Lexikon-Eintrag

Haubenmantis Empusa pennata

Haubenmantis (Empusa pennata), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Mantodea
Familie
Empusidae
Gattung
Empusa

Überblick

Einleitung

Die Haubenfangschrecke (Empusa pennata) ist eine Fangschrecke aus der Familie der Empusidae und im westmediterranen Raum verbreitet. Die Art bewohnt trocken-warme Lebensräume wie Trockenrasen und Graslandschaften, wo sie als Lauerjäger auf kleine Fluginsekten spezialisiert ist. Charakteristisch für die Gattung ist insbesondere der ausgeprägte Kopf-Helm. Morphologisch lässt sich die Art von anderen Vertretern der Gattung Empusa unter anderem durch den Bau der Mittelbein-Coxae und spezifische Zeichnungen der Flügeladern abgrenzen.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Ab dem dritten Larvenstadium lässt sich das Geschlecht von Empusa pennata anhand der Abdominalsegmente unterscheiden, wobei Männchen sechs und Weibchen fünf Segmente aufweisen.
  • Hinsichtlich der Flügeladern unterscheidet sich Empusa pennata von Empusa hedenborgii und Empusa pennicornis durch braune Ränder zum Ende der Adern hin.
  • Im Gegensatz zu Empusa guttula und Empusa spinosa fehlen bei Empusa pennata die zwei bräunlichen oder rotbraunen Punkte an den Ecken der Stigmata der Vorderflügel.3

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Haubenfangschrecke (Empusa pennata) ist durch eine markante Kopfpartie mit ausgeprägtem Helm definiert. Die Körperlänge der Männchen beträgt 50–60 mm, während die Weibchen eine Länge von 60–67 mm erreichen. Bei den Vorderflügeln liegt die Länge der Männchen bei 34–40 mm und bei den Weibchen bei 35 mm. Ausgewachsene Tiere weisen vor allem an den Flügeln eine grünliche Grundfärbung auf. Im Gegensatz dazu sind die Larven von Empusa pennata braun gefärbt. Ein auffälliger Sexualdimorphismus zeigt sich an den Antennen und dem Körperbau, da adulte Männchen lange, doppelt gekämmte Fühler sowie einen schlankeren Körperbau besitzen. Zudem haben Männchen längere Flügel als die Weibchen. Das Geschlecht lässt sich bereits ab dem dritten Larvenstadium anhand der Anzahl der Abdominalsegmente bestimmen, wobei Männchen sechs und Weibchen fünf Segmente aufweisen. Eine präzise Abgrenzung zu ähnlichen Arten erfolgt über spezifische Merkmale an Beinen, Flügeln und Stigmata. Von Empusa fasciata und Empusa longicollis unterscheidet sich Empusa pennata durch das Fehlen eines rundlichen Lobus an den Coxae der Mittelbeine. Die Flügeladern zeigen bei Empusa pennata in Richtung Ende braune Ränder, was sie von Empusa hedenborgii und Empusa pennicornis unterscheidet. Zudem fehlen der Art die zwei bräunlichen oder rotbraunen Punkte an den Ecken der Stigmata der Vorderflügel, welche bei Empusa guttula und Empusa spinosa ausgebildet sind.1

