Lexikon-Eintrag

Linden-Beutelgallmilbe Eriophyes tiliae

Linden-Beutelgallmilbe (Eriophyes tiliae), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung
Laufmilben (Trombidiformes)
Familie
Eriophyidae
Gattung
Eriophyes

Überblick

Einleitung

Die Linden-Beutelgallmilbe (Eriophyes tiliae, Syn.: Eriophyes gallarumtiliae) ist eine Milbenart aus der Familie der Gallmilben (Eriophyidae), die spezifisch Nagelgallen auf Linden (Tilia) bildet. Die Art kommt in Europa häufig an der Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sowie der Holländischen Linde (Tilia × europaea) vor und ruft durch ihre Saugtätigkeit ab dem Frühjahr auffällige, grün oder leuchtend rot gefärbte Blattgallen hervor. Trotz starker visueller Veränderungen an den Blättern wird das Wachstum und die Gesundheit der Wirtsbäume dadurch nicht beeinträchtigt.1 Sie unterscheidet sich von anderen, äußerlich ähnlichen gallbildenden Arten durch ihre strikte Bindung an Linden sowie artspezifische morphologische Merkmale der Gallen.13

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Öffnung der Nagelgallen befindet sich auf der Blattunterseite und ist von kleinen weißen Härchen umgeben.
  • Vor dem Einsetzen des Herbstes verlassen die Milben die schützenden Gallen, um andere geschützte Bereiche am Baum als Winterquartier aufzusuchen.
  • Zu den ähnlichen Arten gehört Aceria lateannulatus, die optisch vergleichbare Strukturen bilden kann.
  • Bestimmte Unterarten der Lindengallmilbe zeigen eine Präferenz dafür, bevorzugt die unteren Blätter des Baumes zu besiedeln.
  • Das Auftreten der Gallen und der aktiven Stadien lässt sich zeitlich vor allem auf die Monate Mai und Juni eingrenzen.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Lindengallmilbe (Eriophyes tiliae) ist eine mikroskopisch kleine Milbenart aus der Familie der Gallmilben. Individuelle adulte Exemplare erreichen eine Körperlänge von weniger als 0,2 mm. Die Präsenz der Art lässt sich primär anhand der von ihr induzierten, auffälligen Nagelgallen auf den Blättern der Wirtsbäume bestimmen. Diese Gallen erreichen eine Höhe von 8–15 mm, sind lang, schlank sowie nach oben hin verschmälert und laufen am Ende spitz zu. In englischsprachigen Quellen werden tubusförmige Wucherungen von bis zu 5 mm Länge beschrieben. Die Färbung der Gallen variiert zwischen grün, gelbgrün und leuchtend rot. Die Öffnung der Galle befindet sich auf der Blattunterseite und ist von kleinen weißen Härchen umgeben. Das von Eriophyes tiliae erzeugte Schadbild entsteht durch chemische Reize, die während des Saugens an der unteren Epidermis der Lindenblätter ausgelöst werden. Als Wirtsbäume dienen insbesondere die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sowie die Holländische Linde (Tilia × europaea).1 Belastbare morphologische Detaildaten zu Larven, Eiern oder einem Sexualdimorphismus fehlen in der aktuellen Datenlage. Ähnliche Gallen werden von anderen Gallmilbenarten wie Aceria lateannulatus gebildet1, weshalb eine genaue Artbestimmung primär über die Wirtsspezifität und die morphologischen Details der Gallstrukturen erfolgt.

