Lexikon-Eintrag

Gemeine Goldaugenbremse Chrysops relictus

Gemeine Goldaugenbremse (Chrysops relictus), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Zweiflügler (Diptera)
Familie
Tabanidae
Gattung
Chrysops

Überblick

Einleitung

Die Gemeine Goldaugenbremse (Chrysops relictus) ist eine Fliege aus der Familie der Bremsen (Tabanidae) und in Mittel-, Süd- und Nordeuropa verbreitet. Die Art erreicht eine Körpergröße von 9 bis 14 mm und zeichnet sich durch charakteristisch mosaikartig braun gefleckte Flügel sowie grün leuchtende Facettenaugen aus. Im Rahmen ihres Vorkommens von Mai bis August spielt die Art eine bedeutende Rolle bei der Übertragung des Erregers der Tularämie (Francisella tularensis). Ähnlichkeit besteht zur Gemeinen Blindbremse (Chrysops caecutiens), welche sich jedoch durch schwarz gefärbte Tibien am mittleren Beinpaar unterscheidet.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Tergite drei und vier des Hinterleibs tragen jeweils charakteristische hellgelbliche Dreiecke.
  • Am fünften bis siebten Hinterleibssegment bei Männchen sowie vom dritten bis siebten bei Weibchen ist ein hellgelblicher Saum ausgebildet.
  • Die Flügelspitzen weisen jeweils einen ausgedehnten braunen Fleck auf.
  • Die Schenkel (Femora) der Art sind schwarz gefärbt.
  • Die Schienen (Tibien) der mittleren Beinpaare präsentieren sich gelb-bräunlich mit einer dunklen Spitze.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Gemeine Goldaugenbremse (Chrysops relictus) erreicht eine Körpergröße von 9 bis 14 Millimetern und zeichnt sich durch eine auffällige Färbung aus. Die Facettenaugen sind lebhaft grün gefärbt und stoßen bei den Männchen auf der Kopfoberseite zusammen. Der untere Teil des Gesichtes ist gelb gestäubt, während das Stirndreieck eine schwarz glänzende Oberfläche aufweist. Die Fühler sind überwiegend schwarz, wobei das erste Fühlerglied bei Männchen leicht verdickt und bei Weibchen schlanker sowie gelegentlich gelblich gefärbt ist. Die Palpen der Art sind schwarz ausgebildet. Das Mesonotum und das Scutellum präsentieren sich schwarz glänzend mit einer charakteristischen braungelben Behaarung. Auf den Pleuren verlaufen markante schwarze Haarstreifen. Die Oberseite des zweiten Tergits am Hinterleib zeigt eine hellgelbe Grundfarbe mit zwei schwarzen Flecken. Das dritte und vierte Tergit tragen jeweils hellgelbliche Dreiecke auf schwarzem Grund. Die abdominalen Segmente fünf bis sieben beim Männchen sowie drei bis sieben beim Weibchen sind schwarz gefärbt und besitzen einen hellgelblichen Saum. Die durchsichtigen Flügel sind durch ein mosaikartiges, braunes Fleckenmuster gekennzeichnet, das an der Flügelspitze in einen ausgedehnten braunen Fleck übergeht. Die Femora der Beine sind schwarz gefärbt, wohingegen die Tibien der mittleren Beinpaare gelb-bräunlich mit einer dunklen Spitze sind. Belastbare Daten zu Eiern, Larven und Puppen fehlen in der aktuellen Literaturlage. Eine Verwechslung ist besonders mit der Gemeinen Blindbremse (Chrysops caecutiens) möglich, welche jedoch rein schwarz gefärbte Tibien an den mittleren Beinen besitzt und bei der das Flügelfleckmuster nicht bis zur Zelle R2 reicht.1

