- Entlang der Saumlinie der Vorderflügel verläuft eine charakteristische Reihe schwarzer Striche.
- Von oben betrachtet befinden sich auf beiden Seiten des Thorax jeweils drei schwarze Punkte.3
- Die Einführung der Art in Nordamerika im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte gemeinsam mit ihrer bevorzugten Nahrungspflanze, dem Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare).3
- Neben den bekannten Wirtspflanzen wurde auch Onosma pseudoarenaria als Raupennahrung nachgewiesen, an der eine am 27. Juli 2014 geschlüpfte Puppe gefunden wurde.3
Natternkopf-Gespinstmotte Ethmia bipunctella
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Ethmiidae
- Gattung
- Ethmia
Überblick
Einleitung
Die Natternkopf-Gespinstmotte (Ethmia bipunctella) ist ein Schmetterling aus der Familie der Ethmiidae.1 Die Art ist in Europa, Nordafrika sowie Kleinasien verbreitet und wurde zudem nach Nordamerika verschleppt. Ihre Raupen ernähren sich spezialisiert von Raublattgewächsen wie dem Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare).12 Aufgrund ihres charakteristischen schwarz-weißen Flügelmusters ist die Art im Freiland gut zu erkennen.2
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Natternkopf-Gespinstmotte Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Natternkopf-Gespinstmotte (Ethmia bipunctella) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Ethmiidae.1 Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 19 bis 28 Millimeter, wobei in einer Untersuchung an 36 Exemplaren ein Bereich von 20,5 bis 27,5 Millimeter gemessen wurde.12 In der Ruhestellung rollen die Falter ihre Flügel charakteristisch um den Körper herum.1 Die Vorderflügel zeigen ein auffälliges und unverwechselbares Zeichnungsmuster, das eine sichere Artbestimmung ermöglicht.12 Dabei ist die costale Hälfte der Vorderflügel schwarz gefärbt, während die andere Hälfte einschließlich des Flügelinnen- und Außenrandes weiß erscheint. Die Grenzlinie zwischen dem schwarzen und dem weißen Bereich verläuft nur wenig variabel. In der Mitte erreicht das Schwarz den Flügelaußenrand, wohingegen der Innenwinkel weiß bleibt. Entlang der Saumlinie verläuft eine markante Reihe schwarzer Striche. Auf dem Thorax befinden sich von oben betrachtet auf beiden Seiten jeweils drei schwarze Punkte.1 Die Raupen leben in feinen Gespinsten und hinterlassen deutliche Fraßspuren an den Blättern und Blüten ihrer Nahrungspflanzen wie dem Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare).12 Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Puppen sowie zum Sexualdimorphismus liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.
Porträt
Beschreibung
Ethmia bipunctella ist ein auffälliger Nachtfalter aus der Familie der Ethmiidae. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 19 bis 28 Millimetern. In ruhiger Position rollen die Tiere ihre Flügel eng um den Körper herum.1 Diese charakteristische Ruhestellung unterstützt gemeinsam mit dem kontrastreichen, scharf abgegrenzten Flügelmuster die Tarnung in der Vegetation. Die costale Hälfte der Vorderflügel zeigt eine schwarze Färbung, während die übrige Fläche einschließlich des Innen- und Außenrandes weiß erscheint. Entlang der Saumlinie zieht sich eine Reihe kleiner schwarzer Striche. Auf der Oberseite des Thorax befinden sich symmetrisch angeordnet drei schwarze Punkte pro Seite.1 Aufgrund dieses prägnanten phänotypischen Musters ist die Art im Freiland praktisch unverwechselbar.2 Historisch wurde das Taxon erstmals durch Fabricius im Jahr 1775 unter dem Synonym Alucita bipunctella beschrieben.1 Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich über Europa, Nordafrika, die Kanarischen Inseln bis nach Kleinasien. Im Zuge menschlicher Aktivität wurde Ethmia bipunctella in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gemeinsam mit ihrer primären Nahrungspflanze auch nach Nordamerika verschleppt. Dort kommt die Art im Osten der USA sowie im Südosten Kanadas vor.2 Im Jahresverlauf bildet die Schmetterlingsart zwei Generationen aus. Die Flugzeiten der Falter erstrecken sich von Ende April bis Juni sowie von August bis September. Die Imagines werden durch künstliche Lichtquellen angezogen. Die Entwicklung der Raupen ist eng an Raublattgewächse gebunden. Bevorzugt nutzen die Larven den Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare) sowie die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) als Nahrungsquelle. Zu den weiteren dokumentierten Wirtspflanzen zählen Arten der Gattungen Anchusa, Lithospermum und Symphytum. Die Raupen leben offen an den Laubblättern sowie zwischen den Blütenständen, wo sie feine Gespinste anlegen. Zur Verpuppung verlassen die heranwachsenden Larven die Fraßplätze und suchen abgestorbene Pflanzenstängel, verrottendes Holz oder geschützte Zwischenräume zwischen den Blättern auf.1 Die Überwinterung erfolgt bei dieser Art im Puppenstadium.2