Porträt

Beschreibung

Die Haubenfangschrecke Empusa pennata ist eine charakteristische Fangschrecke aus der Familie Empusidae, die vor allem durch ihren auffälligen Kopfhelm definiert wird. Im natürlichen Lebensraum trockener und warmer Graslandschaften tarnt sich die Art hervorragend auf Büschen und Gräsern. Im Feld lässt sich Empusa pennata durch spezifische anatomische Merkmale von ähnlichen Arten abgrenzen; so fehlt im Gegensatz zu Empusa fasciata und Empusa longicollis ein rundlicher Lobus an den Coxae der Mittelbeine. Mikroskopische Untersuchungen der Flügeladern zeigen zudem artspezifische braune Ränder an den Enden, wodurch eine Unterscheidung zu Empusa hedenborgii und Empusa pennicornis gelingt. Anatomisch weist die Art den für die Gattung typischen Kopfhelm auf, der als Tarnstruktur dient. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fangschrecken schlüpfen die Nymphen bereits im Sommer, um dann im Herbst und unregelmäßig im Winter eine klimabedingte Diapause zu durchlaufen. Während dieser Larvenstadien fressen die Tiere und vollenden ihre Entwicklung schließlich im Frühling. Das Geschlecht lässt sich bei den Larven ab dem dritten Stadium anhand der Segmentanzahl des Abdomens bestimmen, wobei Männchen sechs und Weibchen fünf Segmente aufweisen. Ausgewachsene Tiere zeigen deutliche Geschlechtsdimorphismen; so erreichen Männchen eine Körperlänge von 50–60 mm bei einer Vorderflügellänge von 34–40 mm, während Weibchen 60–67 mm lang werden und eine Vorderflügellänge von 35 mm besitzen. Zudem zeichnen sich adulte Männchen durch lange, doppelt gekämmte Fühler, längere Flügel und einen schlankeren Körperbau aus. Die Imagines werden überwiegend zwischen April und Juli angetroffen, wohingegen Nymphen von Juli bis Mai nachzuweisen sind. Artspezifisch ist zudem die wenig aggressive Verhaltensweise der Art, die sich auf die Jagd meist kleiner Fluginsekten spezialisiert hat und ausschließlich lebende Beute sofort nach dem Fang verzehrt. Historisch wurde die Art im Jahr 1815 von Carl Peter Thunberg als Gongylus pennatus erstbeschrieben, wobei Sardinien als Typuslokalität gilt. Synonyme wie Mantis clavata Goeze, 1778, Mantis spuria Goeze, 1778, Mantis pauperata Fabricius, 1781, Empusa egena Charpentier, 1841 und Empusa tricornis (Goeze, 1778) spiegeln die taxonomische Geschichte der Art wider.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Haubenfangschrecke (Empusa pennata) wurde im Jahr 1815 von Carl Peter Thunberg unter der Erstkombination Gongylus pennatus wissenschaftlich beschrieben, wobei Sardinien als Typuslokalität gilt. Im Laufe der Forschungsgeschichte wurde die Art verschiedenen Kombinationen zugeordnet; zu den bekannten Synonymen und älteren Namen zählen unter anderem Mantis clavata Goeze, 1778, Mantis spuria Goeze, 1778, Mantis pauperata Fabricius, 1781, Empusa egena Charpentier, 1841 sowie Empusa tricornis (Goeze, 1778). Innerhalb der Ordnung der Fangschrecken (Mantodea) gehört die Art zur Familie der Empusidae und repräsentiert die Typusgattung Empusa. Als deutscher Trivialname ist neben Haubenfangschrecke auch die Bezeichnung Haubenmantis gebräuchlich. Die gattungsspezifische Benennung sowie der Artname spiegeln morphologische Besonderheiten wider, die vor allem durch den charakteristischen Kopfaufsatz ('Helm') und die Flügelform geprägt sind. Belastbare historische Daten zur genauen Etymologie der einzelnen Synonyme sind in der Standardliteratur nur fragmentarisch belegt. Weitere frühere Gattungszuordnungen außerhalb der heute gültigen Taxonomie sind für Empusa pennata nicht dokumentiert.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von Empusa pennata ist durch eine sexuelle Findung mittels artspezifischer Pheromone geprägt, die vom Weibchen abgegeben werden. Nach erfolgter Kopula legt das Weibchen Eigelege ab, wobei belastbare quantitative Daten zur genauen Fertilität und Eiablagemorphologie in der aktuellen Literaturlage fehlen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fangschrecken zeigt Empusa pennata einen abweichenden jahreszeitlichen Entwicklungszyklus. Die Nymphen schlüpfen im Sommer, durchlaufen ihre Wachstumsphase im Herbst und überwintern als Nymphen. Während der Wintermonate fressen die Tiere unregelmäßig, was einer klimabedingten Diapause entspricht, bevor sie ihre Entwicklung im darauffolgenden Frühling vollenden. Das Geschlecht der Larven lässt sich ab dem dritten Larvenstadium anhand der Anzahl der Abdominalsegmente bestimmen, wobei Männchen sechs Segmente und Weibchen fünf aufweisen. Die Imagines treten überwiegend zwischen April und Juli auf, während Nymphen von Juli bis Mai zu finden sind. Bezüglich der Ernährungsbiologie agiert die Art als wenig aggressiver Generalist, der sich auf die Jagd nach meist kleinen, lebenden Fluginsekten spezialisiert hat. Im Experiment wurden neben Zweiflüglern auch Wanzen und Schmetterlinge sowie als Weichkäfer akzeptierte Coleopteren erbeutet, während Blattkäfer strikt zurückgewiesen wurden. Beute wird nach dem Fang sofort verzehrt. Über spezifische physiologische Nährwertanforderungen oder detaillierte physiologische Besonderheiten jenseits der klimabedingten Winteraktivität liegen keine systematischen Untersuchungen vor. Ebenso fehlen in der aktuellen Datenlage belastbare, quantifizierte Studien zu konkreten Mortalitätsfaktoren, natürlichen Feinden wie Parasitoiden oder spezifischen Symbiosen.1