Porträt

Beschreibung

Die Linden-Beutelgallmilbe (Eriophyes tiliae) ist eine spezialisierte Milbenart aus der Familie der Gallmilben und zeichnet sich durch die Induktion auffälliger Blattgallen an Linden aus. Individuen dieser Art sind mikroskopisch klein und erreichen eine Körperlänge von weniger als 0,2 mm. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art primär durch ihre Wirtsspezifität an Vertretern der Gattung Tilia auf, wobei besonders die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sowie die Holländische Linde (Tilia × europaea) besiedelt werden. Im Feld zeigt sich die Präsenz der Tiere durch charakteristische, langgestreckte Nagelgallen auf der Blattoberfläche. Diese röhren- oder fingerförmigen Auswüchse erreichen in der Literatur beschriebene Höhen von 8–15 mm beziehungsweise bis zu 5 mm in englischsprachigen Beobachtungen. Die Färbung dieser Gallen variiert zwischen grün, leuchtend rot und gelb-grün. Die Öffnung dieser hohlen Strukturen befindet sich auf der Blattunterseite und ist von kleinen, weißen Härchen umgeben. Durch chemische Sekretion während der Nahrungsaufnahme an der unteren Epidermis induzieren die Tiere diese artspezifischen Wucherungen, die ihnen als geschützter Lebensraum dienen. Das Auftreten dieser Gallen konzentriert sich auf den Zeitraum ab Mai und Juni bis in den Spätsommer. Trotz des massenhaften Auftretens an den Blättern beeinträchtigen die Milben das generelle Wachstum und die Gesundheit der Wirtsbäume nach aktueller Datenlage nicht. Vor dem Einsetzen des Herbstes verlassen die Tiere die Gallen und suchen geschützte Überwinterungsstätten in Rindspalten sowie in der Umgebung der Knospen auf. Taxonomisch ist die Art durch mehrere Unterarten gegliedert, deren Unterscheidung unter anderem anhand der Positionierung der Gallen in Bezug auf die Blattnerven erfolgt. Ähnliche Gallbildungen an anderen Pflanzen werden durch andere Arten wie Aceria lateannulatus hervorgerufen, wobei Eriophyes tiliae strikt an Lindenbäume gebunden bleibt. Historisch wurde die Art unter anderem unter dem Synonym Eriophyes gallarumtiliae geführt. Belastbare morphologische Details abseits der Gallenbildung und der makroskopischen Dimensionen sind in der Primärliteratur stark limitiert.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Linden-Beutelgallmilbe (Eriophyes tiliae) ist eine Milbenart aus der Familie der Gallmilben (Eriophyidae). Als deutscher Trivialname ist neben Linden-Beutelgallmilbe auch die Lindengallmilbe gebräuchlich. Im englischen Sprachraum wird die Art als lime nail gall oder bugle gall bezeichnet. Mehrere Unterarten wurden identifiziert, die sich unter anderem durch ihre Positionierung auf den Blättern in Bezug auf die Adern unterscheiden. Ein bekanntes Synonym der Art ist Eriophyes gallarumtiliae (Turpin). Belastbare Daten zur genauen historischen Erstbeschreibung sowie zur detaillierten Etymologie des Gattungs- und Artnamens fehlen in den Standardquellen. Ebenso liegen keine systematischen Aufzeichnungen zu früheren Familien- oder Gattungszuordnungen außerhalb der etablierten Einordnung vor.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus der Linden-Beutelgallmilbe (Eriophyes tiliae) ist eng mit der phologischen Entwicklung ihrer Wirtsbäume aus der Gattung Tilia verknüpft.1 Nach der Überwinterung als Adulte in Rindenspalten und im Bereich von Knospen wandern die Tiere im Frühjahr aktiv auf das austreibende Laub ein. Individuen erreichen dabei eine Körperlänge von weniger als 0,2 mm. Auf der Unterseite der Blätter beginnen die Milben mit der Nahrungsaufnahme, indem sie Pflanzensaft aus der Epidermis saugen.3 Die dabei abgegebenen chemischen Sekrete induzieren eine spezifische, hohle und fingerartige Gewebeüberformung der Wirtspflanze, die sogenannte Nagelgalle.13 Diese bis zu 5 mm (bzw. nach deutscher Datenlage 8–15 mm) langen Gallen bieten den Tieren Schutz und Nahrung.13 Während des späten Frühlings und Sommers entwickeln sich die Milben innerhalb dieser Gallen aktiv weiter. Vor Beginn des Herbstes verlassen die Tiere ihre Gallen, um geschützte Quartiere für die Überwinterung aufzusuchen. Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Entwicklungsstadien wie Ei, Larvenstadien oder exakten Generationsdauern fehlen in der aktuellen Literatur. Auch spezifische Mortalitätsfaktoren oder natürliche Feinde sind bisher nicht systematisch dokumentiert.3 Da es sich um hochgradig wirtsspezifische Gallenbildner handelt, beschränkt sich das Spektrum der Wirtsbäume auf Vertreter der Gattung Tilia, darunter insbesondere die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sowie die Holländische Linde (Tilia × europaea).13 Trotz der auffälligen morphologischen Veränderungen an den Blättern beeinträchtigen die Tiere die Vitalität und das Gesamtwachstum der befallenen Bäume nachweislich nicht.1

