Lexikon-Eintrag

Goldpunkt-Gespinstmotte Choreutis pariana

Goldpunkt-Gespinstmotte (Choreutis pariana), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Choreutidae
Gattung
Choreutis

Überblick

Einleitung

Die Goldpunkt-Gespinstmotte (Choreutis pariana) ist ein Schmetterling aus der Familie der Choreutidae. Die Art ist in Eurasien beheimatet und wurde 1917 nach Nordamerika eingeschleppt. Die Flügelspannweite der imaginalen Falter beträgt 11–15 mm. Die Flügelzeichnung ähnelt nahverwandten Arten der Gattung Choreutis so stark, dass zur sicheren Unterscheidung oft eine Genitaluntersuchung erforderlich ist.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Larven von Choreutis pariana besitzen deutlich abgesetzte, dunkelbraune Pinacula für die primären Borsten sowie längliche, schmale Bauchfüße mit in einem uniordinalen Kreis angeordneten Hakenkranz.
  • In Kanada wurden adulte Falter in dem Zeitraum von späten Juli bis späten Oktober nachgewiesen.
  • Nach der Überwinterung im September können adulte Exemplare in Westeuropa gelegentlich im frühen Frühjahr erneut auftreten.
  • Neben den Vorkommen in Eurasien und Nordamerika wurde die Art kürzlich auch für Korea gemeldet.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Goldpunkt-Gespinstmotte (Choreutis pariana) besitzt eine Flügelspannweite von etwa 11–15 mm. Die Grundfärbung der adulten Falter ist überwiegend bräunlich, wobei die genaue Zeichnung und Bänderung variieren kann. Aufgrund der hohen Ähnlichkeit der Zeichnungsmuster zu nahe verwandten Arten der Gattung Choreutis ist eine genaue Bestimmung oft schwierig. Deshalb kann zur sicheren Unterscheidung von ähnlich gefärbten Arten eine genitalmorphologische Untersuchung erforderlich sein. Die Larven zeigen das für Vertreter der Familie Choreutidae typische Erscheinungsbild mit deutlich abgegrenzten, dunkelbraunen Pinacula für die primären Borsten. Zudem besitzen die Larven verlängerte, schmale Bauchfüße, deren Hakenkränze in einem einreihigen Kreis angeordnet sind. Die Raupen erzeugen durch ihren Fraß charakteristische Schadbilder an den Blättern, indem sie das Parenchym unter einem feinen Seidengewebe auf der Blattoberseite fressen und die untere Cuticula als braunen Fleck zurücklassen. Verpuppungskokons der Art sind weißlich gefärbt und weisen eine Länge von 15–20 mm auf. Belastbare morphologische Details zu Kopf, Thorax, Abdomen, Beinen oder Eiern sind in der aktuellen Datenlage für diese Sektion nicht spezifisch belegt.1

