- In Deutschland sind exakt 452 Arten der Zwergzikaden beheimatet.
- Der verdickte Teil der Fühler endet bei den Zwergzikaden in einem Haarbüschel.
- Auf dem Kopf befinden sich neben den Facettenaugen auch ein Paar Punktaugen (Ocellen), die entweder auf der Ober- oder auf der Stirnseite liegen.
- Brochosomen werden in speziellen Drüsenzellen der Malpighischen Gefäße gebildet.
- Die mikroskopisch kleinen Protein-Lipid-Partikel (Brochosomen) weisen einen Durchmesser von 200 bis 700 nm auf und wurden erst 1952 mithilfe eines Elektronenmikroskops entdeckt.
- Nach der Häutung verteilen die Tiere die Brochosomen auf ihrem Körper und ihren Flügeln, wodurch diese einen bläulichen Glanz erhalten.
- Viele Arten überziehen auch ihre länglichen Eier mit den wasserabweisenden Brochosomen, was möglicherweise einen Schutz vor Pilzsporen und -infektionen darstellt.
- Im Gegensatz zu anderen Zikadenfamilien der Überfamilie Membracoidea fehlen den Zwergzikaden jegliche Fortsätze auf dem Halsschild.
- Die für Rundkopfzikaden typische Y-Ader im Clavus der Vorderflügel ist bei den Zwergzikaden nicht vorhanden.1
Zwergzikade Cicadellidae
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schnabelkerfe (Hemiptera)
- Familie
- Cicadellidae
Überblick
Einleitung
Die Zwergzikaden (Cicadellidae, Syn.: Jassidae), auch Kleinzikaden genannt, bilden eine Familie innerhalb der Rundkopfzikaden und gehören mit mehr als 20.000 bekannten Arten zu den artenreichsten Insektenfamilien. Sie zeichnen sich durch eine Körperlänge von meist weniger als 13 mm sowie vierkantige, mit dornartigen Setae besetzte Hinterschienen aus. Als Phloemsauger schädigen sie Wirtspflanzen durch den Entzug von Nährstoffen und fungieren zudem als bedeutende Vektoren für virale und bakterielle Pflanzenkrankheiten.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Zwergzikade Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Zwergzikaden (Cicadellidae) sind relativ kleine, sprunggewandte Insekten mit einer Körperlänge von 2 bis 30 Millimetern, wobei der Großteil der Arten weniger als 13 Millimeter misst. Ein zentrales morphologisches Bestimmungsmerkmal der Familie sind die langen, meist vierkantigen Schienen der Hinterbeine, die mit Reihen biegsamer, dornartigen Setae besetzt sind. Die Tarsen sind dreigliedrig aufgebaut, und die kugeligen bis plattenförmigen Coxen des mittleren Beinpaares stehen bauchseitig näher beisammen als die der übrigen Beinpaare. Auf dem Kopf befinden sich neben einem Paar Facettenaugen auch zwei Ocellen, die entweder auf der Ober- oder der Stirnseite liegen. Die kurzen Antennen tragen einen verdickten Teil, der in einem Haarbüschel endet. Wie alle Schnabelkerfe besitzen Zwergzikaden stechend-saugende Mundwerkzeuge. Der Halsschild weist im Gegensatz zu vielen anderen Zikaden der Überfamilie Membracoidea keine Fortsätze auf. Typisch für die Vorderflügel ist das Fehlen der Y-Ader im Clavus, was für alle Rundkopfzikaden gilt. Viele Arten zeigen eine helle und lebhafte Färbung, während andere durch Tarnfarben an ihre Wirtspflanzen angepasst sind. Nach der Häutung verteilen die Tiere oft mikroskopisch kleine, hohle Protein-Lipid-Partikel (Brochosomen) mit einem Durchmesser von 200 bis 700 nm über ihren Körper und die Flügel, wodurch diese einen bläulichen Glanz erhalten. Larven durchlaufen fünf Entwicklungsstadien bis zum adulten Stadium. Belastbare morphologische Standarddaten zu Eiern und Puppen fehlen in der Primärliteratur weitgehend, jedoch sind die länglichen Eier vieler Arten ebenfalls mit Brochosomen überzogen. In einigen Gattungen ist eine einwandfreie Artidentifikation aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten nur durch die Präparation des männlichen Genitaltrakts möglich.1
