- Die ziegelrot und cremefarben getönten Unterseiten der Hinterflügel besitzen nahe dem Flügelansatz einen schwarzen, hell umrandeten Punkt.
- In der Mitte der Hinterflügel verläuft eine cremefarbene Binde, die zentral einen silbernen Perlmuttfleck aufweist.
- Am Rand der Hinterflügel befindet sich eine Kette weißer Flecken, die an ein Perlencollier erinnert.
- Die Verpuppung der überwinterten Raupen findet im April sowie im Gebirge deutlich später statt.
- Bei dem ähnlichen Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene) finden sich diskal drei Perlmuttflecken in einer sandfarbenen Binde neben kastanienbraun gefärbten Zellen.4
Früher Perlmuttfalter Boloria euphrosyne
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Insekten (Insecta)
- Ordnung
- Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie
- Nymphalidae
- Gattung
- Clossiana
Überblick
Einleitung
Der Frühere Perlmuttfalter oder Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Die Art besiedelt als sibirisch-europäisches Brachy- bis Holarkt-Element vor allem Waldränder, Lichtungen sowie magere Wiesen. Von dem ähnlichen Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene) unterscheidet sich die Art unter anderem durch spezifische Zeichnungselemente, da Boloria selene winkelförmig abgesetzte submarginale Flecken auf der Flügeloberseite aufweist.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Früher Perlmuttfalter Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Der Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) ist ein auffälliger Tagfalter aus der Familie der Edelfalter mit einer Flügelspannweite von 32 bis 40 Millimetern. Die hell gesäumten Flügeloberseiten zeigen auf orangefarbenem Grund eine charakteristische dunkle Zeichnung. Am Flügelrand sind submarginale Flecken dreiecksförmig abgesetzt, denen postdiskal eine Reihe dunkler Punkte folgt. In der Diskalregion befinden sich wellenförmige Muster sowie je ein runder dunkler Fleck am Hinterflügel nahe der basalen dunklen Musterung. Die Unterseiten der Hinterflügel zeichnen sich durch eine ziegelrote und cremefarbene Tönung aus und besitzen nahe dem Flügelansatz einen schwarzen, hell umrandeten Punkt. Etwa in der Mitte der Hinterflügel verläuft eine cremefarbene Binde, die einen markanten silbernen Perlmuttfleck einschließt. Der Flügelrand trägt eine Kette weißer Flecken, die an ein Perlencollier erinnert.1 Die Raupen erreichen eine Länge von ca. 25 Millimetern und sind überwiegend schwarz gefärbt. Sie tragen zahlreiche schwarze, verästelte Dornen, deren Basis links und rechts des Rückens gelb gefärbt ist, wenngleich auch komplett schwarze Exemplare vorkommen. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln auf den Futterpflanzen oder anderen kleinen, krautigen Pflanzen ab. Ähnlichkeit besteht vor allem zum Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene), der jedoch etwas kleiner ist und submarginale Flecken auf der Flügeloberseite aufweist, die winkelförmig statt dreiecksförmig abgesetzt sind. Zudem fehlen bei dieser ähnlichen Art die perlenartigen hellen Flecken auf der Hinterflügelunterseite, da dort dunkle Winkel ausgeprägt sind. Belastbare morphologische Beschreibungen zu Eiern, Puppen sowie spezifischen Kopf-, Thorax- und Abdomenstrukturen jenseits der Flügel- und Raupenmerkmale liegen in der Literatur nicht detailliert vor.1
Porträt
Beschreibung
