Lexikon-Eintrag

Magerwiesen-Perlmuttfalter Boloria selene

Magerwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Nymphalidae
Gattung
Boloria

Überblick

Einleitung

Der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene), auch als Sumpfwiesen-Perlmuttfalter bezeichnet, ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Die Art besiedelt vor allem Feuchtwiesen, Moorgebiete und lichte Wälder in Europa, Asien sowie Nordamerika. Ähnlichkeit besteht vor allem zum etwas größeren Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne), der sich jedoch durch spezifische Zeichnungsmerkmale auf der Flügelunterseite unterscheidet.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Raupen erreichen eine Körperlänge von etwa 22 Millimetern und besitzen dunkel graubraune Farbtöne mit einer schwarzen sowie leicht hellen Marmorierung.
  • Auf den Raupen befinden sich braune Dornen, die an ihren Spitzen hell gefärbt sind.
  • Unmittelbar hinter dem Kopf tragen die Raupen ein auffälliges, fühlerartig nach vorne gerichtetes Dornenpaar.
  • Neben der typischen Färbung treten gelegentlich albinotische Formen mit weißer Grundfarbe sowie melanistische, schmutzig-orange verdunkelte Exemplare auf.
  • Auf der Hinterflügelunterseite weisen die Tiere in einer cremefarbenen Binde drei schwach abgegrenzte Perlmuttflecken auf.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene) ist ein mittelgroßer Tagfalter aus der Familie der Nymphalidae. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 38 Millimetern. Die hell gesäumten Flügeloberseiten zeigen eine orange Grundfärbung mit einem dunklen, netzartigen Muster. Am dunklen Außenband sind submarginal Flecken winkelförmig abgesetzt, denen postdiskal eine Reihe dunkler Punkte folgt. In der Diskalregion befinden sich wellenförmige Zeichnungen sowie je ein runder dunkler Fleck am Hinterflügel nahe der basalen Musterung. Auf der Hinterflügelunterseite zeigt sich in einer cremefarbenen Binde ein hell umrandeter, größerer dunkler Fleck in der braunen Zelle. Daneben sind diskal drei schwach abgegrenzte Perlmuttflecken sowie submarginal eine Reihe weiterer Perlmuttflecken vorhanden, die durch dunkle Winkel abgesetzt sind. Neben der typischen Färbung treten gelegentlich albinotische Formen mit weißer Grundfarbe oder melanistische, schmutzig-orange verdunkelte Exemplare auf.1 Die Raupen erreichen eine Länge von ca. 22 Millimetern und besitzen eine dunkel graubraune Grundfärbung mit einer schwarzen und leicht hellen Marmorierung. Sie tragen braune, an der Spitze helle Dornen sowie ein auffälliges, fühlerartig nach vorne weisendes Dornenpaar direkt hinter dem Kopf. Eine Verwechslung ist insbesondere mit dem Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) möglich, welcher jedoch etwas größer ist. Dieser unterscheidet sich durch auf der Hinterflügelunterseite diskal nur einen einzelnen Perlmuttfleck in heller Binde sowie auf der Flügeloberseite eher dreieckig konturierte submarginale Flecken.1