Porträt
Beschreibung
Die Familie der Zwergzikaden (Cicadellidae) gehört mit über 20.000 bekannten Arten zu den artenreichsten Insektenfamilien weltweit. Typischerweise erreichen die Tiere eine Körperlänge von 2 bis 30 mm, wobei der Großteil der Arten kleiner als 13 mm bleibt. Im natürlichen Lebensraum fallen viele Arten durch eine helle und lebhafte Färbung auf, während andere durch Tarnfarben perfekt an ihre Wirtspflanzen angepasst sind. Ein markantes anatomisches Erkennungsmerkmal im Feld sind die langen, meist vierkantigen Schienen der Hinterbeine, die mit Reihen biegsamer dornartiger Setae besetzt sind und den Tieren enorme Springkraft verleihen. Unter dem Mikroskop zeigen sich zudem spezialisierte, bauchseitig nahe beieinanderstehende Coxen des mittleren Beinpaares sowie kurz behaarte Antennen. Eine einzigartige anatomische und physiologische Besonderheit ist die Produktion von Brochosomen in den Malpighischen Gefäßen. Diese mikroskopisch kleinen, kugelförmigen Proteinkörper mit einem Durchmesser von 200 bis 700 nm werden über die Analöffnung ausgeschieden. Nach der Häutung verteilen die Zwergzikaden dieses stark wasserabweisende Exkret mithilfe ihrer Hinterbeine auf dem Körper und den Flügeln, wodurch ein bläulicher Glanz entsteht und Schutz vor dem eigenen Honigtau sowie vor Pilzsporen geboten wird. Im Vergleich zu anderen Zikadenfamilien fehlen den Cicadellidae die ansonsten oft vorhandenen Fortsätze auf dem Halsschild. Der Lebenszyklus beginnt mit der Ablage der Eier in das Pflanzengewebe durch das Weibchen. Nach einer Entwicklungszeit von einer Woche bis zu einem Monat schlüpfen die Larven, die sich über fünf aufeinanderfolgende Stadien zum adulten Tier entwickeln. Die Überwinterung erfolgt bei den meisten Arten im Eistadium, während einige wenige Arten als Larve oder Imago in Laub oder verfilztem Gras überdauern. Bezüglich geschlechtlicher Unterschiede weisen viele Arten einen ausgeprägten Sexualdimorphismus in der Färbung auf. Eine eindeutige Artbestimmung erfordert bei bestimmten Gattungen jedoch die Präparation des männlichen Genitaltrakts, da Farbvarianten und polymorphe Formen innerhalb derselben Art häufig sind. Stammesgeschichtlich handelt es sich um eine ursprüngliche Gruppe, deren älteste Fossilien aus der Unterkreide vor rund 125 Millionen Jahren stammen. Selbst Einschlüsse aus dem Eozän und Miozän zeigen eine bemerkenswerte morphologische Stabilität und unterscheiden sich äußerlich kaum von heutigen Vertretern. Belastbare Daten zur genauen Artenzahl in den artenreichen tropischen Regenwäldern stehen trotz Schätzungen von bis zu 100.000 Arten weiterhin aus.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Familie der Zwergzikaden trägt den wissenschaftlichen Namen Cicadellidae. Als historisches Synonym ist in der Literatur zudem die Bezeichnung Jassidae gebräuchlich. Im deutschen Sprachraum haben sich neben dem Hauptnamen Zwergzikaden auch die Trivialnamen Kleinzikaden etabliert.1 Die Familie gehört innerhalb der Insekten zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera).12 Innerhalb der wissenschaftlichen Systematik werden weltweit je nach Auffassung 26 bis 40 Unterfamilien unterschieden. Für den europäischen Raum sind 16 Unterfamilien dokumentiert. Belastbare Daten zur genauen Etymologie der Gattungs- und Artnamen fehlen in der Primärliteratur weitgehend. Älteste bekannte Fossilien der Gruppe stammen aus der Unterkreide und sind rund 125 Millionen Jahre alt. Weitere Funde aus dem Eozän liegen aus dem Baltischen Bernstein vor. Die äußere Morphologie dieser fossilen Einschlüsse unterscheidet sich kaum von heute lebenden Vertretern. Eine exakte Artzuordnung fossiler Funde ist aufgrund fehlender Präparationsmöglichkeiten des Genitaltrakts jedoch häufig erschwert.