbracht. Von dort aus expandierte die Art insbesondere in den Mittelmeerraum sowie nach Osteuropa, wobei letztere Verbreitung aufgrund der dortigen Wintertemperaturen überraschend ist.1 Die aktuelle paläarktische Verbreitung umfasst zahlreiche europäische Länder wie Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich und Spanien.2 Neben Freilandvorkommen in warmen Regionen besiedelt Liriomyza huidobrensis in kühleren Breiten primär geschützte Habitate wie Gewächshäuser.1 Zu den typischen Habitattypen zählen landwirtschaftliche Nutzflächen, Ackerland, Markt Gärten sowie Gärten und Parkanlagen.2 Als polyphag gefräßige Art besiedelt sie Lebensräume, in denen ein breites Spektrum an Wirtspflanzen aus mindestens fünfzehn Pflanzenfamilien verfügbar ist. In geschlossenen Systemen wie Gewächshäusern tritt die Art ganzjährig auf, während in Regionen mit heißen Sommern wie Israel eine Sommerpause eingelegt werden kann. Belastbare Daten zur genauen vertikalen Höhenverbreitung in den natürlichen oder besiedelten Regionen fehlen.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Hessen, Deutschland

    27.09.2020

Daten: iNaturalist

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivitätsdauer und Fortpflanzung von Liriomyza huidobrensis hängen stark von den vorherrschenden klimatischen Bedingungen ab. In wärmeren Klimazonen kann die Reproduktion während nahezu des gesamten Jahres stattfinden. Im Gegensatz dazu sind adulte Fliegen in bestimmten Regionen wie Israel während der großen Sommerhitze nicht zu beobachten. Die Entwicklungsdauer der Eier beträgt 2 bis 5 Tage, während die Fressphase der Larven bis zu 7 Tage in Anspruch nimmt. Nach der Verpuppung schlüpfen die adulten Tiere nach 1 bis 2 Wochen. Adulte Exemplare weisen eine Lebensdauer von 2 bis 4 Wochen auf. Hinsichtlich der Kältetoleranz erweist sich die Art als vergleichsweise robust und kann Temperaturen bis zu −19 °C standhalten. Belastbare flächendeckende Daten zur genauen Generationsfolge pro Jahr sowie zu exakten Schwarmflugzeiten fehlen in der Literatur weitgehend, da die Aktivität außerhalb von Gewächshäusern stark von regionalen Temperaturverläufen geprägt ist.1 Analysen zum öffentlichen Informationsinteresse zeigen wiederkehrende, wenngleich geringe Nachfragespitzen im Januar, was auf saisonal schwankende Wahrnehmungen im Pflanzenschutz hindeutet.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Liriomyza huidobrensis gilt weltweit als einer der destruktivsten agromyziden Schädlinge in der Landwirtschaft und im Gartenbau. Die Art befällt als polyphager Schadorganismus mindestens fünfzehn Pflanzenfamilien, darunter Gemüsekulturen wie Erbsen, Bohnen, Salat, Sellerie, Spinat und Kartoffeln. Junge Pflanzen können durch den Befall schwer geschädigt werden und sogar absterben, während ältere Pflanzen eine reduzierte Photosyntheseaktivität und ein verringertes Wachstum aufweisen. Besonders wirtschaftlich gravierend ist, dass bereits wenige Minen im Blattwerk von Salat, Sellerie oder Spinat die Ernte unverkäuflich machen können. Zusätzlich beeinträchtigen die Einstichlöcher zur Nahrungsaufnahme und Eiablage durch weibliche Fliegen das äußere Erscheinungsbild von Schnittblumen und Zierpflanzen. An Kartoffeln schädigen die Larven zunächst die unteren Pflanzenteile, bevor sie bei nachlassendem Pflanzenwachstum auch obere Regionen befallen und dort zu nekrotischem Gewebeverlust führen. Als präventive und verschleppungshemmende Maßnahme dient vor allem die Kontrolle und Überwachung des Imports infizierter Pflanzen, da die globale Ausbreitung maßgeblich durch den Handel mit Eiern, Larven oder Puppen im Pflanzengewebe erfolgt. Für das Monitoring und den Nachweis des Schädlings in Gewächshäusern werden insbesondere in betroffenen Regionen Fallen eingesetzt, wobei die Art in manchen europäischen Ländern wie England und Wales in Gewächshäusern erfolgreich ausgerottet werden konnte. Belastbare Daten zu spezifischen biologischen, physikalischen oder chemischen Einzelmaßnahmen sowie integrierten Bekämpfungsstrategien gehen aus den vorliegenden Quellen nicht im Detail hervor.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Liriomyza huidobrensis gilt als einer der weltweit schädlichsten Vertreter der Minierfliegen und besitzt eine erhebliche wirtschaftliche Relevanz im Pflanzenbau. Die Art ist extrem polyophag und befällt Nutzpflanzen aus mindestens fünfzehn verschiedenen Pflanzenfamilien.1 Zu den betroffenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen gehören unter anderem Erbsen, Bohnen, Salat, Sellerie, Spinat, Brokkoli, Zwiebeln, Tomaten, Gurken sowie zahlreiche Zierpflanzen.12 Der Schaden entsteht primär durch die minierenden Larven sowie durch die Einstiche weiblicher Fliegen bei der Nahrungsaufnahme und Eiablage. Bei jungen Pflanzen kann ein Befall zu schweren Schäden und zum Absterben führen. Ältere Pflanzen zeigen eine reduzierte Photosyntheseaktivität, wodurch ihre Wachstumsrate stark beeinträchtigt wird. Besonders im Gemüsebau führt bereits ein geringer Minierbefall an Blättern von Salat, Sellerie oder Spinat zu einer sofortigen Qualitätsminderung und macht die Ernte unverkaufbar. Darüber hinaus beeinträchtigen die Einstichstellen adulter Weibchen das ästhetische Erscheinungsbild von Schnittblumen und Zierpflanzen erheblich. Bei Kartoffeln führt der Larvenfraß bei fortgeschrittener Reife zu Nekrosen und zum Absterben des oberen Pflanzengewebes. Die weltweite Verschleppung erfolgt überwiegend passiv durch den Handel mit infiziertem Pflanzenmaterial, weshalb die Art in zahlreichen Regionen als bedeutender Quarantäneschädling eingestuft wird.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Liriomyza_huidobrensis
  2. gbif.org/species/1553410