Porträt

Beschreibung

Choreutis pariana, im Englischen als apple-and-thorn skeletonizer bekannt, gehört zur Familie der Choreutidae und wurde im Jahr 1759 von dem schwedischen Entomologen Carl Alexander Clerck erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Art ist ursprünglich in Eurasien beheimatet und erstreckt sich in ihrer Verbreitung von Japan bis nach Irland. Im Jahr 1917 wurde sie zudem in Neuengland in den Vereinigten Staaten eingeführt. Mittlerweile ist sie in zahlreichen agrarisch geprägten Regionen Nordamerikas nachgewiesen, darunter an der Westküste der USA sowie in mehreren kanadischen Provinzen wie British Columbia, Ontario, New Brunswick, Nova Scotia, Prince Edward Island und Newfoundland und Labrador. Darüber hinaus existieren neuere Nachweise der Art aus Korea. Taxonomisch sorgte die Art in den vergangenen 150 Jahren für Verwirrung, da verschiedene Synonyme oder alternative Gattungsnamen wie Eutromula, Hemerophila, Orchemia oder Simaethis verwendet wurden, die heute entweder als eigenständige Gattungen oder als Synonyme gelten. Im Feld gestaltet sich die Zuordnung oft schwierig, da die Flügelmusterung adulter Falter der naheverwandten Arten verblüffend ähnlich sein kann. Deshalb ist zur sicheren Differenzierung häufig eine genaue Bestimmung der Bänderung oder sogar eine genitalmorphologische Untersuchung unter dem Mikroskop erforderlich. Im Vergleich zu verwandten Arten zeigt Choreutis pariana für gewöhnlich eine eher bräunliche Grundfärbung der Makulatur. Die Flügelspannweite der imaginalen Falter bewegt sich im Bereich von 11 bis 15 mm. Bezüglich der Lebensweise und Generationenfolge zeigt die Art regionale Unterschiede; während sie in Westeuropa in zwei Generationen fliegt und als im September schlüpfender Falter überwintert, um gelegentlich im frühen Frühjahr erneut aufzutreten, wurden adulte Exemplare in Kanada von späten Juli bis späten Oktober verzeichnet. Die Larven entwickeln sich typischerweise unter einem feinen seidenen Gespinst an der Blattoberseite ihrer Wirtspflanzen. Dabei ernähren sie sich selektiv vom Parenchym und lassen die untere Kutikula unversehrt, was auf den Blättern braune Flecken und ein charakteristisches skelettiertes Schadbild hinterlässt. Das Larvalstadium weist typische morphologische Merkmale der Choreutiden auf, darunter klar abgegrenzte, dunkelbraunen Pinacula für die primären Borsten sowie längliche, schmale Nachschieber mit in einem uniordinalen Kreis angeordneten Kroken. Das Nahrungsspektrum der Raupen ist breit und umfasst unter anderem Äpfel, Weißdorne, Papier-Birken, Betula dahurica, Weiden, Kirschen, Mehlbeeren, Eschen, Rosen und Erlen. In Nordamerika lassen sich die Raupen von Juni bis in den frühen September hinein finden, während sie in Großbritannien primär in den Monaten Mai und Juni sowie erneut im August auftreten. Zur Verpuppung spinnen sich die Raupen in einen 15 bis 20 mm langen, weißlichen Seidenkokon ein, der in der Regel an der Unterseite eines Blattes befestigt wird.1

Systematik

Name & Einordnung

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von Choreutis pariana erfolgte im Jahr 1759 durch den schwedischen Entomologen Carl Alexander Clerck. Die Art gehört zur Familie der Spreizflügelfalter (Choreutidae). In der historischen und älteren taxonomischen Literatur führte die Verwendung verschiedener Gattungsnamen über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren zu erheblicher taxonomischer Konfusion. Zu diesen früheren und teilweise synonym verwendeten Gattungszuordnungen gehören Bezeichnungen wie Eutromula, Hemerophila, Orchemia und Simaethis. Diese Namen wurden in der Forschung entweder als eigenständige Gattungen geklärt oder als Synonyme für Choreutis-Arten eingestuft.1 Im deutschsprachigen Raum ist die Art unter dem Trivialnamen Goldpunkt-Gespinstmotte bekannt. Im englischen Sprachraum existieren etablierte Bezeichnungen wie "apple-and-thorn skeletonizer" oder "apple leaf skeletonizer", die sich auf das charakteristische Fraßbild der Raupen an Apfel- und Weißdornbäumen beziehen. Belastbare Belege zu weiteren regionalen Varianten oder internationalen Trivialnamen jenseits des englischen Raumes fehlen in der aktuellen Datenlage.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Choreutis pariana ist an eine phytophage Ernährungsweise angepasst, wobei die Larven als Blattskelettierer an verschiedenen Gehölzen auftreten. Die Raupen spinnen ein feines Seidengewebe auf der Blattoberseite, unter dem sie das Parenchym fressen, während die untere Cuticula als brauner Fleck intakt bleibt. Das Spektrum der Wirtspflanzen umfasst Kultur- und Wildgehölze wie Apfelbäume, Weißdorn, Birkenarten wie Betula dahurica, Weiden, Kirschen, Mehlbeeren, Eschen, Rosen und Erlen. In Nordamerika treten die Larven von Juni bis Anfang September auf, während in Großbritannien zwei Hauptaktivitätsphasen im Mai und Juni sowie erneut im August verzeichnet werden. Die Verpuppung erfolgt in einem weißlichen, 15–20 mm langen Seidenkokon, der bevorzugt an der Blattunterseite befestigt wird. Die Flügelspannweite der adulten Falter beträgt etwa 11–15 mm. In Westeuropa bildet die Art zwei Generationen pro Jahr aus, wobei die Falter im Juli fliegen sowie im September erneut erscheinen, um zu überwintern. Nach der Überwinterung können die Imago-Tiere im frühen Frühjahr erneut aktiv werden. In Kanada erstreckt sich die Nachweisperiode adulter Falter von späten Juli bis in den späten Oktober. Bezüglich weiterer physiologischer Details wie exakter Temperaturminima, spezifischer Mortalitätsfaktoren, Parasitoide oder Paarungsraten liegen in den zugrundeliegenden Daten keine quantitativen Messwerte vor. Bisher ist die Art primär durch ihre morphologischen Merkmale sowie ihr charakteristisches Fraßbild dokumentiert.1