Der Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) repräsentiert einen typischen Vertreter der Edelfalter, dessen wissenschaftlicher Name sich von Euphrosyne, einer der drei Grazien aus der griechischen Mythologie, ableitet. Im natürlichen Lebensraum fällt die Art durch ihre hell gesäumten Flügeloberseiten auf, die auf orangefarbenem Grund eine markante dunkle Zeichnung tragen. Falter erreichen im adulten Stadium eine Flügelspannweite von 32 bis 40 Millimetern. Am Flügelrand sind submarginal dreiecksförmige Flecken abgesetzt, denen postdiskal eine Reihe dunkler Punkte folgt. Die Diskalregion zeigt wellenförmige Muster sowie je einen runden dunklen Fleck am Hinterflügel nahe der basalen dunklen Musterung. Auf der Unterseite der Hinterflügel, die ziegelrot und cremefarben getönt sind, befindet sich nahe dem Flügelansatz ein schwarzer, hell umrandeten Punkt. Etwa in der Mitte dieser Hinterflügel verläuft eine cremefarbene Binde, die den charakteristischen silbernen Perlmuttfleck einschließt. Der Flügelrand trägt eine Kette weißer Flecken, die an ein Perlencollier erinnert, was sich auch in Trivialnamen wie dem englischen „pearl-bordered fritillary“ widerspiegelt.1 Larvenstadien erreichen eine Länge von ca. 25 Millimetern und sind primär schwarz gefärbt. Sie tragen zahlreiche schwarze, verästelte Dornen, welche links und rechts des Rückens an der Basis gelb gefärbt sein können, wobei auch komplett schwarze Exemplare vorkommen. In ihrer Biologie sind die Raupen eng an die Nutzung von Rauen Veilchen (Viola hirta) und anderen Veilchenarten als Futterpflanzen gebunden. Die Überwinterung erfolgt als Raupe in einem trockenen und zusammengerollten Blatt, bevor im April die Verpuppung stattfindet. Im Vergleich zu ähnlichen Arten wie dem Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene) ist Boloria euphrosyne etwas größer, während Boloria selene sich durch winkelförmig abgesetzte submarginale Flecken auf der Flügeloberseite unterscheidet. Zudem fehlen bei Boloria euphrosyne die auf der Unterseite des Hinterflügels bei Boloria selene ausgeprägten dunklen Winkel, weshalb die hellen Flecken hier perlenartig erscheinen.1 Die Art besiedelt als sibirisch-europäisches Chorotypus bevorzugt subnemorale bis montane Waldränder, Lichtungen sowie magere Wiesen.12 Falter fliegen in einer Generation von Ende April bis Juli, während in wärmeren Regionen und im Süden oft zwei Generationen von April bis Juni sowie von Juli bis September ausgebildet werden. Imagines saugen zur Nahrungsaufnahme hauptsächlich an kriechendem Günsel (Ajuga reptans). Seltener wurde die Nahrungsaufnahme auch an kriechendem Hahnenfuß (Ranunculus repens), Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga) und verschiedenen Ringdistel-Arten (Carduus) beobachtet.1
Systematik
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name des Frühen Perlmuttfalters lautet Boloria euphrosyne. Das Artepitheton leitet sich etymologisch von Euphrosyne ab, einer der drei Grazien aus der griechischen Mythologie. Neben dem Hauptnamen Silberfleck-Perlmuttfalter ist im deutschen Sprachraum auch die Bezeichnung Veilchen-Perlmuttfalter gebräuchlich. Im internationalen Raum wird die Art im Englischen als „pearl-bordered fritillary“ und im Französischen als „Grand collier argenté“ bezeichnet. Die Gattung Boloria gehört innerhalb der Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) zur Familie der Edelfalter (Nymphalidae).1 In manchen taxonomischen Systemen wurde die Art historisch auch der Gattung Clossiana zugeordnet.3 Belastbare Daten zur genauen historischen Erstbeschreibung durch Autor und Jahr fehlen im vorliegenden Quellenkontext weitgehend. Auch weiterführende Angaben zu Synonymen oder alten Kombinationen sind in der aktuellen Datenlage nicht systematisch hinterlegt.1
