Lexikon-Eintrag

Raupenfliege (Gattung Cylindromyia) Cylindromyia

Raupenfliege (Gattung Cylindromyia) (Cylindromyia), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Tachinidae
Gattung
Cylindromyia

Überblick

Einleitung

Die Gattung Cylindromyia gehört zur Familie der Tachinidae (Wanzenfliegen) in der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) und wurde im Jahr 1803 von Johann Wilhelm Meigen eingeführt. Weltweit ist die Gattung mit etwa 116 beschriebenen Arten vertreten, die als Endoparasitoide auf Wanzen spezialisiert sind. Die Vertreter besitzen eine kosmopolitische Verbreitung und sind in Mitteleuropa unter anderem mit neun Arten vertreten.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • In Deutschland ist die Gattung mit den neun Arten Cylindromyia auriceps, Cylindromyia bicolor, Cylindromyia brassicaria, Cylindromyia brevicornis, Cylindromyia intermedia, Cylindromyia interrupta, Cylindromyia pilipes, Cylindromyia pusilla und Cylindromyia xylotina vertreten.
  • Ähnliche mitteleuropäische Gattungen wie Brullaea ocypteroidea, Eriothrix rufomaculatus oder Mintho rufiventris lassen sich unter anderem durch eine abweichende Flügeladerung von Cylindromyia unterscheiden.
  • Die präapikale anterodorsale Borste der vorderen Tibien ist bei der Gattung deutlich länger ausgebildet als die präapikale dorsale Borste.
  • Die Flügelzelle r4+5 weist einen Stiel auf, dessen Länge mindestens einem Sechstel des Abschnitts der Flügelader M hinter dem Winkel entspricht.
  • Der postmetacoxale Bereich direkt hinter den hinteren Coxae ist bei den Vertretern sklerotisiert.
  • Die Untergattung Apinocyptera umfasst unter anderem Arten wie Cylindromyia nana in den Vereinigten Staaten und Mexiko sowie Cylindromyia thompsoni in Süd- und Mittelamerika.
  • Die Untergattung Calocyptera ist durch die Art Cylindromyia intermedia sowohl in der Nearktis als auch in der Paläarktis vertreten.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die adulterten Fliegen der Gattung Cylindromyia erreichen eine Körperlänge von 5–16 mm. Der Hinterleib weist eine auffallend zylindrische Gestalt auf. Bezüglich der Kopfstrukturen sind die Taster stark reduziert und höchstens so lang wie der Durchmesser des Prämentums oder gänzlich fehlend. Das Prämentum selbst ist schlank gebaut und mindestens viermal so lang wie sein Durchmesser. Am Thorax ist die erste supra-alare Borste hinter der Quernaht deutlich kürzer als die notopleuralen Borsten oder fehlt gänzlich. Der postmetacoxale Bereich direkt hinter den hinteren Coxae ist sklerotisiert. An den vorderen Tibien ist die präapikale anterodorsale Borste deutlich länger ausgebildet als die präapikale dorsale Borste. Im Flügelgeäder besitzt die Flügelzelle r4+5 einen Stiel, welcher mindestens so lang ist wie ein Sechstel des Abschnitts der Flügelader M hinter dem Winkel. Ähnliche mitteleuropäische Gattungen wie Brullaea, Eriothrix oder Mintho lassen sich vor allem durch eine abweichende Flügeladerung abgrenzen.1 Belastbare morphologische Beschreibungen zu Eiern, Larvenstadien und Puppen fehlen in der zugrundeliegenden Datenlage weitgehend.