Lebensweise

Verhalten

Eriophyes tiliae zeigt ein spezifisches Migrationsverhalten, bei dem die Tiere im Frühjahr von ihren Überwinterungsstandorten in Rindenspalten und um Knospen auf das frische Laub wandern. Während der Vegetationsperiode besiedeln sie die Blätter und nehmen an der Unterseite der Blattspreite durch das Anstechen der Epidermis Pflanzensaft auf. Durch chemische Sekrete, die während dieser Nahrungsaufnahme abgegeben werden, induzieren sie das charakteristische Wachstum von bis zu 8–15 mm hohen Nagelgallen auf der Blattoberseite. Im Inneren dieser hohlen Gallstrukturen leben und ernähren sich die Milben geschützt während des späten Frühjahrs und Sommers. Vor Beginn des Herbstes verlassen die Tiere diese Gallen aktiv wieder. Sie suchen daraufhin geschützte Bereiche am Baum auf, um dort die Wintermonate zu verbringen.1 Weitere Verhaltensweisen wie spezifische Kommunikationsformen oder Abwehrreaktionen sind in der aktuellen Datenlage nicht beschrieben.

Lebensweise

Ökologie

Eriophyes tiliae besetzt eine spezialisierte ökologische Nische als phytophaga Gallmilbe, die chemisch induzierte Nagelgallen auf Linden ausbildet. Die Art zeigt eine strikte Wirtsspezifität und besiedelt primär die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sowie die Holländische Linde (Tilia × europaea). Durch das Trinken von Saft an der unteren Blattepidermis und die dabei abgegebenen Sekrete manipuliert die Milbe das Pflanzenwachstum der Wirtsbäume, was zur Entstehung von 8–15 mm hohen, grünen oder leuchtend roten Nagelgallen auf der Blattoberseite führt. Trotz des oft massenhaften Auftretens ab Mai und Juni beeinträchtigen die Gallen weder das generelle Wachstum noch die Vitalität der betroffenen Bäume. Im Herbst verlassen die Milben die Gallen wieder, um geschützte Winterquartiere in Rindenspalten und im Bereich der Knospen aufzusuchen.1 Belastbare Daten zu spezifischen Antagonisten, Parasitoiden oder detaillierten nahrungsnetzebenen fehlen in der aktuellen Datenlage.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Eriophyes tiliae ist in Europa weit verbreitet und besiedelt dort vor allem die natürlichen und anthropogen geprägten Habitate ihrer Wirtspflanzen. Das natürliche Verbreitungsgebiet deckt sich im Wesentlichen mit dem Vorkommen verschiedener Lindenarten in der gemäßigten Klimazone. Die Art kommt flächendeckend in Mitteleuropa und im DACH-Raum vor, wo sie regelmäßig an geeigneten Bäumen nachgewiesen wird. Typische Lebensräume umfassen sowohl geschlossene Waldbestände mit Lindenanteil als auch Alleen, Parks und urbane Siedlungsbereiche. Als primäre Wirtspflanzen dienen insbesondere die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) sowie die Holländische Linde (Tilia × europaea). In diesen Habitaten besiedelt die Milbe bevorzugt die Blätter der unteren Baumregionen. Die Tiere überwintern in geschützten Bereichen wie Rindenspalten und Knospenbereichen direkt am Wirtsbaum. Von dort aus wandern die weniger als 0,2 mm langen Individuen im Frühjahr auf das neu austreibende Laub ab. Durch ihre Saugtätigkeit an der Blattunterseite induzieren sie die Bildung charakteristischer, 5 bis 15 mm langer Nagelgallen. Diese auffälligen, grünen oder leuchtend roten Gallen treten ab Mai bis Juni in großer Zahl auf. Belastbare Daten zur Vertikalverbreitung in höheren Gebirgsstufen fehlen, da das Vorkommen primär an die Verbreitung der Wirtsbäume in tieferen Lagen gekoppelt ist. Belastbare historische Belege zu einer gezielten Einschleppung außerhalb des natürlichen Areals liegen in der Literatur nicht vor. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen ein stabiles Vorkommen in den bekannten europäischen Arealen ohne nennenswerte Arealverschiebung.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Germany

