- Die Art ist weniger wärmebedürftig als Eysarcoris aeneus.1
- Im 19. Jahrhundert war die Art in Großbritannien selten, ist mittlerweile aber im Süden und im Zentrum nördlich bis Yorkshire weit verbreitet.
- Aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen wurde die Art im Jahr 2019 in die Gattung Stagonomus gestellt.1
- Neben Lippenblütlern (Lamiaceae) werden in der Literatur gelegentlich auch Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae), Rosengewächse (Rosaceae) und Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) als Wirtspflanzen genannt.
- Die Chorotypisierung der Art wird als turano-europäisch-mediterran eingestuft.2
Wollziest-Wanze Eysarcoris venustissimus
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Pentatomidae
- Gattung
- Eysarcoris
Überblick
Einleitung
Die Schillerwanze (Stagonomus venustissimus, syn. Eysarcoris venustissimus), auch Dunkler Dickwanst und Schönster Dickwanst genannt, ist eine Art aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Die 5,5 bis 6,5 Millimeter langen Tiere sind grünlich grau gefärbt und weisen einen kupferfarbenen Kopf sowie einen vorderen Teil des Pronotums und des Schildchens auf.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Schillerwanze (Eysarcoris venustissimus, Syn. Stagonomus venustissimus) erreicht eine Körperlänge von 5,5 bis 6,5 Millimetern. Adulte Tiere besitzen eine grünlich graue Grundfärbung. Charakteristisch für den Kopf sowie den vorderen Teil des Pronotums und des Schildchens (Scutellum) ist eine auffällige kupferfarbene Zeichnung. Das Connexivum zeigt eine kontrastreiche, abwechselnd schwarze und weiße Musterung. Die Art gehört zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae) und weist einen gedrungenen Körperbau auf.1 Belastbare morphologische Daten zu Larvenstadien, Eiern, genauen Flügelstrukturen, Beinen oder einem Sexualdimorphismus fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend. Ebenso sind keine systematischen Abgrenzungsmerkmale zu verwechselbaren Arten in den vorliegenden Quellen dokumentiert. Bisherige Untersuchungen beschränken sich primär auf die Grundmerkmale der Imagines.1
Porträt
Beschreibung
Die Schillerwanze (Stagonomus venustissimus, syn. Eysarcoris venustissimus), im deutschen Sprachraum auch als Dunkler Dickwanst oder Schönster Dickwanst bekannt, gehört innerhalb der Familie der Baumwanzen zu den charakteristischen Vertretern der Pentatomidae. Historisch wurde die Art bereits von Fabricius als Cimex melanocephalus beschrieben, was sich jedoch aufgrund von Prioritätskonflikten mit Linnaeus' Art als ungültig erwies. Kirkaldy transferierte das Taxon 1904 in die Gattung Eysarcoris, ehe Rider im Jahr 1998 feststellte, dass Schrank die Art bereits 1776 unter dem Epithet venustissimus beschrieben hatte. Neuere molekulargenetische Untersuchungen führten im Jahr 2019 zu einer weiteren taxonomischen Zuordnung in die Gattung Stagonomus. Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst paläarktische Regionen von Nordafrika und Europa bis nach Sibirien und in die Kaspische Region. In Mitteleuropa ist sie weit verbreitet, zeigt jedoch eine Präferenz für den Süden bis zur Mittelgebirgsgrenze, während sie im Norden nur vereinzelt und meist durch historische Funde belegt ist. In den Alpen besiedelt die Art Höhenlagen bis zu 1200 Meter Seehöhe. Ihr Chorotyp wird als turano-europäisch-mediterran eingestuft. Im Gegensatz zu wärmebedürftigeren Verwandten wie Eysarcoris aeneus bevorzugt Stagonomus venustissimus feuchtere und schattigere Habitate. Typische Lebensräume im natürlichen Habitat sind schattige Heckenbiotope und Waldränder. Als phytophage Art