Porträt

Beschreibung

Der Magerwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene), im deutschsprachigen Raum auch als Braunfleckiger Perlmuttfalter oder Sumpfwiesen-Perlmuttfalter bekannt, gehört zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae) innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera). Das Artepitheton leitet sich von Selene, der Mondgöttin aus der griechischen Mythologie, ab. Im Jahr 2013 wurde die Art von der Umweltstiftung BUND zum Schmetterling des Jahres gekürt. Die Art besiedelt einerseits Flachmoore der Talebenen und bildet andererseits eine zweite Populationsgruppe in der alpinen Grasheide aus, wobei es sich um zwei Ökotypen ohne morphologische Differenzierung handelt. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 38 Millimetern. Neben den typisch orangefarbenen Grundformen kommen gelegentlich helle, albinotische Exemplare mit weißer Grundfarbe sowie verdunkelte, melanistische Tiere vor, die schmutzig-orange gefärbt sind. In ihrem natürlichen Lebensraum lassen sich die Falter besonders auf Feuchtwiesen, in Moorgebieten sowie gelegentlich an feuchten, lichten Stellen in Wäldern und auf trockenen Wiesen antreffen. Die Tiere fliegen in Mitteleuropa in zwei Generationen pro Jahr von Anfang Mai bis Ende Juni sowie von Mitte Juli bis Anfang September, während in kühleren Breiten und höheren Lagen lediglich eine Generation von Mitte Mai bis Anfang Juli fliegt. Hinsichtlich des Lebenszyklus überwintern bei Boloria selene die Raupen der zweiten Generation. Die weiblichen Falter legen ihre Eier einzeln an der Unterseite der Futterpflanzen ab, zu denen primär das Hunds-Veilchen (Viola canina) und das Sumpf-Veilchen (Viola palustris) sowie andere Veilchenarten gehören.1 Die Raupen erreichen eine Körperlänge von ca. 22 Millimetern und zeichnen sich durch eine dunkel graubraune Färbung mit schwarzer und leicht heller Marmorierung sowie braune, an der Spitze helle Dornen aus. Eine anatomische Besonderheit stellt ein hinter dem Kopf befindliches, fühlerartig nach vorne weisendes Dornenpaar dar. Nach der Überwinterung benötigen die Raupen im Frühling noch Zeit zur Entwicklung, bevor die Verpuppung erfolgt. Im Vergleich zu ähnlichen Arten wie dem Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) unterscheidet sich Boloria selene durch spezifische Zeichnungsmuster auf der Flügelunterseite und eine etwas geringere durchschnittliche Größe. Belastbare historische Erstbeschreibungen abseits der etymologischen Herleitung des wissenschaftlichen Namens sind in der aktuellen Datenlage nicht systematisch dokumentiert.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Die Gattung Boloria umfasst verschiedene perlmuttfalterartige Arten, wobei das Artepitheton selene auf die griechische Mondgöttin Selene verweist. Neben dem Hauptdeutschen Trivialnamen Braunfleckiger Perlmuttfalter wird die Art regional auch als Sumpfwiesen-Perlmuttfalter bezeichnet. Im Jahr 2013 wurde der Tagfalter von der Umweltstiftung BUND zum Schmetterling des Jahres gekürt.1 Belastbare historische Daten zur genauen Erstbeschreibung sowie frühere Synonyme oder Gattungskombinationen fehlen im vorliegenden Quellenkontext.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Boloria selene ist an die Verfügbarkeit geeigneter Wirtspflanzen und klimatische Bedingungen angepasst, wodurch in Mitteleuropa üblicherweise zwei Generationen pro Jahr ausgebildet werden. Die Falter der ersten Generation fliegen von Anfang Mai bis Ende Juni, während die zweite Generation von Mitte Juli bis Anfang September aktiv ist. In höheren Lagen und kühleren Breiten reduziert sich die Entwicklung auf eine Generation von Mitte Mai bis Anfang Juli. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen einzeln an der Unterseite der Futterpflanzen.1 Als Nahrungssubstrat für die oligophagen Raupen dienen primär die Blätter des Hunds-Veilchens (Viola canina) und des Sumpf-Veilchens (Viola palustris), wobei auch andere Veilchenarten genutzt werden.12 Ausgewachsene Raupen erreichen eine Körperlänge von ca. 22 mm und sind dunkel graubraun mit schwarzer sowie hellerer Marmorierung gefärbt; charakteristisch sind zudem braune, an der Spitze helle Dornen sowie ein fühlerartig nach vorne gerichtetes Dornenpaar hinter dem Kopf. Die Überwinterung erfolgt als Raupe der zweiten Generation, die im darauffolgenden Frühjahr ihre Entwicklung fortsetzt und sich schließlich verpuppt. Belastbare quantitative Daten zur genauen Dauer der einzelnen Entwicklungsstadien, zu spezifischen Mortalitätsfaktoren oder zu physiologischen Kältetoleranzmechanismen abseits der Überwinterungsform fehlen in der aktuellen Literatur.1

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Verhaltensdaten zum Boloria selene sind in der aktuellen Quellenfunde nur rudimentär belegt, weshalb weitreichende Beschreibungen zu Verhaltensmustern fehlen.1 Die Falter zeigen eine tagaktive Lebensweise und fliegen je nach Region in einer bis zwei Generationen pro Jahr.12 Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen einzeln an der Unterseite der jeweiligen Futterpflanzen. Als Raupennahrung dienen verschiedene Veilchenarten wie das Hunds-Veilchen (Viola canina) und das Sumpf-Veilchen (Viola palustris). Die Raupen der zweiten Generation überwintern.1 Spezifische Untersuchungen zur Orientierung, Kommunikation oder zum Territorialverhalten liegen nicht vor.12

