- Weibliche Exemplare von Atypus affinis können ein maximales Alter von bis zu acht Jahren erreichen.
- In der Roten Liste Deutschlands wird die Art in die Kategorie V (Vorwarnliste) eingestuft und gilt damit als die in Deutschland am wenigsten gefährdete Vertreterin der Gattung Atypus.
- Regional variiert der Gefährdungsstatus in Bayern stark; so wird die Art im Alpenvorland sowie im Ostbayerischen und Tertiär-Hügelland als stark gefährdet (Kategorie 2) geführt, während sie im Schichtstufenland den Status 3 (gefährdet) aufweist.
- In Nordrhein-Westfalen und Thüringen ist Atypus affinis als stark gefährdet (Kategorie 2) eingestuft.
- Für Mecklenburg-Vorpommern wird die Art als potentiell gefährdet (Kategorie 4) gelistet.1
Tapezierspinne Atypus affinis
KI-generierte Illustration (keine Fotografie)
Klassifikation
Taxonomie
- Reich
- Tiere (Animalia)
- Stamm
- Gliederfüßer (Arthropoda)
- Klasse
- Spinnentiere (Arachnida)
- Ordnung
- Webspinnen (Araneae)
- Familie
- Atypidae
- Gattung
- Atypus
Überblick
Einleitung
Die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis), auch Gewöhnliche Tapezierspinne genannt, ist eine Spinnenart aus der Familie der Tapezierspinnen. Ihr verbreitetes Areal erstreckt sich von Nordafrika über Europa bis nach Skandinavien. Von den anderen heimischen Arten der Gattung Atypus lässt sie sich durch ihre deutlich dreigliedrigen hinteren Spinnwarzen unterscheiden.1
Auf einen Blick
Fakten (kompakt)
Tapezierspinne Bilder und Fotos von echten Sichtungen
Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) besitzt eine einfarbig schwarze oder braune Grundfärbung. Hinsichtlich des Sexualdimorphismus weichen die Körpergrößen der Geschlechter voneinander ab. Männchen erreichen eine Körperlänge von 7 bis 9 mm, während Weibchen eine Größe von 10 bis 15 mm aufweisen. Ein charakteristisches Bestimmungsmerkmal zur Abgrenzung von den anderen beiden heimischen Atypus-Arten sind die deutlich dreigliedrigen hinteren Spinnwarzen.1 Belastbare morphologische Detaildaten zu Kopf, Augen, Mundwerkzeugen, Thoraxbehaarung, Beinen oder Entwicklungsstadien wie Larven und Eiern fehlen in der aktuellen Datenlage für diese Art.2
Porträt
Beschreibung
Die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) ist eine weit verbreitete Spinnenart aus der Familie der Tapezierspinnen. Ihr natürliches Erscheinungsbild im Habitat prägt eine einfarbig schwarze oder braune Körperfärbung, wobei Weibchen eine Körperlänge von 10 bis 15 mm erreichen. Im Gegensatz dazu bleiben die Männchen mit 7 bis 9 mm deutlich kleiner. Ein diagnostisches Merkmal zur Unterscheidung von anderen heimischen Arten der Gattung Atypus sind ihre deutlich dreigliedrigen hinteren Spinnwarzen. Das Verbreitungsgebiet der westpaläarktischen Art erstreckt sich von Nordafrika über fast ganz Europa bis nach Dänemark, Schweden und in die Ukraine. Als artspezifische Besonderheit baut Atypus affinis einen charakteristischen, röhrenförmigen Fangschlauch, der sich aus einem 13 bis 17 cm langen oberirdischen und einem 20 bis 45 cm langen unterirdischen Wohnschlauch zusammensetzt. Bevorzugte Habitate liegen in trockenen Kiefernwäldern auf felsigen Hängen sowie in Heidelandschaften.1 Die Art zeigt eine starke Bindung an Wald- und Offenlandbiotope wie Gras- und Heidelandschaften, während urbane Lebensräume oder Agrarflächen gemieden werden.2 Bezüglich der Gefährdung nimmt Atypus affinis eine Sonderstellung ein, da sie in Deutschland die am wenigsten gefährdete Art ihrer Gattung darstellt und in der Roten Liste lediglich auf der Vorwarnliste geführt wird. Dennoch zeigt sich in regionalen Analysen wie in Bayern eine Gefährdung in spezifischen Naturräumen wie dem Alpenvorland oder dem Grundgebirge, wo sie als stark gefährdet eingestuft wird. Die Entwicklung ist durch eine langsame Langlebigkeit geprägt; so erreichen die Tiere erst mit etwa vier Jahren ihre Geschlechtsreife. Die Paarung findet im Herbst statt, wobei die Männchen ihre solitär bewohnten Gespinste verlassen, um die Wohnschläuche der Weibchen aufzusuchen. Nach der erfolgreichen Paarung verbleiben die Männchen im Gespinst des Weibchens, wo sie kurz darauf sterben. Aus den im folgenden sommer schlüpfenden Jungtieren entwickelt sich eine Population, in der Weibchen ein maximales Alter von bis zu acht Jahren erreichen können.1
Systematik
Name & Einordnung
Die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) ist eine Spinnenart aus der Familie der Tapezierspinnen. Im deutschen Sprachraum ist neben der Hauptbezeichnung Gemeine Tapezierspinne auch der Trivialname Gewöhnliche Tapezierspinne gebräuchlich. Die Art wurde von der Arachnologischen Gesellschaft zur Spinne des Jahres 2013 gekürt. Innerhalb der Gattung Atypus lässt sie sich morphologisch durch ihre deutlich dreigliedrigen hinteren Spinnwarzen von anderen heimischen Vertretern abgrenzen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der westpaläarktischen Art erstreckt sich von Nordafrika über den Kaukasus und weite Teile Europas, wobei sie in Großbritannien als einzige Art ihrer Gattung vorkommt.1 Belastbare historische Details zur Erstbeschreibung oder detaillierte etymologische Herleitungen der wissenschaftlichen Nomenklatur liegen im vorliegenden Datenrahmen nicht vor.