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Die Familie der Zwergzikaden (Cicadellidae) zeigt eine an das saisonale Klima angepasste Fortpflanzungsbiologie, wobei die Aktivitätsphase in den gemäßigten Zonen der Paläarktis und Nearktis vom Frühling bis zum Herbst reicht, während in tropischen Regionen eine ganzjährige Reproduktion stattfindet. Das Weibchen legt die Eier direkt in das Gewebe von Wirtspflanzen ab. Viele Arten überwintern im Eistadium, während andere als Larven oder Imagines in verfilztem Gras oder Laub die kalte Jahreszeit überdauern. Aus den Eiern schlüpfen nach einer Spanne von einer Woche bis zu einem Monat die Larven. Die juvenile Entwicklung umfasst genau fünf aufeinanderfolgende Larvenstadien bis zur Metamorphose zum adulten Tier. Die Ernährung der Zwergzikaden erfolgt überwiegend durch das Anstechen des Phloems, wodurch die Tiere lebenswichtige Nährstoffe und Assimilate aus den Leitbündeln der Gefäßpflanzen aufnehmen. Durch diesen Nahrungserwerb entziehen sie den Wirtspflanzen essenzielle Aufbaustoffe und fungieren gleichzeitig als Vektoren für virale Infektionen. Bestimmte Arten wie Vertreter der Unterfamilie der Schmuckzikaden besiedeln zudem das Xylem und übertragen phytopathogene Bakterien. Als physiologische Besonderheit scheiden Zwergzikaden mikroskopische Protein-Lipid-Partikel, sogenannte Brochosomen, über die Analöffnung aus. Diese hohlen kugeligen Proteinkörper mit einem Durchmesser von 200 bis 700 nm werden nach der Häutung mithilfe von Setae an den Hinterbeinen auf dem Körper verteilt. Dieser Mechanismus erzeugt eine stark wasserabweisende Oberfläche, die die Tiere vor Feuchtigkeit sowie vor dem eigenen, klebrigen Honigtau schützt und vermutlich auch die Eier vor Pilzinfektionen bewahrt. In ihrem Lebensraum sind Zwergzikaden als Konsumenten von Pflanzensäften ein zentrales Glied der Nahrungskette und unterhalten gelegentlich mutualistische Symbiosen mit Ameisen, die sie im Austausch gegen Honigtau pflegen und bewachen. Zu den natürlichen Feinden zählen auf der Ebene der Wirbeltiere diverse Vögel und Reptilien. Das Spektrum der Invertebraten-Prädatoren und Parasitoide umfasst Blumenwanzen, Erzwespen, Florfliegenlarven, Laufkäfer, Libellen, Marienkäfer der Gattungen Coccinella und Harmonia, Raubmilben, Raubwanzen, Schlupfwespen sowie verschiedene Spinnen.1
Lebensweise
Verhalten
Zwergzikaden zeichnen sich durch eine agile Fortbewegung aus, bei der sie sich dank ihrer kräftigen Hinterbeine gut fortbewegen und springen können. Ihre Hinterbeine sind mit biegsamen, dornartigen Setae besetzt. Ein charakteristisches Verhaltensmerkmal ist die Produktion und Verteilung von Brochosomen, bei denen es sich um mikroskopische Protein-Lipid-Partikel handelt. Nach der Häutung verteilen die Tiere dieses Exkret mithilfe kammartiger Borsten an den Hinterbeinen über ihren Körper und ihre Flügel. Dieses stark wasserabweisende Exkret schützt die Insekten vor dem eigenen Honigtau, einer klebrigen und zuckerhaltigen Flüssigkeit. Zudem