Lexikon-Eintrag

Gefleckter Kugelspringer Dicyrtomina ornata

Gefleckter Kugelspringer (Dicyrtomina ornata), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Collembola
Ordnung
Symphypleona
Familie
Dicyrtomidae
Gattung
Dicyrtomina

Überblick

Einleitung

Der Bunte Kugelspringer (Dicyrtomina ornata) ist eine in der westpaläarktischen Region weit verbreitete Art aus der Ordnung der Springschwänze (Collembola) und der Familie Dicyrtomidae.12 Die Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 1,8 mm und fallen durch eine variable, gelbe, orange und dunkelviolette Färbung auf. Aufgrund dieser variablen Musterung gestaltet sich die Unterscheidung von ähnlichen Arten wie Dicyrtomina saundersi schwierig. Als Detritus-, Pilz- und Flechtenfresser leistet die Art einen wesentlichen Beitrag als Humusbildner.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Art wird in wissenschaftlichen Proben aus bestimmten Regionen als sehr selten eingestuft.
  • Funde aus Höhlenbiotopen belegen Exemplare auf Sinterbecken (flowstones) bei Substrattemperaturen von 16,4–16,8 °C und Lufttemperaturen von 17,6–17,96 °C.
  • Für die Balearen stellt dieser Nachweis erst den zweiten offiziellen Beleg für die Art dar.
  • Die Bearbeitung von Material aus Algerien stützt sich unter anderem auf historische Aufzeichnungen aus den Jahren 1926 bis 2001.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Bunte Kugelspringer (Dicyrtomina ornata) ist durch eine charakteristische, kugelige Körperform und eine Körperlänge von etwa 1,8 mm definiert. Die Grundfärbung setzt sich aus gelben, orangen und dunkelvioletten Tönen zusammen, wobei Thorax und Hinterleib überwiegend dunkelviolett gefärbt sind. Dieses dunkle Grundmuster wird durch ein variables gelbes Strich- und Fleckenmuster ergänzt. Am Hinterleibsende befindet sich ein zusätzlicher dunkler Fleck. Ein spezifisches morphologisches Merkmal sind die abstehenden hellen Härchen, die sich insbesondere am Hinterleibsende befinden. Wie die meisten Springschwänze besitzen die Tiere eine Sprunggabel an der Unterseite des Hinterleibsendes. Aufgrund der hohen Variabilität in der Musterung gestaltet sich die Unterscheidung von ähnlichen Arten wie Dicyrtomina saundersi schwierig. Belastbare Daten zu Sexualdimorphismus, Larvenstadien, Eiern oder Puppen fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend.1

Porträt

Beschreibung

Der Bunte Kugelspringer (Dicyrtomina ornata) repräsentiert eine charakteristische Art der Gliederfüßer innerhalb der Ordnung Symphypleona und zeichnet sich durch eine auffällige, kugelige Körpergestalt aus. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre kontrastreiche Färbung auf, wobei Thorax und Hinterleib meist dunkel-violett grundiert und mit einem variablen gelben Strich- und Fleckenmuster versehen sind. Am Hinterleibsende befindet sich zudem ein markanter dunkler Fleck sowie charakteristische, abstehende helle Härchen. Mit einer Körperlänge von etwa 1,8 mm gehören die Tiere zu den kleineren Bewohnern der Streuschicht. Im Gelände ist eine Ansprache oft nur grob möglich, während feinstrukturelle Details eine mikroskopische Untersuchung erfordern. Aufgrund der hohen Variabilität des Musterungsschemas gestaltet sich insbesondere die Abgrenzung zu ähnlichen Arten wie Dicyrtomina saundersi als schwierig. Anatomisch besitzen die Tiere wie die meisten Vertreter ihrer Klasse eine ventral am Hinterleibsende ansetzende Sprunggabel, die bei Gefahr schnelle und weite Fortbewegung ermöglicht. Belastbare morphologische Daten zu Larvenstadien, geschlechtsspezifischen Dimorphismen im Lebensverlauf oder historischen Erstbeschreibungen fehlen in den aktuellen Standardquellen weitgehend.1 Die Art ist in der westpaläarktischen Region beziehungsweise europaweit verbreitet und besiedelt primär feuchte Habitate wie das Erdreich, die Laub- und Streuschicht sowie das Winterhalbjahr über auch Baumstämme.12