Porträt

Beschreibung

Die Gattung Cylindromyia wurde im Jahr 1803 von Johann Wilhelm Meigen eingeführt und gehört innerhalb der Familie der Raupenfliegen zur Unterfamilie der Wanzenfliegen sowie zur Tribus Cylindromyiini. Der wissenschaftliche Name leitet sich von den altgriechischen Begriffen cylindro für Zylinder und myia für Fliege ab, was sich in der charakteristischen Körperform widerspiegelt. Mit weltweit etwa 116 beschriebenen Arten, die in mehrere Untergattungen unterteilt sind, besitzt die Gattung eine kosmopolitische Verbreitung. In Deutschland ist die Gattung gegenwärtig durch neun verschiedene Arten vertreten. Im natürlichen Lebensraum fallen die Tiere durch ihren gestreckten, fast stabförmigen Körperbau auf. Die Körperlänge der Fliegen bewegt sich im Bereich von 5–16 mm. Als Endoparasitoide nutzen die Arten der Gattung überwiegend Wanzen als Wirte, wobei insbesondere Vertreter der Baumwanzen und Schildwanzen parasitiert werden. Belastbare Daten zur genauen Morphologie der Larvenstadien und deren spezifischem Verhalten innerhalb des Wirtskörpers fehlen in der primären Literatur weitgehend. Bezüglich geschlechtsspezifischer Unterschiede im Laufe des Lebenszyklus liegen ebenfalls keine systematischen und quantifizierten Daten vor. Historisch bedeutsam ist die Festlegung der Typusart Musca brassicaria, die im Jahr 1775 durch Fabricius beschrieben wurde. Ähnliche mitteleuropäische Gattungen wie Brullaea, Eriothrix oder Mintho unterscheiden sich von Cylindromyia unter anderem durch eine abweichende Flügeladerung.1 Detailuntersuchungen nach Cerretti et al. (2012) zeigen spezifische Merkmalskombinationen wie stark reduzierte oder fehlende Taster sowie ein schlankes Prämentum. Weitere anatomische Besonderheiten umfassen sklerotisierte postmetacoxale Bereiche hinter den hinteren Coxae sowie spezifische Borstenverhältnisse an Tibien und Thorax. Die Flügelzelle r4+5 weist einen charakteristischen Stiel auf, der mindestens so lang ist wie ein Sechstel des Abschnitts der Flügelader M hinter dem Winkel. Über diese morphologischen Grunddaten hinaus sind spezielle anatomische Funktionsanpassungen bisher kaum im Detail untersucht worden. Die innere Systematik der Gattung umfasst zahlreiche Untergattungen wie Apinocyptera, Calocyptera, Exogaster oder Neocyptera, welche weltweit verbreitet sind.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gattung Cylindromyia gehört zur Familie der Raupenfliegen (Tachinidae) innerhalb der Unterfamilie Phasiinae und wird der Tribus Cylindromyiini zugeordnet.1 Das Taxon wurde im Jahr 1803 durch den deutschen Entomologen Johann Wilhelm Meigen wissenschaftlich eingeführt.12 Der Gattungsname leitet sich von den altgriechischen Wortteilen cylindro für „Zylinder“ sowie myia für „Fliege“ ab, was sich in der annähernd zylindrischen Gestalt des Hinterleibs widerspiegelt.1 Als Typusart der Gattung wurde Musca brassicaria Fabricius, 1775 festgelegt.12 Im Laufe der Forschungsgeschichte wurden verschiedene Synonyme und Untergattungen beschrieben, wobei Glossidionophora Bigot, 1885 als homotypisches beziehungsweise heterotypisches Synonym gilt. Zu den historischen Synonymen beziehungsweise früheren Gattungszuordnungen innerhalb der Untergruppierungen zählen unter anderem Ocypterodes Townsend, 1916 sowie Melanocyptera Townsend, 1927.2 Im deutschen Sprachraum ist für die Gattung der Trivialname Raupenfliege gebräuchlich, welcher jedoch übergeordnet für die gesamte Familie verwendet wird. Die Gattung selbst umfasst weltweit etwa 116 beschriebene Arten, die in mehrere Untergattungen unterteilt sind.1 Belastbare historische Erstbeschreibungen einzelner Arten reichen bis in das späte 18. Jahrhundert zurück, wobei Johann Christian Fabricius im Jahr 1775 die Typusart beschrieb. Bisher fehlen in der Literatur umfassende monographische Darstellungen sämtlicher außereuropäischer Synonyme, weshalb sich die Systematiken teilweise auf regionale Revisionen stützen.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Arten der Gattung Cylindromyia sind spezialisierte Endoparasitoide von Wanzen. Als Wirte dienen vor allem Vertreter der Baumwanzen (Pentatomidae) und Schildwanzen (Scutelleridae). Belastbare Details zum genauen Paarungsverhalten, zur Fertilität sowie zur Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien von Ei, Larve und Puppe fehlen in der aktuellen Datenlage für die meisten Arten der Gattung gänzlich. Ebenso sind spezifische physiologische Besonderheiten wie Diapause oder Kältetoleranz sowie konkrete Mortalitätsfaktoren und natürliche Feinde bisher nicht systematisch untersucht. Die imaginalen Fliegen erreichen eine Körperlänge von 5–16 mm. Über die Ernährung der Adulten, konkrete Nahrungssubstrate oder Nährwertanforderungen existieren keine publizierten Belege. Die bekannten Wirte der Larven beschränken sich auf die genannten Wanzenfamilien, wodurch eine gewisse Wirtsspezifität auf diese Gruppen belegt ist. Weitere quantitative Parameter zur Lebensdauer der Imagines oder zur temperaturabhängigen Entwicklungsdauer sind in der wissenschaftlichen Literatur derzeit nicht dokumentiert.1