Systematik
Name & Einordnung
Die Natternkopf-Gespinstmotte wird wissenschaftlich als Ethmia bipunctella geführt. Die Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1775 durch den Entomologen Fabricius unter dem basionymen Namen Alucita bipunctella. Aus der historischen Literatur sind zudem die Synonyme Tinea echiella Denis & Schiffermüller, 1775 sowie Tinea hochenwartiella Rossi, 1790 bekannt. Systematisch wird die Art heute der Familie der Ethmiidae zugeordnet, während sie vormals als Unterfamilie der Grasminiermotten (Elachistidae) oder historisch der Familie der Depressariidae geführt wurde. Im deutschen Sprachraum ist die Art primär als Natternkopf-Gespinstmotte bekannt.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Ethmia bipunctella ist ein Schmetterling aus der Familie der Ethmiidae. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 19 bis 28 Millimetern.1 In Mitteleuropa bildet die Art zwei klare Generationen pro Jahr aus.2 Die Flugzeiten der Imagines erstrecken sich von Ende April bis Juni sowie von August bis September.1 Die Raupen ernähren sich oligophag von Raublattgewächsen (Boraginaceae).2 Zu den dokumentierten Nahrungspflanzen gehören der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare), die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) sowie Arten der Gattungen Anchusa, Lithospermum und Symphytum. Larven fressen offen an den Blättern oder leben versteckt in feinen Gespinsten zwischen den Blüten ihrer Wirtspflanzen. Für die Verpuppung suchen die Raupen geschützte Orte wie abgestorbene Pflanzenstängel, verrottendes Holz oder Spalten zwischen Blättern auf.12 Ein dokumentierter Puppenfund vom 17. Juli verdeutlicht die Entwicklung der Sommergeneration. Die Überwinterung erfolgt als Puppe ab September.2 Belastbare physiologische Daten zu exakten Entwicklungstemperaturen, Fertilitätsraten oder spezifischen Mortalitätsfaktoren liegen derzeit nicht vor.
Lebensweise
Verhalten
Ethmia bipunctella zeigt spezifische Verhaltensweisen in Bezug auf Ruheposition, Habitatnutzung und Entwicklung. In der Ruheposition rollen die Falter ihre Flügel eng um den Körper herum. Die Falter werden durch künstliche Lichtquellen angelockt. Die Raupen leben in feinen Gespinsten an den Blüten und Blättern ihrer Nahrungspflanzen, zu denen verschiedene Raublattgewächse wie der Gewöhnliche Natternkopf gehören.1 Teilweise leben sie offen an Blättern oder spinnen sich zwischen diesen ein.2 Zur Verpuppung suchen die Raupen abgestorbene Stängel, verrottendes Holz oder geschützte Bereiche zwischen Blättern auf. Die Art bildet in der Regel zwei Generationen pro Jahr aus, deren Falter von Ende April bis Juni sowie von August bis September fliegen.12
Lebensweise
Ökologie
Ethmia bipunctella besetzt als phytophager Kleinschmetterling eine spezifische ökologische Nische, die eng an das Vorkommen von Raublattgewächsen (Boraginaceae) gekoppelt ist. Die Raupen sind strikt an diese Pflanzenfamilie gebunden und ernähren sich vor allem von Blüten und Blättern.1 Zu den primären Wirtspflanzen zählen insbesondere der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare), die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) sowie Arten der Gattungen Anchusa, Symphytum und Lithospermum.12 Die Larven leben in feinen Gespinsten offen an den Blättern oder direkt zwischen den Blüten der Wirtspflanzen. Für die Verpuppung suchen die Raupen geschützte Orte auf und spinnen sich in abgestorbenen Stängeln, verrottendem Holz oder zwischen Blättern ein. Die Art bildet in ihrem Verbreitungsgebiet zwei Generationen pro Jahr aus, wobei die Falter von Ende April bis Juni sowie von August bis September fliegen.13 Die Überwinterung erfolgt im Puppenstadium.3 Durch die Verschleppung gemeinsam mit ihrer Hauptwirtspflanze Echium vulgare kommt die Art seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in Nordamerika vor.2 Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden, natürlichen Feinden oder konkreten mikroklimatischen Schwellenwerten liegen aus den Quellen nicht vor.123