Systematik

Name & Einordnung

Der Gefleckte Kugelspringer wird wissenschaftlich als Dicyrtomina ornata bezeichnet. Im deutschen Sprachraum ist die Art zudem unter dem Trivialnamen Bunter Kugelspringer bekannt.1 Historisch wurde das Taxon zeitweise als Varietät Dicyrtomina minuta var. couloni (Nicolet, 1841) geführt.2 Belastbare historische Details zur Erstbeschreibung oder detaillierte etymologische Herleitungen des Gattungs- und Artnamens fehlen in der gegenwärtigen Datenlage.1 Die Zuordnung erfolgt zur Gattung Dicyrtomina innerhalb der Familie Dicyrtomidae.2 Weitere historische Synonyme oder frühere Zuordnungen außerhalb dieser Verwandtschaftsgruppe sind aus den verfügbaren Primärquellen nicht dokumentiert. Internationale Trivialnamen sind in der Fachliteratur für diese Art nicht systematisch hinterlegt. Aufgrund morphologischer Variabilitäten gestaltet sich die Abgrenzung zu ähnlichen Arten wie Dicyrtomina saundersi bis heute schwierig.1

Aus der Community

Kurze Videos

Aus der silbarkrift.community, aufgenommen mit OpenInsect

1 Video

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Dicyrtomina ornata besiedelt als euryök agierende Art terrestrische Habitate wie das Erdreich, die Laub- und Streuschicht feuchter Wälder sowie das Substrat unter Steinen. Die Ernährung basiert primär auf Detritus, wodurch die Art einen wichtigen Beitrag zur Humusbildung leistet. Ergänzend umfasst das Nahrungsspektrum partikuläre organische Substanzen wie Pilze, Flechten und Pollen. Bei Gefahr nutzen die Tiere eine ventral am Hinterleibsende angebrachte Sprunggabel, um fluchtartig weite Sprünge auszuführen. Im Winterhalbjahr treten die Individuen aktiv an Baumstämmen, beispielsweise von Platanen, in Gesellschaft anderer Springschwänze wie Orchesella cincta auf.1 Belastbare physiologische Daten zu Diapause, Kältetoleranz oder genauen Entwicklungsstadien und deren Dauer fehlen für Dicyrtomina ornata in der aktuellen Literatur weitgehend. Ebenso existieren keine quantitativen Studien zu Mortalitätsfaktoren, spezifischen Parasitoiden oder natürlichen Prädatoren der Art. Fortpflanzungsbiologische Parameter wie Paarungsverhalten, Fertilität und Eiablage sind bisher wissenschaftlich nicht systematisch dokumentiert. Auch spezifische Symbiosen oder Wirtsspezifitäten außerhalb der bekannten generalistischen Ernährung sind für diese Art bisher nicht belegt.

Lebensweise

Verhalten

Dicyrtomina ornata zeigt das für viele Springschwänze typische Sprungverhalten, bei dem die Tiere mithilfe einer ventral am Hinterleibsende angebrachten Sprunggabel bei Gefahr abrupte und weite Sprünge ausführen. Im Winterhalbjahr lässt sich ein aggregatives Verhalten beobachten, bei dem die Art gemeinsam mit anderen Springschwänzen wie Orchesella cincta an Baumstämmen anzutreffen ist. Die Lebensweise der Art ist eng mit feuchten Habitaten verknüpft, wobei sie sich bevorzugt im Erdreich, unter Steinen sowie in der Laub- und Streuschicht aufhält. Bei der Nahrungsaufnahme verwertet Dicyrtomina ornata Detritus, Pilze, Flechten sowie Pollen.1

Lebensweise

Ökologie

Der Bunte Kugelspringer (Dicyrtomina ornata) besiedelt als euryöke Art verschiedenste Lebensräume und ist im Erdreich, unter Steinen sowie in der Laub- und Streuschicht feuchter Wälder anzutreffen.1 In Bezug auf seine ökologische Nische fungiert das ca. 1,8 mm lange Tier als Destruent und wichtiger Humusbildner, da es sich primär von Detritus sowie von Pilzen, Flechten und Pollen ernährt. Im Winterhalbjahr deuten Beobachtungen auf ein Aufsuchen von Baumstämmen hin, wo die Art unter anderem gemeinsam mit Orchesella cincta an Platanen zu finden ist. Hinsichtlich des Mikroklimas belegen Funde aus Höhlenstrukturen das Vorkommen bei Lufttemperaturen von 17,6–17,96 °C, Substrattemperaturen von 16,4–16,8 °C und einer relativen Luftfeuchte von 95,09–96,22 % auf Substraten wie Sinterbecken (flowstones).2 Die artbezogene Verbreitung erstreckt sich über die westpaläarktische Region inklusive Nachweisen auf den Balearen.2 Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden, natürlichen Feinden oder direkten Konkurrenzbeziehungen über das gemeinschaftliche Auftreten an Baumstämmen hinaus fehlen in der aktuellen Datenlage bisher.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Dicyrtomina ornata ist in der westlichen beziehungsweise gesamten Paläarktis weit verbreitet.124 Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den europäischen Kontinent 1, wobei Vorkommen unter anderem für den Iran 2, Algerien 2 und die Balearen 2 belegt sind. In Europa gilt die Art als flächendeckend verbreitet.1 Belastbare Daten zur genauen vertikalen Verbreitung oder spezifischen Höhenstufen fehlen in der wissenschaftlichen Literatur weitgehend. Auch eine historische Einschleppungsdynamik ist in den Quellen nicht dokumentiert.2 Die Art besiedelt als typischer Bewohner der Boden- und Streuschicht verschiedenste terrestrische Lebensräume.12 Man findet Dicyrtomina ornata vor allem im Erdreich, unter Steinen sowie in der feuchten Laub- und Streuschicht von Wäldern. Im Winterhalbjahr besiedeln die Tiere zudem die Stämme verschiedener Laubbäume wie Platanen. In diesen Habitaten ernähren sie sich primär von Detritus, Pilzen, Flechten und Pollen.1 Vorkommen in geschlossenen Siedlungsbereichen oder Gebäuden sind nicht typisch und in der Fachliteratur nicht belegt. Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen das Vorkommen in geeigneten feuchten Waldhabitaten im mitteleuropäischen Raum.12