Lebensweise

Verhalten

Empusa pennata ist eine wenig aggressive Fangschrecke, die sich auf die Jagd nach kleinen Fluginsekten spezialisiert hat. Dabei wird ausschließlich lebendes Futter angenommen, welches unmittelbar nach dem Fang verzehrt wird. Im Rahmen von Experimenten wurden vor allem Zweiflügler, Wanzen sowie Schmetterlinge als Beute akzeptiert, während von den angebotenen Käfern lediglich Weichkäfer angenommen und Blattkäfer konsequent zurückgewiesen wurden. Die Art zeigt zudem ein spezifisches Fortpflanzungsverhalten, bei dem sich die Geschlechter mithilfe von Pheromonen finden, die vom Weibchen abgegeben werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fangschrecken schlüpfen die Nymphen bereits im Sommer, fressen im Herbst sowie unregelmäßig auch im Winter im Rahmen einer klimabedingten Diapause, und vollenden ihre Entwicklung schließlich im Frühling. Darüber hinaus wurde beobachtet, dass die Tiere in der Lage sind, durch geschickte Manöver zu entkommen und so dem Fang zu entgehen.1

Lebensweise

Ökologie

Empusa pennata besiedelt als thermophile Art primär trockene und warme Habitate wie Trockenrasen und offene Graslandschaften.1 In diesen Lebensräumen hält sich die Art bevorzugt auf Büschen und Gräsern auf, wobei vereinzelt auch Funde von Pflanzen wie Halocremum strobilaceum belegt sind.12 Als Beutefreier Generalist ernährt sich die Haubenfangschrecke spezialisiert auf lebende, meist kleine Fluginsekten. Im experimentellen Rahmen wurden neben Zweiflüglern auch Wanzen und Schmetterlinge sowie bestimmte Weichkäfer als Nahrung akzeptiert, während Blattkäfer konsequent zurückgewiesen wurden.1 Das Beutefreie Spektrum spiegelt die räumliche Nische als Lauerjäger in der Vegetation wider. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fangschrecken schlüpfen die Nymphen bereits im Sommer, um im Herbst sowie unregelmäßig im Winter während einer klimabedingten Diapause zu fressen und die Entwicklung im darauffolgenden Frühling abzuschließen. Die Imagines treten überwiegend von April bis Juli auf, während Nymphen von Juli bis Mai zu finden sind. Zur intraspezifischen Kommunikation nutzen die Weibchen artspezifische Pheromone, die das Auffinden der Partner ermöglichen.1 Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden oder natürlichen Feinden über den allgemeinen Befallsdruck hinaus fehlen in der aktuellen Quellenlage.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Empusa pennata ist primär westmediterran verbreitet und besiedelt weite Teile des Mittelmeerraumes.1 Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Kanarischen Inseln über Nordafrika mit Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen bis hin zu Nachbarregionen im Nahen Osten wie Jordanien und dem Irak. Auch in Südeuropa ist die Art fest etabliert, wobei Vorkommen in Portugal, Spanien, Italien sowie auf den großen Mittelmeerinseln Korsika, Sardinien und Sizilien nachgewiesen sind.12 Nach Norden hin erreicht das Areal den nordwestitalienischen Alpenrand, während die Art in der Poebene nur stellenweise vorkommt und im äußersten Nordosten Italiens gänzlich fehlt.1 In Mitteleuropa oder der DACH-Region ist die Art nicht heimisch. Belastbare Daten zu dauerhaften Populationen nördlich der Alpen fehlen. Die Habitate