Lebensweise

Verhalten

Das Verhalten von Choreutis pariana ist stark durch die Nahrungsaufnahme und Entwicklung der Larven geprägt. Die Larven ernähren sich typischerweise unter einem feinen seidenen Netz auf der Blattoberseite. Dabei fressen sie das Parenchym und lassen die untere Kutikula zurück, wodurch ein skelettartiges Erscheinungsbild des Blattes entsteht. Zur Verpuppung spinnen die Larven einen 15–20 mm langen, weißlichen Seidenkokon, der üblicherweise an der Blattunterseite befestigt wird. Die adulten Falter der Art fliegen in Westeuropa in zwei Generationen, wobei die Falter im September überwintern und gelegentlich im frühen Frühjahr erneut auftreten.1 Belastbare Daten zu weiteren Verhaltensweisen wie spezifischer Orientierung, Kommunikation oder Aggregation liegen in den aktuellen Quellen nicht vor.

Lebensweise

Ökologie

Die ökologische Nische von Choreutis pariana ist eng mit der Nutzung verschiedener Gehölze als Wirtspflanzen verknüpft, wobei die Larven als Blattskelettierer agieren. Die Raupen ernähren sich typischerweise unter einem feinen seidenen Gespinst auf der Blattoberseite und fressen das Parenchym ab. Dabei bleibt die untere Kutikula unversehrt zurück, was zu einem für die Art charakteristischen braunen Fleck und einem skelettierten Blatt-Erscheinungsbild führt. Das Spektrum an Wirtspflanzen ist breit und umfasst Kultur- und Wildgehölze wie Apfelbäume, Weißdorne, Birkenarten wie Betula dahurica, Weiden, Kirschen, Mehlbeeren, Eschen, Rosen und Erlen. Larvenfunde sind in Nordamerika von Juni bis Anfang September dokumentiert, während sie in Großbritannien im Mai und Juni sowie erneut im August auftreten. Für die Verpuppung spinnen die Larven einen 15–20 mm langen, weißlichen Seidenkokon, der in der Regel an der Blattunterseite befestigt wird. Über Details zu Parasitoiden, spezifischen natürlichen Feinden oder Konkurrenzbeziehungen zu anderen herbivoren Arten liegen in der aktuellen Datenbasis keine belastbaren Belege vor.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Choreutis pariana besitzt ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich über die paläarktische Region von Eurasien erstreckt. Die Art ist in dieser Zone weit verbreitet und kommt von Japan im Osten bis nach Irland im Westen vor.1 In Europa und dem deutschsprachigen Raum tritt die Art in geeigneten Habitaten regelmäßig auf. Neben dem eurasiatischen Raum wurde die Art durch menschliche Aktivitäten in andere Regionen verschleppt. Im Jahr 1917 erfolgte die Einführung der Art nach Neuengland in den Vereinigten Staaten. Von dort aus hat sich Choreutis pariana weiter in Nordamerika ausgebreitet. Aktuelle Nachweise belegen das Vorkommen in zahlreichen Regionen des nordamerikanischen Kontinents. Dazu zählen landwirtschaftliche und küstennahe Gebiete an der US-Westküste sowie mehrere kanadische Provinzen wie British Columbia, Ontario, New Brunswick, Nova Scotia, Prince Edward Island und Newfoundland and Labrador. Jüngere Funde wurden zudem aus Korea gemeldet. Die typischen natürlichen Habitate der Art umfassen offene Waldstrukturen, Gehölzbestände und landwirtschaftlich genutzte Flächen mit dem Vorkommen von Wirtspflanzen. Als Nahrungspflanzen der Raupen dienen verschiedene Gehölze, darunter Kultur- und Wildäpfel, Weißdorne, Birken, Weiden, Kirschen, Mehlbeeren, Eschen, Rosen und Erlen. Aufgrund dieser breiten Palette an Wirtspflanzen besiedelt die Art neben naturnahen Biotopen auch Obstbaugebiete und anthropogen geprägte Kulturlandschaften. Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in Höhenstufen fehlen in der aktuellen Literatur.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    11.05.2026

