Lexikon-Eintrag

Gemeine Smaragdlibelle Cordulia aenea

Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Odonata
Familie
Corduliidae
Gattung
Cordulia

Überblick

Einleitung

Die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea), auch als Falkenlibelle bekannt, ist eine Libellenart aus der Familie der Falkenlibellen (Corduliidae) und bildet die namensgebende Spezies dieser Familie. Im Gegensatz zu Vertretern der ähnlich aussehenden Gattung Somatochlora besitzt die Art eine einfarbig grüne Stirn ohne gelbe Flecken.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Unterart Cordulia aenea amurensis kann in Sibirien bis zu fünf Jahre für ihre aquatile Larvalphase benötigen.
  • Die Larven von Cordulia aenea besitzen auffallend lange Beine sowie ein etwas abgeflachtes, breites Abdomen mit niedrigen Dorsaldornen.
  • In Deutschland ist Cordulia aenea insgesamt etwas häufiger als die Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica), während sich dieses Verhältnis in Norddeutschland umkehrt.
  • Im Gegensatz zu einigen verwandten Arten weisen die Weibchen von Cordulia aenea ein zylindrisches Abdomen auf, an dem keine auffallend abstehende Legeröhre vorhanden ist.
  • Bei den männlichen Individuen wird die größte Breite des keulenartig verbreiterten Abdomens am siebten und achten Segment erreicht.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) erreicht eine Körperlänge von 50 bis 55 mm und eine Flügelspannweite von 75 mm. Der Körper zeigt eine charakteristische, metallisch-grüne bis kupferfarbene Grundfärbung. Der Kopf ist durch grüne Augen geprägt. Im Gegensatz zu den Vertretern der Gattung Somatochlora besitzt Cordulia aenea eine einfarbig grüne Stirn ohne gelbe Flecken. Am Thorax weist die Art eine im Vergleich zu ähnlichen Arten etwas stärkere Behaarung auf. Die Hinterflügel der Imago besitzen eine auffallend verbreiterte Basis. Beim Männchen ist das Abdomen hinten keulenartig verbreitert, wobei die größte Breite an den Segmenten 7 und 8 erreicht wird. Weibchen von Cordulia aenea unterscheiden sich von der Glänzenden Smaragdlibelle (Somatochlora metallica) durch ein zylindrisches Abdomen ohne auffallend abstehende Legeröhre. Die Larven besitzen auffallend lange Beine und ein etwas abgeflachtes, breites Abdomen mit niedrigen Dorsaldornen. Belastbare morphologische Detaildaten zu Eiern, Puppen sowie spezifische Maße der Larven fehlen in der aktuellen Literaturbasis weitgehend.1