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Der Lebenszyklus von Boloria euphrosyne ist an das Vorkommen von Veilchenarten als essentielle Nahrungsquelle der Raupen angepasst. Die Weibchen legen ihre Eier direkt auf den Futterpflanzen oder anderen kleinen, krautigen Pflanzen ab.1 Die daraus schlüpfenden Raupen erreichen eine Länge von ca. 25 mm und sind durch eine schwarze Grundfärbung sowie zahlreiche schwarze, verästelte Dornen gekennzeichnet, deren Basis links und rechts des Rückens gelb gefärbt sein kann. Neben diesen typisch gezeichneten Exemplaren kommen auch komplett schwarze Individuen vor. Als Nahrungssubstrat dienen den Raupen primär Raues Veilchen (Viola hirta) sowie andere Veilchenarten. Zur Bewältigung ungünstiger Witterungsbedingungen überwintern die Raupen in einem trockenen und zusammengerollten Blatt. Nach der Überwinterung erfolgt die Verpuppung im April, während sich dieser Prozess im Gebirge deutlich verzögern kann. Die Metamorphose führt zum adulten Schmetterling, der eine Flügelspannweite von 32 bis 40 mm aufweist. In den meisten Regionen Europas fliegt die Art in einer Generation von Ende April bis Juli. Im Süden und in besonders warmen Gebieten bildet sich hingegen eine zweite Generation aus, sodass die Falter dort von April bis Juni sowie von Juli bis September fliegen. Die Imagines ernähren sich überwiegend durch das Saugen an kriechendem Günsel (Ajuga reptans). Seltener nutzen die Falter alternative Nährpflanzen wie den kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens), den Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga) sowie verschiedene Arten der Ringdisteln (Carduus). Belastbare quantitative Daten zu exakten Entwicklungsdauern bei bestimmten Temperaturen, Fertilitätsraten oder spezifischen natürlichen Feinden fehlen in der aktuellen Datenlage.1
Lebensweise
Verhalten
Belastbare Daten zum spezifischen Verhalten von Boloria euphrosyne sind in den Quellen nur in geringem Maße vorhanden. Die Falter fliegen in einer Generation von Ende April bis Juli, während in warmen Gebieten zwei Generationen von April bis Juni sowie von Juli bis September auftreten. Bei der Nahrungssuche saugen die Imagines hauptsächlich an kriechendem Günsel (Ajuga reptans). Seltener wurden sie an kriechendem Hahnenfuß (Ranunculus repens), Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga) und verschiedenen Ringdistel-Arten (Carduus) beobachtet. Die Weibchen legen ihre Eier direkt auf den Futterpflanzen oder anderen kleinen, krautigen Pflanzen ab. Die Raupen überwintern in einem trockenen und zusammengerollten Blatt, bevor sie sich im April oder im Gebirge deutlich später verpuppen.1 Weiterführende Untersuchungen zu Territorialität, Kommunikationsformen oder Abwehrverhalten liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor.
Lebensweise
Ökologie
Boloria euphrosyne besiedelt als subnemorale bis in obere montane Stufen vordringende Art bevorzugt Waldränder, Waldlichtungen und magere Wiesen.12 In diesen Biotopen fungiert die Art als Bestäuber, wobei die Imagines vor allem Nektar am kriechenden Günsel (Ajuga reptans) saugen. Seltener nutzen die Falter alternative Nektarquellen wie den kriechenden Hahnenfuß (Ranunculus repens), den Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga) sowie verschiedene Ringdistel-Arten (Carduus). Die ökologische Nische der Raupen ist eng an Veilchenarten gebunden, wobei insbesondere das Raue Veilchen (Viola hirta) als wesentliche Futterpflanze dient. Die Eiablage erfolgt direkt auf diesen Futterpflanzen oder anderen kleinen krautigen Pflanzen. Nach dem Schlüpfen nutzen die Raupen trockene und zusammengerollte Blätter als Überwinterungsquartier.1 Das Vorkommen der Art erstreckt sich über terrestrische Biotope wie Buchenwaldlichtungen, Zwergstrauchheiden und feuchte beziehungsweise hygrophile Grasländer, wobei sie in Höhenlagen von Tiefland bis über 1700 m nachgewiesen ist.2 Trotz dieser breiten geografischen Spanne in Europa, der Türkei, Russland und Kasachstan ist Boloria euphrosyne vielerorts stark im Rückgang begriffen.1 Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden, Konkurrenten oder exakten Mikroklimaparametern außerhalb der bekannten Habitatbeschreibungen fehlen in den aktuellen Quellen.