werden häufig die länglichen Eier mit den Brochosomen überzogen, was möglicherweise einen Schutz vor Pilzsporen und Infektionen darstellt. In ihrer Ernährungsweise sind die meisten Zwergzikaden Phloemsauger, wodurch sie wichtige Aufbaustoffe aus den Gefäßpflanzen entziehen. Durch diese saugende Lebensweise fungieren sie als Überträger verschiedener viralen Infektionen, die sich über das Phloem rasch in der Pflanze ausbreiten können. Einige Arten wie Vertreter der Schmuckzikaden übertragen zudem pflanzenpathogene Bakterien wie Xylella fastidiosa im Xylem von Weinpflanzen. Hinsichtlich biotischer Interaktionen leben manche Zwergzikaden in Symbiose mit Ameisen, indem sie diese mit Honigtau versorgen und im Gegenzug bewacht und gepflegt werden. Als Verwerter von Pflanzensäften stellen sie ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar und dienen zahlreichen Wirbeltieren sowie Gliederfüßern als Beute.1
Lebensweise
Ökologie
Zwergzikaden der Familie Cicadellidae besetzen als Verwerter von Pflanzensäften ein zentrales Glied in der Nahrungskette. Die Tiere ernähren sich überwiegend phloemsaugend, womit sie ihren Wirtspflanzen wichtige Aufbaustoffe entziehen und darüber hinaus virale Infektionen übertragen. In Nord- und Südamerika verbreitet beispielsweise der Erreger Xylella fastidiosa über Schmuckzikaden die sogenannte Pierce’sche Krankheit an Weinreben. Als Konsumenten und reichhaltige Biomasse stellen Zwergzikaden eine wichtige Beute für zahlreiche Wirbeltiere wie Vögel und Reptilien dar. Zu den natürlichen Gegenspielern unter den Gliederfüßern gehören Blumenwanzen, Erzwespen, Florfliegenlarven, Laufkäfer, Libellen, Raubmilben, Raubwanzen, Schlupfwespen, Spinnen sowie bestimmte Marienkäferarten der Gattungen Coccinella und Harmonia. Darüber hinaus unterhalten manche Arten mutualistische Beziehungen zu Ameisen, indem sie diesen zuckerhaltigen Honigtau abgeben und im Gegenzug Schutz sowie Pflege erhalten. Ihre Habitatpräferenzen erstrecken sich weltweit auf nahezu jeden Lebensraum, in dem Gefäßpflanzen vorkommen, wobei tropische Regenwälder eine besonders hohe Diversität aufweisen.1
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Zwergzikaden (Cicadellidae) sind weltweit in fast jedem Lebensraum anzutreffen, in dem Gefäßpflanzen wachsen. Ihre Verbreitung erstreckt sich über terrestrische Ökosysteme wie Wüsten, Steppen, Feuchtgebiete und Wälder. Besonders artenreich sind die tropischen Regenwälder, wobei allein für das Amazonasbecken geschätzt wird, dass die Artenzahl bis zu 100.000 betragen könnte. Weltweit werden schätzungsweise über 20.000 Arten unterschieden. In Europa sind 1236 Arten aus 254 Gattungen beheimatet. Davon kommen in Mitteleuropa 636 Arten in 182 Gattungen vor. Für Deutschland sind aktuell 452 Arten der Zwergzikaden nachgewiesen. Die jahreszeitliche Aktivität ist stark klimatisch geprägt; während sie in den tropischen Zonen ganzjährig vorkommen, beschränkt sich ihre Saison in der Nearktis und Paläarktis auf den Zeitraum von Frühling bis Herbst. Als Neozoen haben sich zudem einige Arten dauerhaft etabliert, darunter die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi), die Orientzikade (Orientus ishidae) sowie die Amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus). Die Tiere besiedeln als Phytophagen ein breites Spektrum an Wirtspflanzen und sind eng an das Vorhandensein von Nährstoffleitbahnen gebunden, weshalb sie vor allem an krautigen Pflanzen und Gehölzen zu finden sind. Belastbare, systematische Daten zur genauen vertikalen Höhenverbreitung der einzelnen Arten in Gebirgen fehlen weitgehend in der Standardliteratur.