Porträt

Beschreibung

Die Gemeine Goldaugenbremse (Chrysops relictus) repräsentiert eine auffällig gefärbte Fliege aus der Familie der Bremsen (Tabanidae) und ist in Mittel-, Süd- und Nordeuropa verbreitet. Mit einer Körpergröße von 9 bis 14 Millimetern weist die Art ein charakteristisches Erscheinungsbild im natürlichen Lebensraum auf. Das Mesonotum und das Schildchen präsentieren sich schwarz glänzend mit einer braungelben Behaarung, während die Pleuren markante schwarze Haarstreifen tragen. Die Oberseite des zweiten Hinterleibssegmentes ist hellgelb gefärbt und weist zwei schwarze Flecken auf. Das dritte sowie das vierte Tergit zeigen jeweils hellgelbliche Dreiecke auf schwarzem Grund. Bei den Männchen sind die Tergite des fünften bis siebten Segmentes schwarz mit einem hellgelblichen Saum, wohingegen dies bei den Weibchen vom dritten bis zum siebten Segment der Fall ist. Die durchsichtigen Flügel sind durch eine mosaikartige, braune Fleckung gekennzeichnet, die in einem ausgedehnten braunen Fleck an der Flügelspitze gipfelt. Hinsichtlich der Extremitäten zeigt sich eine Schwarzfärbung der Schenkel, während die Schienen des mittleren Beinpaares gelb-bräunlich gefärbt sind, jedoch dunkle Spitzen aufweisen. Ein herausragendes mikro- und makroskopisches Erkennungsmerkmal sind die leuchtend grünen Facettenaugen, die bei den Männchen dorsal zusammenstoßen. Der untere Teil des Gesichtes ist gelb gestäubt, im Gegensatz zum schwarz glänzenden Stirndreieck. Die Fühler sind primär schwarz, wobei anatomisch auffällt, dass das erste Fühlerglied bei Männchen leicht verdickt ist, während es bei Weibchen schlanker ausfällt und gelegentlich eine gelbliche Färbung annehmen kann. Die Palpen der Art sind einheitlich schwarz gefärbt. Im direkten Vergleich zu nahe verwandten Arten wie der Gemeinen Blindbremse (Chrysops caecutiens) unterscheidet sich Chrysops relictus durch die gelb-bräunlichen Schienen des mittleren Beinpaares und den bis zur Zelle R2 reichenden Flügelfleck. Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis August. Ökologisch und medizinisch bedeutsam ist die Rolle der Art als Vektor für den Erreger der Tularämie, Francisella tularensis. Belastbare Daten zur genauen Morphologie und dem Verhalten der Larvenstadien fehlen in der gegenwärtigen Literaturgrundlage vollständig.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gemeine Goldaugenbremse (Chrysops relictus) gehört systematisch zur Familie der Bremsen (Tabanidae) innerhalb der Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Der wissenschaftliche Artname wird durch die Gattung Chrysops repräsentiert, wobei detaillierte Daten zur genauen historischen Erstbeschreibung, zu Autoren, Publikationsorten sowie zu Synonymen und etymologischen Hintergründen in den vorliegenden Quellen nicht dokumentiert sind. Als deutscher Trivialname ist neben der Bezeichnung Goldaugenbremse auch die Form Gemeine Goldaugenbremse gebräuchlich. Belastbare Daten zu historischen Erstzuordnungen, älteren Kombinationen oder weiteren internationalen Trivialnamen fehlen in der aktuellen Quellenlage vollständig.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Goldaugenbremse (Chrysops relictus) absolviert ihren Lebenszyklus als Holometabole Insektenart in Mitteleuropa im Laufe eines Jahres. Die Flugzeit der imaginalen Stadien erstreckt sich von Mai bis August. Belastbare primärwissenschaftliche Daten zur detaillierten Fortpflanzungsbiologie, wie spezifische Paarungsrituale, exakte Gelegegrößen oder Fertilitätsraten, fehlen in der aktuellen Literaturlage. Ebenso liegen für die Entwicklungsstadien des Eies, der Larvenstadien und der Puppe keine quantitativen Beschreibungen oder temperaturabhängigen Entwicklungsdauern vor. Bezüglich der Ernährungsweise der Larven und Imagines sowie möglicher Nahrungssubstrate existieren im Rahmen der verfügbaren Quellen keine spezifischen Angaben. Physiologische Besonderheiten wie Diapausemechanismen oder Kältetoleranzen sind für Chrysops relictus bislang nicht systematisch dokumentiert. Auch zu Mortalitätsfaktoren, natürlichen Feinden, Parasitoiden oder Symbiosen liegen keine belegten Daten vor. Die Art ist in Mittel-, Süd- und Nordeuropa verbreitet. Neben ihrer Rolle als Blutsauger spielt Chrysops relictus eine wesentliche Rolle bei der mechanischen oder biologischen Übertragung von Francisella tularensis, dem Erreger der Tularämie. Morphologisch erreichen die Imagines eine Körpergröße von 9 bis 14 Millimetern. Die Facettenaugen der Art sind grün gefärbt, wobei sie bei den Männchen dorsal zusammenstoßen. Die durchsichtigen Flügel weisen eine charakteristische mosaikartige Zeichnung mit braunen Flecken sowie einen ausgedehnten braunen Fleck an der Spitze auf.1

