Lexikon-Eintrag

Ordensband Catocala

Ordensband (Catocala), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Erebidae
Gattung
Catocala

Überblick

Einleitung

Die Gattung Catocala gehört zur Familie der Erebidae in der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) und umfasst weltweit über 250 bekannte Arten holarktischer Verbreitung. Im deutschsprachigen Raum sind die Vertreter als Ordensbänder bekannt, was auf ihre auffällig gefärbten Hinterflügel verweist, die in der Ruheposition von tarnfarbenen Vorderflügeln verdeckt werden. Die Raupen ernähren sich überwiegend von den Blättern verschiedener Gehölze, insbesondere von Fagales wie Eichen, Buchen und Walnussgewächsen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die leuchtenden Hinterflügel der Falter sind auf der Oberseite am stärksten gefärbt und weisen Streifen in den Farben Orange, Rot, Weiß, Blau oder überwiegend Schwarz auf.
  • Die auffällige, oft konzentrische Zeichnung der Hinterflügel erinnert flüchtig an die Augen eines Raubtiers wie einer Katze, was potenzielle Fressfeinde bei einer plötzlichen Schreckreaktion irritieren kann.
  • Im Gegensatz zu anderen ähnlich auffällig gefärbten Faltern sind Ordensbänder für Vögel wie den Blauhäher (Cyanocitta cristata) vollkommen genießbar und nicht giftig oder unschmackhaft.
  • Zur Abwehr nächtlicher Jäger wie Fledermäuse verfügen die Falter über gut entwickelte Hörorgane.
  • Neben den typischen Gehölzen wurden die Raupen seltener auch an Ahorngewächsen (Acer), Eschen (Fraxinus) und Heidelbeeren (Vaccinium) als Nahrung gefunden.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Gattung Catocala umfasst mittelgroße bis große Falter mit einer kryptischen Grundfärbung der Vorderflügel, die in der Ruheposition die auffällig gezeichneten Hinterflügel verdecken. Die Palpen erreichen knapp den Scheitel des Kopfes, wobei das zweite Glied dick beschuppt ist. Die Antennen der Männchen zeigen eine faszikulierte Struktur. Der Thorax der Falter ist glatt beschuppt. Das Abdomen weist auf den proximalen Segmenten dorsale Haarleisten auf, die zu Büscheln ausgebildet sein können. Die Vorderbeine besitzen eine mehr oder weniger ausgeprägte Behaarung der Schienen, während die Hinterschienen bedornt sind. Die Vorderflügel zeigen eine annähernd rechtwinklige Apex und gekrümmte beziehungsweise gekerbte Ränder der Zilien. Die Hinterflügel zeichnen sich durch kräftige Streifen in Orange, Rot, Weiß oder Blau sowie ebenfalls gekerbte Zilien aus, wobei die Ader 5 unterhalb der Mitte der Diskozellulare entspringt. Die Raupen besitzen vier Paare abdominaler Bauchbeine und ernähren sich typischerweise von den Blättern holziger Pflanzen wie Gehölzen der Familien Betulaceae, Fagaceae und Juglandaceae. Spezifische Angaben zu Eiern, Puppen oder Sexualdimorphismus liegen im Rahmen der Datenbasis nicht vor; belastbare Messwerte in Millimetern oder detaillierte Unterscheidungsmerkmale zu verwechselbaren Arten fehlen ebenfalls.1

