Lexikon-Eintrag

Karottenwespe Gasteruption

Karottenwespe (Gasteruption), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Hautflügler (Hymenoptera)
Familie
Gasteruptiidae
Gattung
Gasteruption

Überblick

Einleitung

Gasteruption ist eine Wespengattung aus der Familie Gasteruptiidae innerhalb der Ordnung Hymenoptera. Die Körperlänge der Vertreter liegt im Bereich von 8,0–20,0 mm, wobei der Ovipositor nicht eingerechnet ist. Die Gattung umfasst weltweit zahlreiche Arten, die unter anderem in Europa und Asien verbreitet sind.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Unterfamilie, welcher die Gattung angehört, wird als Gasteruptiinae bezeichnet.
  • Am Mesosoma sind die Vorder- und Mittelschienen typischerweise mit einem weißen Streifen versehen, der von der Basis bis zur Spitze reicht.
  • Die Hintertibia weist an ihrer Basis in der Regel eine weiße Färbung auf.
  • Die Metacoxa zeigt am posterioren Teil entweder eine striierte, rugulose oder glatte Oberflächenstruktur.
  • Die mediale Propodealkarina ist entweder abgeflacht oder vollständig abwesend.
  • Am Vorderflügel ist ein Jugallappen normalerweise nicht ausgebildet und fehlt selten.
  • Die Diskalzelle kann in verschiedenen Formen wie subtrapezoidal, subtriangular oder gestielt auftreten oder gänzlich fehlen.
  • Der Flügelabschnitt der Ader 2–M ist im ersten Drittel tubulär und im restlichen Verlauf neblulös ausgebildet.
  • Auf den Hinterflügeln befinden sich 3 bis 4 Hamuli, die meist nicht gleichmäßig voneinander entfernt stehen.
  • Am ersten Metasomatergum berühren sich die Ränder fast und verdecken dadurch den größten Teil des ersten Sternums.
  • Das subgenitale Sternum des Weibchens besitzt eine spaltförmige Y-förmige oder eine offene V-förmige Kerbe.
  • Die Länge des Ovipositors variiert von kürzer als das zweite und dritte Tergum zusammen bis länger als das gesamte Metasoma.
  • Die Anzahl der in China validen Arten der Gattung beläuft sich auf 41.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Körperlänge adulter Wespen der Gattung Gasteruption beträgt 8,0–20,0 mm, wobei der Legebohrer bei dieser Angabe nicht eingerechnet ist. Der Kopf erscheint in der Dorsalansicht subtrapezoidal oder subrectangular und variiert in seinen Proportionen von breiter als lang bis länger als breit. Die Mandibeln zeigen in der Frontalansicht einen spitz zulaufenden Apex, während der Clypeus und das Gesicht keine longitudinalen Striae aufweisen. Am Mesosoma besitzt das Pronotum drei deutlich abgegrenzte Loben sowie einen oft ausgebildeten Pronotalfortsatz. Das Mesoscutum ist gleichmäßig skulpturiert und wird durch depressive Notauli in zwei unterschiedliche Ebenen getrennt. Vorder- und Mitteltibien weisen in der Regel einen weißen Streifen von der Basis bis zum Apex auf, und die Hinterschienen sind basalerseits ebenfalls meist weiß gefärbt. Die Metacoxa zeigt im hinteren Bereich eine striierte, rugulose oder glatte Skulptur. Im Vorderflügel fehlt der anale Jugallappen meist, und eine geschlossene Diskalzelle kann vorhanden oder reduziert sein. Das erste Metasomaltergum umschließt die Ränder so stark, dass der Großteil des ersten Sternums verdeckt wird. Das weibliche Subgenitalsternum weist eine spaltförmige Y-förmige oder eine offene V-förmige Kerbe auf. Der Legebohrer variiert in seiner Länge und misst zwischen dem Bereich von kürzer als das zweite und dritte Tergum zusammen bis hin zu einer Länge, die das gesamte Metasoma übertrifft. Belastbare morphologische Beschreibungen zu Eiern, Larvenstadien und Puppen fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend.1