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Der Silberfleck-Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) besitzt ein sibirisch-europäisches Chorotyp und ist in Europa mit Ausnahme von Teilen des Südens, der Türkei, Russland sowie im Norden von Kasachstan verbreitet. Die Art besiedelt terrestrische Biotope und kommt in subnemoralen bis alpinen Höhenstufen vor, wobei Nachweise von Niederungen bis in Höhen von 2100 bis 2200 m vorliegen. Als typische Habitate dienen vor allem Waldränder, Waldlichtungen, Buchenwaldlichtungen sowie magere Wiesen und Heidegebiete. Darüber hinaus wird die Art in subalpinen Weiden, Wacholder-Heidegebieten und hygrophilen Grasländern angetroffen. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich im Gebirge lokal bis in die obere montane und alpine Zone. Belastbare Daten zu historischen Arealverschiebungen oder Einschleppungshistorien außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes fehlen. Die Art gilt in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet vielerorts als stark im Rückgang begriffen, wird lokal jedoch weiterhin regelmäßig an geeigneten Standorten beobachtet.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Boloria euphrosyne zeigt eine deutliche jahreszeitliche Bindung, deren Aktivitätsmuster stark von regionalen Klimabedingungen gesteuert werden. In den meisten Regionen seines Verbreitungsgebiets fliegt die Art in einer Generation von Ende April bis Juli. Im Süden sowie in besonders warmen Gebieten entwickelt sich hingegen eine bivoltine Generationenfolge mit zwei Flugperioden von April bis Juni sowie von Juli bis September. Die Raupen schlüpfen nach der Eiablage und durchlaufen eine Überwinterung, indem sie sich in ein trockenes und zusammengerolltes Blatt einspinnen. Nach der Diapause erfolgt die Verpuppung im April. Im Gebirge verschiebt sich dieser Prozess aufgrund der kühlen Witterungsbedingungen deutlich nach hinten.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Der Frühe Perlmuttfalter (Boloria euphrosyne) ist weder als Schädling noch als Lästling klassifiziert, sondern stellt eine ökologisch bedeutsame Art dar, die vielerorts stark im Rückgang begriffen ist. Ein Schadpotenzial oder nennenswerte Schadbilder im land- oder forstwirtschaftlichen Kontext sind für die Art nicht bekannt. Auch eine medizinische oder gesundheitliche Relevanz, etwa durch Allergien oder als Vektor, existiert nicht. Da die Tiere keine Kulturpflanzen schädigen, sind weder Befallsanzeichen noch spezifische präventive oder bekämpfende Maßnahmen erforderlich. Belastbare Daten zu artspezifischen Monitoring-Methoden oder Bekämpfungskonzepten fehlen in der Fachliteratur gänzlich, da die Art als harmlos und schützenswert gilt. Rechtliche Aspekte beschränken sich im Rahmen des Naturschutzes auf den allgemeinen Schutz der Art und ihrer Habitate, wobei spezifische Quarantäne- oder Meldepflichten nicht bestehen. Die Raupen ernähren sich spezialisiert von Veilchenarten wie dem Rauen Veilchen (Viola hirta), während die Imagines Nektar an Pflanzen wie dem kriechenden Günsel (Ajuga reptans) saugen. Durch diesen spezialisierten Nahrungsbedarf ist die Art eng an intakte, strukturreiche Waldränder und magere Wiesen gebunden.1
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Silberfleck-Perlmuttfalter
- gbif.org/species/5772893
- Interne Taxonomie-Datenbank
- Literaturzusammenfassung: Boloria euphrosyne