Porträt

Beschreibung

Die Gattung Catocala umfasst weltweit über 250 bekannte Arten mittelgroßer bis großer Nachtfalter aus der Familie der Erebidae. Der Name leitet sich aus dem Altgriechischen von "kato" für die hintere oder untere Seite und "kalos" für schön ab, womit auf die auffällig gefärbten Hinterflügel verwiesen wird. Diese Hinterflügel sind bei ruhenden Faltern unter den unauffällig und kryptisch gefärbten Vorderflügeln verborgen, wodurch die Tiere auf Baumrinde exzellent getarnt sind. Bei Störungen klappen die Falter ihre Vorderflügel abrupt auf und präsentieren die leuchtenden, oft orange, rot, weiß oder blau gestreiften Hinterflügel. Diese konzentrischen Zeichnungen ähneln flüchtig den Augen eines Raubtieres und sollen unerfahrene Vögel abschrecken. Im Gegensatz zu anderen warnfarbigen Faltern sind die Arten dieser Gattung jedoch ungiftig und für Fressfeinde gut genießbar. Zusätzlich besitzen die Falter gut entwickelte Hörorgane zur Abwehr nächtlicher Fledermäuse. Die Raupen ernähren sich überwiegend von den Blättern holziger Pflanzen und bevorzugen Gehölze wie Eichen, Walnussgewächse und Weidengewächse. Adulten Falter fliegen überwiegend nachtaktiv von kurz nach Einbruch der Dämmerung bis zum Morgengrauen. Mehrere oder möglicherweise alle Arten zeigen zudem eine zweite Aktivitätsphase exakt um die Mittagszeit. Taxonomisch ist die Gattung in eine eurasische und eine nordamerikanische Gruppe unterteilt, wobei die Phylogenie durch kryptische Artenkomplexe erschwert wird.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Gattung Catocala wurde im Jahr 1802 von Franz von Paula Schrank wissenschaftlich beschrieben. Der wissenschaftliche Name leitet sich aus zwei altgriechischen Wörtern ab: kato bedeutet „die hintere“ oder „die untere“ und kalos bedeutet „schön“, was sich auf die auffällig gefärbten Hinterflügel bezieht.1 Im deutschsprachigen Raum hat sich für die Vertreter der Gattung der Trivialname Ordensbänder etabliert. Im englischen Sprachraum werden sie als „underwing moths“ oder kurz „underwings“ bezeichnet. Die Gattung gehört innerhalb der Schmetterlinge zur Familie der Erebidae. Weltweit sind über 250 Arten bekannt, die überwiegend in der Holarktis verbreitet sind.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Gattung Catocala umfasst holarktische Schmetterlinge, deren Biologie durch eine enge Bindung an holzige Pflanzen geprägt ist. Die Raupen ernähren sich überwiegend von den Blättern von Bäumen und Sträuchern, wobei zu den typischen Wirtspflanzen Fagales wie Eichen (Quercus), Walnüsse (Juglans) und Hickory (Carya) gehören. Seltener werden auch Vertreter anderer Ordnungen wie Salicaceae, Ulmaceae oder Rosaceae als Nahrung genutzt. Die Raupen besitzen vier Paare abdominaler Bauchfüße. Zur Vermeidung von tagaktiven Räubern nutzen die Falter eine kryptische Färbung der Vorderflügel in Ruhestellung. Bei Störung klappen sie ihre auffällig orange, rot, weiß oder blau gezeichneten Hinterflügel auf, um potenzielle Prädatoren durch plötzliche Schreckreize zu irritieren. Dennoch sind die Falter für Vögel wie den Blauhäher (Cyanocitta cristata) gut genießbar und nicht giftig. Zusätzlich verfügen die imagines über gut entwickelte Hörorgane zur Detektion nächtlicher Räuber wie Fledermäuse. Die erwachsenen Falter sind überwiegend nachtaktiv und fliegen von kurz nach der Dämmerung bis zum Anbruch des Tages, wobei die Hauptaktivität etwa zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit liegt. Mehrere Arten zeigen zudem eine zweite Aktivitätsphase exakt um die Mittagszeit, in welcher sie täglich für ein bis zwei Stunden fliegen. Belastbare physiologische Details zu Diapause, Kältetoleranz, genauen Entwicklungsdauern oder exakten Mortalitätsraten fehlen in der aktuellen Datenlage für die Gattung als Ganzes.1