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Daten zum spezifischen Verhalten der Gattung Cylindromyia fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend. Bekannt ist lediglich, dass die Arten der Gattung als Endoparasitoide von Wanzen, insbesondere von Baumwanzen (Pentatomidae) und Schildwanzen (Scutelleridae), leben. Nähere Verhaltensweisen wie Fortbewegung, Orientierung, Kommunikation oder Abwehrverhalten sind in den vorliegenden Quellen nicht systematisch untersucht oder beschrieben. Spezifische Aussagen zu Flug-, Lauf- oder Aggregationsverhalten können daher nicht getroffen werden.1

Lebensweise

Ökologie

Die Arten der Gattung Cylindromyia nehmen als Endoparasitoide eine spezialisierte ökologische Rolle im Nahrungsnetz ein. Als Wirtsorganismen dienen ihnen primär Vertreter der Baumwanzen (Pentatomidae) sowie der Schildwanzen (Scutelleridae).1 Durch diese parasitoische Lebensweise regulieren sie die Populationen dieser Wanzenarten direkt. Belastbare Daten zu weiteren ökologischen Parametern wie spezifischen Mikroklima-Anforderungen, Konkurrenzbeziehungen oder natürlichen Feinden innerhalb der Gattung fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Gattung Cylindromyia weist eine kosmopolitische Verbreitung auf und ist weltweit in verschiedenen Klimazonen vertreten. Das natürliche Artenspektrum erstreckt sich über mehrere zoogeografische Regionen, darunter die Paläarktis, die Nearktis, die Neotropis, die Afrotropis, die Orientalis und Australasien. Innerhalb dieser großen Verbreitungsgebiete besiedeln die Arten unterschiedliche terrestrische Habitate, wobei sie als Endoparasitoide von Wanzen eng an das Vorkommen ihrer Wirte aus den Familien der Baumwanzen und Schildwanzen gebunden sind. Für Europa ist die Gattung ebenfalls nachgewiesen. In Deutschland ist Cylindromyia gegenwärtig mit neun verschiedenen Arten vertreten, zu denen unter anderem Cylindromyia auriceps, Cylindromyia bicolor, Cylindromyia brassicaria, Cylindromyia brevicornis, Cylindromyia intermedia, Cylindromyia interrupta, Cylindromyia pilipes, Cylindromyia pusilla und Cylindromyia xylotina zählen. Das Vorkommen erstreckt sich zudem auf angrenzende Regionen wie den Kaukasus, den Iran und Zentralasien. Die globale Diversität der Gattung umfasst etwa 116 beschriebene Arten, die sich auf diverse Untergattungen verteilen und je nach Art spezifische regionale Verbreitungsschwerpunkte aufweisen. So finden sich in der Paläarktis und der Westpaläarktis zahlreiche spezialisierte Taxa, während andere Untergattungen wie Gerocyptera primär in der australasiatischen Region und im indomalayischen Raum vorkommen. Belastbare Daten zu spezifischen Vertikalverbreitungen in Höhenstufen oder detaillierte Habitatstrukturen einzelner Unterarten liegen aus der systematischen Literatur bisher nicht flächendeckend vor.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Drübeck, 38871 Ilsenburg (Harz), Deutschland