besiedelt sie bevorzugt die Krautschicht, wo sie sich auf Lippenblütler spezialisiert hat. Zu den primären Wirtspflanzen zählen Ziesten, Hohlzahn, Andorn, Taubnesseln, Schwarznesseln sowie Wirbeldost. Das Spektrum der Wirtspflanzen erweitert sich in bestimmten Regionen zudem auf Familien wie Ranunculaceae, Rosaceae und Scrophulariaceae. Die Überwinterung erfolgt ausschließlich im adulten Stadium. Nach dem Erscheinen im Mai beginnt kurz darauf die Paarungszeit und anschließende Eiablage. Pro Jahr wird von der Art exakt eine Generation ausgebildet. Adulte Tiere der neuen Generation treten ab August in Erscheinung.1
Systematik
Name & Einordnung
Die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung der Schillerwanze lautet Stagonomus venustissimus (Schrank, 1776). Die Art wurde ursprünglich im Jahr 1776 von Schrank unter dem Art-Epitheton venustissimus beschrieben. Ein frühes Synonym ist das von Fabricius beschriebene Taxon Cimex melanocephalus, welches sich jedoch als ungültig erwies, da dieser Name bereits für die von Linnaeus beschriebene Weichwanze vergeben war. Kirkaldy stellte die Art im Jahr 1904 in die Gattung Eysarcoris als Eysarcoris fabricii. Im Jahr 1998 wies Rider nach, dass Schrank Priorität besaß, weshalb die Art lange Zeit als Eysarcoris venustissimus geführt wurde. Aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen erfolgte im Jahr 2019 die Überführung in die Gattung Stagonomus. Im deutschsprachigen Raum sind neben dem Hauptnamen Schillerwanze auch die Trivialnamen Dunkler Dickwanst und Schönster Dickwanst gebräuchlich. Die Zugehörigkeit zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae) ist etabliert.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Schillerwanze (Eysarcoris venustissimus) ist eine herbivore Baumwanze, deren Lebenszyklus eng an feuchte und schattige Biotope gekoppelt ist. Die Imagines erscheinen nach der Überwinterung im Mai in der Krautschicht, woraufhin kurz darauf die Paarung und anschließende Eiablage erfolgen. Pro Jahr wird von der Art exklusiv eine Generation ausgebildet. Die adulten Tiere der neuen Generation treten ab August auf. Als Hauptnahrungspflanzen nutzen sowohl die Larven als auch die Imagines verschiedene Lippenblütler (Lamiaceae). Zu diesen Wirtspflanzen zählen insbesondere Ziestarten (Stachys), Hohlzahn (Galeopsis), Andorn (Marrubium), Taubnesseln (Lamium), Schwarznesseln (Ballota) und Wirbeldost (Clinopodium).1 Darüber hinaus belegen erweiterte Wirtspflanzenanalysen Vorkommen an Vertretern der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae), Rosengewächse (Rosaceae) und Rachenblütler (Scrophulariaceae). Bezüglich der Überwinterung überdauern ausschließlich die adulten Imagines die kalte Jahreszeit.2 Belastbare quantitative Daten zur genauen Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien, zur Fekundität sowie zu spezifischen Mortalitätsfaktoren oder Parasitoiden fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend.1
Lebensweise
Verhalten
Belastbare Daten zum spezifischen Verhalten von Eysarcoris venustissimus sind in den Quellen kaum dokumentiert. Die Tiere halten sich bevorzugt in der Krautschicht feuchterer und schattiger Lebensräume auf, wo sie an verschiedenen Lippenblütlern (Lamiaceae) zu finden sind. Im Jahresverlauf erscheinen die Imagines ab Mai, worauf kurz darauf die Paarung und anschließende Eiablage erfolgen. Die Entwicklung umfasst eine Generation pro Jahr, wobei die adulten Nachkommen ab August auftreten.1 Über spezifische Verhaltensweisen wie Fortbewegung, Orientierung, Kommunikation oder Abwehrmechanismen liegen keine ausreichenden quellenbasierten Informationen vor.