Porträt

Beschreibung

Die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) ist die namensgebende Typusart der Familie der Falkenlibellen (Corduliidae). Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihren metallisch-grünen bis kupferfarben schimmernden Körper und die leuchtend grünen Augen auf. Im Vergleich zu Vertretern der Gattung Somatochlora besitzt Cordulia aenea eine einfarbig grüne Stirn ohne gelbe Flecken. Die Körperlänge der Imago beträgt 5 bis 5,5 cm bei einer Flügelspannweite von 7,5 cm. Anatomisch zeigt sich eine Differenzierung der Flügel, wobei die Hinterflügel eine deutlich verbreiterte Basis aufweisen. Der Thorax von Cordulia aenea ist etwas stärker behaart als bei ähnlichen Arten.1 Hinsichtlich des Geschlechtsdimorphismus ist das Abdomen der Männchen am 7. und 8. Segment keulenartig verbreitert. Im Gegensatz dazu weisen Weibchen ein zylindrisches Abdomen auf, dem eine auffallend abstehende Legeröhre fehlt. Die Art besiedelt als eurosibirisches Faunenelement bevorzugt kleinere krautreiche, dystrophe Seen, Weiher und Auwaldgewässer. Dabei meidet die Art warme Regionen oder besiedelt diese ausschließlich in höheren Gebirgslagen. Männliche Libellen patrouillieren unruhig am Gewässerufer, verharren rüttelnd in der Luft und verteidigen ihr Revier gegenüber Konkurrenten. Weibliche Tiere verhalten sich extrem scheu und suchen das Wasser lediglich zur Fortpflanzung auf. Die Eiablage erfolgt durch einen charakteristischen Schwirrflug, bei dem die Eier in kleinen Klümpchen unter wippenden Bewegungen abgeworfen werden. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa drei Wochen die Larven, die sich durch auffallend lange Beine, ein abgeflachtes, breites Abdomen und niedrige Dorsaldornen auszeichnen. Die aquatile Larvalphase dauert in Mitteleuropa gewöhnlich zwei Jahre, während die Unterart Cordulia aenea amurensis in Sibirien hierfür bis zu fünf Jahre benötigen kann.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gemeine Smaragdlibelle, im deutschen Sprachraum vielfach auch als Falkenlibelle bekannt, trägt den wissenschaftlichen Namen Cordulia aenea. Das Artepitheton wird viersilbig ausgesprochen und auf der zweiten Silbe betont (a-e-ne-a). Als Typusart repräsentiert Cordulia aenea die namensgebende Spezies der Familie der Falkenlibellen (Corduliidae).1 Im englischen Sprachraum ist die Art als "Downy Emerald" etabliert. Belastbare historische Details zur Erstbeschreibung sowie frühere Synonyme oder Unterkombinationen sind in den vorliegenden Primärdaten nicht spezifiziert.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzungsbiologie von Cordulia aenea ist durch ein territoriales Patrouillierverhalten der Männchen an stehenden Gewässern gekennzeichnet. Männchen fliegen unruhig am Ufer entlang, halten immer wieder rüttelnd in der Luft an und vertreiben Konkurrenten aus ihren Revieren. Die scheuen Weibchen suchen das Wasser lediglich zur Fortpflanzung auf und verbergen sich ansonsten in der Ufervegetation. Bei der Eiablage führen die Weibchen einen charakteristischen Schwirrflug aus, bei dem sie die Eier in kleinen Klümpchen unter wippenden Bewegungen direkt ins Wasser abwerfen. In den Eiern entwickelt sich die Embryogenese, und nach rund drei Wochen schlüpfen die Larven. Die aquatile Larvalphase dauert in Mitteleuropa meist zwei Jahre, während die Unterart Cordulia aenea amurensis in Sibirien hierfür bis zu fünf Jahre benötigen kann.1 Die Larven überwintern als aquatile Stadien im Gewässer. Soweit bekannt, ernähren sich sowohl die carnivoren Larven als auch die adulten Imagines polyphag von tierischer Nahrung.2 Die Schlupfzeit der Imagines beginnt in Mitteleuropa Anfang Mai oder mitunter bereits Ende April und erreicht ihren Höhepunkt im Mai und Juni. Die Hauptflugzeit erstreckt sich von der zweiten Junihälfte im Flachland bis in den Juli im Bergland, wobei die letzten Individuen noch Mitte August und vereinzelt im September anzutreffen sind.1 Die Lebensspanne der adulten Tiere ist als kurzlebig einzustufen.2 Als Habitat bevorzugt die Art krautreiche, dystrophe Seen, Weiher, extensiv bewirtschaftete Fischteiche sowie Auwaldgewässer.1 Belastbare Daten zu spezifischen Parasitoiden oder quantifizierten Mortalitätsfaktoren liegen aus den Quellen nicht vor.

Lebensweise

Verhalten

Die Männchen von Cordulia aenea zeigen ein unruhig patrouillierendes Flugverhalten entlang des Gewässerufers, bei dem sie immer wieder rüttelnd in der Luft stehen bleiben. Sie suchen gezielt nach Weibchen und vertreiben konkurrierende Artgenossen aus ihrem Revier. Im Gegensatz dazu verhalten sich die Weibchen sehr scheu und halten sich zur Ufervegetation verborgen, weshalb sie nur zur Fortpflanzung an das Gewässer kommen. Für die Eiablage führen die Weibchen einen Schwirrflug aus und werfen die Eier in kleinen Klümpchen unter wippenden Bewegungen direkt in das Wasser. Die Larvalphase im aquatischen Lebensraum nimmt in Mitteleuropa meist zwei Jahre in Anspruch. Bei der Unterart Cordulia aenea amurensis kann sich diese Entwicklung in Sibirien jedoch auf bis zu fünf Jahre verlängern.1