  • Deutschland

    17.10.2025

  • Im Brook, Norderstedt, Schleswig-Holstein, Deutschland

    22.09.2025

  • Deutschland

    21.09.2025

  • Gerstungen

    13.08.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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Zuletzt am 24.05.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Choreutis pariana entwickelt in Westeuropa zwei Generationen pro Jahr, wobei die Aktivitätsdynamik eng an jahreszeitliche Temperaturverläufe gekoppelt ist. In Nordamerika treten die Larven von Juni bis Anfang September auf. Im Gegensatz dazu lassen sich die Raupen in Großbritannien während zweier deutlich abgegrenzter Phasen von Mai bis Juni sowie erneut im August nachweisen. Die Verpuppung erfolgt in einem 15–20 mm langen, weißlichen Seidenkokon, der typischerweise an der Blattunterseite befestigt wird. Adulte Falter fliegen in Westeuropa in zwei Generationen, wobei die erste im Juli erscheint. Eine zweite Generation fliegt ab September, geht in die Überwinterung über und kann nach der Diapause im Frührühling erneut aktiv werden. In Kanada wurden adulte Falter von späten Juli bis späten Oktober registriert. Ergänzende Analysen des öffentlichen Informationsinteresses in Deutschland zeigen ausgeprägte Peaks im Mai sowie ein Maximum im Oktober, was mit den Aktivitätsphasen der jeweiligen Generationen korreliert.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Choreutis pariana gilt als gelegentlicher Schädling an Kern- und Steinobstgewächsen sowie verschiedenen Laubgehölzen. Das Schadpotenzial äußert sich in der typischen Ernährungsweise der Larven, die unter einem feinen Seidengewebe auf der Blattoberseite das Parenchym fressen. Dadurch bleibt lediglich die untere Kutikula zurück, was zu einem braunen, skelettartigen Erscheinungsbild der Blätter führt. Belastbare Daten zu medizinischen oder gesundheitlichen Auswirkungen wie Allergien oder Vektoreigenschaften fehlen für diese Art. Befallsanzeichen zeigen sich primär durch diese skelettierten Blätter und die feinen Seidengewebe, unter denen sich die Larven aufhalten. Die Raupen ernähren sich unter anderem von Äpfeln, Weißdorn, Birken, Weiden und Kirschen. Larvenstadien werden in Nordamerika von Juni bis Anfang September verzeichnet, während in Großbritannien Generationen von Mai bis Juni sowie im August auftreten. Zur Verpuppung spinnen die Larven einen weißlichen, 15–20 mm langen Seidenkokon, der üblicherweise an der Unterseite eines Blattes befestigt wird. Spezifische Monitoringsysteme, chemische Pflanzenschutzmittel oder bauliche Präventionsmaßnahmen sind in der wissenschaftlichen Literatur für Choreutis pariana nicht systematisch dokumentiert. Auch integrierte Bekämpfungsstrategien oder rechtliche Quarantänemaßnahmen sind für diesen Schädling nicht näher beschrieben.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare quantitative Daten zur wirtschaftlichen Schadenswirkung von Choreutis pariana liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor. Die Art tritt als Schaderreger an Obst- und Ziergehölzen auf, wobei die Larven das Parenchym der Blätter fressen und ein skelettierendes Schadbild hinterlassen. Zu den betroffenen Wirtspflanzen zählen Kulturäpfel, Weißdorne, Kirschen und Rosen. Wirtschaftliche Auswertungen zu Qualitätsminderungen, Totalverlusten oder spezifischen Bekämpfungskosten fehlen in der aktuellen Datenlage vollständig.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Choreutis_pariana