Lebensweise

Verhalten

Die Falter der Gattung Catocala sind überwiegend nachtaktiv und fliegen von kurz nach der Dämmerung bis zum Morgengrauen. Ihre Hauptaktivitätsphase liegt im Regelfall etwa zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit. Zusätzlich zeigen mehrere oder möglicherweise alle Arten eine zweite Aktivitätsperiode exakt um die Mittagszeit, während der sie täglich für ein bis zwei Stunden regelmäßig fliegen. Tagsüber ruhen die Tiere getarnt an Baumstämmen oder Ästen, wobei ihre auffällig gefärbten Hinterflügel vollständig unter den unauffälligen Vorderflügeln verborgen bleiben. Bei Störungen in dieser Ruheposition schlagen die Falter ihre Hinterflügel plötzlich auf, um Verfolger durch diese visuelle Schockreaktion zu erschrecken und die Flucht zu ermöglichen. Zur Vermeidung nächtlicher Fressfeinde wie Fledermäuse besitzen diese Motten gut ausgewiesene Hörorgane.1

Lebensweise

Ökologie

Arten der Gattung Catocala besetzen eine ökologische Nische als phytophage Insekten, deren Raupen sich überwiegend von den Blättern verholzender Pflanzen wie Bäumen und Sträuchern ernähren. Typische Wirtspflanzen stammen aus den Familien der Betulaceae, Fagaceae und Juglandaceae, wobei zu den Hauptfutterpflanzen Hickory (Carya), Eichen (Quercus) und Walnussbäume (Juglans) zählen. In geringerem Maße dienen auch Weiden und Pappeln (Salicaceae), Ulmen (Ulmus), Rosengewächse (Rosaceae) oder Linden (Tilia) als Nahrungsgrundlage. Die Raupen sind folglich eng an diese holzigen Wirtspflanzen gebunden, während die nachtaktiven Falter tagsüber oft an Baumstämmen oder Ästen ruhen. In ihrer Ruheposition sind die Falter durch ihre dunklen Vorderflügel kryptisch getarnt. Bei Störungen zeigen sie abrupt ihre auffällig gefärbten Hinterflügel, deren konzentrische Zeichnungen an Raubtieraugen erinnern und potentielle Fressfeinde wie Vögel erschrecken sollen. Dennoch sind die Falter für bestimmte Vögel wie den Blauhäher (Cyanocitta cristata) voll genießbar. Zur Abwehr nächtlicher Räuber wie Fledermäuse besitzen die Falter gut entwickelte Hörorgane. Neben nächtlichen Aktivitätsphasen zeigen die Falter bei zahlreichen Arten eine zusätzliche Aktivitätsphase um die Mittagszeit.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Gattung Catocala ist holarktisch verbreitet und umfasst mehr als 250 bekannte Arten. Etwas weniger als die Hälfte dieser Arten kommt in Nordamerika vor, während der verbleibende Teil in Eurasien beheimatet ist. In Europa sind knapp 30 Arten der Gattung heimisch. Einzelne Arten kommen darüber hinaus im nördlichen Neotropis sowie im Indomalaya-Gebiet vor. Die Raupen der Mehrheit aller Arten nutzen Gehölze wie Laubbäume und Sträucher als Nahrungspflanzen. Typische Wirtspflanzen gehören zu den Familien Betulaceae, Fagaceae und Juglandaceae, wobei vor allem Eichen (Quercus), Walnussbäume (Juglans) sowie Hickory (Carya) besiedelt werden. Ebenfalls als Wirtspflanzen dienen diverse Arten aus den Gattungen Alnus, Fagus, Betula und Castanea. Zahlentliche altweltliche sowie einige nordamerikanische Arten fressen zudem an Weidengewächsen wie Pappeln (Populus) und Weiden (Salix). In geringerem Maße werden Ulmen (Ulmus), Rosengewächse, Linden (Tilia) oder Fabaceae als Larvalhabitate genutzt. Seltener weichen die Raupen auf entferntere Verwandtschaften wie Ahorn (Acer), Eschen (Fraxinus) oder Heidelbeeren (Vaccinium) aus. Tagsüber ruhen die Falter an Baumstämmen oder Ästen, wo sie dank ihrer unauffälligen Vorderflügel hervorragend getarnt sind. Bei Störung klappen sie die hell gefärbten Hinterflügel auf, um Fressfeinde zu erschrecken.1