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Aktivität der Zwergzikaden (Cicadellidae) erstreckt sich in der Nearktis und Paläarktis von Frühling bis Herbst, während sie in tropischen Zonen ganzjährig gegeben ist. Nach der Ablage der Eier in das Gewebe der Wirtspflanze schlüpfen die Larven nach einer Zeitspanne von einer Woche bis zu einem Monat. Die Entwicklung der Larven erfolgt über fünf aufeinanderfolgende Stadien bis zum erwachsenen Tier. Die Überwinterung erfolgt bei den meisten Arten im Eistadium, während einige wenige Arten auch im Larvenstadium oder als adulte Imagines in verfilztem Gras oder Laub überwintern.1 Öffentliches und wissenschaftliches Interesse zeigt im Jahresverlauf deutliche Peaks, wobei vor allem der Monat September erhöhte Aktivitäts- und Suchindizes aufweist. In den Wintermonaten von Januar bis Februar sinkt das Interesse und die Aktivität hingegen auf ein Minimum ab.3
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Zwergzikaden (Cicadellidae) werden primär als Schädlinge in der Land- und Forstwirtschaft eingestuft, da sie durch ihre Lebensweise erhebliche Schäden an Wirtspflanzen verursachen können. Sie schädigen Pflanzen direkt durch das Absaugen von Nährstoffen aus dem Phloem sowie indirekt als Vektoren für virale und bakterielle Infektionen. Ein bekanntes Beispiel ist die Übertragung des Bakteriums Xylella fastidiosa, welches die Pierce’sche Krankheit bei Weinreben auslöst.1 Zu den typischen Befallsanzeichen zählen Saugschäden an Blättern und Trieben sowie Blattverfärbungen. Aufgrund der geringen Größe der Tiere von meist weniger als 13 Millimetern ist eine Früherkennung oft nur durch regelmäßige Kontrollen möglich. Als präventive Maßnahme dient insbesondere die Vermeidung von massiven Populationen durch die Förderung natürlicher Gegenspieler wie Blumenwanzen, Raubmilben und Spinnen. Belastbare Daten zu spezifischen baulichen oder chemischen Bekämpfungsmaßnahmen fehlen in den vorliegenden Quellen. Integrierte Ansätze stützen sich vor allem auf das natürliche Nahrungsnetz, in dem Zwergzikaden eine wichtige Rolle als Beutetiere für Vögel, Reptilien und verschiedene Gliederfüßer einnehmen. Spezifische rechtliche Aspekte oder Meldepflichten werden in den zugrundeliegenden Daten nicht aufgeführt. Belastbare Angaben zu medizinischen oder gesundheitlichen Risiken für den Menschen liegen nicht vor.1
Praxiswissen
Wirtschaftliche Bedeutung
Zwergzikaden verursachen wirtschaftliche Schäden primär durch den Entzug von Nährstoffen aus dem Phloem ihrer Wirtspflanzen sowie als Überträger viraler und bakterieller Infektionen. In Teilen Nord- und Südamerikas schädigen sie Weinreben massiv durch die Verbreitung der Pierce'schen Krankheit, deren Erreger Xylella fastidiosa im Xylem lebt und durch Arten der Schmuckzikaden übertragen wird. Zudem werden Nutzpflanzen wie Mais durch spezifische Vektoren wie Cicadulina mbila als Überträger des Maize Streak Virus gefährdet. Weitere wirtschaftlich relevante Arten sind als Neozoen wie die Amerikanische Rebzikade (Scaphoideus titanus) oder die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi) in Europa etabliert. Belastbare flächendeckende Daten zu Bekämpfungskosten oder prozentualen Totalverlusten fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Zwergzikaden
- gbif.org/species/9647
- Aggregierte Suchanfragen-Zeitreihe für Deutschland (2024-2026)