Lexikon-Eintrag

Libellula-Art (Segellibellen) Libellula

Libellula-Art (Segellibellen) (Libellula), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Odonata
Familie
Libellulidae
Gattung
Libellula

Überblick

Einleitung

Die Gattung Libellula gehört zur Familie der Segellibellen (Libellulidae) innerhalb der Ordnung der Libellen (Odonata) und wurde im Jahr 1758 durch Carl von Linné wissenschaftlich eingerichtet. Innerhalb der Unterfamilie Libellulinae bildet die Gattung gemeinsam mit der Gattung Orthetrum eine gegenüber allen anderen Gattungen eigenständige Gruppe. Bekannte Vertreter dieser weltweit verbreiteten Gattung sind unter anderem der Plattbauch (Libellula depressa) und der Vierfleck (Libellula quadrimaculata).1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Gattung umfasst weltweit zahlreiche beschriebene Arten, darunter allein 28 Arten in der Neuen Welt.
  • Zu den bekannten europäischen Vertretern der Gattung zählen neben dem Plattbauch und dem Vierfleck auch der Spitzenfleck (Libellula fulva) und der Rotrücken (Libellula pontica).
  • Von den nearktischen und neotropischen Arten der Gattung ist unter anderem Libellula herculea bekannt, deren Nymphen sich in kleinen, schattigen Tümpeln und Gräben entwickeln.
  • Fundorte von Libellula herculea in Ekuador umfassen Höhenlagen von 220 m bis zu 867 m.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Gattung Libellula umfasst mittelgroße bis große Segellibellen, die durch eine robuste Körperform und charakteristische Flügelmerkmale gekennzeichnet sind. Die Antennen der Gattung sind kürzer als der Thorax. Die Flügel werden im Ruhezustand ausgebreitet gehalten (alis patentibus acquiescentes). Am Abdomen finden sich bei den caudal befindlichen Anhängen haken- und blattförmige Partikel (cauda particulis hamoso-foliaceis). Die Mundwerkzeuge zeigen mehrfach ausgebildete Maxillen (maxillis pluribus). Zu den prominenten Vertretern der Gattung gehört unter anderem der Plattbauch (Libellula depressa) sowie der Vierfleck (Libellula quadrimaculata). Belastbare morphologische Detaildaten zu Puppen sowie spezifische Maße für alle Arten liegen in den vorliegenden Quellen nicht flächendeckend vor.2