Lebensweise
Biologie & Lebenszyklus
Atypus affinis ist eine karnivore Spinnenart, bei der sowohl Larven als auch Adulte polyphag ernährt werden. Ihr Lebensraum umfasst typischerweise felsige Hänge in trockenen Kiefernwäldern oder Heidelandschaften. Zum Fang von Beute legt die Art einen oberirdischen Fangschlauch von 13 bis 17 cm Länge sowie einen unterirdischen Wohnschlauch von 20 bis 45 cm Tiefe an. Mit etwa vier Jahren erreichen die Tiere ihre Geschlechtsreife. Die Paarungszeit der Art findet im Herbst statt. Zu diesem Zweck begeben sich die Männchen auf die Suche nach dem Wohngespinst eines Weibchens. Nach dem Auffinden leben die Geschlechter gemeinsam im Gespinst, bis das Männchen kurz nach der erfolgten Paarung stirbt. Die Jungtiere schlüpfen im darauffolgenden Sommer. Weibliche Exemplare von Atypus affinis können ein Alter von bis zu acht Jahren erreichen. Belastbare Daten zu spezifischen Larvenstadien, exakten Temperaturen bei der Entwicklung, physiologischen Besonderheiten wie Diapause oder genauen Mortalitätsfaktoren fehlen in der aktuellen Literaturbasis weitgehend.1
Lebensweise
Verhalten
Atypus affinis verbringt den Großteil ihres Lebens in einem ausgeklügelten Röhrensystem, das aus einem oberirdischen Fangschlauch von 13 bis 17 cm Länge und einem unterirdischen Wohnschlauch von 20 bis 45 cm Länge besteht. Ihr Lebensraum umfasst typischerweise felsige Hänge in trockenen Kiefernwäldern sowie Heidelandschaften.1 Hinsichtlich ihrer Aktivitätsmuster zeigt die Art eine kathemale Diurnalität, ist also zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten aktiv. Die Ernährungsweise adulter Tiere sowie der Larven ist karnivor und polyphag ausgerichtet.2 Mit einem Alter von etwa vier Jahren erreichen die Spinnen ihre Geschlechtsreife. Die Paarungszeit findet im Herbst statt, wobei sich die Männchen aktiv auf die Suche nach dem Wohngespinst eines Weibchens begeben. Nach erfolgreicher Findung dringt das Männchen in das Gespinst ein und lebt dort gemeinsam mit dem Weibchen, bis es kurz nach der Paarung stirbt.1 Weitere spezifische Verhaltensweisen wie Abwehrreaktionen, Lautäußerungen oder detaillierte Lauf- und Orientierungsmechanismen sind in der aktuellen Datenlage für diese Art nicht belegt.
Lebensweise
Ökologie
Atypus affinis besiedelt als charakteristischer Bewohner vor allem trockene Kiefernwälder, felsige Hänge sowie Heidelandschaften und kommt zudem in offenen Graslandschaften vor. Ihr spezifischer Lebensraum zeichnet sich durch einen oberirdischen Fangschlauch mit einer Länge von 13 bis 17 cm sowie einen unterirdischen Wohnschlauch von 20 bis 45 cm Tiefe aus.1 In Bezug auf die Höhenverbreitung ist die Art in submontanen Regionen anzutreffen und wurde beispielsweise in Höhen von 1000 m in Strauchlandschaften nachgewiesen. Als karnivore Art ernährt sich Atypus affinis polyphag und deckt ihren Nahrungsbedarf als Beutegreifer.2 Das Artareal erstreckt sich als westpaläarktische beziehungsweise europäisch-mediterrane Verbreitung von Nordafrika und Portugal über den Großraum Europa bis zur Ukraine, in den Kaukasus sowie nach Dänemark und Südschweden.12 In Großbritannien stellt sie die einzige heimische Art der Gattung Atypus dar.1 Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Parasitoiden, Konkurrenten oder dem genauen Mikroklima abseits der bekannten Habitatstrukturen liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor.