Lebensweise
Ökologie
Eysarcoris venustissimus besiedelt als herbivore Wanzenart bevorzugt feuchtere und schattigere Biotope wie Waldränder und Hecken.1 Die ökologische Nische der Art ist eng mit Pflanzen der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) verknüpft, an denen sowohl Imagines als auch Larven als Herbivoren in der Krautschicht leben. Zu den dokumentierten Wirtspflanzen zählen insbesondere Ziesten (Stachys), Hohlzahn (Galeopsis), Andorn (Marrubium), Taubnesseln (Lamium), Schwarznesseln (Ballota) und Wirbeldost (Clinopodium).12 Darüber hinaus werden in der Literatur gelegentlich auch Vertreter der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae), Rosengewächse (Rosaceae) und Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) als Nahrungspflanzen genannt.2 Im Vergleich zu verwandten Arten wie Eysarcoris aeneus zeigt die Art eine geringere Wärmebedürftigkeit, wodurch sie in Mitteleuropa auch in kührereren Regionen vorkommt. In den Alpen besiedelt die Art Höhenlagen bis zu 1200 Metern.1 Die geografische Verbreitung umfasst neben Europa auch Nordafrika, den Nahen Osten sowie Zentralasien bis nach Sibirien und in die Kaspische Region.12
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Wollziest-Wanze (Stagonomus venustissimus, syn. Eysarcoris venustissimus) ist von Nordafrika und Europa mit Ausnahme des Nordens östlich bis nach Sibirien und in die Kaspische Region verbreitet.1 Das natürliche Areal umfasst zudem den Nahen Osten und Zentralasien.2 In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet, zeigt jedoch regionale Häufigkeitsschwerpunkte. Im Süden tritt sie häufiger bis zur Mittelgebirgsgrenze auf, während sie im Norden nur vereinzelt und meist durch ältere Funde dokumentiert ist. In den Alpen besiedelt die Art Höhenstufen bis in 1200 Meter Seehöhe.1 Aus Großbritannien wird eine historische Ausbreitung dokumentiert, bei der die Art im 19. Jahrhundert noch selten war, mittlerweile jedoch im Süden und Zentrum bis nach Yorkshire weit verbreitet vorkommt. Die Art ist weniger wärmebedürftig als Eysarcoris aeneus und besiedelt bevorzugt feuchtere, schattige Bereiche. Typische Habitate umfassen strukturreiche Saumbereiche wie Hecken und Waldränder. In diesen Lebensräumen ist die Art eng an die Krautschicht gebunden, wo sie sich überwiegend an Lippenblütlern (Lamiaceae) aufhält. Als Wirtspflanzen dienen insbesondere Zieste (Stachys), Hohlzahn (Galeopsis), Andorn (Marrubium), Taubnesseln (Lamium), Schwarznesseln (Ballota) und Wirbeldost (Clinopodium).1 Darüber hinaus belegen Nachweise das Vorkommen an Vertretern der Ranunculaceae, Rosaceae und Scrophulariaceae.2
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die saisonale Aktivität von Eysarcoris venustissimus ist eng an den Entwicklungszyklus der Wirtspflanzen in der Krautschicht angepasst. Überwinternde adulte Tiere erscheinen ab Mai nach der Winterruhe in ihren Habitaten. Kurz nach dem Erscheinen im Frühjahr beginnt die Paarung der Imagines, auf welche zeitnah die Eiablage folgt. Pro Jahr wird von der Art eine Generation ausgebildet. Die adulten Tiere der neuen Generation treten im Jahresverlauf ab August auf.1 Das Überwinterungsstadium findet bei dieser Art im Adultstadium statt.2 Belastbare Daten zu spezifischen tageszeitlichen Aktivitätsmustern oder präzisen Schwarmflugzeiten liegen bisher nicht vor.1 Ergänzende Analysen zum öffentlichen Informationsinteresse zeigen vereinzelte monatliche Ausschläge, die jedoch keinen Ersatz für systematische ökologische Freilanddaten darstellen.
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Eysarcoris venustissimus ist ein herbivorer phytophager Organismus, der primär an Lippenblütlern (Lamiaceae) wie Ziesten und Taubnesseln saugt. Eine Einstufung als ernsthafter landwirtschaftlicher Schädling liegt nach aktueller Datenlage nicht vor. Die Art tritt in der Krautschicht feuchterer, schattiger Biotope wie Waldrändern und Hecken auf. Wirtschaftliche Schäden an Nutzpflanzen sind durch Eysarcoris venustissimus bisher nicht dokumentiert. Belastbare Daten zu spezifischen Schadbildern an Kulturpflanzen fehlen. Medizinische oder gesundheitliche Risiken wie Allergien oder die Übertragung von Krankheitserregern sind für den Menschen nicht bekannt. Da es sich weder um einen Schädling von agrarischer Bedeutung noch um einen hygienischen Lästling handelt, sind spezifische Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen in der Literatur nicht beschrieben. Auch integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien oder Monitoring-Methoden sind für diese Art mangels wirtschaftlicher Relevanz nicht etabliert. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für Eysarcoris venustissimus nicht.1
Nachweise