Porträt

Beschreibung

Die Gattung Libellula gehört zur Familie der Segellibellen innerhalb der Unterfamilie Libellulinae und wurde im Jahr 1758 durch Carl von Linné eingerichtet. In der Kladistik wird die Gattung Libellula gemeinsam mit der Gattung Orthetrum allen übrigen Gattungen dieser Unterfamilie gegenübergestellt. Typischerweise umfasst die Gattung zahlreiche bekannte Arten wie den Plattbauch (Libellula depressa), der in Deutschland im Jahr 2001 als Insekt des Jahres ausgewählt wurde, sowie den Vierfleck (Libellula quadrimaculata). Bezüglich der weltweiten Verbreitung besiedeln verschiedene Vertreter der Gattung weite Teile der Holarktis, darunter Euro-Sibirien, Zentral- sowie Südwestasien und Nordafrika.1 Morphologisch zeichnet sich die Gattung durch charakteristische anatomische Merkmale aus, wobei die Antennen kürzer als der Thorax sind und die Maxillen spezifische Strukturen aufweisen. Die Nymphen beziehungsweise Larven entwickeln sich typischerweise in stehenden oder fließenden Gewässern wie kleinen schattigen Tümpeln und Gräben.2 Belastbare Daten zu detaillierten intraspezifischen Vergleichen der Larvenstadien und exakten mikroskopischen Feldmerkmalen aller Arten sind in der Literatur nur lückenhaft beschrieben.12 Historisch begründet sich die Taxonomy der Gattung auf die frühen Beschreibungen von Linnaeus im Jahr 1758. Weitere systematische Untersuchungen, wie jene von Selys im Jahr 1887, erweiterten das Wissen über Arten wie Libellula pontica im Nahen Osten. Die phylogenetische Einordnung der Unterfamilien der Segellibellen lässt sich nach aktuellem Forschungsstand nicht eindeutig durch eine dichotome Darstellung als Schwestergruppe abbilden. Daher bleiben viele Details der gattungsspezifischen Evolution Gegenstand aktueller systematischer Forschung.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gattung Libellula gehört zur Familie der Libellulidae innerhalb der Insektenordnung der Libellen (Odonata). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Gattung erfolgte im Jahr 1758 durch Carl von Linné. Innerhalb der Unterfamilie Libellulinae nimmt die Gattung Libellula eine zentrale Stellung ein und wird in der Kladistik gemeinsam mit der Gattung Orthetrum allen übrigen Gattungen dieser Unterfamilie gegenübergestellt. Das Artenspektrum umfasst zahlreiche weltweit verbreitete Vertreter, darunter bekannte mitteleuropäische Arten wie den Plattbauch (Libellula depressa) und den Vierfleck (Libellula quadrimaculata). Für die Unterfamilien der Segellibellen existieren nach aktuellem Forschungsstand keine Untersuchungen, die eine dichotome Darstellung der Phylogenie und eine eindeutige Zuordnung als Schwestergruppe erlauben.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Gattung Libellula umfasst weltweit zahlreiche Arten von Segellibellen, deren Lebenszyklus und Biologie eng an aquatische Habitate gebunden sind. Die Fortpflanzungsbiologie der Libellen ist durch ein komplexes Paarungsverhalten gekennzeichnet, bei dem sich die Imagines an stehenden oder langsam fließenden Gewässern einfinden. Die Eiablage erfolgt nach der Kopula direkt im Gewässer, wobei die Weibchen ihre Eier oft im Flug oder in Wasservegetation abgeben. Die Entwicklung der Tiere verläuft hemimetabol und gliedert sich in die Stadien Ei, Larve (Nymphe) und Imago, wobei ein Puppenstadium fehlt. Die Larven entwickeln sich in Gewässern wie Teichen, Gräben oder kleinen Waldtümpeln. Belastbare artspezifische Daten zur genauen Anzahl der Larvenstadien, zu exakten Entwicklungsdauern sowie zur thermischen Abhängigkeit oder Fertilität liegen in der aggregierten Quellengrundlage für die Gesamttattung Libellula nicht flächendeckend vor. Die Ernährung der räuberisch lebenden Larven besteht aus aquatischen Kleintieren und Insektenlarven, während die adulten Imagines als geschickte Luftjäger andere fliegende Insekten erbeuten. Spezifische physiologische Besonderheiten wie Diapause-Mechanismen oder genaue Kältetoleranzen der verschiedenen Arten sind innerhalb der Gattung Libellula bisher nur bruchstückhaft in Einzelfallstudien untersucht. Als Mortalitätsfaktoren wirken natürliche Feinde im aquatischen und terrestrischen Lebensraum, wobei prädatische Fische, Amphibien und andere Wasserinsekten die Larvenpopulationen regulieren. Die Lebensdauer der adulten Imagines erstreckt sich meist über einige Wochen bis Monate während der warmen Jahreszeit. Symbiosen oder spezifische Assoziationen mit anderen Organismen sind für die Gattung Libellula nach aktueller Datenlage nicht systematisch belegt.1

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Daten zum spezifischen Verhalten der Gattung Libellula fehlen in den vorliegenden Quellen weitgehend, da sich die verfügbaren Berichte primär auf systematische Einordnungen und Fundortlisten beschränken.12 Historische Beschreibungen erwähnen lediglich allgemeine morphologische Merkmale im Ruhezustand wie ausgebreitete Flügel (Alis patentibus acquiescentes).2 Systematische Untersuchungen zum Flug-, Territorial- oder Fortpflanzungsverhalten innerhalb der Gattung sind in den Daten nicht enthalten. Daher können keine verallgemeinerten Aussagen zu Verhaltensweisen wie Orientierung, Kommunikation oder interspezifischen Interaktionen getroffen werden.12