Porträt

Beschreibung

Die Gattung Gasteruption repräsentiert eine taxonomisch diverse Gruppe innerhalb der Familie Gasteruptiidae mit weltweit 64 anerkannten Arten. Im natürlichen Lebensraum fallen die Insekten durch ihren charakteristischen Habitus auf, bei dem die Körperlänge ohne Legebohrer zwischen 8,0 und 20,0 mm variiert. Das Erscheinungsbild wird maßgeblich durch den langgestreckten Körperbau geprägt, wobei der Kopf in Dorsalansicht subtrapezoidal oder subrektangulär geformt ist. Ein artspezifisches anatomisches Merkmal stellt der Prothorax dar, dessen Pronotum drei deutlich abgegrenzte Loben sowie einen oft ausgebildeten pronotalen Fortsatz aufweist. Das Mesoscutum zeigt eine gleichmäßige Skulpturierung und wird durch vertiefte Notauli in zwei unterschiedliche Ebenen unterteilt. Das Mesepimeron ist vollständig konkav geformt. An den Beinen besitzen die Vorder- und Mittelschienen meist einen hellen Streifen von der Basis bis zur Apex, während die Hinterschienen an der Basis in der Regel weiß gefärbt sind. Die Metacoxa ist im hinteren Bereich gestreift, runzelig oder glatt. Bezüglich der Flügel venation fehlt der anale Lappen im Vorderflügel selten, während die Diskoidalzelle in verschiedenen Formen wie subtrapezoidal oder subtriangular vorkommt. Der erste tergale Abschnitt des Metasomas zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Ränder fast berühren und den größten Teil des ersten Sternums verdecken. Weibliche Exemplare besitzen ein subgenitales Sternum mit einer schlitzartigen Y-förmigen oder offenen V-förmigen Kerbe1, und der Legebohrer variiert in seiner Länge von kürzer als die Tergite T2 und T3 bis länger als das gesamte Metasoma. Historisch geht die Erstbeschreibung der Typusart Ichneumon assectator auf Linnaeus im Jahr 1758 zurück, während die Gattung selbst 1796 durch Latreille eingeführt wurde. Synonyme wie Foenus, Rhydinofoenus oder Trichofoenus spiegeln die komplexe taxonomische Geschichte der Gruppe wider. Bezüglich der Biologie sind spezifische Wirte für viele Vertreter erst in Einzelfällen belegt; so wurde beispielsweise Hylaeus perforata als Wirt für Gasteruption rufescenticorne nachgewiesen. Belastbare anatomische oder verhaltensorientierte Daten zu den Larvenstadien fehlen in den Primärquellen weitgehend, da die Erforschung stark auf adulte morphologische Merkmale fokussiert ist.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gattung Gasteruption wurde im Jahr 1796 von dem französischen Entomologen Pierre André Latreille wissenschaftlich beschrieben. Als Typusart der Gattung gilt Ichneumon assectator Linnaeus, 1758, welche durch Viereck im Jahr 1914 festgelegt wurde. Zu den bekannten Synonymen und historischen Kombinationen der Gattung zählen Foenus Fabricius, 1798 sowie Rhydinofoenus Bradley, 1909, Dolichofoenus Kieffer, 1910, Trichofoenus Kieffer, 1910 und Plutofoenus Kieffer, 1911.1 Im deutschen Sprachraum ist für Vertreter dieser Gruppe der Trivialname Karottenwespen gebräuchlich. Die Gattung gehört zur Familie der Gasteruptiidae innerhalb der Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Innerhalb der wissenschaftlichen Literatur existiert eine umfassende taxonomische Historie, die unter anderem durch die Arbeiten von Crosskey aus dem Jahr 1962 und Carlson aus dem Jahr 1979 dokumentiert ist.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Hautflügler der Gattung Gasteruption zeichnen sich durch eine spezifische Lebensweise als Parasitoide aus, wobei die Körperlänge der Adulten zwischen 8,0 mm und 20,0 mm ohne Ovipositor variiert. Hinsichtlich des Wirtsspektrums sind für bestimmte Arten wie Gasteruption rufescenticorne Hymenopteren als Wirte belegt, konkret wurde hier die Art Hylaeus perforata als Wirt nachgewiesen.1 Belastbare Daten zu weiteren Entwicklungsstadien wie Ei, Larvenstadien, Puppe sowie zur genauen Dauer der einzelnen Phasen unter temperaturempfindlichen Bedingungen fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend. Ebenso existieren keine systematischen Untersuchungen zu physiologischen Besonderheiten wie Diapause oder Kältetoleranz innerhalb der Gattung. Die Ernährung der adulten Tiere sowie die genauen Nährwertanforderungen der Larven sind in der Primärliteratur für die meisten Vertreter noch unzureichend dokumentiert. Mortalitätsfaktoren und natürliche Feinde wie spezifische Parasitoide oder Prädatoren wurden bisher nicht flächendeckend untersucht. Auch über das konkrete Paarungsverhalten, die Fertilität und die Mechanismen der Eiablage liegen in den verfügbaren Quellen keine quantifizierten Angaben vor. Assoziationen oder Symbiosen außerhalb der bekannten Wirt-Parasitoid-Beziehungen sind für Gasteruption bisher nicht belegt. Daher müssen detaillierte Aussagen zur Feinstruktur des Lebenszyklus zukünftigen Studien vorbehalten bleiben.1

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Verhaltensdaten zur Gattung Gasteruption sind in der aktuellen Datenlage kaum systematisch dokumentiert. Bekannt ist lediglich, dass Gasteruption rufescenticorne als Wirt die Art Hylaeus perforata nutzt. Weiterführende Untersuchungen zu Flug-, Bohr- oder Sozialverhalten fehlen für die meisten Arten der Gattung weitgehend.2