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Ethmia bipunctella besitzt eine euroasiatische Verbreitung, die sich über ganz Mittel- und Südeuropa einschließlich der mediterranen Inseln erstreckt. Nach Datenlage besiedelt die Art zudem Nordafrika, die Kanarischen Inseln sowie Kleinasien mit Nachweisen aus Syrien, Palästina, Jordanien und dem Iran. Im nördlichen Europa tritt die Schmetterlingsart hingegen nur noch lokal auf. Innerhalb Europas fehlten historische Nachweise lediglich aus Irland und Bulgarien. In der Schweiz gilt die Art als aus allen Faunengebieten bekannt und stellt die häufigste sowie verbreitetste Vertreterin der Gattung Ethmia dar. Auf der Iberischen Halbinsel ist sie ebenfalls gut verbreitet und häufig anzutreffen. Entsprechende Nachweise belegen ein Vorkommen von Meereshöhen bis in die Hochgebirgsregionen.1 Darüber hinaus wurde Ethmia bipunctella in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit ihrer bevorzugten Wirtspflanze nach Nordamerika verschleppt. Dort umfasst das Areal den Osten der Vereinigten Staaten sowie den Südosten Kanadas mit Nachweisen in den Regionen Ontario und New York.1 Die Raupen ernähren sich primär von den Blättern und Blüten des Gewöhnlichen Natternkopfs (Echium vulgare) sowie von weiteren Boraginaceae wie Hundszunge (Cynoglossum officinale), Steinsamen (Lithospermum) und Beinwell (Symphytum).12
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Ethmia bipunctella entwickelt im Jahresverlauf zwei Generationen mit deutlich voneinander getrennten Flugzeiten der Falter. Die erste Generation fliegt von Ende April bis Ende Juni, während die zweite Generation von August bis September aktiv ist.1 Ergänzende Freilandbeobachtungen bestätigen zwei getrennte Falter-Aktivitätszeiträume vom 5. Mai bis zum 12. Juni sowie vom 31. Juli bis zum 27. August.1 Die Raupen der Art können von August bis September beziehungsweise vom 3. August bis zum 22. September an den Nährpflanzen angetroffen werden.1 Für die Entwicklung im Sommer liegt zudem ein Puppenfund vom 17. Juli vor. Die Überwinterung erfolgt nach Datenlage ab September im Puppenstadium.1 Das öffentliche Suchinteresse zeigt in den Monaten April und Februar erhöhte Werte, was mit dem Beginn der Aktivitätsphase im Frühjahr korreliert.2
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Die Natternkopf-Gespinstmotte (Ethmia bipunctella) ist ein phytophager Kleinschmetterling, der in der Land- und Forstwirtschaft keine nennenswerte Rolle als Schädling einnimmt. Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Ethmia bipunctella fehlen, da die Art primär an Wildpflanzen der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) wie dem Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare) frisst. Als Schadpotenzial ist lediglich ein lokaler Fraß an Blättern und Blüten ihrer Wirtspflanzen bekannt, weshalb die Art weder als signifikanter Schädling noch als medizinischer Lästling einzustufen ist. Typische Befallsanzeichen äußern sich in feinen Gespinsten an den Wirtspflanzen, in denen sich die Raupen aufhalten, sowie sichtbaren Fraßspuren an den Blüten und Blättern. Belastbare Berichte zu gesundheitlichen Risiken oder allergenen Reaktionen durch den Kontakt mit Ethmia bipunctella existieren nicht. Präventionsmaßnahmen im Sinne des baulichen oder hygienischen Schutzes sind für diese Art nicht etabliert, da kein Befall von Gebäuden oder Nutzpflanzen stattfindet. Spezifische Monitoring-Methoden wie Pheromonfallen sind für Ethmia bipunctella nicht standardisiert im Handel, wenngleich die Falter gelegentlich künstliche Lichtquellen anfliegen. Bekämpfungsmaßnahmen wie biologische, physikalische oder chemische Insektizide werden gegen diese Art nicht eingesetzt, da sie keine wirtschaftlichen Schäden verursacht. Ein integriertes Schädlingsbekämpfungskonzept (IPM) ist für Ethmia bipunctella folglich nicht erforderlich. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten existieren für diesen Schmetterling nicht. Die Art bildet in ihrem Verbreitungsgebiet zwei Generationen pro Jahr aus, deren Raupen vor allem von August bis September sowie von Frühjahr bis Frühsommer an Raublattgewächsen zu finden sind. Überwinterungsstadien wie Puppen verbergen sich in abgestorbenen Stängeln oder verrottendem Holz, was bei der natürlichen Habitatstruktur zu berücksichtigen ist.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Ethmia_bipunctella
- gbif.org/species/1845270
- Literaturzusammenfassung: Ethmia bipunctella