Lebensweise

Ökologie

Arten der Gattung Libellula besiedeln als aquatisch lebende Insekten primär stehende bis langsam fließende Gewässer wie Teiche, Gräben und Uferbereiche. Die Entwicklung der Nymphen findet überwiegend in flachen, schattigen Gewässern, Tümpeln oder Gräben statt.1 Belastbare quantitative Daten zu weiteren trophischen Ebenen oder spezifischen Parasitoiden innerhalb der Gattung liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Libellen-Gattung Libellula ist paläarktisch und nearktisch verbreitet und besiedelt vor allem die gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. Das natürliche Verbreitungsgebiet einzelner Arten wie Libellula depressa und Libellula quadrimaculata erstreckt sich über Euro-Siberia sowie Teile Südwest- und Zentralasiens. Zudem umfasst das Areal von Libellula quadrimaculata auch Regionen Nordafrikas 1, während Libellula pontica im Nahen Osten beheimatet ist.1 In Mitteleuropa und im DACH-Raum sind Vertreter der Gattung flächendeckend anzutreffen, wobei sie stehende, oft sonnige Gewässer bevorzugen. Die Nymphen entwickeln sich typischerweise in Flachwasserzonen, kleinen schattigen Tümpeln oder Gräben.1 Belastbare Daten zur genauen vertikalen Höhenverbreitung der gesamten Gattung fehlen, jedoch sind Vorkommen in kollinen bis montanen Stufen dokumentiert. Anthropogene Habitate wie künstliche Teiche oder vegetationsreiche Gräben werden von verschiedenen Arten ebenfalls besiedelt.1

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Gattung Libellula zeigt im Jahresverlauf artspezifische Aktivitätszeiten der imaginalen Stadien, wobei in Mitteleuropa flächendeckend beobachtet wird, dass die Flugzeit im späten Frühjahr ihren Schwerpunkt erreicht. Das öffentliche Suchinteresse in Deutschland verzeichnet in diesem Zusammenhang deutliche Peaks im Mai, was mit der Hauptschlupf- und Aktivitätsphase der Tiere korreliert. Belastbare quantitative Daten zur exakten Temperaturabhängigkeit der Flugaktivität, zur Generationenfolge sowie zum genauen Überwinterungsmodus fehlen auf Gattungsebene in der wissenschaftlichen Literatur weitgehend, da sich die meisten verfügbar publizierten Studien auf lokale Verbreitungsnachweise und taxonomische Beschreibungen beschränken. Bisher sind saisonale Muster primär durch faunistische Einzelnachweise belegt, die das Vorkommen adulter Libellen von den Frühlingsmonaten bis in den Sommer hinein dokumentieren. Eine genaue Differenzierung der Larvalentwicklung und der Überwinterungsstadien ist für die Gesamtgattung Libellula aufgrund der weltweiten und ökologisch diversen Verbreitung der über 30 Arten nur auf Artniveau möglich. Deshalb lassen sich für das Gesamt-Taxon keine pauschalen, quantifizierten Angaben zur Tagesaktivität oder zu strengen Multivoltinismus-Mustern treffen. Die Phänologie wird demnach stark von regionalen Klimafaktoren und den spezifischen Habitatbedingungen der jeweiligen Einzelart geprägt.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Libellengattung Libellula und ihre Vertreter sind ökologisch als Nützlinge einzustufen, da weder von den imaginalen Tieren noch von den Nymphen schädigende Wirkungen auf Kulturpflanzen oder Vorräte ausgehen. Ein Schadpotenzial im Sinne von Pflanzenschäden oder Materialbeschädigungen existiert nicht, weshalb keinerlei typische Schadbilder an Nutzpflanzen bekannt sind. Belastbare Daten zu medizinischen oder gesundheitlichen Risiken, wie etwa Allergien oder der Funktion als Vektoren für Krankheitserreger, fehlen vollständig für diese Insektengruppe. Da es sich um nützliche Prädatoren handelt, sind weder Befallsanzeichen noch Maßnahmen zur Früherkennung oder Bekämpfung erforderlich. Präventionsmaßnahmen oder Monitoring-Methoden im Sinne eines Schädlingsmanagements werden für Libellula-Arten nicht angewendet, da sie keinen Schaden anrichten. Entsprechend sind auch keine biologischen, physikalischen oder chemischen Bekämpfungsmaßnahmen oder Ansätze der integrierten Schädlingsbekämpfung etabliert. Rechtliche Aspekte bezüglich Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für die Gattung Libellula nicht. Die Tiere unterliegen stattdessen in vielen Regionen dem allgemeinen Artenschutz, da sie als Bestandteil intakter aquatischer Ökosysteme eine wichtige Rolle einnehmen.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Libellula
  2. gbif.org/species/1427882