    31.05.2026

  • Deutschland

    31.05.2026

  • Deutschland

    31.05.2026

  • Drübeck, 38871 Ilsenburg (Harz), Deutschland

    30.05.2026

  • Deutschland

    29.05.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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4
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Zuletzt am 23.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Belastbare flächendeckende Daten zur genauen Saisonalität, Aktivitätsdauer oder Generationsfolge der Gattung Cylindromyia im Jahresverlauf sind in der wissenschaftlichen Literatur stark lückenhaft. Einzelne Nachweise aus spezifischen Regionen, wie etwa Beobachtungen der Art Cylindromyia in Saudi-Arabien, dokumentieren das Auftreten im Zeitraum von Februar bis März.2 Generell fehlen jedoch systematische, breit angelegte Untersuchungen zur Flugperiode, zu tageszeitlichen Aktivitätsmustern sowie zum genauen Überwinterungsstadium der europäischen Arten. Öffentliche Suchanfragen zu diesen Raupenfliegen zeigen in Deutschland ein sehr geringes und punktuelles Signal, das im Oktober leichte Peaks verzeichnet1, jedoch keine verlässlichen Rückschlüsse auf die biologische Aktivität im Freiland zulässt. Aufgrund der unzureichenden Datenlage können keine allgemeingültigen Aussagen zu Generationenfolgen oder temperaturabhängigen Aktivitätsraten der imaginalen oder larvalen Stadien getroffen werden.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Cylindromyia wird als Nützling eingestuft, da die Fliegen als Endoparasitoide von Wanzen agieren. Bekannte Wirte dieser Gattung gehören vor allem zu den Baumwanzen und Schildwanzen. Durch diese parasitische Lebensweise regulieren sie Populationen dieser potenziell phytophagen Insekten auf natürliche Weise. Ein direktes Schadpotenzial an Kulturpflanzen geht von den Fliegen selbst nicht aus. Deshalb treten keine typischen Schadbilder durch Cylindromyia an Pflanzen auf. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen im Sinne von Allergieauslösungen oder Vektoreigenschaften sind für diese Gattung nicht bekannt. Befallsanzeichen an Pflanzen durch die Fliegen existieren nicht, da sie keine Pflanzen beschädigen. Präventionsmaßnahmen im Sinne von baulichen oder hygienischen Vorkehrungen sind für Cylindromyia nicht erforderlich, da sie keine Schädlinge darstellen. Auch spezifische Monitoring-Methoden oder Fallen zur Bekämpfung dieser Fliegen werden in der Praxis nicht eingesetzt. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen sind weder sinnvoll noch angezeigt, da es sich um nützliche Parasitoide handelt. Belastbare Daten zu integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategien, bei denen Cylindromyia gezielt als Nützling freigesetzt wird, fehlen bisher. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für diese Gattung nicht. Die in Deutschland mit neun Arten vertretene Gattung unterliegt keinen besonderen artenschutzrechtlichen Beschränkungen im Kontext der Schädlingsbekämpfung.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Cylindromyia
  2. gbif.org/species/1473585