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Lindenthal, 04 Leipzig-Nordwest, Deutschland

    26.04.2026

  • Röttgen, 53 Bonn, Germany

    25.04.2026

  • Deutschland

    24.04.2026

  • Berlin, Berlin, Germany

    24.04.2026

  • Röttgen, 53 Bonn, Deutschland

    24.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
6
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Daten der silbarkrift.community
Zuletzt am 03.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Bunte Kugelspringer (Dicyrtomina ornata) zeigt eine deutliche Saisonalität mit Aktivitäten während des Winterhalbjahrs. In den Wintermonaten lassen sich die Tiere regelmäßig an den Stämmen verschiedener Bäume wie Platanen gemeinsam mit anderen Springschwanzarten beobachten. Belastbare Daten zu Generationenfolgen, Larvenstadien oder genauen Flugzeiten fehlen in der wissenschaftlichen Literatur bisher weitgehend. Exemplarische Funde aus Höhlenbiotopen im Februar bei Substrattemperaturen von 16,4–16,8 °C, Lufttemperaturen von 17,6–17,96 °C und einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit von über 95 % belegen eine Aktivität der Tiere in den kälteren Monaten.2 Analysen zum öffentlichen Informationsinteresse verzeichnen in den Monaten Januar und November jährliche Peaks. Bisher existieren jedoch keine systematischen Studien, die diese winterlichen Suchinteresse-Spitzen direkt mit physiologischen Aktivitätsphasen im Freiland korrelieren.3

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Dicyrtomina ornata ist kein Schädling oder Lästling, sondern ein ökologisch wichtiger Humusbildner in natürlichen Habitaten. Aufgrund ihrer Ernährungsweise von Detritus, Pilzen, Flechten und Pollen verursacht die Art keinerlei Schäden an Kulturpflanzen oder Vorräten. Ein ökonomisches Schadpotenzial im Gartenbau, in der Landwirtschaft oder im häuslichen Bereich ist nach der aktuellen Datenlage nicht gegeben. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen, wie etwa die Übertragung von Krankheitserregern oder das Auslösen von Allergien, sind für diese Springschwanzart nicht dokumentiert. Typische Befallsanzeichen oder Schadbilder existieren folglich nicht, da die Tiere weder als Material- noch als Gebäudeschädlinge in Erscheinung treten. Gelegentlich lassen sich die etwa 1,8 mm langen Individuen im Winterhalbjahr gemeinsam mit anderen Arten an Baumstämmen beobachten. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind für Dicyrtomina ornata weder erforderlich noch in der wissenschaftlichen Literatur belegt. Entsprechend fehlen auch spezifische Monitoring-Methoden oder Konzepte zur integrierten Schädlingsbekämpfung für diesen harmlosen Bodenbewohner.1 Rechtliche Aspekte wie Quarantänevorschriften oder behördliche Meldepflichten sind für die weit verbreitete Art ebenfalls nicht relevant.12 Belastbare Daten zu gezielten Bekämpfungsstrategien fehlen gänzlich, da die Tiere als nützliche Zersetzer in der Laub- und Streuschicht agieren.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Bunter_Kugelspringer
  2. gbif.org/species/4536981
  3. Aggregierte Suchanfragen-Zeitreihe für Deutschland
  4. Bretfeld, W. (1999): Synopses on Palearctic Collembola, Volume 2: Symphypleona. — Abhandlungen und Berichte des Naturkundemuseums Görlitz 71 (1): 1-318.