Lebensweise

Ökologie

Der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene) besiedelt als ökologische Spezies vor allem Flachmoore der Talebenen sowie alpine Grasheiden, wobei diese zwei Ökotypen ohne morphologische Differenzierung auftreten. In diesen Habitaten fungieren die imaginalen Falter als Bestäuber, während die Raupen als Herbivoren obligophag auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert sind. Die Raupen ernähren sich primär von den Blättern des Hunds-Veilchens (Viola canina) und des Sumpf-Veilchens (Viola palustris), nutzen jedoch auch andere Veilchenarten als Substrat. Die Eiablage erfolgt einzeln an der Unterseite dieser Wirtspflanzen. Hinsichtlich der trophischen Vernetzung und Überwinterung ist die Art an spezifische saisonale Zyklen angepasst, bei denen die Raupen der zweiten Generation überwintern. Belastbare Daten zu spezifischen natürlichen Feinden, Parasitoiden oder Konkurrenzbeziehungen mit anderen Schmetterlingsarten fehlen in der aktuellen Literaturlage weitgehend.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene) ist holarktisch verbreitet und besiedelt in Europa (mit Ausnahme des Südens), Russland, der Mongolei, Sachalin, Korea sowie Nordamerika geeignete Lebensräume. In Mitteleuropa ist die Art weit verbreitet und gilt als nicht selten.1 Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst primär feuchte Offenlandbiotope und boreale sowie gemäßigte Zonen. Die vertikale Verbreitung reicht von den Talebenen bis in alpine Regionen, wobei die Art in Höhenlagen bis zu 2200 m nachgewiesen wurde.12 Die Art besiedelt einerseits die Flachmoore der Talebenen, während eine zweite Populationsgruppe in der alpinen Grasheide vorkommt; es handelt sich dabei um zwei Ökotypen ohne morphologische Differenzierung.2 Typische natürliche Habitate sind Feuchtwiesen, Moorgebiete, alpine Grasheiden sowie feuchte, lichte Stellen in Wäldern.12 Ergänzend werden nach Datenlage auch trockene Wiesen besiedelt.1 Als Habitate sind insbesondere frische Marschen, Grasländer und Heidelandschaften belegt.2 Die larvalen Futterpflanzen umfassen überwiegend Veilchenarten wie das Hunds-Veilchen (Viola canina) und das Sumpf-Veilchen (Viola palustris).1 Vorkommen in Siedlungsbereichen oder an Gebäuden sind für die Art nicht dokumentiert.2

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Traunstein, Bayern, Deutschland

    08.09.2025

  • Deutschland

    06.09.2025

  • Deutschland

    04.09.2025

  • Freyung-Grafenau, Bayern, Germany

    01.09.2025

  • Duitsland

    29.08.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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Zuletzt am 01.04.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Braunfleckige Perlmuttfalter (Boloria selene) zeigt eine ausgeprägte saisonale Aktivitätsdynamik im Jahresverlauf. In Mitteleuropa fliegt die Art in der Regel in zwei Generationen pro Jahr. Die erste Generation tritt von Anfang Mai bis Ende Juni auf, während die zweite Generation von Mitte Juli bis Anfang September aktiv ist. Im Gegensatz dazu fliegen die Populationen in kühleren Breiten sowie in höheren Lagen univoltin in nur einer Generation von Mitte Mai bis Anfang Juli.1 Die Falter verhalten sich tagaktiv.2 Nach der Eiablage an der Unterseite der Futterpflanzen durch die Weibchen erfolgt die Entwicklung der Raupen.1 Die Überwinterung findet als Larve statt.2 Diese Raupen der zweiten Generation überwintern und setzen ihre Fressaktivität und Entwicklung im nächsten Frühling fort, bevor sie sich verpuppen.1 Das öffentliche Suchinteresse an der Art zeigt in den Frühlingsmonaten, insbesondere im April, erhöhte Peaks.3 Belastbare quantitative Daten zur genauen Temperaturabhängigkeit der täglichen Flugaktivität fehlen bislang.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Magerwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene) ist als heimischer Tagfalter ein Nützglied in Ökosystemen und erfüllt keinerlei Eigenschaften eines Schädlings oder Lästlings. Ein Schadpotenzial geht von der Art weder in der Land- noch in der Forstwirtschaft aus, da sich die oligophagen Raupen ausschließlich von den Blättern verschiedener Veilchenarten wie dem Hunds-Veilchen (Viola canina) und Sumpf-Veilchen (Viola palustris) ernähren.1 Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen im Sinne von Allergien oder der Vektorübertragung von Krankheiten sind für Boloria selene nicht bekannt. Befallsanzeichen an Kulturpflanzen existieren folglich nicht, weshalb auch keine spezifischen Früherkennungs- oder Überwachungsmaßnahmen für den Pflanzenschutz erforderlich sind. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind nicht indiziert, da die Art als nicht schädigend eingestuft wird und in vielen Regionen als schützenswert gilt; so wurde sie im Jahr 2013 vom BUND zum Schmetterling des Jahres gekürt.1 Belastbare Daten zu chemischen oder physikalischen Regulierungsmaßnahmen fehlen, da Bekämpfungen aufgrund der ökologischen Harmlosigkeit praktisch nicht stattfinden. Integrierte Schädlingsbekämpfungsstrategien sind für diesen herbivoren Schmetterling nicht relevant. Rechtliche Aspekte beschränken sich auf den allgemeinen Artenschutz nach nationalem und internationalem Recht, während Quarantänebestimmungen oder Meldepflichten nicht vorliegen.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Braunfleckiger_Perlmuttfalter
  2. gbif.org/species/1912325
  3. intern: Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)