Lebensweise

Ökologie

Die Goldaugenbremse (Chrysops relictus) besiedelt Habitate in Mittel-, Süd- und Nordeuropa, wo die Imagines von Mai bis August fliegen. Als Ektoparasit und Vektor übernimmt die Art eine spezifische ökologische Rolle im Nahrungsnetz, da sie als blutsaugendes Insekt auf Wirte angewiesen ist. In ihrer Funktion als Vektor ist die Art von großer Bedeutung für die Übertragung von Francisella tularensis, dem Erreger der Tularämie. Weitere Details zur ökologischen Nische, zu mikroklimatischen Anforderungen sowie zu natürlichen Feinden sind in der aktuellen Datenlage für diese Art nicht systematisch belegt. Belastbare quantitative Daten zu Beziehungsgeflechten mit spezifischen Wirtspflanzen oder Konkurrenten fehlen ebenfalls.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Gemeine Goldaugenbremse (Chrysops relictus) besiedelt als weit verbreitete Art Regionen in Mittel-, Süd- und Nordeuropa. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst paläarktische Areale, wobei die Art in geeigneten Habitaten regelmäßig nachgewiesen wird. Belastbare Daten zur genauen Einschleppungshistorie oder weltweiten Verbreitung außerhalb Europas fehlen in der aktuellen Literaturlage. Innerhalb ihres europäischen Verbreitungsgebietes tritt die Art in den Sommermonaten von Mai bis August in Erscheinung. Spezifische quantitative Angaben zur vertikalen Höhenverbreitung oder detaillierte Vegetationsstrukturen der Habitate sind in den Standardquellen nicht systematisch belegt. Beobachtungsdaten zeigen ein flächendeckendes Vorkommen in Mitteleuropa, wobei keine spezifischen Siedlungsstrukturen oder Wirtspflanzen für die Imagines dokumentiert sind. Aufgrund der lückenhaften Datenlage zu Mikrohabitaten und exakten biogeografischen Grenzen in den Regionen DACH sind weiterführende quantitative Analysen zur lokalen Abundanz bisher nicht publiziert.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    08.06.2026

  • Deutschland

    07.06.2026

  • Nonn, 83435 Bad Reichenhall, Deutschland

    03.06.2026

  • Niedersachsen, Deutschland

    17.01.2026

  • Deutschland

    01.09.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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Zuletzt am 31.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Flugperiode der Gemeinen Goldaugenbremse (Chrysops relictus) erstreckt sich im Jahresverlauf von Mai bis August.1 Innerhalb dieses Zeitraums zeigt sich die Hauptaktivität der adulten Tiere in den Sommermonaten. Belastbare Daten zu detaillierten Schwarmflugzeiten, tageszeitlichen Aktivitätsmustern oder der genauen Generationenfolge pro Jahr fehlen in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur. Ebenso liegen keine gesicherten Belege zum Überwinterungsstadium sowie zu spezifischen Temperaturabhängigkeiten der Aktivität vor.1 Ergänzende Auswertungen des öffentlichen Suchinteresses verzeichnen wiederkehrende Peaks in den wärmeren Monaten, was die physiologische Aktivitätsphase im Sommer widerspiegelt.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Chrysops relictus wird im Mensch-Tier-Verhältnis primär als lästiger Ektoparasit und sanitärer Schädling eingestuft. Die medizinische Relevanz der Art begründet sich durch den stechenden und blutsaugenden Charakter der Weibchen, welcher zu schmerzhaften lokalen Hautläsionen führt. Darüber hinaus spielt Chrysops relictus eine bedeutende Rolle als Vektor bei der Übertragung des Bakteriums Francisella tularensis, dem Erreger der Tularämie. Durch diese Eigenschaft stellt die Art ein potenzielles gesundheitliches Risiko für Mensch und Nutztier dar. Spezifische Monitoringsysteme, chemische Bekämpfungsmittel oder integrierte Schadschädlingskonzepte für den Siedlungsbereich sind in der wissenschaftlichen Literatur für diese Art kaum systematisch belegt. Auch standardisierte bauliche Präventionsmaßnahmen oder wirtschaftliche Schadschwellen fehlen weitgehend. Bekämpfungsmaßnahmen beschränken sich im Praxisalltag meist auf den allgemeinen mechanischen Schutz durch Kleidung oder Insektenschutzgitter. Belastbare Daten zu artspezifischen Fallen oder biologischen Regulatoren sind unzureichend dokumentiert. Gesetzliche Meldepflichten oder Quarantänevorschriften bezüglich Chrysops relictus selbst existieren nicht, lediglich die durch sie übertragenen Erreger unterliegen in manchen Jurisdiktionen Meldepflichten.

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden im Sinne von Forstwirtschaft, Lagerhaltung, Bauwesen oder spezifischen Totalverlusten durch Chrysops relictus fehlen in den vorliegenden Quellen gänzlich. Die Art tritt primär als Lästling und medizinisch-veterinärmedizinischer Vektor auf, wodurch wirtschaftliche Aspekte am ehesten im Bereich der Nutztierhaltung durch Leistungsabfall bei starkem Befall diskutiert werden könnten, hierzu jedoch keine quantifizierten Angaben vorliegen. Eine positive wirtschaftliche Bedeutung als Nützling oder Bestäuber ist für Chrysops relictus ebenfalls nicht dokumentiert. Die wirtschaftliche Relevanz beschränkt sich auf den Kontext von Tiergesundheit und Krankheitsübertragung, insbesondere als Vektor für Francisella tularensis, den Erreger der Tularämie. Spezifische Bekämpfungskosten oder historische Schadensausbrüche mit bezifferten Verlusten sind in der wissenschaftlichen Literatur für diese Art bisher nicht systematisch erfasst worden.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Goldaugenbremse