Lebensweise

Ökologie

Cordulia aenea besiedelt als carnivore Art primär kleinere, krautreiche und bevorzugt dystrophe Seen und Weiher, extensiv bewirtschaftete Fischteiche sowie Auwaldgewässer. Die Männchen patrouillieren unruhig am Gewässerufer entlang, stehen rüttelnd in der Luft und vertreiben konkurrierende Artgenossen aus ihrem Revier. Die Weibchen verhalten sich sehr scheu, halten sich versteckt in der Ufervegetation auf und suchen das Wasser nur zur Fortpflanzung auf. Nach einer etwa dreiwöchigen Entwicklung in den Eiern schlüpfen die Larven, die meist zwei Jahre im aquatischen Habitat verbringen. In kälteren Regionen wie Sibirien kann sich diese Larvalphase bei der Unterart Cordulia aenea amurensis auf bis zu fünf Jahre verlängern. Die Tiere überwintern als Larven im Gewässer. Warme Regionen werden von der Art gemieden oder allenfalls in höheren Gebirgslagen besiedelt.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) ist als eurosibirisches Faunenelement weit verbreitet und besiedelt vor allem boreale bis gemäßigte Klimazonen. Ihr natürliches Areal reicht nordwärts in Skandinavien bis zum 68°55' nördlicher Breite und in Sibirien bis etwa 70° n.B. Nach Osten erstreckt sich die Verbreitung über Sibirien bis nach Japan, während westwärts der Süden Irlands und Großbritannien erreicht werden. Warme Regionen wie die Iberische Halbinsel und andere südeuropäische Mittelmeerländer werden von der Art gemieden oder allenfalls in höheren Gebirgslagen besiedelt. In Deutschland ist Cordulia aenea flächendeckend verbreitet, wobei die regionale Häufigkeit stark schwanken kann. Insgesamt tritt die Art in Deutschland etwas häufiger auf als die verwandte Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica), wenngleich sich dieses Verhältnis in Norddeutschland umkehrt. Als typische Habitate bevorzugt die Art kleinere krautreiche, vorzugsweise dystrophe Seen und Weiher sowie extensiv bewirtschaftete Fischteiche mit spezifischen Strukturmerkmalen. Schwerpunktmäßig werden zudem Auwaldgewässer als Lebensraum genutzt. Ergänzende Habitatdaten zeigen zudem ein Vorkommen in Sumpfgebieten und Heidelandschaften an. Belastbare Daten zur genauen vertikalen Höhenverbreitung in den Alpen oder anderen Gebirgen liegen in der Primärliteratur nicht systematisch vor, jedoch zeigt die Bevorzugung kühlerer Regionen eine Anpassung an niedere bis mittlere Höhenstufen.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Braunschweig, Lower Saxony, Deutschland

    26.06.2026

  • Deutschland

    20.06.2026

  • Baden-Württemberg, Deutschland

    20.06.2026

  • Deutschland

    19.06.2026

  • Deutschland

    18.06.2026

Daten: iNaturalist

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivitätszeit der Imago von Cordulia aenea beginnt in Mitteleuropa im Regelfall Anfang Mai, wobei der Schlupf mitunter bereits Ende April einsetzt. Wenig später im Mai und Juni erreicht das Schlüpfen seinen Höhepunkt. Die Hauptflugzeit erstreckt sich anschließend in die zweite Junihälfte im Flachland sowie in den Juli für Populationen im Bergland. Die letzten aktiven Individuen sind noch bis Mitte August und vereinzelt im September anzutreffen. Nach etwa drei Wochen Entwicklungszeit schlüpfen die Larven aus den Eiern. Diese verbringen in der Regel zwei Jahre im Gewässer, bevor die Metamorphose zur Imago erfolgt. In kälteren Regionen wie Sibirien kann sich die aquatile Larvalphase bei der Unterart Cordulia aenea amurensis auf bis zu fünf Jahre verlängern.1 Das öffentliche Interesse an der Art zeigt in den Sommermonaten Juli deutliche Peaks.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) ist weder als Schädling noch als Lästling einzustufen, sondern stellt als Nützling einen integralen Bestandteil aquatischer und Uferökosysteme dar. Ein Schadpotenzial oder schädliche Schadbilder existieren durch diese Art nicht, da weder Imagines noch Larven wirtschaftliche Kulturen schädigen oder Strukturen befallen. Eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz im Sinne von Allergieauslösungen oder der Vektorübertragung von Krankheitserregern ist für Cordulia aenea nicht gegeben. Befallsanzeichen oder Indikatoren für einen schädlichen Insektendruck sind bei dieser Art hinfällig, da sie als freilebendes Wildtier keine Gebäude oder Vorräte besiedelt. Präventionsmaßnahmen im Sinne einer baulichen oder hygienischen Schädlingsabwehr sind folglich weder erforderlich noch zielführend. Monitoring-Methoden beschränken sich auf den Naturschutz und die Erfassung von Biodiversitätsdaten an stehenden Gewässern, wobei weder Fallen noch chemische Indikatoren im Rahmen eines Schädlingsmanagements zum Einsatz kommen. Bekämpfungsmaßnahmen wie biologische, physikalische oder chemische Interventionen sind nicht bekannt und rechtlich unzulässig, da es sich um eine wildlebende Art handelt, die keinen Schadorganismus darstellt. Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) findet für Cordulia aenea keine Anwendung, da keine wirtschaftlichen Schäden oder Belästigungen von ihr ausgehen. Rechtliche Aspekte bezüglich Quarantäne oder Meldepflichten existieren für die Art ebenfalls nicht, stattdessen unterliegt sie den allgemeinen artenschutzrechtlichen Bestimmungen für Libellen. Belastbare Daten zu spezifischen Schadwirkungen fehlen vollständig, da die Art ökologisch als carnivore Wildform ohne negativen Einfluss auf den Menschen eingeordnet wird.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Falkenlibelle
  2. gbif.org/species/1429717