Lebensweise

Ökologie

Gasteruption ist eine Gattung von Wespen aus der Familie der Gasteruptiidae, deren Vertreter eine Körperlänge von 8,0 bis 20,0 mm aufweisen. Bezüglich der Ökologie und Lebensweise der Gattung ist die Datenlage in vielen Bereichen stark begrenzt, weshalb konkrete Wirte für zahlreiche Arten bisher weitgehend unbekannt sind. Für einzelne Arten wie Gasteruption rufescenticorne ist jedoch Hylaeus perforata als Wirt nachgewiesen. Belastbare ökologische Daten zu Nahrungsnetzbeziehungen, spezifischen Mikroklima-Anforderungen oder Konkurrenzbeziehungen mit anderen Insekten fehlen in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur weitgehend.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Schlupfwespen-Gattung Gasteruption ist weltweit mit zahlreichen Arten in verschiedenen Klimazonen vertreten. Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile der paläarktischen Region, einschließlich China, Japan und Russland. In Europa ist die Gattung von Süd- und Mitteleuropa bis nach England, in die Niederlande und nach Deutschland verbreitet. Innerhalb Asiens reicht das Vorkommen regional von Gansu und Shaanxi bis nach Fujian, Taiwan, Hainan und Yunnan.1 Beobachtungsdaten belegen ein flächendeckendes Vorkommen der Arten in geeignekten Habitaten der genannten Regionen. Spezifische Daten zu Höhenstufen oder Vertikalverbreitung liegen in der zugrundeliegenden Literatur nicht vor. Belastbare Nachweise zu einer gezielten Einschleppungshistorie außerhalb des natürlichen Areals fehlen bisher. Die Habitate umfassen primär Regionen, in denen auch die Wirte der solitären Wespen vorkommen. Als Wirte sind unter anderem Arten der Gattung Hylaeus belegt.1 In Siedlungsbereichen treten Vertreter der Gattung insbesondere dort auf, wo geeignete Nistplätze in Totholz oder Pflanzenstängeln verfügbar sind. Aufgrund der unvollständigen Datenlage zu vielen Einzelarten sind quantitative Angaben zur regionalen Häufigkeit derzeit nur eingeschränkt möglich.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Am Steinberg, Berlin, Berlin, Deutschland

    24.05.2026

  • Heilbronn Rathaus, 74072 Heilbronn, Deutschland

    22.05.2026

  • Mainz, Rhineland-Palatinate, Deutschland

    18.05.2026

  • Darmstadt-West, Darmstadt, Deutschland

    10.05.2026

  • Krefeld Crön, 47809 Krefeld, Allemagne

    07.05.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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7
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 06.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Belastbare Daten zur genauen Saisonalität und den Aktivitätszeiten der Gattung Gasteruption liegen aus den vorliegenden wissenschaftlichen Quellen nicht vor. Aufgrund der dünnen Datenlage in der Fachliteratur fehlen systematische Untersuchungen zu Generationenfolgen, Flugperioden oder Überwinterungsstadien.1 Im öffentlich wahrnehmbaren Suchinteresse zeigt sich ein wiederkehrender Peak im Juli, was auf eine Aktivität der adulten Tiere in den Sommermoniten hindeutet. Weitere spezifische Details zur Temperaturabhängigkeit oder tageszeitlichen Aktivität sind bisher nicht wissenschaftlich dokumentiert.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gattung Gasteruption umfasst solitäre Hautflügler aus der Familie der Gasteruptiidae, deren Vertreter weltweit verbreitet sind.1 Belastbare Daten zu einer wirtschaftlichen Bedeutung als Schädling im Karottenanbau oder in anderen Kulturen liegen nicht vor; die Tiere sind vielmehr als Blütenbesucher und Parasitoide einzustufen. Das Schadpotenzial ist folglich als nicht vorhanden einzustufen, da keine Kulturpflanzen geschädigt werden. Typische Schadbilder an Pflanzen existieren durch Gasteruption-Arten dementsprechend nicht. Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz im Sinne von Allergieauslösungen oder Vektoreigenschaften ist für diese Wespen ebenfalls nicht belegt. Befallsanzeichen an landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Kulturen treten nicht auf, da es sich um keine Schadorganismen handelt. Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung oder Abwehr sind aus demselben Grund nicht erforderlich. Monitoring-Methoden sind für Gasteruption in der agrarischen Praxis nicht etabliert, da keine Bekämpfung notwendig ist. Spezifische biologische, physikalische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen existieren nicht, da die Tiere als harmlos oder nützlich im Naturhaushalt gelten. Maßnahmen der integrierten Schädlingsbekämpfung (IPM) sind für diese Gattung daher nicht relevant. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten bestehen für Gasteruption nicht. Bisher sind biologische Details wie spezifische Wirte bei vielen Arten der Gattung nur unzureichend erforscht, wobei vereinzelt solitäre Bienen als Wirte genannt werden.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Gasteruption
  2. gbif.org/species/1249626