Verbreitung
Vorkommen & Lebensraum
Die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis) ist in der westpaläarktischen Region beheimatet und erstreckt sich über ein großflächiges Verbreitungsgebiet von Nordafrika über den Kaukasus bis nach Europa. Ihr natürliches Areal reicht in Europa von Portugal im Westen bis in die Ukraine im Osten sowie von Skandinavien (Dänemark und Südschweden) im Norden bis nach Griechenland.12 Auf den Britischen Inseln stellt sie die einzige Vertreterin ihrer Gattung dar. Das chorologische Spektrum wird als euro-mediterran eingestuft. Die vertikale Verbreitung erstreckt sich primär bis in submontane Höhenstufen, wobei Funde wie aus dem Susa-Tal in Italien auch Nachweise in Höhenlagen bis zu 1000 m belegen. In ihrem gesamten Areal besiedelt die Art bevorzugt trocken-warme Offenlandschaften und lichte Gehölzstrukturen.2 Als typische terrestrische Habitate fungieren felsige Hänge in trockenen Kiefernwäldern, Heide- und Strauchlandschaften sowie Grasländer.12 Aggregierte Beobachtungsdaten bestätigen eine starke Bindung an wald- und heideartige Biotope, während urbane Areale, Feuchtgebiete oder Agrarflächen gemieden werden.2 In Deutschland ist die Art weit verbreitet, wird jedoch in den Roten Listen der Bundesländer überwiegend auf den Vorwarnlisten oder in Gefährdungskategorien geführt. So wird sie bundesweit auf der Vorwarnliste (V) geführt, während in stark fragmentierten Regionen wie Nordrhein-Westfalen oder dem Alpenvorland eine Einstufung als stark gefährdet (2) erfolgt. Belastbare Daten zu quantitativen Populationsdichten fehlen weitgehend, jedoch gilt Atypus affinis als die in Deutschland am wenigsten gefährdete Art ihrer Gattung.1
Verbreitung
Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland
Sichtungen
Community-Analyse
Jahresverlauf
Saisonalität & Aktivität
Die Lebensweise von Atypus affinis ist durch einen jahreszeitlich streng gebundenen Fortpflanzungszyklus geprägt. Die Paarungszeit der Art findet im Herbst statt. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die geschlechtsreifen Männchen ihre Wohnschläuche, um sich auf die Suche nach den Gespinsten der Weibchen zu begeben. Nach erfolgreicher Kopula verbleiben die Männchen im Wohnschlauch des Weibchens, wo sie kurz darauf sterben. Die Jungtiere schlüpfen im darauffolgenden Sommer.1 Aufgrund dieses Entwicklungszyklus ist die Art univoltin.2 Ergänzende Auswertungen zum öffentlichen Informationsinteresse zeigen im September deutliche Peaks, die mit der Wander- und Paarungszeit der geschlechtsreifen Tiere im Herbst korrelieren 3, während in den Wintermonaten Januar und Februar ein minimales Suchinteresse zu verzeichnen ist.3 Belastbare physiologische Messdaten zur exakten Temperaturabhängigkeit der Aktivität liegen für Atypus affinis bisher nicht vor. Auch über das genaue Überwinterungsverhalten außerhalb der geschützten unterirdischen Wohnschläuche existieren in der wissenschaftlichen Literatur keine detaillierten Quantifizierungen.1
Jahresverlauf
Saisonalität und Nachfragetrend
Basierend auf dem Silberkraft TrendIndex – unserem eigenen Modell aus Suchdaten und Naturbeobachtungen
Saisonale Aktivität
Entwicklung über die Jahre
Praxiswissen
Bedeutung, Schäden & Prävention
Atypus affinis ist weder als Schädling noch als Lästling einzustufen, sondern als naturschutzfachlich relevante Art mit dem Status eines Nützlings im natürlichen Ökosystem. Ein Schadpotenzial geht von der Art nicht aus, da sie weder in menschliche Behausungen eindringt noch Vorräte oder Materialien schädigt. Medizinische oder gesundheitliche Relevanzen im Sinne von Allergien oder Vektoreigenschaften sind für Atypus affinis nicht bekannt. Befallsanzeichen im klassischen Sinn existieren nicht, jedoch lässt sich die Anwesenheit durch charakteristische oberirdische Fangschläuche von 13 bis 17 cm Länge in geeigneten Habitaten wie trockenen Kiefernwäldern oder Heidelandschaften nachweisen. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind weder erforderlich noch zulässig, da die Art in vielen Regionen auf Roten Listen geführt wird. In Deutschland wird Atypus affinis auf der Vorwarnliste geführt, während in mehreren Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Thüringen eine Einstufung als stark gefährdet (Kategorie 2) vorliegt. Aufgrund des fehlenden Schadpotenzials sind weder Monitoring-Methoden zur Schädlingsüberwachung noch chemische oder physikalische Bekämpfungsmaßnahmen etabliert. Integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) findet im Zusammenhang mit dieser Art keine Anwendung. Rechtliche Schutzaspekte ergeben sich primär aus dem Naturschutzrecht aufgrund der regionalen Gefährdungssituation der Art.
Nachweise
Quellen & Referenzen
- de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Tapezierspinne
- gbif.org/species/5171650
- Suchinteresse-Zeitreihe (aggregiert)