    22.05.2026

  • Munich, Bavaria, Deutschland

    22.05.2026

  • Mauschbach, Rheinland-Pfalz, Deutschland

    22.05.2026

  • Germany

    22.05.2026

  • Lützschena-Stahmeln, 04 Leipzig-Nordwest, Deutschland

    21.05.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
3
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 20.09.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Eriophyes tiliae durchläuft einen jahreszeitlich gebundenen Lebenszyklus, der eng mit der Vegetationsperiode der Lindenbäume verknüpft ist. Die Milben verlassen im Frühjahr ihre Winterquartiere und wandern aktiv auf das neu austreibende Laub über. Als Überwinterungsorte dienen geschützte Stellen an der Rinde sowie Bereiche in unmittelbarer Nähe zu den Knospen. Mit dem Beginn der Saftstromaktivität und dem Blattaustrieb besiedeln die Tiere die Blattunterseiten. Durch ihre Saugtätigkeit induzieren sie die Bildung charakteristischer Nagelgallen auf der Blattoberseite, in deren Inneren sich die Population während des späten Frühjahrs und Sommers entwickelt. Die phänologische Aktivität der Tiere auf den Blättern setzt ab Mai und Juni ein. Während der Sommermonate verbleiben und ernähren sich die Individuen aktiv innerhalb dieser Gallstrukturen. Vor Beginn des Herbstes verlassen die Milben ihre Schutzräume in den Gallen wieder. Sie suchen daraufhin erneut geschützte Bereiche am Baum auf, um dort die ungünstigen Wintermonate zu verbringen.1 Ein erhöhtes öffentliches und digitales Interesse an der Art zeigt sich gehäuft in den Monaten Oktober und November, was zeitlich mit dem Verlassen der Gallen und dem Aufsuchen der Winterquartiere zusammenfällt. Belastbare quantitative Daten zur Temperaturabhängigkeit der Aktivität oder zur exakten Anzahl jährlicher Generationen fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bisher.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Lindengallmilbe (Eriophyes tiliae) ist als phytophager Parasit ein klassischer Schädling, der jedoch aufgrund seiner artspezifischen Wirtswahl primär optische Veränderungen an Linden (Tilia sp.) hervorruft. Das Schadpotenzial ist ökonomisch und ökologisch gering, da die Aktivität der Milben das Wachstum und die Vitalität der Wirtsbäume nachweislich nicht beeinträchtigt. Typisches Schadbild sind zahlreiche, lange, schlanke und nach oben gerichtete Nagelgallen, die eine Höhe von 8–15 mm erreichen und grün oder leuchtend rot gefärbt sein können. Auf der englischsprachigen Datenlage basierend werden röhrenförmige Auswüchse mit einer Länge von bis zu 5 mm beschrieben, die gehäuft auf den unteren Blättern auftreten. Die Öffnungen dieser Gallen befinden sich auf der Blattunterseite und sind charakteristisch von kleinen weißen Härchen umgeben.1 Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen wie Allergien oder die Übertragung von Krankheitserregern sind für Eriophyes tiliae nicht bekannt. Als Früherkennung dient das Auftreten der auffälligen Nagelgallen ab Mai und Juni auf den Blättern von Sommerlinden (Tilia platyphyllos) und Holländischen Linden (Tilia × europaea). Belastbare Daten zu spezifischen baulichen, hygienischen oder chemischen Präventionsmaßnahmen fehlen, da die optischen Veränderungen die Gesundheit des Baumes nicht gefährden und keine Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich sind.1 Aus demselben Grund existieren keine etablierten Monitoring-Methoden oder integrierten Bekämpfungsstrategien im Hinblick auf Eriophyes tiliae. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten liegen für diesen Schadorganismus nicht vor.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Lindengallmilbe