von Empusa pennata sind durch trockenes und warmes Klima geprägt. Die Art besiedelt bevorzugt offene Trockenrasen und Graslandschaften. Dort hält sich die Art vorwiegend auf niedrigen Büschen und Gräsern auf.1 In arideren Regionen des Verbreitungsgebietes wird sie zudem auf trockenheitsangepasster Vegetation wie Halocremum strobilaceum angetroffen.2 Spezifische Wirtspflanzen im Sinne einer Phytophagie existieren nicht, da es sich um einen räuberischen Generalisten handelt. Vorkommen in geschlossenen geschlossenen Wäldern oder synanthropen Siedlungsbereichen sind nicht belegt. Angaben zur vertikalen Verbreitung und spezifischen Höhenstufen sind in der Fachliteratur bislang nicht systematisch untersucht.1 Beobachtungsdaten bestätigen eine flächendeckende Präsenz in den genannten mediterranen Herkunftsgebieten, während Nachweise außerhalb dieses Gürtels die Ausnahme darstellen.2

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Empusa pennata zeigt einen vom typischen Lebenszyklus anderer Fangschrecken abweichenden Jahresverlauf. Die Nymphen schlüpfen im Sommer, durchlaufen im Herbst ihre Fraßphase und überstehen die kalte Jahreszeit durch eine klimabedingte Diapause, bei der sie unregelmäßig weiterfressen. Die vollständige Entwicklung zum ausgewachsenen Insekt erfolgt im darauffolgenden Frühling. Exemplare lassen sich im Jahresverlauf prinzipiell ganzjährig nachweisen, wobei der Schwerpunkt von März bis November liegt. Imagines treten überwiegend zwischen April und Juli auf. Larvalstadien (Nymphen) werden hingegen vor allem von Juli bis Mai angetroffen.1 Das öffentliche Interesse in Deutschland zeigt auf Basis von Suchanfragen Spitzenwerte im Monat September.2 Belastbare physiologische Messdaten zur exakten Temperaturabhängigkeit der Aktivität fehlen in der wissenschaftlichen Literatur.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Empusa pennata ist weder als Schädling noch als Lästling oder Nützling im wirtschaftlichen oder domestizierten Sinne klassifiziert, da die Art als freilebendes Insekt in natürlichen Habitaten vorkommt. Ein spezifisches Schadpotenzial oder typische Schadbilder an Kultur- oder Nutzpflanzen existieren durch diese Art nicht.1 Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen im Sinne von Allergieauslösungen oder Vektoreigenschaften sind für Empusa pennata in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert. Da die Art ausschließlich in trockenen und warmen Gebieten des westmediterranen Raumes auf Büschen und Gräsern lebt, kommt es zu keinem regelmäßigen Kontakt mit menschlichen Siedlungsbereichen. Spezifische Befallsanzeichen, Früherkennungs- oder Monitoring-Methoden wurden für diese Art nicht entwickelt, da sie nicht als Schadorganismus eingestuft wird. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind folglich weder erforderlich noch etabliert. Entsprechend existieren keine Ansätze für eine integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) oder chemische Applikationen gegen Empusa pennata. Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder Meldepflichten sind für diese Art ebenfalls nicht relevant.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Empusa_pennata
  2. gbif.org/species/5048815
  3. Literaturzusammenfassung: Empusa pennata