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Adulte Vertreter der Gattung Catocala zeigen eine überwiegend nachtaktive Lebensweise und fliegen von kurz nach der Dämmerung bis zum Anbruch des Tages. Ihre Hauptaktivität erreichen die Falter im Regelfall etwa zwei Stunden nach Einbruch der Dunkelheit. Zusätzlich zu dieser nächtlichen Aktivitätsphase weisen etliche Arten eine zweite, exakt um die Mittagszeit stattfindende Aktivitätsperiode auf, während der sie täglich für ein bis zwei Stunden regelmäßig im Flug angetroffen werden können.1 Im Jahresverlauf konzentriert sich das Auftreten der Imagines und das damit korrelierte öffentliche Interesse vor allem auf die Sommermonate Juli und August, wobei in den Wintermonaten November bis Februar keine nennenswerte Aktivität verzeichnet wird. Belastbare und detaillierte Daten zur genauen Generationenfolge pro Jahr, zum exakten Überwinterungsstadium sowie zu spezifischen Temperaturabhängigkeiten liegen für die Gattung in ihrer Gesamtheit aus der wissenschaftlichen Literatur nicht summarisch vor.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Gattung Catocala gehört zu den Eulenfaltern (Erebidae), deren Raupen sich primär von den Blättern holziger Pflanzen wie Gehölzen und Bäumen ernähren. Ein spezifisches Schadpotenzial in der Land- oder Forstwirtschaft als gravierende Forstschädlinge ist in der wissenschaftlichen Literatur für die Gattung im Regelfall nicht hervorgehoben, da die Bestände selten Massenvermehrungen von wirtschaftlich ruinösem Ausmaß verursachen. Die Raupen fressen an typischen Wirtspflanzen wie Eichen (Quercus), Hickory (Carya), Walnuss (Juglans) sowie verschiedenen Weiden- (Salix) und Pappelarten (Populus). Belastbare Daten zu spezifischen wirtschaftlichen Schadschwellen oder systematischen Bekämpfungsmaßnahmen für die gesamte Gattung fehlen in den vorliegenden Standardwerken weitgehend. Präventive Maßnahmen oder spezifische Überwachungsmethoden wie Pheromonfallen sind für Catocala-Arten in der Evidenzbasis nicht standardisiert beschrieben. Aufgrund der fehlenden medizinischen Relevanz sind weder Allergien noch Vektoreigenschaften durch die Falter oder deren Raupen dokumentiert. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten existieren für diese heimischen beziehungsweise holarktischen Falter nicht. Daher werden in der Praxis keine spezifischen Bekämpfungs- oder Managementmaßnahmen implementiert.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung der Gattung Catocala als Schädling oder Nützling fehlen in der aktuellen Datenlage weitgehend. Obwohl die Raupen sich von Blättern verschiedener Gehölze wie Eichen (Quercus), Pappeln (Populus) oder Weiden (Salix) ernähren, sind nennenswerte Schäden in der Forst- oder Landwirtschaft nicht systematisch dokumentiert. Wirtschaftliche Verluste, spezifische Schadensschwellen oder Bekämpfungskosten werden in den verfügbaren wissenschaftlichen Quellen für diese Gattung nicht beziffert. Positive ökonomische Aspekte beschränken sich im Wesentlichen auf das Sammlerinteresse an den vielgestaltigen Faltern unter Lepidopterologen.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/Catocala